Birkenfeld (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Birkenfeld
Birkenfeld (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Birkenfeld hervorgehoben

Koordinaten: 49° 52′ N, 9° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Marktheidenfeld
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 29,15 km2
Einwohner: 2180 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97834
Vorwahl: 09398
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 119
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Langgasse 19
97834 Birkenfeld
Website: www.gemeinde-birkenfeld.de
Erster Bürgermeister: Achim Müller (FW[2])
Lage der Gemeinde Birkenfeld im Landkreis Main-Spessart
HessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraBurgjoß (gemeindefreies Gebiet)Burgjoß (gemeindefreies Gebiet)SchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Birkenfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf der Fränkischen Platte.

Birkenfeld mit Gemarkungen

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Birkenfeld hat drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Es gibt die Gemarkungen Billingshausen und Birkenfeld.[4]

Kath. Pfarrkirche St. Valentin
Darstellung des Ortspatrons St. Georg

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname besteht aus dem althochdeutschen Adjektiv birkîn (von der Birke) und dem Wort felt (Feld).[5]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 788 „Pirchanafelt“
  • 860 „Birchinafelde“
  • 1164 „Birkenuelt“
  • 1178 „Birchinuelt“
  • 1376 „Birkenfelt“
  • 1418 „Birckenfeld“
  • 1799 „Birkenfeld“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Urnenfelderzeit (1200–750 v. Chr.) konnten Urnenfelderbestattungen in Birkenfeld nachgewiesen werden.[6] Urkundlich nachgewiesen ist, dass schon im Jahre 788 ein „Pirchanafelt in pago Waldsasse“ bestand. Es wurde im Zusammenhang mit der umfangreichen Mattonenschenkung aus dem Waldsassengau an die Reichsabtei Fulda des Grafen Matto und dessen Bruder Mengingoz erwähnt. Die Reichsabtei Fulda unter Abt Sturmi(us) erhielt demnach zwei Teile im Dorf Pirchanafelt geschenkt. Der Mattone Mengingaud war von Anfang 754 bis Januar 769 Bischof von Würzburg, danach bis zu seinem Tode am 26. September 783 Abt im Kloster Neustadt. Den Mattonenbesitz in Birkenfeld vermachten 788 seine Verwandten dem Kloster Fulda. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken.

Neben dem Grafen von Rieneck (bis zum Jahre 1337) und dem Hochstift Würzburg hatte das Prämonstratenser-Kloster Oberzell und seit 1164 auch das Hochstift Naumburg in Gemeinschaft mit dem Hochstift Würzburg Grundbesitz, Gefälle, Zehnten und Wildbannrechte. Die weltlichen Grundherren waren die Schecken von Homburg 1199, die Herren von Westernburg vor 1342 und seit 1348 die Herren von Witzstadt (Der Edelknecht Cuntz von Witzstadt, verheiratet mit Agnes „Nese“ von Erthal, hatte im Jahr 1380 auch Besitz in Unterleinach[7]). Rechte und Güter besaßen von alters her die Vögte von Rieneck und die Grafen von Wertheim. Urkundlich werden auch die Rüden von Kollenberg und zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Familien Steigerwald, Loos und von Kottwitz genannt. Genannt sind auch die Würzburger Stifte Neumünster, Agnetenkloster und Himmelspforten sowie das Kloster Schönau bei Gemünden um 1320, Sankt Burkardus in Würzburg und das Kloster Bronnbach an der Tauber.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Billingshausen eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1977 auf 2166 um 189 Einwohner bzw. um 9,55 %.

  • 1830: 1393 Einwohner
  • 1875: 1652 Einwohner
  • 1905: 1586 Einwohner
  • 1919: 1748 Einwohner
  • 1933: 1642 Einwohner
  • 1939: 1563 Einwohner
  • 1946: 2319 Einwohner
  • 1952: 2061 Einwohner
  • 1960: 1810 Einwohner
  • 1961: 1833 Einwohner[8]
  • 1970: 1862 Einwohner[8]
  • 1985: 1925 Einwohner
  • 1991: 2031 Einwohner
  • 1995: 2067 Einwohner
  • 2000: 2127 Einwohner
  • 2005: 2160 Einwohner
  • 2010: 2104 Einwohner
  • 2015: 2121 Einwohner
  • 2018: 2166 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Achim Müller (Freie Wählergemeinschaft); er wurde am 15. März 2020 mit 97,4 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten wieder gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von
Blasonierung: „In Rot auf golden gezäumtem, silbernen Ross der silbern gerüstete Heilige Georg, der eine goldene Lanze dem golden bewehrten silbernen Lindwurm in den Kopf stößt; im rechten Obereck schwebend ein goldenes Birkenblatt.“[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 111 und im Bereich Handel und Verkehr 27 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 69 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 867. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2374 ha, davon waren 2231 ha Ackerfläche und 140 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2021):

  • Kindergärten: 90 Regelplätzen und 45 Kleinkindplätzen im Kindergarten St. Josef

Erweiterung der Anlage erfolgte im Jahr 2018/2019 für 2,25 Millionen Euro

  • Schulen: Schulgebäude für drei Klassen (Volksschulverband Karbach-Birkenfeld)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Birkenfeld (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde, abgerufen am 31. Mai 2020.
  3. Gemeinde Birkenfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. April 2021.
  4. Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld: Kurzer Überblick über die Geschichte der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld. 2014 (online [abgerufen am 5. Juni 2014]). online (Memento des Originals vom 7. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vgem-marktheidenfeld.de
  5. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 38–39 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 36.
  7. Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 76.
  8. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.
  9. Eintrag zum Wappen von Birkenfeld (Unterfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte