Republik Bergkarabach

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Լեռնային Ղարաբաղի Հանրապետություն

Republik Bergkarabach

Flagge der Republik Bergkarabach
Wappen der Republik Bergkarabach
Flagge Wappen
De‑facto‑Regime, Gebiet
ist völkerrechtlich Teil von
Aserbaidschan
Amtssprache Armenisch
Hauptstadt Stepanakert
Regierungsform semipräsidentielle Republik
Oberhaupt Präsident Bako Sahakjan
Regierungschef Premierminister Arajik Harutjunjan
Fläche 11.458 km²
Einwohnerzahl 134.800[1]
Bevölkerungsdichte 11,8 (2005) Einwohner pro km²
Währung 1 Dram = 100 Luma
1 € = 472,54 AMD
100 AMD = 0,21162 €
(Stand: 28. Juli 2008)
Gründung 2. September 1991
Nationalhymne Ազատ ու անկախ Արցախ
Asat u ankach Arzach
Freies und unabhängiges Arzach
Zeitzone UTC +4
Nagorno-Karabakh in its region (non-independent).svg
Nagorno-Karabakh Republic location map (semi-independent).svg
Karabach-Kaart.jpg

Die Republik Bergkarabach (armenisch Լեռնային Ղարաբաղի Հանրապետություն/Lernayin Gharabaghi Hanrapetut’yun) ist ein De-facto-Regime in Bergkarabach, das von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird. Die Vereinten Nationen und der Europarat betrachten das überwiegend von Armeniern bewohnte Gebiet als Bestandteil Aserbaidschans. Die Unabhängigkeitserklärung der Republik Bergkarabach erfolgte am 2. September 1991, ein Referendum über die Unabhängigkeit am 10. September 1991.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Gebiet Bergkarabach liegt im Südwesten von Aserbaidschan und ist umgeben von den sieben großen aserbaidschanischen Bezirken, die sich heutzutage ebenfalls unter armenischer Kontrolle befinden. Seit dem Waffenstillstand vom Mai 1994 grenzt die nicht anerkannte Republik Bergkarabach durch die anderen sieben okkupierten Bezirke außerhalb von Bergkarabach im Süden an den Iran und im Westen an Armenien.

Relief[Bearbeiten]

Die höchsten Erhebungen sind der Mraw (3340 Meter) und der Kirs (2725 Meter). Die größte Wasserfläche stellt der Sarsang-Stausee dar. Wichtige Flüsse sind der Tartar und der Chatschen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Nachdem seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1991 Armenisch de facto die alleinige Amtssprache in der Republik Bergkarabach war, ist sie dies seit Inkrafttreten der Verfassung der Republik Bergkarabach im Dezember 2007 auch de jure. Die Verfassung garantiert allerdings in Artikel 15 den Gebrauch aller Sprachen, die in der Bevölkerung verbreitet sind. Andere Sprachen in dem Gebiet waren Aserbaidschanisch, Kurdisch und Russisch. Wie in Armenien und Aserbaidschan ist Russisch die verbreitetste Fremdsprache.

Religion[Bearbeiten]

Die armenische Bevölkerung, die laut Volkszählung von 2005 über 99 % der Bevölkerung ausmacht,[2] gehört mehrheitlich der Armenischen Apostolischen Kirche an, während die hier früher lebenden (im Jahre 2005 laut Census noch sechs) Aseris überwiegend Schiiten sind. Nach Abwanderung soll es im Jahre 2004 von einst mehreren Tausend noch etwa 30 Juden gegeben haben.[3] Es gibt außerdem kleine Gruppen von evangelischen und von orthodoxen Christen. Die Religionszugehörigkeit wurde in Volkszählungen nicht erhoben. Tsnund, das Weihnachtsfest der Armenischen Apostolischen Kirche, wird als offizieller Feiertag am 6. Januar begangen.[4]

Bildung[Bearbeiten]

In Stepanakert gibt es die Universität von Bergkarabach mit etwa 5000 immatrikulierten Studenten (Stand 2007).[5]

Politik[Bearbeiten]

Status[Bearbeiten]

Bergkarabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, ist aber seit dem Ende des Bergkarabachkonflikts 1994 de facto selbständig. Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete 1993 vier Resolutionen bezüglich der Bergkarabach-Frage, in denen Bergkarabach als Teil Aserbaidschans bezeichnet wird und welche die Konfliktparteien zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auffordern. In diesem Sinne äußerte sich auch der Europarat, zuletzt in einer Resolution vom Januar 2005.[6]

Am 14. März 2008 verabschiedete die UN-Vollversammlung, mit 39 gegen sieben Stimmen bei 100 Enthaltungen, eine Resolution zum Konflikt um Bergkarabach, in der sie von Armenien einen „sofortigen und vollständigen Abzug der Truppen aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten“ fordert. Befürworter der Resolution waren bis auf wenige Ausnahmen überwiegend Mitglieder der GUAM und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, denen ebenfalls Aserbaidschan angehört.[7] Die drei Mitgliedsstaaten der Minsker OSZE-Gruppe (Frankreich, USA, Russland) lehnten die Resolution ab.[8]

Bis zum Zerfall der Sowjetunion und der Bildung selbständiger Staaten gehörte die Autonome Oblast Bergkarabach zur Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Nach Artikel 87 der sowjetischen Verfassung war Bergkarabach ein Autonomes Gebiet innerhalb der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik und laut Artikel 86 dieser unterstellt.[9] Somit hatte es den niedrigsten Status in der sowjetischen territorialen Hierarchie und war nur für die kulturellen Angelegenheiten zuständig.[10] Der Artikel 78 der Verfassung der Sowjetunion besagte auch, dass das Territorium einer Unionsrepublik ohne ihre Zustimmung nicht geändert werden kann. Die Grenzen zwischen den Unionsrepubliken konnten demnach „nach beiderseitigem Übereinkommen der entsprechenden Republiken, das der Bestätigung durch die UdSSR bedarf, verändert werden“.[9]

Armenien erschöpfte diesen rechtlichen Weg durch die Verabschiedung der Resolution über den Anschluss von Berg-Karabach an Armenien am 15. Juni 1988. Im Gegenzug verabschiedete Aserbaidschan am 17. Juni eine Gegenresolution, in der die territoriale Zugehörigkeit von Bergkarabach zu Aserbaidschan erneut bestätigt wurde. Endgültig wurde der Fall am 18. Juli während der Sitzung des Obersten Sowjet der UdSSR geregelt: Der Anspruch der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik wurde abgelehnt.[11]

Ein anderer Rechtsweg wäre das Sezessionsgesetz der UdSSR, worauf die armenische Argumentation beruht. Dieses Gesetz erlaubte den autonomen Einheiten in der jeweiligen Unionsrepublik, entweder in der abspaltenden Republik oder in der UdSSR zu bleiben. Dabei war die Unabhängigkeit jedoch nicht als eine Option vorgesehen.[12] Darüber hinaus war der Prozess der Sezession nach diesem Gesetz sehr lang und kompliziert.[13] Diese Prozedur wurde nicht eingehalten.

Am 17. Mai 2012 verabschiedete das Repräsentantenhaus von Rhode Island eine Resolution, in der das Gebiet von Bergkarabach als historisch armenisches Territorium anerkannt wurde. Darin wurde US-Präsident Barack Obama sowie der US-Kongress dazu aufgefordert, die Unabhängigkeit der Republik Bergkarabach anzuerkennen und Bemühungen der Republik Bergkarabach, sich als eine freie und unabhängige Nation zu entwickeln, wurden befürwortet und bestärkt.[14][15] Am 6. August folgte das Parlament von Massachusetts.

Am 25. Oktober 2012 verabschiedete der australische Bundesstaat New South Wales einstimmig eine Resolution, in der die unabhängige Republik Bergkarabach sowie das Recht auf Selbstbestimmung ihrer armenischen Bevölkerung anerkannt wurde.[16]

Am 10. April 2013 verabschiedete der US-Bundesstaat Maine eine Resolution, in der die Unabhängigkeit der Republik Bergkarabach sowie das Recht auf Selbstbestimmung anerkannt wurden und der US-Präsident sowie der US-Kongress aufgefordert wurden, dies ebenfalls zu tun.[17][18] Am 30. Mai folgte der Senat Louisianas mit der Anerkennung durch Resolution 151.[19] Am 8. Mai 2014 folgte schließlich Kalifornien, so dass nun fünf US-Bundesstaaten und ein australischer Staat die Anerkennung fordern.

Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Das Referendum über die Unabhängigkeit wurde am 10. Dezember 1991 abgehalten.[20] Ergebnis des Referendums:[21]

Stimmen Anteil in %
Wahlberechtigte 132.328 100
Wähler 108.736 82,2
Ja-Stimmen 108.615 99,89
Nein-Stimmen 24 0,02
ungültige Stimmen 95 0,09

Verfassung[Bearbeiten]

Am 10. Dezember 2006 fand ein Referendum über einen Verfassungsentwurf statt.[22] Ergebnis des Referendums:[23]

Stimmen Anteil in %
Wahlberechtigte 90.077 100
Wähler 78.389 87,02
Ja-Stimmen 77.279 99,28
Nein-Stimmen 554 0,72

Parlament[Bearbeiten]

Das Einkammerparlament der Republik Bergkarabach, die Nationalversammlung, besteht aus 33 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. 22 Mitglieder der Nationalversammlung werden in den jeweiligen Wahlkreisen („single-mandate districts“)[24] unter Anwendung des relativen Mehrheitswahlrechts gewählt. Die restlichen elf werden in landesweiter Verhältniswahl gewählt.

Auswärtige Beziehungen[Bearbeiten]

Um den Konflikt mit Aserbaidschan nicht zu verstärken, hat Armenien die Republik Bergkarabach nicht offiziell anerkannt, behält sich dies aber im Falle des Scheiterns der Verhandlungen mit Aserbaidschan vor. Die Vereinigten Staaten erkennen die Republik Bergkarabach nicht an, zahlen aber neben Armenien als einziger Staat der Welt Entwicklungshilfe. So gewährten die USA beispielsweise einen Kredit für die Wiederinstandsetzung der Bierbrauerei „Adana“.

Das Außenministerium der Republik Bergkarabach unterhält Büros in verschiedenen Staaten:

Militär[Bearbeiten]

Die Streitkräfte der Republik Bergkarabach wurden während des Bergkarabachkrieges gegründet. Heute umfasst die Armee ca. 20.000 Mann. Die Hauptaufgabe der Streitkräfte ist die Verteidigung der Grenze der nicht anerkannten Republik. Entlang der Grenze sind Schützengräben ausgehoben, und es kommt immer wieder zu Schusswechseln mit den Aserbaidschanischen Streitkräften mit Toten und Verletzten.[25] Die Bundesregierung schrieb in ihrer Antwort auf die kleine Anfrage der Bundestagsfraktion "Die Linke" (18/2816), dass "von den 23 000 Soldaten der „Selbstverteidigungskräfte“ der sogenannten Republik Berg-Karabach 8 000 Soldaten Angehörige der regulären Streitkräfte der Republik Armenien" seien. Der überwiegende Teil der „Selbstverteidigungskräfte“ werde nach der Schätzung der Bundesregierung "durch Wehrpflichtige gestellt, die wiederum mehrheitlich aus Armenien rekrutiert" würden.[26]

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten]

Provinzen der Republik Bergkarabach, Hauptstadt Stepanakert in rot.

Die Republik Bergkarabach gliedert sich in die sieben Provinzen Askeran, Hadrut, Kaschatach, Martakert, Martuni, Schahumjan und Schuschi. Die Hauptstadt Stepanakert gehört zu keiner Provinz. Die Provinz Schahumjan ist etwa zu einem Drittel unter aserbaidschanischer Kontrolle, die Provinzen Martakert und Martuni zu kleineren Teilen.

In Bergkarabach gibt es – gemäß Jurisdiktion der Republik – zehn Städte. Dabei gelten Askeran (aserbaidschanisch Əsgəran), Hadrut und Midschnawan (Mincivan) nach aserbaidschanischem Recht nicht als Städte. Andererseits werden die auf dem Territorium der Republik liegenden Städte nach aserbaidschanischem Recht Ağdam (armenisch Akna), Cəbrayıl (Dschrakan), Füzuli (Waranda), Qubadlı (Sanassar) und Xocalı (Iwanjan) von den Behörden Bergkarabachs als Dörfer geführt. Mit Ausnahme von Xocalı/Iwanjan – dieses hatte erst 1990 aserbaidschanisches Stadtrecht erhalten – wurden diese Ortschaften im Verlauf des Bergkarabachkrieges soweit zerstört, dass sie mit Stand 2005 keine bis nur noch unter 100 Einwohner hatten. Ağdam/Akna wird seit November 2010 von den Behörden Bergkarabachs als Ortsteil der Provinzhauptstadt Askeran mit zu diesem Zeitpunkt wieder 360 Einwohnern geführt.[27]

Die Gesamteinwohnerzahl aller genannten Ortschaften sank zwischen 1989 bis 2005 von etwa 180.000 auf gut 70.000, also um etwa 60 %.

Die folgenden Tabelle enthält die Städte mit ihrer Provinzzugehörigkeit gemäß Jurisdiktion der Republik Bergkarabach, die Einwohnerzahlen entsprechend der letzten und bisher einzigen (Stand 2014) Volkszählung 2005[1] sowie – soweit verfügbar – zum Vergleich die Angaben der letzten sowjetischen Volkszählung 1989,[28] vor dem Beginn der Kampfhandlungen des Karabachkonflikts, und zusätzlich die jeweiligen offiziellen aserbaidschanischen Namen und Rayon­zugehörigkeiten der Orte (gemäß Aufteilung seit 1991). Kursiv sind zusätzlich Städte aufgeführt, die nach Lesart Bergkarabachs ihren Stadtstatus verloren haben. Die sortierbare Tabelle ist anfangs absteigend nach der Einwohnerzahl 2005 sortiert:

Name Armenisch Provinz Aserbaidschanisch Rayon Einwohner
(1989)
Einwohner
(2005)
Stepanakert Ստեփանակերտ provinzfrei Xankəndi rayonfrei 56.705 49.300
Martuni Մարտունի Martuni Xocavənd Xocavənd 6.998 4.775
Martakert Մարտակերտ Martakert Ağdərə Tərtər 8.325 4.214
Schuschi Շուշի Schuschi Şuşa Şuşa 15.039 3.105
Hadrut Հադրութ Hadrut Hadrut Xocavənd 2.614 2.735
Berdsor Բերձոր Kaschatach Laçın Laçın 7.829 2.190
Askeran Ասկերան Askeran Əsgəran Xocalı 2.024 1.957
Iwanjan Իվանյան Askeran Xocalı Xocalı [29] 1.021
Karwatschar Քարվաճառ Schahumjan Kəlbəcər Kəlbəcər 7.246 492
Kowsakan Կովսական Kaschatach Zəngilan Zəngilan 6.968 373
Midschnawan Միջնավան Kaschatach Mincivan Zəngilan 5.506 324
Waranda Վարանդա Hadrut Füzuli Füzuli 17.090 75
Sanassar Սանասար Kaschatach Qubadlı Qubadlı 5.508 69
Akna Ակնա Askeran Ağdam Ağdam 28.031 0
Dschrakan Ջրական Hadrut Cəbrayıl Cəbrayıl 6.070 0

Wirtschaft[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft zusammen. Die Gründe waren das Ende des Wirtschaftssystems der UdSSR, weit schlimmer aber war der Krieg um Bergkarabach, in dessen Verlauf weite Teile des Landes zerstört wurden.

Seit dem Abschluss des Waffenstillstandes 1994 wird die Wirtschaft in erster Linie von drei Faktoren belastet:

  • den geschlossenen Grenzen zu Aserbaidschan,
  • fehlender Entwicklungshilfe (nur von Armenien und in geringem Ausmaß von den Vereinigten Staaten),
  • auch infolgedessen kaum Investitionen von ausländischen Firmen.
Teile dieses Artikels scheinen seit 2006 nicht mehr aktuell zu sein. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Beim Wiederaufbau des Landes spielt die armenische Diaspora eine zentrale Rolle. Beispielsweise begann 1995 der Bau einer neuen Fernstraße vom armenischen Goris nach Stepanakert, wodurch sich die Reisezeit von knapp drei Stunden auf 60 bis 80 Minuten verkürzte. 1999 wurde die Straße, die (wirtschaftlich und militärisch) von strategischer Bedeutung ist, fertiggestellt. Den größten Teil der Kosten (rund 10 Millionen US-Dollar) übernahm die halbstaatliche Allarmenische Stiftung, die weltweit um Spenden aus der Diaspora geworben hatte. 1999 begann der Bau einer weiteren Fernstraße, die von Norden nach Süden verläuft. Sie sollte noch 2006 fertiggestellt werden.

