Straßenbahn Kassel

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Dieser Artikel behandelt die Straßenbahn in Kassel. Siehe auch: Straßenbahn Cassel (Frankreich).
Straßenbahn
Straßenbahn Kassel
Bild
Basisinformationen
Staat Deutschland
Stadt Kassel
Eröffnung 9. Juli 1877
Betreiber KVG
Verkehrsverbund NVV
Infrastruktur
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 V DC Oberleitung
Haltestellen 127
Fernbahnhöfe 1
Betriebshöfe 2
Betrieb
Linien 7 Straßenbahnlinien
4 Stadtbahnlinien
Takt in der HVZ 5 min
Fahrzeuge 22 Hochflurwagen N8C (davon 14 Betriebsreserve)
25 Niederflurwagen NGT6C
22 Niederflurwagen 8NGTW
10 Niederflurwagen 8ZNGTW
22 Niederflurwagen NGT8
28 Stadtbahnwagen 8NRTW-E/D
Statistik
Fahrgäste 44,8 Mio. (KVG)
+ 2,2 Mio. (RBK)
Mitarbeiter 822 (inkl. KVN)
+ 100 (RTG)
Netzplan
Bestehende Strecken und mögliche Erweiterungen (veraltete Karte, Linien 2 und 9 existieren nicht mehr, Anschluss Vellmar mittlerweile durch Linie 1 erfolgt)

Die Straßenbahn Kassel wird von der KVG betrieben. Sie umfasst Straßenbahn-, Stadtbahn- und Eisenbahn-Strecken. Seit 1877 fährt in Kassel eine Straßenbahn, zunächst als Dampfstraßenbahn von Wilhelmshöhe zum Königsplatz. Später folgten Pferdebahnen, um die Jahrhundertwende die elektrische Straßenbahn. Die Spurweite beträgt 1435 mm (Normalspur). Es existierte aber auch ein Meterspurnetz mit der Herkulesbahn. Heute ist die Straßenbahn das Rückgrat des ÖPNV in Kassel und wird nach und nach ins Umland verlängert, teilweise als herkömmliche Straßenbahn, teilweise nach dem „Karlsruher Modell“ als RegioTram.

Geschichte[Bearbeiten]

Dampfstraßenbahn[Bearbeiten]

Ein Zug der „Cassel Tramways Company“

Bereits im Sommer 1870 verkehrte in Kassel ein Pferdeomnibus, der die Stadt mit dem Bergpark Wilhelmshöhe verband. Der „Pferde-Omnibus-Verkehr“ wurde während der Dauer einer Industrie-Ausstellung vom 1. Juni bis 5. Oktober 1870 vom Verlagsbuchhändler Georg H. Wigand betrieben.

Das Wachstum der Stadt machte ab 1877 den Betrieb einer Dampfstraßenbahn rentabel. Vom 9. Juli 1877 an betrieb die englische Firma „Jay & Comp. London“ die „Cassel Tramways Company“. Mit zunächst zwei Dampflokomotiven und vier Personenwagen wurde die Strecke vom Königsplatz nach Wilhelmshöhe befahren. Der Wagenpark wurde etappenweise um weitere Fahrzeuge erweitert, unter anderem durch einige Lokomotiven der Henschel-Werke.

Die Kasseler Dampfbahn gilt als die erste Straßenbahn Deutschlands, die aus eigener Kraft fuhr, also nicht von Pferden gezogen wurde. 1881 wurde die Gesellschaft von einer Berliner Aktiengesellschaft übernommen und in „Casseler-Straßenbahn-Gesellschaft“ umbenannt. Die Dampfbahn wird 1897 von der neu gegründeten „Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft“ übernommen und geht in ihr auf. Am 10. Mai wurde der Betrieb der Dampfbahn eingestellt und durch elektrischen Straßenbahnverkehr ersetzt.

Pferdebahn[Bearbeiten]

Wagen Nr. 8 der „Pferdebahn Cassel-Wolfsanger G.m.b.H.“ an der Endstation Wolfsanger 1897

Neben der Dampfbahn bestanden in Kassel anfangs auch zwei Pferdebahnen. Die „Aktiengesellschaft Casseler-Stadteisenbahn“ betrieb drei Linien. Seit 1884 die Linien vom heutigen Hauptfriedhof zum Königsplatz, von der Hedwigstraße (Königsplatz) zum Bahnhof Bettenhausen und vom Kirchweg über den Hauptbahnhof zur Hedwigstraße. 1897 wurde auch dieser Betrieb von der „Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft“ übernommen und auf elektrischen Betrieb umgestellt.

Die „Pferdebahn Cassel-Wolfsanger G.m.b.H.“ wurde 1897 von einem Berliner Unternehmen gegründet und kam 1903 in Privathand. Der Betrieb verfügte über acht Wagen und verband den Altmarkt im Zentrum der Stadt mit dem Stadtteil Wolfsanger an der Fulda. Erst 1909 ging auch diese Bahn in der „Große Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft“ auf und wurde elektrifiziert.

Elektrifizierung[Bearbeiten]

Am 24. September 1897 wurden die beiden bisher nebeneinander bestehenden Betriebe, Casseler-Stadteisenbahn und Casseler-Straßenbahn-Gesellschaft in der neu gegründeten „Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft“ verschmolzen. Nun begann die Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes. Am 14. Dezember 1898 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahn-Triebwagen in Kassel. Zu diesem Zweck wurde zwei neue Betriebshöfe in Wilhelmshöhe und in Bettenhausen gebaut sowie ein eigenes Elektrizitätswerk nahe der Kasseler Innenstadt im Königstor errichtet.

Herkulesbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Herkulesbahn
Triebwagen der Herkulesbahn an der Endstation am Brasselsberg, 1962

Die Herkulesbahn war eine nebenbahnähnliche meterspurige Kleinbahn im Kasseler Habichtswald. Sie transportierte von 1902 bis April 1966 Güter und Personen. Seit 1927 war sie ein Bestandteil der „Großen Kasseler Straßenbahn“.

Historischer Fahrzeugpark[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Der elektrische Triebwagen 58 während der Auslieferung 1899

Bis 1900 wurden 54 elektrische Triebwagen bei Van der Zypen & Charlier und Credé bestellt. Das erste Los von 14 relativ großen Triebwagen war für den Betrieb auf der kurvenarmen Strecke der ehemaligen Dampfbahn vorgesehen. 40 weitere Triebwagen mit deutlich kleinerem Achsabstand verkehrten auf den restlichen verwinkelten Strecken.

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen in den 1930er und 1940er Jahre weitere Zweiachs-Fahrzeuge zur Kasseler Straßenbahn. Viele kriegszerstörte Fahrzeuge wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

260, 261–288 (2+2 Tw)[Bearbeiten]

1955 wurden von Credé fünf zweiachsige Einrichtungs-Triebwagen mit entsprechenden Beiwagen ausgeliefert. Sie stellen die letzte zweiachsige Triebwagen-Baureihe der KVG dar und entsprachen dem auch in anderen westdeutschen Städten verbreiteten Verbandstyp. Die ersten beiden Beiwagen (551 und 552) wurden als Zweirichtungswagen abgeliefert, aber noch im Ablieferungsjahr zu Einrichtungswagen umgebaut.

Aus dem Verbandstyp entwickelte Credé ab 1955 einen Gelenktriebwagen. Im Prinzip handelte es sich um einen Triebwagen mit Beiwagen bei dem ein begehbares und freischwebendes Mittelteil beide Wagenhälften verband. Aus wirtschaftlicher Sicht sprachen die geringen Entwicklungskosten und der Rationalisierungseffekt beim Einsatz von Schaffnern für die Anschaffung. Aus dem im Kasseler Liniendienst eingesetztem Prototypen (Wagen 260) wurde eine Serie von 28 vierachsigen Gelenktriebwagen (261–288), wobei sich nun der Wagenkasten an modernen Bauformen des Duewag-Gelenkwagens orientierte. Die Wagen wurden von 1956 bis 1958 ausgeliefert und waren bis 1991 in Kassel im Einsatz.

Triebwagen 260 und Tw 269 befinden sich heute im Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Wehmingen, Tw 273 ist noch bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft nicht betriebsfähig vorhanden. Der Tw 282 befindet sich in den Niederlanden. Zehn Fahrzeuge erhielt 1990/91 der Verkehrsbetrieb Gorzów Wielkopolski in Polen. Mit Ausnahme von Tw 270, der an die Straßenbahnfreunde Warschau ging, sind diese Wagen mittlerweile verschrottet.

301–317, 351–366 (GT 6)[Bearbeiten]

Wegmann-Triebwagen 362 von 1970

Mitte der 1960er Jahre wurde die „Arbeitsgemeinschaft der Kasseler Waggonindustrie“ (eine Kooperation von Wegmann und Credé) mit der Lieferung neuer Straßenbahnen beauftragt. Im wesentlich glichen die Wagen der seit 1956 von Düwag gebauten Gelenktriebwagen und waren Lizenzbauten.

Von Wegmann wurden in zwei Lieferlosen die Triebwagen 301–314 (1966) und 315–317 (1970) geliefert. Die Tw 304 und 314–317 hatten am B-Teil eine Scharfenbergkupplung montiert, um auch mit den Beiwagen eingesetzt werden zu können. Diese wurden aber relativ früh wieder abgenommen. Die Tw 301–304 wurden abweichend von den anderen Fahrzeugen mit einer SieMatic-Steuerung geliefert, die sie auch bis zur Ausmusterung behalten haben.

Credé lieferte 1966/67 sieben sechsachsige Einrichtungs-Gelenktriebwagen Typ GT 6 (351–357, geliefert als 315–321). Diese Wagen hatten das typische PCC-Gesicht der sonst in Deutschland weit verbreiteten Düwag-Wagen erhalten. Ein weiteres Los Einrichtungs-Triebwagen lieferte Wegmann 1971. Die neun Wagen (358–366) hatten im Gegensatz zur Credé-Serie eine schlankere Stirnfront mit Panorama-Windschutzscheibe, die den Kasseler Wagen 301–317 angeglichen war.

Beiwagenzug der KVG 1995
Durchfahrt der Straßenbahn in der Königsstraße

Zu den 16 Einrichtungs-Triebwagen wurden insgesamt elf vierachsige Großraum-Beiwagen beschafft. Die ersten fünf Wagen wurden 1967 noch von Credé ausgeliefert, kurz bevor die Produktion eingestellt wurde, die restlichen kamen 1971 von Wegmann. 1986 wurden drei gebrauchte L-Beiwagen aus Frankfurt am Main übernommen. Zwei gingen als Bw 575 und 576 in Betrieb, der dritte diente als Ersatzteilspender.

Ein Wagen aus Kassel in Gorzów Wielkopolski

Alle Fahrzeuge wurden bis 2003 aus dem Linienverkehr zurückgezogen. Viele Wagen wurden nach Gorzów in Polen verkauft oder verschrottet. Ein Einrichtungswagen samt Beiwagen wird in Kassel als zukünftiger historischer Zug aufbewahrt. Ein Zweirichtungswagen (317) wurde zum Schienenpflegezug umgebaut und ein weiterer (316) für Fahrschulzwecke verwendet.

Streckennetz heute[Bearbeiten]

Gleisplan (Stand: 2013)
Entwicklung des Straßenbahn-Streckennetzes im Stadtzentrum von Kassel
Straßenbahn in der Endhaltestelle Vellmar Nord
Nicht mehr fahrplanmäßig genutzte Haltestelle an der Wendeschleife Polizeipräsidium. Das linke Gleis führt sowohl zum Stern als auch in den alten Tunnel, das überteerte rechte nur Richtung Stern. Rechts oberhalb liegt der Hauptbahnhof.
Alte Nordeinfahrt in den Tunnel unter dem Bahnhofsvorplatz
Bahnhof Oberkaufungen
Nachtaufnahme vom Gleis in der Königsstraße

Durch die Fußgängerzone Königsstraße und nordwestlich daran vorbei befindet sich der Innenstadtring.

Der zweigleisige Innenstadtring beginnt an der Kreuzung „Am Stern“, folgt dann der Unteren und Oberen Königsstraße durch die Fußgängerzone bis zur Kreuzung am Rathaus. Von dort geht es über die Fünffensterstraße bis zum Gleisdreieck am Ständeplatz und weiter zum Gleisdreieck am Scheidemannplatz. Heute zweigt hier die Strecke für die Regio-Tram zum Hauptbahnhof ab. Diese führt direkt nach dem Abzweig in die Kurfürstenstraße über eine Rampe in einen unter den Bahnhofsvorplatz und das Bahnhofsgebäude verlaufenden Tunnel. Ab dem Scheidemannplatz verläuft die Strecke über die Rudolf-Schwander-Straße zum Lutherplatz und mündet in die Lutherstraße ein, die wieder direkt zur Kreuzung „Am Stern“ führt.

Daran schließen sich von Nordwesten her im Uhrzeigersinn folgende Strecken an:

  • Grüner Weg – Wendeschleife Ottostraße: ohne Linienverkehr
Die Strecke beginnt zweigleisig am Lutherplatz und kann nur aus / in Richtung „Am Stern“ befahren werden. Über den Grünen Weg vorbei an der ehemaligen Haltestelle „Erzbergerstraße“ verläuft die Strecke bis zur Einmündung der Reuterstraße. Von dort führte die Strecke bis 2005 in den 1968 eröffneten Tunnel unter den Bahnhofsvorplatz des Hauptbahnhofs mit der unterirdischen Haltestelle „Hauptbahnhof“. Dieser Streckenabschnitt wurde auch „Deutschlands hässlichste U-Bahn“ genannt. Durch den Verlust des Fernverkehrs für den Hauptbahnhof im Jahr 1991 verlor diese Streckenführung an Bedeutung. Auch für Umleitungen war die Strecke aufgrund der längeren Fahrzeit als durch die Königsstraße ungeeignet. Dadurch und durch den dazu noch dünnen Takt der damaligen Linie 7 verwaiste und verwahrloste dieser Streckenteil immer mehr, der 2005 nach dem Bau alternativen Strecke durch die Rudolf-Schwander-Straße geschlossen wurde.
Die groß angelegte Wendeschleife Ottostraße konnte bis 2005 sowohl von der Tunnelstrecke unter dem Hauptbahnhof als auch vom Lutherplatz kommend befahren werden. Die Strecke verläuft eingleisig durch den Grünen Weg und biegt dann in die Ottostraße ein. Das Ausweichgleis an der Endhaltestelle „Ottostraße“ wurde inzwischen überteert. Die Ausfahrt erfolgt dann in die vom alten Tunnel kommende Strecke. Bis 2005 war auch die Ausfahrt in den Tunnel möglich. Die Haltestelle „Ottostraße“ war über eine Treppe vom Nordausgang des Hauptbahnhofs zu erreichen, die heute jedoch völlig mit Buschwerk zugewachsen ist.
  • Rothenditmold: stillgelegt zum Fahrplanwechsel am 25. September 1971
Die Strecke begann an einem Gleisdreieck nahe der Haltestelle „Erzbergerstraße“. Über die Reuterstraße und die Wolfhager Straße führte die Strecke zumeist eingleisig in den Stadtteil Rothenditmold. Endhaltestelle war zuletzt ein Gleisdreieck an der Ecke Wolfhager Straße / Engelhardstraße.
  • Holländische Straße – Vellmar Nord: Linien 1 und 5
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle „Am Stern“ und folgt in ihrem gesamten Verlauf der Holländischen Straße durchgehend auf eigenem Gleiskörper in Mittellage. An der Haltestelle Holländischer Platz/Universität befindet sich eine Vorsortierweiche, die noch vor dem eigentlichen Abzweig im Nichts endet. Sie entstand Ende der 90er Jahre im Rahmen der Neugestaltung der Haltestelle als Bauvorleistung für eine an der Universität vorgesehene Wendeschleife. Sie sollte eine Angebotsverstärkung zwischen Stern und Holländischem Platz ermöglichen, um die durch die Universität bedingte sehr hohe Fahrgastnachfrage besser befriedigen zu können. Nachdem der Bau der Wendeschleife in den politischen Gremien der Stadt seinerzeit keine Mehrheit fand, soll dort nun ein Stumpfgleis entstehen, das RegioTrams das Umsetzen ermöglichen soll; ein Baubeginn ist noch nicht absehbar.
Kurz vor der Stadtgrenze befindet sich eine Wendeschleife. Hier gibt es Anschluss zum Stadtteilbus und zu Regionalbuslinien. Seit dem 23. Oktober 2011 schließt sich hier die Neubaustrecke nach „Vellmar Nord“ entlang der ehemaligen Buslinie 45 an, deren Bau im August 2008 begonnen wurde. Die Strecke folgt der Holländischen Straße in Mittellage im Linksverkehr, um nur einen Mittelbahnsteig pro Haltestelle bauen zu müssen; eine solche Anordnung stellt für Deutschland ein Novum dar und ist weltweit nur sehr selten anzutreffen wie zum Beispiel beim Oberleitungsbus Mérida. Die Trasse verlässt die Bundesstraße 7 über die Brüder-Grimm-Straße. Die Strecke verläuft bis auf einen kurzen eingleisigen Abschnitt an der Haltestelle „Vellmar Rathaus“ zweigleisig und endet am nördlichen Stadtrand in einer Wendeschleife.
  • Ihringshäuser Straße: Linien 3 und 7
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Am Stern und zweigt am Altmarkt von der Strecke nach Hessisch Lichtenau ab. An der Haltestelle Weserspitze zweigt die Strecke nach Wolfsanger ab und die Strecke zur Ihringshäuser Straße verzweigt sich. Eine Strecke zweigt nach links ab zum Klinikum und trifft an der Eisenschmiede wieder auf die durchgehende Strecke.
Vor der Endstation befindet sich eine Gleiskreuzung, so dass die Wendeschleife im Uhrzeigersinn befahren werden kann. Hier besteht Anschluss nach Vellmar, nach Fuldatal und zu den Stadtbussen. Die durchgehende Strecke ist zweigleisig auf eigenem Bahnkörper, die Strecke über Klinikum ist eingleisig mit einer Ausweiche am Klinikum und verläuft im Straßenraum. Vom Klinikum kommend nach stadtauswärts besteht an der Eisenschmiede eine Abbiegemöglichkeit stadteinwärts, die aber im Liniendienst nicht bedient wird.
Bereits seit Jahren wird über eine Verlängerung nach Fuldatal-Ihringshausen diskutiert. Nach dem Ausbau der B 3 wäre jetzt der Weg frei, aber in Fuldatal wird teilweise die Anbindung über eine RegioTram-Linie auf der Strecke Kassel-Göttingen bevorzugt.
  • Wolfsanger: Linie 6
Die Strecke zweigt an der Haltestelle Weserspitze von der Strecke zur Ihringshäuser Straße ab. 2006 begann der Umbau der Fuldatalstraße, welcher im Sommer 2007 abgeschlossen wurde. Seitdem ist die Strecke bis zur Haltestelle Wolfsgraben zweigleisig geführt. Die restliche Strecke ist eingleisig und endet stumpf an der Haltestelle Wolfsanger, was den Einsatz von Zweirichtungs-Fahrzeugen erfordert. Nach der Stilllegung der Strecke nach Rothenditmold war auch diese Strecke stilllegungsgefährdet. Langfristig wird aber über eine Verlängerung über die Fulda nach Niestetal nachgedacht. Dies würde den Bau einer Brücke über die Fulda erforderlich machen.
Sechsschienengleis in Kaufungen auf der Strecke nach Hess. Lichtenau
  • Hessisch Lichtenau: Linie 4
Die Strecke beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Am Stern. An der nächsten Haltestelle Altmarkt zweigt die Strecken nach Ihringshäuser Straße/Wolfsanger ab. An der Haltestelle Sandershäuser Straße befindet sich ein Betriebshof mit Wendemöglichkeit. Bis hier hin ist die Strecke zweigleisig auf eigenem Bahnkörper. Bis Leipziger Platz wird der Straßenraum mitbenutzt. Danach befindet sich eine Wendemöglichkeit, und die Strecke hat wieder einen eigenen Bahnkörper. An der Haltestelle „Lindenberg“ könnte später ein Abzweig nach Lohfelden realisiert werden. Die Straßenbahnstrecke geht weiter bis zur Haltestelle und Wendeschleife Kaufungen-Papierfabrik. Danach beginnt die Eisenbahnstrecke (Waldkappeler Bahn), die nur von Fahrzeugen der 600er und 700er Serien befahren werden kann.
Die Strecke ist ab hier nur noch teilweise zweigleisig und einzelne Haltestellen sind mit Mehrschienengleisen ausgestattet. Zwischen Niederkaufungen Bahnhof und Oberkaufungen Bahnhof gibt es zwei alternative Streckenführungen: als Straßenbahn elektrisch durch Kaufungen, oder als Eisenbahn ohne Oberleitung. In Hessisch Lichtenau zweigt eine Straßenbahnstrecke von der Eisenbahnstrecke ab und endet in der Stadt. Wendemöglichkeiten gibt es in Helsa und Hessisch Lichtenau als Wendeschleife und in Oberkaufungen Bahnhof als Stumpfgleis.
In Oberkaufungen gibt es Anschlüsse nach Nieste, in Helsa nach Großalmerode und in Hessisch Lichtenau nach Eschwege.
  • Oberzwehren: Linien 4, 5, 6 und (7)
Beginnt am Innenstadtring an der Haltestelle Rathaus und folgt der Frankfurter Straße und Altenbaunaer Straße bis Oberzwehren. Die Strecke ist zweigleisig mit eigenem Bahnkörper in Straßenmitte bis kurz vor die Haltestelle Keilsbergstraße, danach abseits der Straßen. Am Auestadion gibt es eine in beiden Richtungen befahrbare Wendeschleife. In diese ist eine zweigleisige Haltestelle integriert welche jedoch nur während Großveranstaltungen im Auestadion oder der Eissporthalle bedient wird. Weiterhin befinden sich kurz hinter der Haltestelle Auestadion zwischen den beiden Fahrspuren des Autobahnzubringers zur A 49 zwei Stumpfgleise, die von RegioTram-Wagen zum Wenden verwendet werden. An der Haltestelle Oberzwehren Mitte existiert ein Gleisdreieck mit Fahrtmöglichkeit zum Bahnhof Wilhelmshöhe und nach Baunatal/Mattenberg.
  • von Oberzwehren weiter nach Baunatal-Großenritte: Linien 5 und (7)
Die Strecke führt zunächst abseits der Straßen bis zur Haltestelle Mattenberg, wo die Linien 4, (5) und (7) enden. Hier zweigt auch die alte Strecke zum VW-Werk ab. Entlang der Altenbaunaer Straße geht es bis zur Haltestelle Baunsberg. Ab hier wird die Strecke eingleisig und nach Eisenbahnrecht befahren. Nach VW-Werk biegt die Strecke auf die Eisenbahnstrecke Kassel–Baunatal–Schauenburg–Naumburg ein. Nach der Ausweiche Kleingartenverein folgt Stadtmitte, ebenfalls mit Ausweiche. Dort findet der Umstieg zu den Stadtbussen statt.
Nach zwei weiteren Stationen endet die Straßenbahnstrecke in einer Wendeschleife am Bahnhof Großenritte. Da der Abstand zwischen diesen beiden Stationen ca. vier Minuten Fahrzeit beträgt, was bei vier Zügen pro Viertelstunde nicht ausreicht, die Strecke zu räumen, fährt zu den Zeiten, zu denen zwei Linien betrieben werden, eine davon gegen die Lastrichtung die beiden Haltestellen dazwischen nicht an.
  • von Mattenberg weiter nach Baunatal (VW-Werk): Linien (5)
Diese Strecke wurde im Februar 1941 eröffnet. Die Strecke endet vor dem VW-Werk im Baunatal. Zwischen Mattenberg und VW-Werk befanden sich noch die Haltestellen Schenkelsberg und Henschelweg. Die Strecke ist zweigleisig mit eigenem Bahnkörper ausgebaut. Derzeit wird sie nur von einzelnen Fahrten im Liniendienst genutzt, vorwiegend, um die Endhaltestelle Mattenberg zu entlasten.
Diese Strecke war die erste, die in Kassel eröffnet wurde. Die Strecke ist zweigleisig auf eigenem Bahnkörper.
  • Goethestraße: Linie 7
Die Strecke zweigt von der Innenstadt kommend von der Friedrich-Ebert-Straße ab und mündet in die Wilhelmshöher Allee Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe. Die Strecke hat nur eine Station (Goethestraße). Ihre wichtigste Berechtigung hat die Strecke in den 1990ern verloren, nachdem mit der Sanierung der Rathauskreuzung der Verkehr von der Wilhelmshöher Allee am Rathaus auf den Innenstadtring über Lutherplatz bzw. Hauptbahnhof abbiegen konnte. 2011 wurden Goethe- und Germaniastraße saniert, dabei wurden die Straßen nach dem alten, historischen Straßenbild gestaltet und die Gleise zusammen mit demIndividualverkehr auf die südliche Seite gelegt, während auf der rechten Seite eine Fußgängerpromenade entstand.
  • Friedrich-Ebert-Straße: Linie 4 zum Bahnhof Wilhelmshöhe
  • Friedrich-Ebert-Straße – Hessenschanze: Linie 8

Das Teilstück ist bis zur Haltestelle Teichstraße zweigleisig ausgebaut ist. Zwischen den Haltestellen Teichstraße und Kirche Kirchditmold befindet sich der steilste Streckenabschnitt der Kasseler Straßenbahn mit über 7 % Steigung.

Vom Bahnhof Wilhelmshöhe geht es weiter in Richtung Westen und Süden auf folgenden Strecken:

  • Wilhelmshöhe: Linie 1
An der Haltestelle Hessischer Rundfunk befindet sich der Betriebshof Wilhelmshöhe. Hier ist unter anderem die Hauptwerkstatt und eine große Abstellhalle angesiedelt.
  • Wendeschleife Rolandstraße: Linie 7
Vom Bahnhof Wilhelmshöhe geht es stadtauswärts nach links, wie die Strecken nach Druseltal und Oberzwehren, dann biegt die eingleisige Strecke und nur in einer Richtung befahrbare Strecke nach rechts ab, und mündet schließlich nach einer Haltestelle (Rolandstraße) wieder in der Strecke von Wilhelmshöhe zum Bahnhof Wilhelmshöhe. Die Haltestelle Rolandstraße ist in Fahrtrichtung links gebaut. Trotzdem werden auf der Linie 7 häufig Einrichtungsfahrzeuge (Ausstieg nur rechts möglich) angetroffen.
Ende der stillgelegten Strecke zur Kurhausstraße
  • Druseltal: Linie 3
Die Strecke liegt im gesamten Verlauf im Straßenraum und ist durchgehend zweigleisig. An der Haltestelle Brabanter Straße zweigte bis 1994 ein eingleisiger Abschnitt zur Kurhausstraße ab, der dort nur eine Haltestelle später stumpf endete. Diese Strecke wird heute vom „Bergparkbus“ (Linie 23) befahren, der bis Wilhelmshöhe fährt. Die Wendeschleife Druseltal wurde 1991 neu gebaut, da sich an der bisherigen steilen Endhaltestelle einige Unfälle ereigneten. Seitdem können auch Einrichtungsfahrzeuge ins Druseltal fahren.
An der Endstation gibt es Anschlüsse nach Brasselsberg/Nordshausen und zum Herkules. Die Linie zum Herkules soll eventuell durch eine verlängerte Straßenbahn ersetzt werden, um somit den wichtigsten Abschnitt der Herkulesbahn zu reaktivieren, allerdings diesmal in Normalspur.
  • Brückenhof: Linien 4, 6 und (7)
Die Strecke wurde zwischen 1992 und 1998 eröffnet. Vorher fuhren hier die Buslinien 20 und 21. Die Strecke ist durchgehend zweigleisig und unabhängig vom Straßenverkehr gebaut worden. Die Kreuzungen sind wie unbeschrankte Bahnübergänge gestaltet, lediglich an zwei Kreuzungen hat die Bahn nicht grundsätzlich Vorrang. An der Haltestelle Schulzentrum Brückenhof gibt es eine von Süden befahrbare Wendeschleife. Diese wurde gebaut als Ersatz für einen ebenfalls nur von Süden befahrbaren Abzweig nach Nordshausen, der nie realisiert wurde. Dorthin fährt heute die Buslinie 12. Zwei Stationen später endet die Strecke in einem Gleisdreieck mit Strecken zum Innenstadtring und nach Mattenberg/Baunatal.

Entwicklung des Strecken- und Liniennetzes[Bearbeiten]

Die Linie 1 am 24. Sept. 1969 an der Oberen Königsstraße

1877–1950[Bearbeiten]

Am 9. Juli 1877 wurde zwischen Wilhelmshöhe und dem Königsplatz eine dampfbetriebene Straßenbahn eröffnet.

In den nächsten 25 Jahren wurden zusätzlich noch Pferdebahnen eröffnet: (heutige Ortsbezeichnungen)

  • vom Kirchweg über Friedrich-Ebert-Straße zum Hauptbahnhof
  • vom Hauptbahnhof über die Leipziger Straße nach Bettenhausen
  • vom Hauptbahnhof in die Holländische Straße

Ab 1898 wurde das Netz elektrifiziert.

Linie 1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz
Linie 2 Wilhelmshöhe – Stadthalle – Hauptbahnhof – Wolfsanger
Linie 3 Kirchweg – Hauptbahnhof – Leipziger Platz
Linie 4 Kirchweg – Friedrich-Ebert-Straße – Staatstheater – Leipziger Platz
Linie 5 Mulang – Stadthalle – Kölnische Straße – Königsplatz – Holländische Straße
Linie 6 Stadthalle – Rathaus – Königsplatz – Hauptfriedhof
Linie 7 Aue Stadion – Rathaus – Rothenditmold
Linie 8 Aue Stadion – Königsplatz – Kölnische Straße – Hauptbahnhof

Später, bis 1915, folgten die Linien nach Kirchditmold (Hessenschanze), zum Klinikum und nach Niederzwehren. Damit war das Netz bis auf einige Verlängerungen in dem Zustand angelangt, wie es bis in die 1990er Bestand haben sollte. Noch im Kriegsjahr 1941 wurde die Strecke von Niederzwehren zum (heutigen) VW-Werk in Baunatal gebaut, um die dortigen Flugmotorenwerke an den Straßenbahnverkehr anzubinden.

Bei der Zerstörung Kassels am 22. Oktober 1943 wurde auch der Straßenbahnbetrieb ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Bis 1946 konnten die meisten Innenstadtstrecken nicht befahren werden, so dass der Betrieb auf zwei Teile aufgespalten war. Beim Wiederaufbau wurden mehrere Innenstadtstrecken zugunsten einer Führung durch die zentrale Obere Königsstraße und die neuerrichtete Strecke Am Stern – Altmarkt aufgegeben.

Linie 1 Wilhelmshöhe – Bf Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Königsplatz – Holländische Straße
Linie 2 Teichstraße – Friedrich-Ebert-Straße – Rathaus – Staatstheater – Leipziger Platz
Linie 3 Mulang – Bahnhof Wilhelmshöhe – Kirchweg – Hauptbahnhof – Leipziger Platz
Linie 4 Hessenschanze – Friedrich-Ebert-Straße – Staatstheater – Wolfsanger
Linie 5 Druseltal -> Stadthalle –> Kölnische Straße -> Königsplatz -> Rathaus -> Stadthalle -> Druseltal
Linie 6 Rheinweg -> Stadthalle –> Rathaus -> Königsplatz -> Kölnische Straße -> Stadthalle -> Rheinweg
Linie 7 Niederzweren – Rathaus – Rothenditmold
Linie 8 Aue Stadion – Staatstheater – Weserspitze – Eisenschmiede
Linie 9 Niederzweren -> Königsplatz -> Hauptbahnhof -> Lutherplatz -> Staatstheater -> Niederzweren
Linie 10 Bettenhausen -> Lutherplatz -> Hauptbahnhof -> Rathaus -> Staatstheater -> Bettenhausen
Linie 14 Kirchweg – Hauptbahnhof – Eisenschmiede

1950–1962[Bearbeiten]

1962–1971[Bearbeiten]

1965 wurde die Herkulesbahn vom Kirchweg nach Brasselsberg stillgelegt, 1966 folgte die restliche Strecke vom Druseltal zum Herkules. Noch heute sind bei den Buslinien die alten Liniennummern erkennbar: vom Kirchweg nach Brasselsberg fährt heute die Buslinie 12, zum Herkules fuhr lange die Buslinie 43 (statt der Tramlinie 13). Heute ist allerdings die Liniennummer 43 in 22 geändert worden, damit die beiden Buslinien, die den Bergpark Wilhelmshöhe bedienen, benachbarte Nummern (22 und 23) haben.

1971–1984[Bearbeiten]

1971 wurde die Strecke nach Rothenditmold (Linie 7) stillgelegt. Die Strecken nach Wolfsanger (6) und zur Hessenschanze (2/8) standen ebenfalls auf der Kippe.

Ende der 1970er Jahre war geplant, das gesamte Kassler Straßenbahnnetz stillzulegen. Als Gründe wurden hohe Kosten und der veraltete Wagenpark angeführt. Der Kampf zum Erhalt der Straßenbahn, der auch von Gewerkschaften sehr lautstark unterstützt wurde, schlug bundesweite Wellen. Auch von der Kassler Bevölkerung wurden diese Pläne kritisiert. Erst durch eine neue Mehrheit im Rathaus unter dem später bekannten Bundesfinanzminister Hans Eichel als Bürgermeister wurden die Pläne endgültig gestoppt und die Modernisierung und der Ausbau des Straßenbahnnetzes beschlossen. Erster Schritt war die Beschaffung neuer Stadtbahnwagen im Jahr 1981 zur zweiten in Kassel stattfindenden Bundesgartenschau, die 1985 um weitere bauartgleiche Wagen ergänzt wurden (Wagen 401–422). Es handelt sich hierbei erstmals um Straßenbahnwagen, die nicht in Kassel geplant und gebaut wurden. Sie stammen von der Düsseldorfer Waggonfabrik, kurz DÜWAG.

1985–1999[Bearbeiten]

1985 wurde das Netz dahin geändert, dass fast alle Linien durch die Königsstraße fuhren.

1992 wurde die Helleböhnstrecke bis zur provisorischen Endhaltestelle „Heinrich-Schütz-Allee“ eröffnet und 1997 zur „Heinrich-Plett-Straße“ verlängert. 1998 fand der Lückenschluss zur bestehenden Strecke Innenstadt–Baunatal statt.

1995 wurde der letzte Abschnitt der Strecke nach Baunatal Großenritte eröffnet. Dafür wurden erstmals neue Niederflurwagen beschafft. Die Strecke ersetzte die bisherige Buslinie 13.

1997 wurde die Linie 7 aufgeteilt, da die Linienführung über Hauptbahnhof weniger Fahrgäste anlockte und dadurch die parallel zur Linie 7 verkehrenden Linien (3 und 5) überlastet waren.

Der Nordostteil hieß weiter Linie 7 und fuhr zunächst die Königstraße und dann erst den Hauptbahnhof an. Dann fand ein Linienwechsel zur Linie 9 statt, und der Wagen fuhr abermals durch die Königsstraße zum Mattenberg. Als 1998 die Helleböhnstrecke fertiggestellt war, verkehrte die Linie 9 nicht mehr zum Mattenberg sondern nach Brückenhof, wo dann noch ein Linienwechsel zur Linie 6 stattfand.

1998 wurde der erste Abschnitt der Lossetalbahn bis Kaufungen Papierfabrik eröffnet, dieser Abschnitt ist eine normale Straßenbahnstrecke, und kann somit von allen Fahrzeugen befahren werden.

1999–2007[Bearbeiten]

In Baunatal wurde eine Ausweiche eingebaut, um einen 7½-Minuten-Takt zu ermöglichen, seitdem fährt zusätzlich die Linie 2 dorthin.

2001 wurde die Lossetalbahn bis Helsa eröffnet, und auf der Eisenbahnstrecke von Kassel Hbf nach Warburg ein RegioTram-Vorlaufbetrieb eingerichtet.

Im Mai 2005 wurde die Tunnelstrecke am Hauptbahnhof geschlossen und die neu gebaute Ersatzstrecke durch die Rudolf-Schwander-Straße eröffnet. Die Schleife in der Ottostraße bleibt in Betrieb, und wird zeitweise als Abstellfläche genutzt.

Seit 2005 fährt die Linie 9 nicht mehr in den Sommermonaten.

2006 wurde der letzte Abschnitt der Lossetalbahn nach Hessisch Lichtenau eröffnet und von der Linie 4 befahren, die Expresskurse werden als Linie 4S bezeichnet.

Am 1. Juli 2006 wurde der Vorlaufbetrieb der RegioTram (Linie RT 5) nach Melsungen aufgenommen, am 10. Dezember 2006 auch nach Wolfhagen (RT 4).

Die Bedienungshäufigkeit der Straßenbahnlinien (ohne RT-Linien) lassen sich in vier Bereiche einteilen

  • Hauptverkehrszeit (HVZ) (montags bis freitags an Schultagen, morgens und nachmittags): Alle Linien fahren im 15-Minuten-Takt
  • Normalverkehrszeit (NVZ) (montag bis sonnabends Mittag ohne HVZ): Alle Linien außer 2 und 9 fahren im 15-Minuten-Takt
  • Wochenendverkehrszeit (Sa Mittag bis sonntags): Alle Linien außer 2 und 9 fahren im 30-Minuten-Takt
  • Spätverkehrszeit (SVZ) (täglich ab 20 Uhr): Die Linien 1, 3, 4, 5, 6 und 8 fahren im 30-Minuten-Takt, zusätzlich eine Linie 5/7 Ihringshäuser Straße – Königsplatz – Aue Stadion – Mattenberg

Die RT-Linien 3 und 5 sowie die Strecke Helsa – Hessisch Lichtenau (Tram 4) werden mit der halben Taktdichte sowie Verstärkerzügen in der Morgenspitze gefahren. Die RT-Linie 4 fährt stündlich.

