Chevrolet Camaro (1993)

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Chevrolet
Chevrolet Camaro Coupé (1993–1998)
Chevrolet Camaro Coupé (1993–1998)
Camaro
Produktionszeitraum: 1993–2002
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,4–5,7 Liter
(109–235 kW)
Länge: 4907 mm
Breite: 1882 mm
Höhe: 1303–1320 mm
Radstand: 2565 mm
Leergewicht: 1475–1630 kg
Vorgängermodell Chevrolet Camaro (1982)
Nachfolgemodell Chevrolet Camaro (2009)

Der Camaro ist ein Pony Car (ein Sportwagen) des US-amerikanischen Automobilherstellers Chevrolet, der zum General-Motors-Konzern (GM) gehört. Laut Chevrolet leitet sich der Name „Camaro“ aus dem französischen Wort camarade ab, was sich mit „Kamerad“ oder „Freund“ übersetzen lässt.

Ab Anfang 1993 wurde die vierte Generation des Camaro gebaut. In Deutschland war ein 3,8-Liter-V6-Motor mit einer maximalen Leistung von 142 kW (193 PS) als Coupé und Cabrio im Angebot. Der 5,7-Liter-V8-Motor als Z28 mit einer maximalen Leistung von 212 kW (288 PS) wurde in Deutschland ausschließlich als Coupé mit T-Tops (zwei herausnehmbaren Glasdachhälften) verkauft.

Im August 2002 wurde die Produktion der vierten Generation aufgrund immer weiter sinkender Verkaufszahlen eingestellt.

Erst nach knapp sieben Jahren Pause nahm GM im Frühjahr 2009 die Produktion der Baureihe mit der fünften Generation wieder auf.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzeptfahrzeug 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1989 wurde auf der LA Auto Show ein Konzeptfahrzeug mit dem Namen Chevrolet California Camaro IROC-Z gezeigt das einige Gestaltungselemente mit dem späteren Serienfahrzeug teilte, jedoch Vorderradantrieb hat.[1][2]

1993[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camaro Z28

Die Einführung der vierten Generation erfolgte Anfang 1993[3] und war umstritten.[4] Das markante eckige Äußere des Camaro wurde dem Zeitgeist angepasst und geglättet, die Außenhaut wurde komplett überarbeitet. Unter der Oberfläche ging man nicht ganz so weit, beispielsweise wurde die komplette Hinterachse – wenn auch leicht überarbeitet – von der dritten Generation übernommen.

Mit der Vorstellung des neuen Camaro wurden zwei Varianten des Autos angeboten:

  • die Basis-Version mit einem 3,4-Liter-V6-Motor und einer maximalen Leistung von 160 hp 119 kW (162 PS).[5] In Deutschland wurde der Motor mit 109 kW (148 PS) angegeben, weil es damals noch eine 110-kW-(150-PS)-Grenze bei den Versicherungen gab.
  • der Z28 mit dem 5,7-Liter-V8-Motor der Corvette (small block, LT1) und einer maximalen Leistung von 275 hp 205 kW (279 PS)[6]

Beide Modelle gab es nur als Coupé mit 4-Stufen-Automatikgetriebe oder 5-Gang- (V6-Modelle) bzw. 6-Gang-Schaltgetriebe (V8-Modelle).

1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Coupé kam das Cabrio[7] hinzu und das Automatikgetriebe 4L60E (vorher 4L60 bzw. TH700) bekam jetzt eine elektronische Steuerung.[8]

1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste kleine Erweiterung mit der optionalen Traktionskontrolle für den Z28. Für die Basisversion gab es zusätzlich einen V6-Motor mit 3,8 l Hubraum und einer maximalen Leistung von 200 hp bzw. 149 kW (203 PS) als Option.[9]

1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es brachte das Ende des kleinen 3,4-l-Motors, der 3,8-l-Motor (149 kW (203 PS)) wurde Standard. Die maximale Leistung des großen V8-Motor wurde auf 280 hp bzw. 209 kW (284 PS) angehoben.[9] Das nur in den USA angebotene Top-Modell trägt die Bezeichnung SS, abgeleitet von Super-Sport, und war als Coupé und Cabrio erhältlich. Diese Modelle wurden jedoch nicht von General Motors gefertigt, sondern von SLP,[10] einem eigenständigen Tuner und Veredler, vergleichbar mit der M-GmbH bei BMW oder AMG bei Mercedes-Benz. Das Modell, das neben optischen Aufwertungen eine veränderte Abgasanlage und Ram-Air hatte und kam damit auf eine maximale Leistung von 228 kW (310 PS).[11]

1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chevrolet Camaro Z28 Convertible (1994–1998)

Chevrolet feierte den 30. Geburtstag des Camaro mit einem Sondermodell in weißer Farbe und orangen Streifen, was damit an das 1969er Pacecar erinnerte. SLP brachte ein auf 106 Stück limitiertes Sondermodell des SS auf den Markt, welches mit dem LT4-Motor der 1996 Corvette C4 ausgestattet war und über eine maximale Leistung von 246 kW (334 PS) verfügte.[12][13] Verändert wurde lediglich das Aussehen der Rücklichter, und es fand eine Überarbeitung des Armaturenbretts statt. In Deutschland startete der offizielle Verkauf des Camaro von GM – er löste damit den bis dahin zum Verkauf stehenden Pontiac Firebird ab.

