Coín

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Gemeinde Coín
Coín 2013 001.jpg
Coín – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Coín (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Andalusien Andalusien
Provinz: Málaga
Comarca: Valle del Guadalhorce
Koordinaten 36° 40′ N, 4° 45′ WKoordinaten: 36° 40′ N, 4° 45′ W
Höhe: 200 msnm
Fläche: 127,37 km²
Einwohner: 22.147 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einw./km²
Gründung: 920
Postleitzahl(en): 29100
Gemeindenummer (INE): 29042
Verwaltung
Bürgermeister: Francisco Santos
Website: coin.es
Lage der Gemeinde
Karte Gemeinde Coín 2022.png

Coín ist eine südspanische Kleinstadt und eine Gemeinde (municipio) mit 22.147 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) in der Provinz Málaga in der Autonomen Region Andalusien.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus der Altstadt und mehreren Neubauvierteln bestehende Ort Coín liegt am Río Bajo ca. 43 km südwestlich der Provinzhauptstadt Málaga in einer Höhe von ca. 150 bis 200 m. Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die eher geringen Niederschlagsmengen (ca. 600 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2019
Einwohner 9.340 12.326 20.090 17.867 22.147[3]

Trotz der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und dem daraus resultierenden Verlust von Arbeitsplätzen seit den 1950er Jahren ist die Einwohnerzahl seit den 1950er Jahren im Wesentlichen stabil geblieben.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Menschen früherer Jahrhunderte lebten im Wesentlichen als Selbstversorger von der Landwirtschaft; im Ort selbst ließen sich auch Händler, Handwerker und Dienstleister aller Art nieder. In den Steinbrüchen der Umgebung wurde bereits in der Antike Marmor gewonnen; im 19. Jahrhundert erlebte die Töpferei einen großen Aufschwung. Heute gehört Coín zu den zugelassenen Gemeinden für den Anbau von Malagaweinen; außerdem stellen der Anbau von Oliven sowie der innerspanische Tourismus die wesentlichen Grundlagen des wirtschaftlichen Lebens der Gemeinde dar.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet wurden paläolithische, steinzeitliche, bronzezeitliche, phönizische, griechische Kleinfunde gemacht. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde die Region von den Mauren überrannt; einem Chronisten zufolge wurde der Ort erst im Jahr 920 in der Umgebung einer kleinen Festungsanlage (castillo) gegründet. Er wurde im Jahr 1485 von einem christlichen Heer der Katholischen Könige zurückerobert (reconquista).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coín – Iglesia de San Juan Bautista
  • Mit dem Bau der Iglesia y Convento de Santa María de la Encarnación wurde noch im Jahr 1485 auf den Fundamenten einer Moschee begonnen; deren Minarett blieb in Teilen erhalten und wurde in den Glockenturm (campanario) integriert. Der Bau wurde im Mudéjar-Stil aus Ziegel- und Bruchsteinen errichtet. Als ehemaliges Kloster verfügt der Komplex über einen zweigeschossigen Kreuzgang (claustro).[5]
  • Die Iglesia de San Andrés y el Hospital de la Caridad ist im 16. Jahrhundert entstanden. Später wurde der Bau mehrfach vergrößert; über dem Eingangsportal befindet sich ein Glockengiebel (espadaña) aus dem 19. Jahrhundert.[6]
  • Mit dem Bau der dreischiffigen Iglesia de San Juan Bautista wurde bereits im Jahr 1505 begonnen. Die flachen Gewölbe deuten darauf hin, dass sie abgehängt sind und aus Stuck bestehen. Prunkstück der Kirche ist das in den Jahren 1943–1947 im Stil des Neobarock geschaffene Altarretabel (retablo); die darüber befindliche Decke der Apsis ist ein Beispiel für eine Artesonado-Arbeit des 20. Jahrhunderts.[7]
  • Der ca. 20 m hohe Torre del antiguo Convento de Trinitarios Calzados wurde auf einem dreieckigen Grundriss erbaut; er gehörte einst zu einem im 19. Jahrhundert aufgegebenen Franziskanerkloster.[8]
Umgebung
  • Die ca. 2 km südwestlich gelegene barocke Ermita de la Fuensanta beeindruckt mehr durch ihre Lage an einem bewaldeten Berghang als durch ihre Architektur.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Reyna Manescau (1859–1937), Maler
  • Javier Muguerza (1936–2019), Philosoph

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Coín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Coín – Klimatabellen
  3. Coín – Bevölkerungsentwicklung
  4. Coín – Wirtschaft
  5. Coín – Klosterkirche
  6. Coín – Kirche San Andrés
  7. Coín – Kirche San Juan Bautista
  8. Coín – Torre
  9. Coín – Ermita