Seit 2000 ist ein bescheidener, aber spürbarer Wirtschaftsaufschwung in Gang gekommen. Im Februar 2002 nahm die libanesische Firma Karabach Telekom den Betrieb auf. 2005 betrug das Bruttoinlandsprodukt nach offiziellen Angaben 51,4 Milliarden Dram (rund 114 Millionen US-Dollar), fast doppelt so viel wie 2001. Der wichtigste Sektor ist nach wie vor die Landwirtschaft, die 2005 rund 40 Prozent des BIP erwirtschaftete, womit sie im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 % wuchs. Gut 20 % steuerte die Bauindustrie bei, die allerdings im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 % wuchs. Trotz dieses Baubooms ist die Arbeitslosigkeit jedoch nach wie vor das größte Problem. Der Außenhandel, der über Armenien als Zwischenstation abgewickelt wird, wuchs 2005 um 15 %.[30] In der ersten Hälfte des Jahres 2007 nahm die Republik Bergkarabach nach Angaben des Statistikamtes etwa 16,67 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen ein.[31]

Die Republik Bergkarabach befindet sich in einer Wirtschafts- und Währungsunion mit Armenien. Der armenische Dram ist gesetzliches Zahlungsmittel. Es gibt seit 2005 auch den Karabach-Dram, der gegen den armenischen Dram im Verhältnis eins zu eins getauscht werden kann. Allerdings befinden sich in Bergkarabach selbst praktisch keine dieser Noten und Münzen im Umlauf. Es scheint sich eher um eine Einnahmequelle des Staates zu handeln, denn im Internet sind Karabach-Dram-Noten und -Münzen im Handel.

Tourismus[Bearbeiten]

Verstärkt wird versucht, den Tourismus zu beleben. Im Jahr 2005 kamen etwa 4000 Touristen in die Republik Bergkarabach.[32] Hervorzuheben ist das Projekt Janapar, welches sich um die Erstellung eines Netzes von Wanderwegen kümmert.

Der Berg-Karabach-Konflikt beeinträchtigt die Entwicklung des Tourismus in der Region. So rät das Auswärtige Amt die Reisenden, "die sich nach Bergkarabach oder in die umliegenden von Armenien besetzten Gebiete der Republik Aserbaidschan begeben" von Reisen in die Region ab. Auf der Webseite des Auswärtigen Amts werden die Reisenden davor gewarnt, dass es immer wieder zu Schusswechseln an der Waffenstillstandslinie komme, außerdem bestehe Minengefahr. Eine Reise nach Berg-Karabakh ohne Zustimmung der aserbaidschanischen Behörden kann auch rechtliche Konsequenzen haben. Das Auswärtige Amt teilt mit, dass den "Reisenden, deren Pässe Visa und/oder Einreisestempel der sogenannten „Republik Bergkarabach” enthalten, kein Visum für die Einreise nach Aserbaidschan erteilt" werde. Diese Regelung werde grundsätzlich auch angewandt, wenn aserbaidschanische Behörden auf anderen Wegen Kenntnis von Reisen nach Bergkarabach oder in die umliegenden von Armenien besetzten aserbaidschanischen Gebiete erhalten.[33]

Die Erlöserkirche in Şuşa/Schuschi
Das Kloster Tsitsernavank

Kultur[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Nationalfeiertag ist der Unabhängigkeitstag am 2. September. Dieser geht auf die Unabhängigkeitserklärung von 1991 zurück. Weitere Feiertage sind der 10. Dezember und der 9. Mai.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergkarabach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Republik Bergkarabach – geographische und historische Karten
 Wikivoyage: Bergkarabach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Zensus von Bergkarabach 2005 (PDF; 227 kB) Abgerufen am 19. April 2011.
  2. Ашот Бегларян: Коэффициент рождаемости в Нагорном Карабахе один из самых высоких на постсоветском пространстве. 20 сентября 20??, abgerufen am 15. Juni 2015.
  3. Steve Sverdlow: The Forgotten Jews of Karabakh. Journal of Turkish Weekly, 27. Oktober 2004.
  4. Office of the Nagorno Karabakh Republic, Washington DC: Country Overview, abgerufen am 15. Juni 2015.
  5. Artikel Studieren in einem nicht anerkannten Staat auf der Homepage des Deutschlandfunks
  6. http://assembly.coe.int/Documents/AdoptedText/TA05/ERES1416.htm
  7. http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=25986&Cr=general&Cr1=assembly
  8. General Assembly GA/10693. UN News Center. Abgerufen am 22. Januar 2013
  9. a b Verfassung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (1977). In: www.verfassungen.net. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  10.  H. Krüger: Der Berg-Karabach-Konflikt. Eine juristische Analyse. Springer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN ISBN 978-3-642-01723-0, S. 31.
  11.  T. de Waal: Black Garden. Armenia and Azerbaijan through Peace and War. 10th-year anniversary edition, revised and updated Auflage. New York University Press, New York, London 2013, ISBN ISBN 978-0-8147-6032-1, S. 62.
  12.  H. Krüger: Der Berg-Karabach-Konflikt. Eine juristische Analyse. Springer Verlag, Heidelberg, London, New York 2009, ISBN ISBN 978-3-642-01723-0, S. 33-34.
  13.  H. Krüger: Der Berg-Karabach-Konflikt. Eine juristische Analyse. Springer Verlag, Heidelberg, London, New York 2009, ISBN ISBN 978-3-642-01723-0.
  14. STATE OF RHODE ISLAND IN GENERAL ASSEMBLY, JANUARY SESSION, A.D. 2012. Abgerufen am 24. Januar 2013
  15. Rhode Island Legislature Calls For Nagorno-Karabakh Recognition. Radio Free Europe. Abgerufen am 24. Januar 2013.
  16. Full Day Hansard Transcript (Legislative Council, 25 October 2012, Proof), Parlament von New South Wales
  17. Maine legislature recognizes the independence of Nagorno Karabakh. Abgerufen am 11. April 2013
  18. HP0987: Session – 126th Maine Legislature. Abgerufen am 10. April 2013.
  19. Senate Chamber, State Capitol, Baton Rouge, Louisiana: Official Journal of the Senate of the State of Louisiana. Twenty-Ninth Day's Proceedings (PDF; 674 kB), S. 6. 30. Mai 2013, Abgerufen am 19. November 2013
  20. Референдум – MFA NKR. In: www.nkr.am. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  21. nkr.am Referendum, abgerufen am 23. Februar 2013
  22. web.archive.org: Text der Verfassung (auf Englisch)
  23. sudd.ch Bergkarabach-Verfassung, abgerufen am 22. Februar 2013
  24. Freedom in the World: The Annual Survey of Political Rights & Civil Liberties, Rowman & Littlefield 2009, ISBN 978-14422-0122-4, S. 809
  25. Deutsche Welle über den Konflikt an der Grenze Aufgerufen am 4. November 2012
  26. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/028/1802816.pdf. In: dip21.bundestag.de. Abgerufen am 13. Juni 2015.
  27. Meldung bei Armenia Today (russisch)
  28. Daten der Volkszählung 1989 bei demoscope.ru (russisch)
  29. Angaben der Volkszählung 1989 sind nicht bekannt. Nach Schätzungen wuchs die Einwohnerzahl zwischen 1988 und 1991 überwiegend durch aserbaidschanische Flüchtlinge und von den aserbaidschanischen Behörden zielgerichtet dort angesiedelte Mescheten von 2135 auf etwa 6300 (siehe dazu Artikel auf der Website von Memorial; russisch).
  30. Artikel bei regnum.ru auf Russisch
  31. Artikel Berg Karabach: Die Steuereinnahmen wachsen bei GUS-News
  32. Artikel More than War: Tourism Business Building To Show Another Side of Karabakh bei huliq.com auf Englisch
  33. Armenien: Reise- und Sicherheitshinweise. In: Auswärtiges Amt. Abgerufen am 14. Juni 2015.

39.807919246.6977209Koordinaten: 39° 48′ 29″ N, 46° 41′ 52″ O