Balthasar Glättli

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Balthasar Glättli

Balthasar Glättli (* 12. Februar 1972 in Zürich; heimatberechtigt ebenda) ist ein Schweizer Politiker (GPS).

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der altsprachlichen Matura an der Kantonsschule Zürcher Oberland Wetzikon begann Glättli ein Studium der Philosophie, Linguistik und Germanistik an der Universität Zürich. Er brach das Studium ab und gründete ein eigenes Internet-Consulting-Unternehmen. Danach war er als Lead Research and Development bei der eProduction AG bis 2002 tätig. Von Mai 2003 bis August 2010 amtete er als politischer Sekretär von Solidarité sans frontières, danach bis Ende Juni 2012 als Leiter Kampagnen und Werbung beim VPOD. Sein Studium brach er 2015 offiziell ab.[1]

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1998 bis 2011 war Glättli Gemeinderat der Stadt Zürich, von 1998 bis August 2004 Fraktionspräsident der Grünen/AL im Gemeinderat der Stadt Zürich (Stadtparlament). Von 2003 bis 2004 amtete er als Co-Präsident des GBZ (Gewerkschaftsbund Stadt Zürich). Vom 12. Juni 2004 bis Anfang 2008 war er Co-Präsident der Grünen Kanton Zürich zusammen mit Marlies Bänziger. Zuvor zeigte er politisches Engagement bei den Grünen, bei Zaf! Züri autofrei und in diversen anderen Organisationen. Für die Schweizer Parlamentswahlen 2011 war er offizieller Ständerats- und Nationalratskandidat der Grünen Partei Zürich und wurde in den Nationalrat gewählt. Er ist dort Mitglied der Staatspolitischen Kommission (SPK-N) und der Begnadigungskommission (BeK-V) und seit April 2013 auch der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK).[2] Entsprechend ist Asyl- und Ausländerpolitik einer seiner Schwerpunkte.[3] Daneben profiliert sich Glättli in der Netzpolitik, so forderte er als erster schweizerischer Politiker die gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität.[4]

Am 26. November 2013 wählte ihn die Grüne Fraktion der Bundesversammlung zu ihrem Präsidenten.[5][6] Als Fraktionspräsident ist er daher auch Mitglied im Büro des Nationalrats (Büro NR).[7]

Im April 2014 stellte Glättli für eine Visualisierung der Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz seine Metadaten aus sechs Monaten Überwachung zur Verfügung.[8][9] Die Visualisierung wurde durch die Digitale Gesellschaft unter anderem in Zusammenarbeit mit Arte, der Schweiz am Sonntag[10] und watson.ch[11] veröffentlicht.

Weiteres Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glättli ist seit April 2013 Vizepräsident des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands (SMV) und seit November 2014 Präsident des Mieterinnen- und Mieterverbands Deutschschweiz (MVD).[12]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist der Bruder des Cellisten Kaspar Singer und mit der SP-Politikerin und Journalistin Min Li Marti verheiratet.[13]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Sturzenegger: Allerletzte Chance für die ewigen Studenten. In: Tages-Anzeiger. 24. April 2015, abgerufen am 26. März 2016.
  2. Glättli Balthasar - Nationalrat - Kanton Zürich. In: www.parlament.ch. Abgerufen am 13. November 2015.
  3. Artikel in Migration, Asyl. In: Website von Balthasar Glättli. Abgerufen am 26. März 2016.
  4. Fernmeldegesetz. Gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität. In: www.parlament.ch. Abgerufen am 26. März 2016.
  5. Fraktionspräsidium geht an Balthasar Glättli. In: Website der Grünen Partei Schweiz. 26. November 2013, abgerufen am 26. März 2016.
  6. Dominik Meier/fren: Der steile Aufstieg des Grünen Balthasar Glättli. In: SRF. 26. November 2013, abgerufen am 26. März 2016.
  7. Glättli Balthasar - Nationalrat - Kanton Zürich. In: www.parlament.ch. Abgerufen am 13. November 2015.
  8. Vorratsdatenspeicherung – Das überwachte Leben von Nationalrat Balthasar Glättli: Interaktive Visualisierung zur Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz. In: Digitale Gesellschaft. 27. April 2014, abgerufen am 26. März 2016.
  9. Sylke Gruhnwald: Was die Vorratsdaten preisgeben. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. April 2014, abgerufen am 26. März 2016.
  10. Michael Heim: Der gläserne Nationalrat. In: Schweiz am Sonntag. 26. April 2014, abgerufen am 26. März 2016.
  11. Manuel Bühlmann & Oliver Wietlisbach: Wo war Herr Glättli die letzten sechs Monate? In: Watson.ch. 26. April 2014, abgerufen am 26. März 2016.
  12. Website B. Glättli: Lebenslauf Balthasar Glättli. In: Balthasar Glättli (GRÜNE). 9. Mai 2009 (balthasar-glaettli.ch [abgerufen am 5. Juni 2017]).
  13. Thomas Wyss: Ein farbiges Zweiparteiensystem. In: Tages-Anzeiger. 1. April 2011, abgerufen am 26. März 2016.