Everything Everywhere All at Once

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Film
Deutscher Titel Everything Everywhere All at Once
Originaltitel Everything Everywhere All at Once
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Mandarin, Kantonesisch
Erscheinungsjahr 2022
Länge 139 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Dan Kwan,
Daniel Scheinert
Drehbuch Dan Kwan,
Daniel Scheinert
Produktion Dan Kwan,
Mike Larocca,
Anthony Russo,
Joe Russo,
Daniel Scheinert,
Jonathan Wang
Musik Son Lux
Kamera Larkin Seiple
Schnitt Paul Rogers
Besetzung
Synchronisation

Everything Everywhere All at Once ist ein Science-Fiction-Abenteuerfilm von Dan Kwan und Daniel Scheinert. Er hatte im März 2022 beim South by Southwest Film Festival seine Premiere und kam am 28. April in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in China geborenen und aufgewachsenen Eheleute Evelyn und Waymond Wang betreiben in den Vereinigten Staaten einen heruntergekommenen Waschsalon und leben in der kleinen Wohnung darüber. Das Leben der Immigranten verläuft ein wenig chaotisch. Unzufriedene Kunden sind noch ihr kleinstes Problem. Nachdem Evelyn bei ihrer Steuererklärung ein Fehler unterlaufen ist, wird der Waschsalon vom Internal Revenue Service geprüft. Gleichzeitig konfrontiert Waymond sie ständig mit den Scheidungspapieren, und dann ist da noch Evelyns Vater, der gerade aus China in die USA gekommen ist und dessen Ansprüchen sie genügen will. Sie versucht, für das chinesische Neujahrsfest das Essen für mehrere Dutzend Gäste zuzubereiten, und ihre lesbische Tochter Joy will ihre Freundin Becky dazu einladen, um sie der Familie vorzustellen.

Während eines Besuches in der Steuerbehörde übernimmt eine Entität namens „Alpha Waymond“ plötzlich die Kontrolle über ihren Ehemann und erzählt Evelyn von den vielen Paralleluniversen, die existieren. In einem dieser Universen war Evelyn eine Anführerin; diese hat die „Verse-Sprung“-Technologie entwickelt, die es den Menschen ermöglicht, auf die Fähigkeiten, Erinnerungen und den Körper ihrer Gegenstücke in einem Paralleluniversum zuzugreifen. Weil das Multiversum nun von Jobu Tupaki bedroht wird, die nach Belieben von einem Universum ins andere springen und auch Materie manipulieren kann, und Alpha Waymond glaubt, nur Evelyn könne sie aufhalten, fordert er sie auf, ihr ungenutztes Potenzial zu nutzen, weil sie dies von allen ihrer Versionen bislang am wenigsten getan hat.[2][3] In Einblendungen wird gezeigt, dass Alpha-Waymond im Alpha Universum mit einer Gruppe Gleichgesinnter sitzt, die ebenfalls versuchen, Jobu Tupaki aufzuhalten.

Evelyn gelingt es, ihre Kräfte immer besser zu beherrschen, allerdings bleibt sie zeitweise in den alternativen Universen hängen, da sie ihr besser gefallen. Schließlich erfährt sie von Waymond, dass Jobu Tupaki von Alpha-Evelyn in den Wahnsinn getrieben wurde und deshalb in allen Universen zugleich ist. Auch stellt sich heraus, dass Jobu Tupaki in Wahrheit Evelyns Tochter Joy ist. Mit diesem Wissen versucht Evelyn, ihrer Tochter entgegenzutreten, und erkennt, dass sie nur bestehen kann, wenn sie dieselben Fähigkeiten erlangt. Dies führt dazu, dass sie zunächst unkontrolliert durch die Universen reist und erst nach einiger Zeit die Kontrolle erlangt. Zugleich wird sie von einer Gruppe von Universumsreisenden gejagt, die von ihrem Vater aus dem Alphaverse angeführt werden.

In einer finalen Konfrontation zeigt ihr Jobu Tupaki einen Bagel, der alles verschlingt und für beide das Ende bedeuten würde. Allerdings kann Evelyn ihrer Tochter widerstehen und beginnt, die Universen nach ihrem Willen zu bereisen. So begegnet sie im Kungfu-Universum ihrem Mann, der sie auffordert, das Beste zu geben. Auch in der echten Welt fordert er, der sich noch einige Stunden vorher von ihr trennen wollte, sie nun auf, freundlich zu sein. Sie setzt diese Erkenntnis in eine neue Kraft um und es gelingt ihr, die Menschen in ihrer Umgebung zu verwandeln und ihnen das zu geben, was sie sich am ehesten wünschen. Zum Schluss kann sie auch ihre Tochter retten und teilt ihr mit, dass sie immer und überall für sie da sein wird.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie und Drehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führten Dan Kwan und Daniel Scheinert, die auch das Drehbuch schrieben. Es handelt sich um ihren zweiten gemeinsamen Film nach Swiss Army Man aus dem Jahr 2016. Scheinert führte zwischenzeitlich bei The Death of Dick Long Regie, Kwan bei einer Folge der Fernsehserie Legion.[4] Everything Everywhere All at Once wird von den Machern als ein „interdimensionaler Actionfilm“ beschrieben.[5]

