Burgsinn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Burgsinn
Burgsinn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Burgsinn hervorgehoben
Koordinaten: 50° 9′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Burgsinn
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 51,36 km2
Einwohner: 2436 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97775
Vorwahl: 09356
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 122
Marktgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Burgweg 1
97775 Burgsinn
Webpräsenz: www.sinngrundallianz.de
Bürgermeister: Robert Herold (Bürgerliste Burgsinn)
Lage des Marktes Burgsinn im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Burgsinn ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgsinn liegt in der Region Main-Spessart (Nachbarlandkreis von Würzburg). Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 509 m ü. NN (Lage) an der Lohrer Höhe, der niedrigste liegt an der Sinn auf 174 m ü. NN (Lage).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der einzige Ortsteil Burgsinn hat zwei Orte[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Burgsinn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde
Aura im Sinngrund
Gemeinde
Mittelsinn
Forst Aura
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Fellen
Nachbargemeinden Omerz und Roter Berg
(Gemeindefreies Gebiet)
und
Gemeinde
Wartmannsroth
Herrnwald
(Gemeindefreies Gebiet)
Stadt
Rieneck
Gemeinde
Gräfendorf

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grundwort des ursprünglichen Namens Sinna geht auf den den Ort durchfließenden Fluss Sinn zurück. Der Zusatz im zeitweise verwendeten Namen Niedersinn wurde verwendet, um Niedersinn von den naheliegenden Dörfern Obersinn und Mittelsinn zu unterscheiden und wies auf die Lage im Tal hin.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1001 Sinna
  • 1303 Sinne
  • 1317 Synne
  • 1319 Burgsinne
  • 1339 Borgsinn
  • 1346 Nydern Sinne
  • 1467 Burgsynn
  • 1695 Burgsinn

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein in Burgsinn gefundenes, aus dem ausgehenden Neolithikum stammendes Steinbeil (um 2000 v. Christus) ist das älteste Zeugnis menschlicher Anwesenheit im Ortsgebiet. In einer Urkunde des Klosters Fulda aus dem Jahr 812 ist der Sinngau („Sinnahgeuue“) erwähnt. Aus dem Jahr 1001 stammt der erste schriftliche Beleg für die Existenz des Ortes, das damalige würzburgische Dorf Sinna. Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte der Ort zum Herzogtum Franken. 1303 ist von Burgmannen des „Gotzo, Aplo et Her (mannus)de Sinne“ als Besatzung der Grenzfestung Sinna die Rede. 1334 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer „dem Dorf zu Synne“ auf „ewiglich“ das Marktrecht. 1338 wurde Dietz von Thüngen Erbburgmann und Herr von Burg und Ort Sinna. Dietz von Thüngens Sohn Wilhelm erwarb im Jahre 1405 für 10.000 Gulden die Herrschaft Burgsinn mit allem Dazugehörigen.

Siehe auch: Alte Burg

Das ehemalige Rittergut der Freiherren von Thüngen wurde durch das Fürstentum Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg mediatisiert. Im Jahre 1808 kam es zum Großherzogtum Würzburg und fiel mit diesem 1814 an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Gemünden am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Burgsinn lag. 1872 wurde das Bezirksamt Gemünden ins Bezirksamt Lohr am Main eingegliedert. Erst 1902 wurde das Bezirksamt Gemünden wieder neu gebildet. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Burgsinn war nun eine der 27 Gemeinden im Landkreis Gemünden am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Gemünden am Main kam Burgsinn am 1. Juli 1972 zum neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Bergfried, am Zugang der Burg
Blick auf die Dächer von Burgsinn

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrei St. Michael Burgsinn gehört zum Dekanat Karlstadt der Diözese Würzburg. Die auch „Sinntaldom“ genannte katholische Pfarrkirche war bis zur Einweihung der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche 1955 Simultankirche für die katholischen und evangelischen Christen Burgsinns.

Die jüdische Gemeinde wurde 1938 aufgelöst.

Rienecker Tor

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2014 Robert Herold (Bürgerliste Burgsinn).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Familie Voit von Rieneck nach Siebmachers Wappenbuch

Blasonierung: ein rotes Widderhorn auf goldenem Grund.

