Ehrwald

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Ehrwald
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ehrwald
Ehrwald (Österreich)
Ehrwald
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 49,32 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 10° 55′ OKoordinaten: 47° 23′ 59″ N, 10° 55′ 0″ O
Höhe: 994 m ü. A.
Einwohner: 2.601 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 53 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6632
Vorwahl: 05673
Gemeindekennziffer: 7 08 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 1
6632 Ehrwald
Website: www.gemeinde-ehrwald.com
Politik
Bürgermeister: Martin Hohenegg
Gemeinderat: (2016)
(15 Mitglieder)

15 Ehrwald.komm - Ehrwald.komm

Lage der Gemeinde Ehrwald im Bezirk Reutte
Bach Berwang Biberwier Bichlbach Breitenwang Ehenbichl Ehrwald Elbigenalp Elmen Forchach Grän Gramais Häselgehr Heiterwang Hinterhornbach Höfen Holzgau Jungholz Kaisers Lechaschau Lermoos Musau Namlos Nesselwängle Pfafflar Pflach Pinswang Reutte Schattwald Stanzach Steeg Vorderhornbach Tannheim Vils Wängle Weißenbach am Lech Zöblen TirolLage der Gemeinde Ehrwald im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ehrwald ist eine Gemeinde mit 2601 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Lage und Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpenglühen an der Zugspitze von Ehrwald (Tirol) aus

Ehrwald liegt am Fuß des Wettersteingebirges mit der 2962 m hohen Zugspitze, am Becken des Lermooser Moos, einer ehemaligen Sumpflandschaft. Die Loisach fließt am Ort vorbei. Der Name leitet sich möglicherweise vom althochdeutschen eriro oder erro wald ab, was „Anfang des Waldes“ bedeutet. Einer anderen Ansicht zufolge bedeutet der Name „alter Wald“[1] oder aber „Erzwald“, was angesichts der nahe gelegenen Erzvorkommen nicht ausgeschlossen ist[2].

Ortsteile sind neben dem Hauptort Obermoos mit der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn und Ehrwald-Schanz an der ehemaligen Zollstation, Oberdorf, Unterdorf, Schmiede und Weidach.

Ehrwald ist benachbart zu Biberwier, Garmisch-Partenkirchen (D), Grainau (D), Lermoos und Mieming.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrwald wurde erstmals 1274 urkundlich erwähnt. Die Besiedelung erfolgte nicht wie im übrigen Außerfern vom Allgäu her, sondern von Imst. Einen Anreiz dazu bot sicher der Bergbau, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts betrieben wurde. Der Ort lag etwas abseits der wichtigen Hauptverkehrsroute über den Fernpass, hatte aber mit der Produktion von Fassdauben für die Saline Hall eine wichtige Einnahmequelle. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Ehrwald von Touristen entdeckt und wuchs neben Lermoos zu einer wichtigen zweisaisonalen Tourismusgemeinde im Zugspitzgebiet heran.

Einen wichtigen Anteil daran hat der zweite Seilbahnbau Österreichs, die 1926 eröffnete Tiroler Zugspitzbahn, die 1991 neu gebaut wurde (Neuaufbau der Talstation im Jahr 2003 nach einem Feuer) und auf den Gipfel führt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Ein fünfreihig silbern-grün gespickelter Schild.[3]

Der stilisierte Wald im 1978 verliehenen Gemeindewappen symbolisiert den Ortsnamen.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Mariä Heimsuchung Ehrwald
Blick vom Grubigstein auf Ehrwald und die Zugspitze
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ehrwald
  • Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken
  • Jedes Jahr am Wochenende um den Johannistag (Sommersonnenwende, 21. Juni) wird die imposante Bergkulisse rund um den Talkessel Ehrwald-Lermoos-Biberwier im Rahmen der traditionellen Sonnwendfeuer durch das Auslegen von großen Figuren aus tausenden Brandsätzen zu einem spektakulären Erlebnis, das in seiner Art einzigartig ist. Die Figuren reichen von der christlichen Symbolik, Motiven aus der Pflanzen- und Tierwelt bis hin zur Darstellung von komplexen Bildern. Durch das zusätzliche Auslegen von Feuerketten entlang der Bergkämme wird die gesamte Dynamik weiter gesteigert. Seit 2010 gehört das Bergfeuer Ehrwald zum Immateriellen Welterbe, wie es die UNESCO deklariert, auf der Österreichliste (Nationales Kulturgut). [4]
  • Drachensee[5]

Ski-/ und Wandergebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrwald besitzt - neben der Zugspitze - noch zwei weitere Ski- und Wandergebiete, die vom Ortszentrum abgehenden Wettersteinbahnen sowie das Skigebiet Ehrwalder Alm (1502 m). Letztere ist über die Ehrwalder-Almbahn zu erreichen und Ausgangspunkt für verschiedene Skilifte. In einer Höhe zwischen 1.100 und 1.900 Metern gibt es rund 27,5 Kilometer Skipisten; davon eine schwarze Piste ("Issentalkopf"). Für Wanderer ist die "Ehrwalder Alm" Ausgangspunkt für unterschiedliche verschiedene Wanderung, so z.B. zur Zugspitze (über das "Gatterl") oder an den Seebensee und die Coburger Hütte.

Ehrwalder Alm im Herbst

Verkehrsverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrwalder Almbahn

Verkehrsmäßig hat Ehrwald Verbindung ins Inntal über den Fernpass, nach Reutte und nach Garmisch-Partenkirchen. An das Eisenbahnnetz ist Ehrwald über die Außerfernbahn angeschlossen.

Ehrwald liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ehrwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ehrwald – Reiseführer
  • Ehrwald, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 64.
  2. Schoener, A. C. (1925): Alpine Namen – Erläutert und dem D. u. Ö. Alpenverein gewidmet. – 111 S.; München (Pössenbacher)
  3. Landesgesetzblatt für Tirol Nr. 12/1978 (Digitalisat)
  4. Bergfeuer Ehrwald. nationalagentur.unesco.at
  5. P. Linser: Die Entstehung des Drachensees. Reihe Sagenhaftes Außerfern 11 in: Außerferner Nachrichten 4, Reutte 1988