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Urspringen

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Wappen Deutschlandkarte
Urspringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Urspringen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 54′ N,  40′ OKoordinaten: 49° 54′ N,  40′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Marktheidenfeld
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 17,99 km²
Einwohner: 1399 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97857
Vorwahl: 09396
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 193
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 7
97857 Urspringen
Website: urspringen.de
Erster Bürgermeister: Volker Hemrich (Urspringer Einheitsliste)
Lage der Gemeinde Urspringen im Landkreis Main-Spessart
KarteHessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraBurgjoß (gemeindefreies Gebiet)Burgjoß (gemeindefreies Gebiet)SchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis Schweinfurt
Karte
Die Grummibachquelle

Urspringen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld.

Urspringen liegt in der Region Würzburg.

Gemeindegliederung

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Außer dem Hauptort gibt es keine weiteren Gemeindeteile.[2][3]

Es gibt nur die Gemarkung Urspringen.[4] Sie hat eine Fläche von 17,976 km² und ist in 2663 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6750,45 m² haben.[5][6]

Dem Namen Urspringen liegt laut von Reitzenstein eine Pluralform des mittelhochdeutschen Wortes ursprinc zugrunde.[7] Dies bezieht sich auf die Quellen des Grummibaches, der im Ort entspringt und in den Karbach mündet.

Frühere Schreibweisen

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Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[7]

  • 1159 Urspringen
  • 1317 Vrspringen
  • 1376 Vrspringe
  • 1456 Ursprungen
  • 1457 Urspringen

Bis zur Gemeindegründung

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Der Siedlungsname wird im Jahre 1159 erstmals in einer Urkunde als „Urspringen“ bezeugt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand eine jüdische Gemeinde, die bis 1942 ununterbrochen Bestand hatte. 1803 wurde in der „Judengasse“ an Stelle der um 1700 erbauten Fachwerk-Synagoge eine neue Synagoge errichtet.[8] Das ehemalige Amt der Grafschaft Castell, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, fiel nach der Mediatisierung (1806) schließlich 1810 durch Grenzbereinigungen an das Großherzogtum Würzburg, mit dem es 1814 endgültig zu Bayern kam. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert

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Während des Novemberpogroms 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch SA-Angehörige aus Birkenfeld, Billingshausen und Urspringen zerstört, das Gebäude blieb erhalten. Während des Krieges diente es als Gefangenenunterkunft; nach Kriegsende wurde es bis in die 1980er Jahre als Lagerhalle für die Landwirtschaft genutzt. Die Häuser der jüdischen Einwohner wurden unter Führung des Dorflehrers verwüstet. Einige Einwohner wurden ins KZ Dachau deportiert. Im April 1942 wurden 42 jüdische Bewohner über Würzburg nach Izbica bei Lublin und anschließend über das „Durchgangslager“ Krasniczyn in die Vernichtungslager Sobibor und Belzec deportiert und dort ermordet. Das ehemalige Synagogengebäude wurde mit Förderung des Freistaates Bayern saniert und ist seit 1991 Gedenk-, Mahn- und Dokumentationsstätte. Seit 2018 beteiligt sich Urspringen am Erinnerungsprojekt DenkOrt Deportationen 1941-1944 in Würzburg.[8]

Einwohnerentwicklung

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Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1159 auf 1382 um 223 Einwohner bzw. um 19,2 %.

  • 1910: 991 Einwohner (Volkszählung vom 1. Dezember 1910)
  • 1961: 1065 Einwohner
  • 1970: 1168 Einwohner
  • 1987: 1160 Einwohner
  • 1991: 1198 Einwohner
  • 1995: 1254 Einwohner
  • 2000: 1293 Einwohner
  • 2005: 1313 Einwohner
  • 2010: 1356 Einwohner
  • 2015: 1344 Einwohner
  • 2020: 1429 Einwohner

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Volker Hemrich (nominiert von der Urspringer Einheitsliste); er wurde am 15. März 2020 mit 91,5 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Der Vorgänger war Heinz Nätscher (Freie Wähler).[9]

Bei der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 wurde nur der Wahlvorschlag der Urspringer Einheitsliste eingereicht, auf den 99,35 % der Stimmen entfielen und deren Bewerber nach der Stimmenmehrheit die zwölf Mandate erhielten.[10] Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 hatten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat geführt:

2002 2008 2014
CSU/Bürgerblock 5 6 6
Freie Wähler 7 6 5
Alternative für Urspringen - - 1
gesamt 12 12 12
Blasonierung:Gespalten durch einen schmalen silbernen Wellenpfahl; vorne in Rot ein silbernes Widderhorn, hinten geviert von Rot und Silber“[11]
Wappenbegründung: Der Wellenpfahl steht als Bach-Ursprung redend für den Ortsnamen. Um 1730 besaßen die Grafen von Castell die Vogtei über Urspringen, mit der die Voit von Rieneck belehnt waren. Daran erinnern die Vierung von Rot und Silber, das Wappen der Grafen von Castell, sowie das Widderhorn aus dem Wappen der Voit von Rieneck.[12]

Wappenführung seit 1970

Bau- und Bodendenkmäler

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Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

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Es gab 2020 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 48 und im Bereich Handel und Verkehr 34 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 13 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 709. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es je einen Betrieb. Im Jahr 2016 bestanden zudem 16 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1135 ha (Stand 2016), davon waren 1105 ha Ackerfläche und 33 ha Dauergrünfläche.[13]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2021):

  • Kindergärten: ein Kindergarten mit 81 Plätzen und 65 Kindern in zwei Regelgruppen und einer Kleinkindgruppe[13]
  • Schulen: eine Grundschule 1.–4. Klasse mit 74 Schülern[13]
  • Gedenk- und Dokumentationsstätte für die Geschichte der Juden des Landkreises Main-Spessart in der ehemaligen Synagoge des Ortes, an deren frühere Bestimmung eine Gedenktafel erinnert[14]

Söhne und Töchter der Gemeinde

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Commons: Urspringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Urspringen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. April 2021.
  3. Gemeinde Urspringen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 23. Januar 2026.
  4. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 23. Januar 2026.
  5. Gemarkung Urspringen (090585). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 23. Januar 2026.
  6. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. Januar 2026.
  7. 1 2 Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 228 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. 1 2 Klaus-Dieter Alicke: Urspringen (Unterfranken/Bayern). In: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Archiviert vom Original am 17. August 2019; abgerufen am 28. Februar 2025.
  9. Roland Pleier: CSU in Urspringen gestärkt. In: mainpost.de. 17. März 2014, abgerufen am 2. März 2024.
  10. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 3. Juli 2020
  11. Wappen von Urspringen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Zitat Wappen von Urspringen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  13. 1 2 3 Gemeinde Urspringen 09677193 Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. In: Statistik kommunal 2019. Bayerisches Landesamt für Statistik, 31. Januar 2022, abgerufen am 26. Juli 2022 (deutsch).
  14. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 196