Sebastian Bayer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Medaillenspiegel
Sebastian Bayer bei den Halleneuropameisterschaften in Turin (2009)
Sebastian Bayer bei den Halleneuropameisterschaften in Turin (2009)
Weitsprung
DeutschlandDeutschland Deutschland
Halleneuropameisterschaften
Gold ItalienItalien 2009 Turin 8,71 m
Gold FrankreichFrankreich 2011 Paris 8,16 m
Europameisterschaften
Gold FinnlandFinnland 2012 Helsinki 8,34 m

Sebastian Bayer (* 11. Juni 1986 in Aachen) ist ein deutscher Weitspringer. Er war 2012 Europameister sowie 2009 und 2011 Halleneuropameister.

Leben[Bearbeiten]

Der Jugend-Vizemeister von 2004 und U20-Vize-Europameister von 2005 errang 2006 seinen ersten Deutschen Meistertitel im Erwachsenenbereich. Bei den Europameisterschaften in Göteborg scheiterte er in der Qualifikation.

2007 wurde er Deutscher Vizemeister in der Halle, und 2008 siegte er bei den Deutschen Meisterschaften mit persönlicher Freiluft-Bestleistung von 8,15 m. Mit der zweiten Erfüllung der B-Norm qualifizierte sich Bayer für die Olympischen Spiele 2008 in Peking, schied dort allerdings in der Qualifikation aus.

Mit dem Gewinn der Halleneuropameisterschaften am 8. März 2009 in Turin[1] gelang ihm sein erster großer internationaler Erfolg in der Erwachsenen-Klasse. Seine dort im letzten Versuch erzielten 8,71 m bedeuten zudem eine Steigerung des europäischen Hallenrekordes, den zuvor der Spanier Yago Lamela mit 8,56 m gehalten hatte, und eine Verbesserung des alten deutschen Hallenrekordes (8,25 m) von Dietmar Haaf. Mit dieser Steigerung seiner persönlichen Bestleistung um 54 Zentimeter schob sich Bayer hinter Carl Lewis (8,79 m) auf Rang 2 der ewigen Hallen-Weltbestenliste; auch im Freien sprangen nur sieben Athleten weiter als Bayer bei seinem Europameisterschafts-Sieg.[2][3] Bayer hat mit seinem Sprung zudem die nationale Freiluft-Bestleistung (8,54 m) von Lutz Dombrowski deutlich übertroffen. Aufkommende Fragen über einen möglichen Messfehler bei Bayers Europarekord wurden durch den Mainzer Helmar Hommel entkräftet, der einst eine bewusste Fehlentscheidung von Kampfrichtern bei den Weltmeisterschaften in Rom 1987 zugunsten des italienischen Weitspringers Giovanni Evangelisti aufgedeckt hatte. Es sei anhand seiner Computer-Auswertung von Bayers Sprung „nachvollziehbar, dass die Weite in etwa stimmt“, wird Hommel zitiert.[4]

Bei den Deutschen Meisterschaften verbesserte 2009 in Ulm seine Freiluft-Bestleistung auf 8,49 m, was gleichzeitig die Qualifikation für die im August 2009 in Berlin stattfindenden Weltmeisterschaften bedeutete. Bayer schob sich damit auf Position zwei der ewigen nationalen Freiluft-Bestenliste vor. Bei den Weltmeisterschaften schied er allerdings aufgrund einer Fußverletzung bereits in der Qualifikation aus.

Bayer bei den Halleneuropameisterschaften 2011

In Paris konnte Bayer 2011 seinen Hallen-Europameisterschafts-Titel mit 8,16 m verteidigen. Bei den Weltmeisterschaften in Daegu kam er auf Platz acht.

2012 gewann er zum fünften Mal die Deutsche Meisterschaft. Bei den Europameisterschaften in Helsinki wurde Bayer mit einer Weite von 8,34 m Europameister. Bei den Olympischen Spielen, die im selben Jahr in London stattfanden, wurde er Fünfter. Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau kam er auf Platz neun.

Sebastian Bayer ist 1,89 m groß und wiegt 77 kg. Er begann mit der Leichtathletik bei der DJK Rasensport Aachen-Brand. Danach startete er für Alemannia Aachen, LG Euregio, SC Neubrandenburg, von 2005 bis 2008 für TSV Bayer 04 Leverkusen und dann das Bremer LT. Zur Saison 2010 wechselte er zum Hamburger SV. Der gelernte Bürokaufmann ist Sportsoldat. Bayer war von 2007 bis 2013 mit der Hürdensprinterin Carolin Nytra liiert[1][5], und wurde 2009 als Bremer Sportler des Jahres ausgezeichnet. 2014 erhielt er den Commander’s Coin für seine sportlichen Erfolge[6]..

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten]

  • Weitsprung: 8,49 Meter, 4. Juli 2009 in Ulm
    • Halle: 8,71 Meter, 8. März 2009 in Turin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sebastian Bayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Traumpaar auf Titeljagd, in: Sportnews
  2. Offizielle Rekordstatistik der IAAF zum Weitsprung der Männer in der Halle
  3. Offizielle Rekordstatistik der IAAF zum Weitsprung der Männer im Freien
  4. „Der Riesensatz von Turin“, Artikel auf FAZ Online
  5. Carolin Nytra und Sebastian Bayer trennen sich RP online, 3. Januar 2014, abgerufen am 20. Januar 2014.
  6. Uetersener Nachrichten vom 19. August 2014: Kommandeur zeichnet sieben Hamburger Spitzensportler aus.