Castex-d’Armagnac

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Castex-d’Armagnac
Castex-d’Armagnac (Frankreich)
Castex-d’Armagnac
Region Okzitanien
Département Gers
Arrondissement Condom
Kanton Grand-Bas-Armagnac
Gemeindeverband Communes du Grand Armagnac
Koordinaten 43° 52′ N, 0° 10′ WKoordinaten: 43° 52′ N, 0° 10′ W
Höhe 65–124 m
Fläche 12,26 km2
Einwohner 112 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 9 Einw./km2
Postleitzahl 32240
INSEE-Code
Website Castex-d’Armagnac

Bürgermeisteramt (Mairie), im Hintergrund der Glockenturm der Kirche Sainte-Canne

Castex-d’Armagnac ist eine französische Gemeinde mit 112 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Gers in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Condom und zum Kanton Grand-Bas-Armagnac (bis 2015: Kanton Cazaubon).

Die Einwohner werden Castelcanais und Castelcanaises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castex-d’Armagnac liegt circa 34 Kilometer südwestlich von Condom in der historischen Provinz Armagnac an der westlichen Grenze zum benachbarten Département Landes.

Umgeben wird Castex-d’Armagnac von den acht Nachbargemeinden:

Lannemaignan Mauléon-d’Armagnac
Montégut
(Landes)
Nachbargemeinden Estang
Monguilhem Toujouse Maupas
Monlezun-d’Armagnac

Castex-d’Armagnac liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Midou durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit seinem Nebenfluss, dem Ruissueau de l’Estang.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler L’Aiguillon war früher ein befestigtes Dorf, dessen Schloss aus dem 19. Jahrhundert an der Stelle einer mittelalterlichen Burg gebaut wurde, die das Tal des Midou und das Dorf Monguilhem schützte. Das Dorf war durch eine Stadtmauer und Gräben geschützt, deren Spuren heute noch zu erkennen sind. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war die Gemeinde das Ziel zahlreicher Wallfahrten. Während des Zweiten Weltkriegs empfing das Landgut Monbel den Militärgouverneur von Paris und seinen Stab. In der Folge diente es im Sommer 1944 zur kurzzeitigen Unterbringung des zum Résistance gehörenden Bataillon d’Armagnac.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 590. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei zwischenzeitlichen Erholungsphasen bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf ihren bislang tiefsten Stand von 95 Einwohnern.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 213 156 142 128 121 111 109 95 112
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2011[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Sainte-Canne in Sainte-Canne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr charakteristisches Merkmal ist ihr achteckiger Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert. Ihr Querschiff datiert zu einem Teil aus dem 12. Jahrhundert. Der rechte Teil wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt, als die Kirche zu klein für die wachsende Bevölkerung wurde. Im Dachstuhl des Glockenturms wurde eine Büste als Reliquie der heiligen Radegund gefunden. Sie war fortan das Ziel von Wallfahrten. Außen an der Südwand ist ein Sarkophag eingefasst, dessen Alter oder Herkunft unbekannt ist. Malereien auf den Innenwänden und dem Gewölbe haben ihre schönen Farben erhalten. Sie sind mit „Maître Campagné, 1760“ signiert.[6]

Kirche Saint-Martin in L’Aiguillon

Kirche Saint-Martin in L’Aiguillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde auf den Überresten aus dem 14. Jahrhundert neu gebaut und war bis zum 20. Jahrhundert die Pfarrkirche der Gemeinde. Edward of Woodstock, genannt der Schwarze Prinz, zerstörte im Hundertjährigen Krieg den Vorgängerbau. Am 17. Mai 1842 weihte der Erzbischof von Auch die Kirche zu Ehren des heiligen Martins ein. Im Jahre 1872 wurde der Glockengiebel durch den heutigen Glockenturm ersetzt. Die Vorhalle barg in früheren Zeiten das Bürgermeisteramt. Am 18. September 1832 weihte der Erzbischof von Auch die Kirche als Heiligtum ein, eine Ikone der Notre-Dame-du-Perpétuel-Secours (Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe) war fortan Ziel einer jährlichen Wallfahrt.[7]

Schloss Barrau

Schloss Barrau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Besitz erfuhr durch Antoine de Roquelaure, Marschall von Frankreich und treuer Begleiter des französischen Königs Heinrich IV., eine höhere Bekanntheit. Er war ein Protegé von Jeanne d’Albret, Königin von Navarra, und heiratete im Jahre 1611 Suzanne de Bassabat, die die Ländereien von Castex in die Ehe brachte. Sein Einfluss auf Heinrich IV. war groß während der 36 Jahre, die er mit dem König verbrachte. Er saß in derselben Kutsche, als der König durch François Ravaillac ermordet wurde. Die Familie Gourgues erstand Castex 50 Jahre später und behielten Schloss und Lehen ein Jahrhundert lang. Im Jahre 1789 kaufte der Graf d’Abadie de Barrau wenige Monate vor dem Beginn der Französischen Revolution das Besitztum. Seine Nachfahren bewohnen noch heute das 500 Hektar große landwirtschaftlich bewirtschaftete Land und eine Zucht von circa 400 Schafen. Die Eichenbäume des Anwesens dienen der Anfertigung von Fässern, in denen der Armagnacs reift. Räume des Schlosses können für Empfänge und als Gästezimmer gebucht werden.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bas Armagnac Château de Mauhic 1986 Floc de Gascogne blanc und rosé
Bas Armagnac
Château de Mauhic 1986
Floc de Gascogne blanc und rosé

Die Wirtschaft der Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich orientiert. Castex-d’Armagnac liegt in den Zonen AOC

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[10]
Gesamt = 26

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castex-d’Armagnac ist über die Routes départementales 30 und 209 erreichbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Castex-d'Armagnac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gers (fr) habitants.fr. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  2. Ma commune : Castex-d’Armagnac (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. Dezember 2019.
  3. Village de Castex-d’Armagnac (fr) Gemeinde Castex-d’Armagnac. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  4. Notice Communale Castex-d’Armagnac (fr) EHESS. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  5. Populations légales 2016 Commune de Castex-d’Armagnac (32087) (fr) INSEE. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  6. Église Sainte-Canne (fr) Gemeinde Castex-d’Armagnac. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  7. Église Saint-Martin (Aiguillon) (fr) Gemeinde Castex-d’Armagnac. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  8. Château de Barrau (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  9. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 16. Dezember 2019.
  10. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Castex-d’Armagnac (32087) (fr) INSEE. Abgerufen am 16. Dezember 2019.