2007–2008[Bearbeiten]

Im August 2007 wurde das Straßenbahnnetz am Hauptbahnhof mit dem Eisenbahnnetz verbunden. Seitdem fahren die RT-Linien weiter bis in die Innenstadt. Ebenfalls seit August steht die Linie 4S zur Verfügung, die nur morgens zweimal fährt und einige Haltestellen auslässt. Als vorbereitende Maßnahme für eine Straßenbahn-Neubaustrecke nach Vellmar wurde im Herbst 2008 mit der Umgestaltung der Wendeschleife „Holländische Straße“ begonnen.

Hinweis: Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel-Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.

2009[Bearbeiten]

Ab dem 14. Dezember 2008 entfiel die Linie 2 und wurde durch zusätzliche Fahrten der Linien 1 (Holländische Straße – Bf. Wilhelmshöhe) und 7 (Bf. Wilhelmshöhe – Mattenberg/Baunatal) in der Hauptverkehrszeit ersetzt. Die Linie 7 wird dafür über Helleböhn bis Mattenberg/Baunatal verlängert. Aber einige Fahrten verkehren auch weiterhin zur Rolandstraße (Wendeschleife am Bf. Wilhelmshöhe). Die früheren Fahrten am Wochenende zum Druseltal werden bis zur Rolandstraße zurückgenommen.

Die Haltestelle Fuldatalschule der Linie 6 wurde in Wolfsgraben umbenannt.

Nachdem die neu gestaltete Wendeschleife „Holländische Straße“ im April 2009 fertig gestellt wurde, konnte im Mai 2009 der eigentliche Bau der Strecke nach Vellmar mit Verlegung eines ersten kurzen Gleisstücks begonnen werden. Die Bauarbeiten wurden 2011 abschlossen.

Seit dem 9. Februar werden einige Fahrten der Linie 9 bis zur alten Schleife am VW-Werk verlängert, um die Mattenbergschleife zu entlasten.

Hinweis: Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.

2010[Bearbeiten]

Ab 13. Dezember 2009 entfiel die Linie 9 und wurde durch zusätzliche Fahrten der Linien 5 ersetzt. Die zusätzlichen Fahrten der Linie 5 behalten die Linienführung der Linie 9.

Die Haltestelle Hallenbad Ost der Linien 4 und 8 wurde in Sandershäuser Straße und Ottostraße in Polizeipräsidium umbenannt.

Hinweis: Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.

2011[Bearbeiten]

2011 wurde die Haltestelle am Auestadion erneuert und die Linie 1 bis zur neuen Haltestelle Vellmar-Nord verlängert. Die Eröffnung fand am 22. Oktober statt und der offizielle Linienbetrieb begann am 23. Oktober.[1] Seitdem wird die Strecke in der Normalverkehrszeit im 15-Minuten-Takt und im Wochenendverkehr im 30-Minuten-Takt befahren. Ein zeitweiliger 7,5-Minuten-Takt nach Vellmar in der Hauptverkehrszeit wird durch Verstärkungskurse der Linie 1 gewährleistet.

Hinweis: Die Linie RT 5 befährt im Straßenbahnnetz ab Kassel Rathaus zwei verschiedene Strecken und ist dadurch doppelt belegt.

2013[Bearbeiten]

Seit Dezember 2013 besteht auf allen Regiotramlinien ein 30-Minuten-Takt und durch die Vertaktung der Linien RT3 und RT4 auf der Harleshäuser Kurve zusätzlich ein 15-Minuten-Takt. Die KVG wird die nachmittäglichen Fahrten der Linie 1E streichen und stattdessen auf der Linie 1 auf etwas mehr als die Hälfte aller Fahrten während der HVZ und der NVZ montags bis samstags Doppeltraktionen einsetzen, welche den Verkehr auf der Holländischen Straße entlasten sollen. Zusätzlich werden die Linien RT3 und RT4 über Rathaus Richtung Holländische Straße umgelenkt, wodurch diese Linien ins Tramnetz besser integriert werden und dadurch den Verkehr in der Holländischen Straße ebenfalls entlasten. In der SVZ am Abend, ab Samstagnachmittag sowie sonntags verkehrt die Tram-Linie 5 nur noch bis Königsplatz, da die Regiotram die Bedienung der Holländischen Straße übernimmt. Die Linie RT5 verkehrt durchgängig über Rathaus/Fünffensterstraße nach Auestadion, wodurch alle 30-Minuten eine direkte Verbindung von Auestadion zum ICE-Bahnhof besteht. Durch den erhöhten Fahrzeugbedarf auf den Linien RT3, RT4 und RT5 wird der Betrieb auf der Linie RT9 verkürzt bis zum Hauptbahnhof. Ab 2015 soll die Linie RT9 durch die Linie R9 ersetzt werden, die dann mit normalen Regionalzügen bedient wird. Auf der Linie 1 wurde die Haltestelle "Weißensteinstraße" ersatzlos aufgehoben. Die EBO-Strecke in Baunatal wurde mit Indusi ausgestattet. Seit dem 15. Dezember 2013 dürfen nur noch die Fahrzeuge mit Indusi-Ausrüstung (Tw 601-622, Tw 631-640 und Tw 651-672) dort eingesetzt werden. Mit den dort bisher hauptsächlich eingesetzten NGT6C-Fahrzeugen (Tw 451-475) kann diese Strecke nun nicht mehr befahren werden.

Weitere Planungen[Bearbeiten]

Weiterhin bestehen Planungen und Ideen, das Straßenbahnnetz auszubauen.

In diesen Richtungen sollen Straßenbahnstrecken gebaut werden oder in diesen Richtungen bestehen Planungen:

  • Waldau (Kategorie 1 im Nahverkehrsplan 2014)
  • Herkules (Kategorie 2 im Nahverkehrsplan 2014)
  • Harleshausen (Kategorie 3 im Nahverkehrsplan 2014)
  • Ihringshausen (seit 2014 im "Verkehrsentwicklungsplan 2030")
  • Schauenburg
  • Niestetal
  • Lohfelden
  • Bossental (am 4. Juni 2013 im Nahverkehrsplan der Stadt Kassel gestrichen)[2]

Fahrzeugpark[Bearbeiten]

401–422 (N8C)[Bearbeiten]

Triebwagen 407 auf der Wilhelmshöher Allee, oberhalb des Bundessozialgerichts

In den 1980er Jahren beschaffte die KVG in zwei Etappen 22 Hochflur-Zweirichtungs-Stadtbahn-Fahrzeuge des Typs N8C von Düwag. 1981 wurden die Triebwagen 401–416 und 1986 die Triebwagen 417–422 (beide Bauserien mit Chopper-Steuerung) geliefert. Dieser Fahrzeugtyp ist ein Standardprodukt, das bundesweit anzutreffen ist beziehungsweise war. Die ersten Fahrzeuge wurden pünktlich zu der 1981 in Kassel stattfindenden Bundesgartenschau ausgeliefert.