Das Widderhorn kann weder dem Wappen der Freiherren von Thüngen noch dem der Grafen von Rieneck entnommen sein, obwohl beide Familien eng mit der Geschichte von Burgsinn verbunden sind. Während mit dem Aussterben der Rothenfelser Linie der Rienecker 1333 die Hälfte des Schlosses Burgsinn, das die Grafen von Rieneck als Lehen hatten, an Würzburg zurückfiel und 1405 die Freiherren von Thüngen das ganze Schloss von Würzburg kauften, waren die Voit von Rieneck, welche lange Zeit Vögte zu Rieneck waren, noch bis ins 15. Jahrhundert Inhaber eines Teils des Zehnt und des Gerichts zu Mittelsinn. Als Kurmainz 1630 die Exekution gegen die Thüngen durchführte, wurde das Gericht zu Burgsinn durch den Keller von Rieneck abgehalten – die Grafen von Rieneck waren bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ausgestorben. Nach der Wiedereinsetzung der Thüngen in Burgsinn im Jahre 1697 wurde neben verschiedenen anderen Abmachungen der Gemeinde ausdrücklich die Belassung „ihres alten Dorfsiegels“ zugesichert. Welcher Art dieses Siegel war und aus welcher Zeit es stammte, wird zwar nicht gesagt, da aber die Voit von Rieneck einen Widder in ihrem Wappen führten, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass das Wappen von Burgsinn das geminderte Wappen der Voit von Rieneck ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 193 und im Bereich Handel und Verkehr 140 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 136 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 878. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 24 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 371 ha, davon waren 29 ha Ackerfläche und 325 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgsinn liegt an der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und der Bahnstrecke Flieden–Gemünden. Am Betriebsbahnhof Burgsinn ist ein Wechsel zwischen beiden Bahnstrecken möglich. Der Burgsinntunnel liegt ebenfalls auf dem Gebiet der namensgebenden Gemarkung.

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgsinn ist Standort eines Füllsenders des Bayerischen Rundfunks.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Burg, auch Altes Schloss genannt, ist wie ein typisches Wasserschloss angelegt. Die Anlage ist trapezförmig ausgelegt, mit jeweils einem Turm an den vier Ecken. Am Zugang der Burg befindet sich ein gewaltiger Bergfried von 22 Metern Höhe. Seine Mauern haben eine Seitenlänge von 2,50 Meter und sind 2,60 Meter stark. Die Errichtung des Turmes wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Die übrigen Gebäude wurden im 16. oder 17. Jahrhundert umgebaut oder erneuert.
  • Das Neue Schloss der Familie Thüngen wurde 1590 bis 1620 im Renaissancestil am Waldrand östlich der Sinn erbaut.
  • Drittes Schloss in Burgsinn ist das sogenannte Fronhofer Schlösschen, 1607 ebenfalls durch das Haus Thüngen als Witwensitz errichtet.
  • Der ortsbildprägende Bau der katholischen Pfarrkirche St. Michael in neobarocken Formen wurde 1908 anstelle eines Vorgängerbaus vollendet.
  • Die evangelische Dreieinigkeitskirche mit ihrem freistehenden Glockenturm entstand ab 1952 aus rotem Mainsandstein unweit der katholischen Kirche.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die medizinische Versorgung wird von drei im Ort niedergelassenen Allgemein-Ärzten, einem Zahnarzt, einer Apotheke, zwei Physiotherapeuten sowie von den jeweils etwa knapp 30 Kilometer entfernt liegenden Krankenhäusern in Lohr, Karlstadt, Schlüchtern oder Bad Brückenau gesichert. Zudem befindet sich in Burgsinn eine Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie ist mit einem RTW ausgestattet. Die Wache ist rund um die Uhr besetzt, sieben Tage die Woche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 100 Kindergartenplätze mit 103 Kindern
  • Volksschule: eine Grund- und Hauptschule mit 23 Lehrern und 359 Schülern (Stand: Schuljahr 2007/2008)

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgsinn hat ein relativ großes (Frei-)Schwimmbad mit einem 50-Meterbecken inkl. Sprungturm (ein, drei und fünf Meter), einem Nichtschwimmerbecken mit Rutsche sowie einem Kinderbecken. Zur Anlage gehören auch zwei Beachvolleyball-Felder. Es gibt im Ort eine Parkanlage und die Radwege um Burgsinn herum führen von Würzburg bis nach Fulda.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere ansässige Sportvereine bieten den Burgsinner Bürgern und Urlaubern die Möglichkeit der aktiven Freizeitgestaltung. Nachfolgende Sportvereine engagieren sich besonders in der Jugendarbeit. Angelsportverein Burgsinn, SG 1920 Burgsinn, Tennisclub 1970 Burgsinn e. V.

Einkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferner gibt es Einkaufsmöglichkeiten mit drei Supermärkten im Ort sowie mehreren Metzgereien, Bäckereien, einem kleinen Baumarkt und weiteren Geschäften (Optiker, Bastelladen). Burgsinn verfügt zudem über ein – gemessen an der Einwohnerzahl – dichtes Gastronomieangebot mit rund 15 Restaurants, Gaststätten, Kneipen, Cafés.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/025253&attr=OBJ&val=1715
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 46 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgsinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien