Zum Inhalt springen

Breitenwang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Breitenwang
Wappen Österreichkarte
Wappen von Breitenwang
Breitenwang (Österreich)
Breitenwang (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Tirol Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 19,00 km²
Koordinaten: 47° 29′ N, 10° 44′ OKoordinaten: 47° 29′ 20″ N, 10° 43′ 40″ O
Höhe: 850 m ü. A.
Einwohner: 1.440 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 76 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6600
Vorwahl: 05672
Gemeindekennziffer: 7 08 05
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Max-Kerber-Platz 1
6600 Breitenwang
Website: www.breitenwang.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hanspeter Wagner (Unabhängige Bürgerliste)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(13 Mitglieder)

10 Unabhängige Bürgerliste
3 Grünes und unabhängiges Team

Lage von Breitenwang im Bezirk Reutte
Lage der Gemeinde Breitenwang im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirol
Lage der Gemeinde Breitenwang im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Breitenwang (im Vordergrund) mit Reutte auf einer alten Ansicht
Breitenwang (im Vordergrund) mit Reutte auf einer alten Ansicht
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ortsschild mit Wappen

Breitenwang ist eine Gemeinde mit 1440 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Geografische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breitenwang liegt im Talkessel von Reutte und ist mit dieser Gemeinde infrastrukturell eng verwoben. Das Haufendorf besteht aus den Ortsteilen Breitenwang, Lähn, Mühl, Neumühl und Plansee. Ein Teil des Plansees gehört zum Gemeindegebiet, in dem auch der Archbach aus dem Plansee entspringt.

Nachbargemeinden

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breitenwang hat nur zwei Nachbargemeinden: Heiterwang im Süden und Reutte im Westen, Norden und Osten.

Erstmals erwähnt wurde Breitenwang als „Breitinwanc“ bzw. „Breitenwanch“ im Jahr 1094, als Herzog Welf IV. und seine Frau Judith dortigen Besitz an das welfische Hauskloster Altdorf-Weingarten übertrugen.[1] Der Name geht auf althochdeutsch Wang zurück und bedeutet ‚breiter Wiesenhang‘. Ursprünglich größer und bedeutender als Reutte, änderte sich dies mit der Begradigung des Verlaufs der Hauptstraße. Ab da verlor der Ort an Bedeutung.

Kaiser Lothar III. starb in Breitenwang am 4. Dezember 1137 auf seiner Rückreise von Italien (zweiter Romzug).[2]

Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Breitenwang vom 2. September 1944 bis zur Befreiung am 5. Mai 1945 ein Außenlager des KZ Dachau. Die Inhaftierten waren im Hotel „Forelle“ untergebracht.[3]

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Breitenwang: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2024
Jahr  Einwohner
1869
  
352
1880
  
346
1890
  
368
1900
  
372
1910
  
461
1923
  
430
1934
  
620
1939
  
615
1951
  
763
1961
  
938
1971
  
1.263
1981
  
1.225
1991
  
1.547
2001
  
1.588
2011
  
1.501
2021
  
1.480
2024
  
1.453
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pfarrkirche Breitenwang
  • Katholische Pfarrkirche Breitenwang Hll. Peter und Paul: Errichtet wurde die Kirche um 1650. Das Deckenfresko im Chorraum mit der Darstellung der „Schlüsselübergabe an Petrus“ aus dem Jahre 1755 stammt von Johann Jakob Zeiller. In der Sakristei stehen vier Rokoko-Silberreliquienbüsten, welche die Apostel Petrus und Paulus sowie die beiden Pestpatrone Sebastian und Rochus darstellen. In der Auferstehungskapelle ist eine Totentanzdarstellung in Stuckmedaillons zu sehen (ca. 1725).
  • Die an den Turm der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus 1732 angebaute Totenkapelle Ad Beatam Virginem Mariam Dolorosam erhielt als Teil der Ausstattung einen Totentanz, den der aus Füssen stammende Bildhauer und Stuckateur Thomas Seitz zwischen 1724 und 1728 geschaffen hat. In rankengeschmückten Medaillons wird dargestellt, wie der Tod mit zehn Menschen den letzten Tanz beginnt. Die Todgeweihten sind jeweils an ihren Insignien und Attributen zu erkennen; auf Texte oder Namen wird verzichtet. An der linken Wand: Papst, Moses, Frau, Wirt, Bettler; an der rechten Wand: Kaiser, Rechtslehrer, Soldat, Küfer, Bauer. Zur Ausstattung gehören außerdem: Stuckreliefs in den Zwickeln der Chorkuppel und weitere Reliefs in der Kehlung zwischen Wand und Kuppelansatz; Deckengemälde des Reuttener Malers Paul Zeiller; Skulpturen des Füssener Bildhauers Anton Sturm.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Industriegeschichte beginnt am 21. Juni 1921 mit der Gründung des Metallwerks Plansee im östlich gelegenen Ortsteil Mühl, das heute als eines der weltweit führenden pulvermetallurgischen Betriebe (mit 2000 von insgesamt 5000 Beschäftigten in Breitenwang) gilt. Dies verhilft der Gemeinde zu einer positiven Pendlerbilanz. Weiters steht in Breitenwang ein Kraftwerk der Elektrizitätswerke.

Der Gemeinderat besteht aus 13 Mandataren:

Partei 2022[5] 2016[6] 2010[7]
Prozent Stimmen Mandate % St. M. % St. M.
Unabhängige Bürgerliste Bürgermeister Hanspeter Wagner (UBL) 74,35 629 10 56,29 470 7 68,79 529
Grünes und unabhängiges Team für Breitenwang (GUT) 1) 25,65 217 3 21,68 181 3
Gemeindeliste für Breitenwang 22,04 184 3 31,21 240

1) Die Partei kandidierte 2016 unter dem Namen „Grüne Breitenwang - Grüne“.

seit 2004(?) Hanspeter Wagner[8][5]

Blasonierung: Ein weiß-grün geteilter Schild; im grünen Feld drei silberne Kleeblätter und im silbernen Feld eine nach rechts aufsteigende schwarze Lerche.[9]

Das 1965 verliehene Gemeindewappen symbolisiert als redendes Wappen den Ortsnamen, der „breite Wiese“ bedeutet.[10]

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Richard Lipp: Außerfern. Der Bezirk Reutte. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien 1994, ISBN 3-7022-1927-7, S. 49ff.
  • Joseph Kögl: Einige Notizen über den Pfarrbezirk Breitenwang im k. k. Land- und Kriminal-Untersuchungsgerichte Ehrenberg in Tirol. Mit einer lithographirten Ansicht der Festung Ehrenberg. Füssen 1830 (Google Buch).
    • Reprint: Einige Notizen über den Pfarrbezirk Breitenwang in Tyrol... Nabu Press, 2011, ISBN 978-1-271-46425-8.
Commons: Breitenwang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 237–238.
  2. Knut Görich: Die Staufer, Herrscher und Reich. C.H. Beck, München 2006, S. 28.
  3. KZ Dachau-Außenlager Breitenwang. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  4. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. „Muos ich doch dran - und weis nit wan“. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0, S. 240f.
  5. a b Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2022 | Gemeinde Breitenwang. Land Tirol, abgerufen am 25. August 2022.
  6. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 25. August 2022.
  7. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 25. August 2022.
  8. Land Tirol - Wahlen 2004. Abgerufen am 25. August 2022.
  9. Landesgesetzblatt für Tirol. Nr. 11/1965 (Digitalisat).
  10. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 63.