Die über 54 Sitzplätze verfügenden Wagen werden heute hauptsächlich nur noch auf den morgendlichen E-Linien und bei Fahrschulfahrten eingesetzt. Nachmittags sind die Wagen kaum noch zu sehen. Es handelt sich um die mittlerweile einzigen Hochflur-Fahrzeuge, die noch im Bestand der KVG vorhanden sind. Diese Fahrzeuge können nicht auf den Strecken nach Baunatal und Hessisch Lichtenau oder im DB-Netz eingesetzt werden. Im Jahr 2007 war geplant, sie in Zukunft auch durch den neuen Regiotram-Tunnel bis in den Hauptbahnhof fahren zu lassen. Ob es noch dazu kommt, ist inzwischen fraglich. Gleichwohl wurde bereits ein Teil der N8C-Triebwagen mit Indusi/Zugbeeinflussung ausgerüstet, um in die Haltestelle „Hauptbahnhof“ einfahren zu dürfen. Wenige Zeit später erhielt ein Teil der Flotte eine EBO-Zulassung, um nach Baunatal eingesetzt werden zu können. Im Fahrerfenster ist dann ein farbiger Aufkleber angebracht, an dessen Farbe zu erkennen ist, für welche Strecken die Fahrzeuge zugelassen sind:

  • Gelb: Wendeanlage Hauptbahnhof

Wurden im ersten Quartal 2012 an Schultagen noch regulär 20 Kurse mit den insgesamt 22 N8C-Wagen bestückt, reduzierte sich deren Auslauf ab dem zweiten Quartal 2012 mit Inbetriebsetzung weiterer Flexity-Classic-Triebwagen des Typs NGT8. Die freigesetzten Fahrzeuge wurden zunächst betriebsbereit abgestellt. In 2014 wurden die 16 älteren Exemplare mit den Betriebsnummern 401-416 nach Danzig verkauft, wobei die Wagen 403 und 407 erst 2015 übergeben werden. Die sechs jüngeren N8C mit den Betriebsnummern 417-422 sollen hingegen als Reserve in Kassel bleiben.[3]

451–475 (NGT6C)[Bearbeiten]

Triebwagen 458 mit Ganzreklame für das Kunstmagazin Art zur documenta X

Bereits 1990 wandte sich Kassel der neuen Niederflurtechnik zu. Von Düwag wurden 1990 15 und 1994 weitere zehn Fahrzeuge des Typs NGT 6C geliefert. Sie sind die erste Generation von Fahrzeugen mit Einzelrad-Einzelfahrwerken (EEF) im Mittelteil, die später als MGT6D gebaut wurden. Allerdings besitzen sie im Gegensatz zu den später in andere Betriebe gelieferte Fahrzeuge noch keine Drehstromtechnik, sondern eine herkömmliche Choppersteuerung, weshalb der Fahrzeugboden im Hochflurteil auch höher als bei diesen ist. Sie tragen die Nummern 451 bis 475. Es waren die ersten Niederflur-Straßenbahnwagen in Deutschland. 23 Wagen gehören der KVG, zwei Wagen (474 und 475) gehören der HLB. Seit Mai 2013 werden diese Fahrzeuge grundsaniert und modernisiert (sog. Retrofit-Programm), um für die nächsten 15 Betriebsjahre gerüstet zu sein. Teil der Modernisierung ist unter Anderem eine geschlossene Fahrerkabine, eine Klimaanlage und der neueste KVG-Anstrich ohne den grauen Streifen an der Wagenunterkante. Im Juni 2014 ist der Tw 455 der erste Triebwagen, der komplett grundsaniert wurde. Er steht kurz vor seinem ersten Einsatz als erstes grundsaniertes NGT6C-Fahrzeug. Ihre Stammlinie im KVG-Netz war bis Dezember 2013 ausnahmslos die Linie 5 von Baunatal zur Holländischen Straße. Da die Fahrzeuge keine Indusi-Einrichtung besitzen, können sie allerdings seit Ende 2013 nicht mehr die EBO-Strecke nach Baunatal befahren. Im Juni 2014 ist der Triebwagen 468 vorübergehend abgestellt. Bei einer Entgleisung nahm der Wagen einen größeren Schaden am Drehkranz. Ob es noch zu einer Reparatur kommt, ist unwahrscheinlich. Er wird wohl ausgemustert werden und als Ersatzteilspender dienen.

Die Fahrzeuge werden nun hauptsächlich auf den Linien 3 und 8 eingesetzt, teilweise auch auf den Linien 1 und 7.

Die Wagen sind für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken zugelassen, allerdings nur auf solchen, die nicht mit Indusi/Zugbeeinflussung ausgerüstet sind. Da aber mittlerweile bei allen EBO-Strecken im KVG-Netz Indusianlagen vorhanden sind, können sie hier nicht auf den entsprechenden Strecken nach Baunatal und Hess. Lichtenau eingesetzt werden.

601–622, 631–640 (8NGTW)[Bearbeiten]

Zweirichtungstriebwagen 640 am Königsplatz

Die schlechten Erfahrungen mit dem EEF führten dazu, dass dieser Fahrzeugtyp nicht weiter beschafft werden sollte. Vielmehr wurde bei Bombardier-Transportation eine neue Triebwageneration in Auftrag gegeben. Diese Wagen haben zwei Losraddrehgestelle im Mittelteil, wobei ein besseres Fahrverhalten festgestellt wurde. Die Typenbezeichnung lautet 8NGTW (Flexity Classic). Die Fahrzeuge wurden 1999–2003 ausgeliefert und gehören teils der KVG und der RBK. Diese Fahrzeuge wurden für die Strecke nach Hessisch Lichtenau konzipiert, sollen aber auch auf dem bestehenden Netz fahren können.

Trotzdem konnte die Wagenkastenbreite von 2,2 Meter (200er und 300er Serie) oder 2,3 Meter (400er Wagen) auf 2,4 Meter vergrößert werden, nur die Anordnung der Türen musste an die Baunataler Haltestellen angepasst werden.

22 Einrichtungsfahrzeuge wurden als Wagen 601 bis 622 eingereiht, sie können wegen der fehlenden Wendeschleife nicht auf der Strecke nach Wolfsanger eingesetzt werden. Zehn Wagen sind Zweirichtungsfahrzeuge (631–640). Die Fahrzeuge werden täglich auf den Linien 1, 3, 4, 5, 7 und 8 eingesetzt. Außerdem fahren die Zweirichtungsfahrzeuge täglich auf der Linie 6.

Die Wagen sind für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken ausgerüstet und zugelassen, allerdings nicht auf solchen des Bundes.

651–672 (NGT8)[Bearbeiten]

Triebwagen 653 an der Endstation Wolfsanger

Von November 2011 bis Juli 2013 wurden diese Fahrzeuge ausgeliefert. Es handelt sich um Zweirichtungs-Niederflurwagen Modell Flexity Classic. Die Fahrzeuge sollen die N8C-Tw ersetzen. Die Fahrzeuge sind 2,4 Meter breit und 30,04 Meter lang. Sie sind wie ihre Vorgänger, denen sie mechanisch weitgehend entsprechen, für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken ausgerüstet und zugelassen, jedoch ebenso nicht auf Strecken des Bundes. Ende 2011 sind die ersten beiden Wagen (651, 652) in Kassel eingetroffen. Seit dem 31. März 2012 befinden sich die ersten Fahrzeuge im Liniendienst. Im Juni 2012 sind bereits sieben Wagen einsatzfähig. Seit Herbst 2013 sind alle Fahrzeuge im Einsatz. Bis Ende 2013 konnten diese Fahrzeuge aufgrund von Problemen an den dortigen Haltestellen nicht nach Baunatal eingesetzt werden. Seit dem nun die NGT6C-Fahreuge, die dort hauptsächlich eingesetzt waren, die Strecke nicht mehr befahren können, reicht die Anzahl der 8NGTW / 8ZNGTW nicht aus, um die betroffenen Linien 5 und 7 komplett mit ihnen zu bestücken. So kam es dazu, dass die Baunataler Haltestellen an die neuen NGT8-Triebwagen angepasst worden sind. Nun dürfen auch sie nach Baunatal eingesetzt werden.

Die Wagen sind hauptsächlich auf den Linien 4 und 6 eingesetzt, in Traktion sind sie teilweise auf der Linie 1 zu finden und vereinzelt kann man sie auch auf der Linie 7 antreffen.

RegioTram-Triebwagen[Bearbeiten]

Regiotram am 8. Mai 2005 im Kasseler Hauptbahnhof
Hauptartikel: Regiotram Kassel

Für den Wechselbetrieb auf DB-Strecken wurden neue 2,65 Meter breite RegioTramwagen beschafft. Diese können sowohl in Kassel die Stadtstrecken befahren als auch auf Strecken der Deutschen Bahn übergehen. Hersteller dieser der Typenfamilie RegioCitadis angehörenden Fahrzeuge ist Alstom in Salzgitter.

Niederflur-Beiwagen 4NBWE[Bearbeiten]

Die KVG hat im ersten Halbjahr 2014 zehn gebrauchte Niederflurbeiwagen (Baujahr 2002) von der Rostocker Straßenbahn RSAG erworben. Sie sollen nach einer Instandsetzung und der Anpassung an die Kasseler Bedürfnisse an die 8ENGTW angehängt werden und auf der Linie 1 verkehren, bis diese vollständig auf Doppeltraktion umgerüstet werden kann. Man hofft den ersten Wagen im Winter einsatzbereit zu haben.

Historische Fahrzeuge[Bearbeiten]

Triebwagen 214 als Leihgabe im Technik-Museum Kassel

Im Fahrzeugpark der KVG befinden sich die Triebwagen 110 (Baujahr 1907), 144 (Bj. 1909) und 228 (Bj. 1941). Dazu gehören auch die Beiwagen 655 und 521. Daneben existieren abgestellt die Triebwagen 229, 273 (Bj. 1957, Doppelzweiachser) und 355 (Gelenkwagen Typ GT6 Bj. 1967), und der Vierachs-Beiwagen 569 von 1971. Auch vorhanden ist noch der Pferdebahnwagen 8, der aber kein originaler Pferdebahnwagen ist, sondern aus dem ehemaligen Triebwagen 80 (von 1900) umgebaut wurde. Am 24. Juli 2014 wurde bekannt, dass insgesamt 19 historische Fahrzeuge und Gerätschaften aus dem Bestand der KVG als Dauerleihgabe an das Technikmuseum Kassel abgegeben werden. Hierfür wurden im Museum alte Straßenbahngleise aus der Ihringshäuser Straße eingebaut. Wann der Umzug der Wagen bevorsteht, ist noch nicht bekannt.

In verschiedenen Straßenbahnmuseen sind weitere Wagen vorhanden, so in Hannover die Triebwagen 100 (ex 120, Fahrschultriebwagen), die Triebwagen 218 und 223 (letzterer in einer Warschauer Lackierung für den Film „Der Pianist“ von Roman Polański), der Doppelzweiachser-Gelenkwagen-Prototyp 260, der Tw 269, der Arbeitstriebwagen 722 (ex Tw 14, von 1898 mit Dieselgenerator). Daneben ein zum Fahrzeug 218 passender Beiwagen. Im Technik-Museum Kassel ist Tw 214 ausgestellt.

In den Niederlanden sind noch vorhanden: der Tw 212 und der Triebwagen 303 als Gästezimmer (wurde in Amsterdam wegen Fahrschalterbrand ausgemustert, er war einer von vier Triebwagen dieser Serie, die eine SiMatic-Steuerung hatten), der vierachsigen Gelenkwagen 282 (aktueller Standort unbekannt) sowie der Zweiachs-Triebwagen 224 in Amsterdam. Die ebenfalls zunächst an die Amsterdamer Museumstram-Sammlung abgegebenen Zweirichtungs-Sechsachser 305 und 310 wurden im Frühjahr 2011 von dort nach längerer Abstellzeit nach Gorzów weiterverkauft. Dort wurden sie aufgearbeitet und werden seit Herbst 2011 wieder im Linienbetrieb eingesetzt.

Haltestellen[Bearbeiten]

Haltestelle Friedenskirche (Bild späte 1990er Jahre)
Haltestelle Querallee mit Fahrbahnanhebung

1968 ging in Kassel ein kurzer Tunnelabschnitt in Betrieb. Im Tunnel befand sich der U-Bahnhof Hauptbahnhof, 2005 wurde die Anlage weitestgehend stillgelegt.

In den letzten Jahren sind viele Haltestellen niederflurgerecht und damit barrierefrei ausgebaut worden. Einige Haltestellen sind zu Kap-Haltstellen ausgebaut worden wie die Haltestelle Friedenskirche auf dem Karl-Marx-Platz.

Am 16. Dezember 2005 wurde die Haltestelle Querallee im vorderen Westen neu eröffnet. Um auch diese Haltestelle barrierefrei zu gestalten, wurden die rechts neben den Gleisen sich befindenden Fahrbahnen im Haltestellenbereich angehoben. Damit können Personen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator problemlos in die Straßenbahn ein- und aussteigen. Vor der Haltestelle wurde eine Lichtzeichenanlage installiert, die bei Einfahren der Straßenbahn in die Haltestelle den Kraftfahrzeugverkehr anhält. Somit ist auch ein gefahrloser Fahrgastwechsel möglich. Dies ist die erste Haltestelle in Kassel mit einer Anhebung der Fahrbahn.

Von den im Fahrplanjahr 2009 von der Straßenbahn angefahrenen 127 Haltestellen waren im April 2009 117 in beiden Richtungen barrierefrei sowie zwei zumindest in einer Richtung (Goethestraße und Hugo-Preuß-Straße), was einem Anteil von 95 Prozent entspricht. Im Rahmen des Umbaus des Straßenzuges Germania- / Goethe- / Friedrich-Ebert-Straße ist die Haltestelle Goethestraße komplett barrierefrei umgebaut worden.

Bei dem Umbau der Haltestellen werden diese grundsätzlich mit Blindenleitsystemen ausgestattet. Die Zugänglichkeit der Haltestelle ist häufig von allen vier Seiten gesichert möglich.

Viele Haltestellen, insbesondere die zentralen, sind mit Lautsprecheranlagen ausgerüstet, um bei Betriebsstörungen die Fahrgäste zu informieren.

Mittlerweile erhalten viele wichtige Haltestellen eine Ausstattung mit DFI-Systemen. Am 15. Dezember 2011 wurde bekannt gegeben, dass ab Frühjahr 2012 alle Straßenbahnhaltestellen im Stadtgebiet und in Baunatal sowie wichtige auf der Strecke nach Hessisch Lichtenau mit DFI-Anzeigen ausgerüstet werden.

Des Weiteren gab die KVG am 15. Dezember 2011 bekannt, dass bis Ende 2013 alle Haltestellen der Linie 1 auf 60 Meter Länge verlängert werden sollen, damit zukünftig ein Doppeltraktionsbetrieb auf der Linie 1 möglich sei. Dieses wurde notwendig, weil durch die Eröffnung der Strecke nach Vellmar die Fahrgastzahlen stark angestiegen sind. Im Bereich der Königsstraße werden die Bahnen so halten, dass vom ersten Wagen alle Türen ebenerdig zur Haltestelle sind und am zweiten Wagen mindestens die erste, da am Rathaus und am Friedrichsplatz nicht der nötige Platz zur Verlängerung vorhanden ist.

Beide Projekte werden durch das Land Hessen mit 5,2 Millionen Euro gefördert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kasseler Verkehrsgesellschaft
  2. Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt Kassel (Entwurf). Kasseler Verkehrs-Gesellschaft, 4. Juni 2013, abgerufen am 30. Juli 2013 (PDF; 6,5 MB).
  3. Informationen zur Übernahme von N8C aus Kassel