1998[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chevrolet Camaro Coupé (1998–2002)

Mit einer umfassenden Überarbeitung kam im Sommer 1998 ein erneuerter Camaro auf den Markt.

Die Front wurde umgestaltet und neue rundliche Verbundscheinwerfer ersetzten die bisherigen eckigen zurückgesetzten kleinen Versionen.[14]

Der Z28 bekam nun den Motor der Corvette C5 (LS1) – ein Aluminiummotor, der in Deutschland maximal 212 kW (288 PS) leistete. In den USA wurde der Z28 jedoch mit maximal 305 hp bzw. 228 kW (310 PS) verkauft.[15] Grund dafür ist eine andere Auspuffanlage, um die deutschen Lärmvorschriften einhalten zu können.

Testergebnisse der Zeitschrift HotRod vom Mai 1998 ergaben allerdings,[16] dass der LS1 in Fahrzeugen auf der GM-F-Plattform (mit offiziellen 305 hp) eine absolut identische Leistung mit dem LS1-Motor für die GM-Y-Plattform der Corvette C5 hat mit offiziellen 257 kW (349 PS). Das Spitzenmodell des Camaro ist der „SS“ mit offiziellen 235 kW (320 PS).

Auch gab es 1998 ein neues Differential von Zexel Torsen anstatt des bisherigen von Auburn.[17] Ab 1998 spendierte GM den F-Plattform-Modellen ebenfalls eine überarbeitete bzw. größer dimensionierte und standfestere Bremsanlage.

1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahr brachte für den V6-Motor eine elektronisch gesteuerte Drosselklappe, zudem einen leicht größeren Tank, der jetzt aus Kunststoff statt Metall bestand. Es gab ab jetzt auch eine ABS/ASR-Abfrage direkt an den Rädern (zwei Sensoren) und nicht mehr am Differential (ein Sensor) bzw. arbeitete das ABS jetzt mit vier anstatt der bisherigen drei Kanäle.

2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden nur geringfügige Änderungen vorgenommen, Schalter zur Bedienung des Radios wurden in das Lenkrad integriert. Die Verkaufszahlen brachen ein.

2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chevrolet Camaro SS Convertible
35th Anniversary (2002)

Es zeichnete sich erstmals das Ende des Camaro ab, es wurden in diesem Jahr nur 29.009 Autos verkauft. Kleine Änderungen waren neu designte 16-Zoll-Räder, eine andere Felgenfarbe und der LS1-Motor im Z28 leistete nun offiziell 228 kW (310 PS). GM baute bei allen LS1-Motoren in allen Modellen die Ansaugbrücke des LS6-Motor, die einen spürbaren Leistungszuwachs brachte.

2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das letzte Produktionsjahr und die Änderungen hielten sich in Grenzen. Ein neuer Kühler der Servolenkung für den Z28 und das Soundsystem im V6-Motor wurde überholt. Der 35. Jahrestag wurde nochmals mit einer Sonderedition gefeiert, die eine optische Aufwertung der SS-Modelle beinhaltete.[18]

Der erste 2002 produzierte Camaro, ein Fahrzeug mit dem Ausstattungscode Z4C und der letzte (gefertigt am 27. September 2002)[19][20] verblieben in der Sammlung von General Motors.

Der vorletzte Camaro – ein roter Z28 – wurde für wohltätige Zwecke versteigert und erbrachte einen Erlös von 71.500 US-Dollar.[21]

Vorläufiges Ende und Nachfolgemodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Produktionsende des Camaro kam nach 35 Jahren überraschend. Der vom GM-Management angegebene Grund des schlechten Absatzes ist nur auf den ersten Blick überzeugend.

Der Name Camaro hatte in den USA einen der höchsten Bekanntheitsgrade der bei GM produzierten Modelle und die Verkaufszahlen lagen bis Mitte der 1990er-Jahre über 100.000 Einheiten. Es kam dann zu einer Verlagerung der Entwicklung und des Produktionsschwerpunktes zu SUVs, die Werbung für den Camaro wurde weitgehend eingestellt. Ein weiterer Punkt war das Alter der Plattform (F-Plattform) zum damaligen Zeitpunkt. In über 20 Jahren weiterentwickelt, konnte es den kommenden Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügen. Insbesondere der Kollisionsschutz im Heck und in den Seiten hätte eine umfangreiche Überarbeitung nötig gemacht, die sich von einer Neuentwicklung kaum unterschieden hätte.

Ein weiteres Hindernis war die komplizierte Situation am einzigen Produktionsstandort Sainte-Thérèse. Ausgelegt für einen Ausstoß von über 200.000 Autos pro Jahr war die Fabrik bereits in den Neunzigern unrentabel.[22] Über Verträge mit der Provinz Québec und dem Staat Kanada wurden Kredite gewährt, im Gegenzug verpflichtete GM sich, die Produktion aufrechtzuerhalten und es wurde die Zusage gemacht, dass der Standort Sainte-Thérèse exklusiv die Produktion des Camaro übernehmen werde.[23]

Da die Verträge noch bis 2017 liefen,[23] war GM an die Zusagen gebunden. Erst mit der Demontage des Standortes und dem Verkauf der Flächen wurde die Situation neutralisiert.

2009 kam die fünfte Camaro-Generation auf den Markt.

Der Camaro im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Film „Die Braut, die sich nicht traut“ fährt die männliche Hauptperson Ike Graham (gespielt von Richard Gere) ein silbergraues Camaro Cabriolet der 4. Generation von 1998.[24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chevrolet Camaro (1993) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Owen Ready: Concept Car of the Week: Chevrolet California Camaro IROC-Z (1989) - Car Design News. In: cardesignnews.com. 13. November 2015, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  2. 1989 Chevrolet California IROC Camaro Concept Car Specifications - HowStuffWorks. In: auto.howstuffworks.com. S. 4, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  3. Jim Mateja: 1993 Chevrolet Camaro - chicagotribune.com Review - Cars.com. In: cars.com. 25. Januar 1993, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  4. Paul Dean: 1993 Chevrolet Camaro - Los Angeles Times Review - Cars.com. In: cars.com. 8. Januar 1993, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  5. 1993 Chevrolet (USA) Camaro 4gen/I Base Coupe full range specs. In: automobile-catalog.com. Abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  6. 1993 Chevrolet (USA) Camaro 4gen/I Z28 Coupe full range specs. In: automobile-catalog.com. Abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  7. Jim Mateja: 1994 Chevrolet Camaro - chicagotribune.com Review - Cars.com. In: cars.com. 17. April 1994, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  8. Marlan Davis: What's Needed to Install a 700-R4 or 4L60E Trans Behind Carbureted 350? - Hot Rod Network. In: hotrod.com. 15. Oktober 2012, abgerufen am 2. November 2018 (amerikanisches Englisch).
  9. a b 1996 Camaro. In: media.gm.ca. 1996, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  10. Barry Kluczyk: SLP Camaro SS Appreciation - Super Chevy Magazine. In: superchevy.com. 1. Dezember 2000, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  11. 1996 Chevrolet Camaro Z28 SS (since mid-year 1995 for North America ) specs review. In: automobile-catalog.com. Abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  12. David Newhardt: The Complete Book of Chevrolet Camaro, 2nd Edition: Every Model Since 1967. Motorbooks, 2017, ISBN 978-0-7603-5336-3, S. 215– (google.com [abgerufen am 2. November 2018]).
  13. Miles Cook: LT4 Encore - Hot Rod Network. In: hotrod.com. 1. März 1997, abgerufen am 2. November 2018 (amerikanisches Englisch).
  14. Tony Swan: 1998 Chevrolet Camaro - Detroit Newspapers Review - Cars.com. In: cars.com. 15. Januar 1996, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  15. 1998 Chevrolet Camaro SS History, Pictures, Value, Auction Sales, Research and News. In: conceptcarz.com. Abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  16. Jeff Koch: 1998 & 1969 Chevy Camaros - Hot Rod Network. In: hotrod.com. 1. September 1998, abgerufen am 2. November 2018 (amerikanisches Englisch, Absatz „On the Dyno“ ff.).
  17. Joseph Potak: 1993-2002 Camaro and Firebird Performance Handbook. MotorBooks International, ISBN 978-1-61060-798-8, S. 14– (google.com).
  18. Andrew Nussbaum: GM EFI Magazine. In: gm-efi.com. 15. April 2016, abgerufen am 2. November 2018 (amerikanisches Englisch).
  19. CNN Newsnight Transcripts, 27. September 2002
  20. DEBI DOMBY: Five models, including legendary Camaro and Firebird, reach end of line - Autoweek. In: autoweek.com. 1. September 2002, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  21. Last Camaro Sold for $71,500 3. September 2002
  22. Barry Kluczyk: General Motors Assembly Plant - From Quebec With Love. In: superchevy.com. 1. August 2001, abgerufen am 2. November 2018 (englisch).
  23. a b Bertrand Marotte: Quebec GM plant closing the end of an era - The Globe and Mail. In: theglobeandmail.com. 24. August 2002, abgerufen am 2. November 2018 (kanadisches Englisch).
  24. Chevrolet Camaro in "Runaway Bride". Abgerufen am 2. November 2019.