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Michelle Yeoh Christin Marquitan Evelyn Wang
Brian Le Uwe Jellinek Alpha Jumper
Stephanie Hsu Sophie Lechtenbrink Joy Wang / Tupaki
Biff Wiff Uwe Jellinek Rick
Ke Huy Quan Kim Hasper Waymond Wang
Peter Banifaz Alex Friedland Alpha RV Officer

In der Hauptrolle ist Michelle Yeoh zu sehen. Sie spielt die in mehreren Dimensionen existierende Evelyn Wang.[6] In weiteren Rollen sind Ke Huy Quan als Evelyns Ehemann Waymond, James Hong als ihr Vater, Stephanie Hsu als ihre Tochter Joy und deren Entität Jobu Tupaki, Jenny Slate als eine ihrer Kundinnen und Harry Shum Jr. als Chad zu sehen.[7] Jamie Lee Curtis spielt die Steuerfahnderin Deirdre Beaubeirdra.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Detlef Gieß und der Dialogregie von Reinhold Kospach im Auftrag der Lylo Media Group, Berlin.[8]

Dreharbeiten und Filmschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden unter anderem in der Stadt Simi Valley ungefähr 60 km nordwestlich vom Zentrum von Los Angeles statt. Das im Film gezeigte Gebäude der Bundessteuerbehörde ist eigentlich ein dort befindliches Bürogebäude.[9] Wie bei Swiss Army Man arbeiteten Kwan und Scheinert für den Film mit Kameramann Larkin Seiple zusammen, der ebenfalls Absolvent des Emerson College ist, und wie bei Scheinerts The Death of Dick Long und einigen Musikvideos des Regisseurduos mit Paul Rogers als Filmeditor. Für Szenen, in denen sich Evelyn Wang im Filmstar-Universum befindet, verwendete dieser teilweise Archivmaterial von Michelle Yeoh während ihrer früheren Auftritte auf dem Roten Teppich.[10]

Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik komponierte das in Los Angeles ansässige Multiinstrumentalisten-Trio Son Lux.[11] Das erste Stück des Albums mit dem Titel This is a Life. wurde am 8. März 2022 im Rahmen der Today on The Zane Lowe Show erstmals vorgestellt und am gleichen Tag veröffentlicht.[12] Das komplette Soundtrack-Album mit insgesamt 49 Musikstücken wurde am 8. April 2022 von A24 Music als Download veröffentlicht.[13]

Der erste Trailer wurde Mitte Dezember 2021 veröffentlicht.[14] Der Film eröffnete am 11. März 2022 das South by Southwest Film Festival[15] und kam am 25. März 2022 in die US-Kinos.[11] Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 28. April 2022.[16] Anfang Juli 2022 wird der Film beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary im Rahmen der Midnight Screenings gezeigt.[17]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. In der Freigabebegründung heißt es, der rasant inszenierte Film enthalte zahlreiche Kampfszenen mit teils drastischen Gewaltdarstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren seien allerdings in der Lage, den Film als vollkommen realitätsferne Science-Fiction-Geschichte zu erkennen und die gewaltsamen Szenen entsprechend einzuordnen.[18]

Kritiken und Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte 96 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 8,7 von 10 möglichen Punkten.[19] Auf Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 82 von 100 möglichen Punkten.[20]

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Es handelt sich bei Everything Everywhere All at Once um Dan Kwans und Daniel Scheinerts zweiten gemeinsamen Film nach Swiss Army Man

David Ehrlich von IndieWire schreibt, es sei Michelle Yeohs monumentale Leistung, die das Multiversum zusammenhalte. Evelyn bewege sich fließend zwischen den Welten, was es Yeoh ermögliche, in Rollen zu glänzen, die ihre besten sind, zuerst nacheinander und später alle gleichzeitig. Ihre Leistung als ultimative Everywoman sei einzigartig, weil sie ihre vielen Talente in diesem Film gut zusammenbringen könne. Das gesamte zweite Kapitel des Films entfalte sich wie eine exponentiell komplexere Version der Erinnerungsjagd aus Being John Malkovich, so Ehrlich, oft erinnere er aber auch an einige Filme aus dem Jahr 1999, so Magnolia und Fight Club. Mit diesem so großen Multiversum hätten Dan Kwan und Daniel Scheinert etwas wirklich Besonderes geschaffen, nämlich einen Film, der die unbegrenzten Möglichkeiten seines Mediums feiert, und einen Film, der die Kleinheit unseres Lebens mit der Unendlichkeit dessen Potenzials versöhnt. In Everything Everywhere All at Once gehe es darum, etwas zu finden, an dem man sich inmitten des Vergessens festhalten kann. Die Musik von Son Lux bringe ein gewisses Maß an Harmonie in das Chaos.[2]

Michael Ranze vom Filmdienst schreibt in seiner Kritik, erschöpft lasse man die Ideenflut in diesem sorgsam geplanten Chaos an sich vorbeiziehen. Er bemerkt, dass jedes Universum seinen eigenen Look und seine eigene Atmosphäre hat, die Kampfszenen perfekt inszeniert seien, und jede Einstellung, jeder Sound-Effekt und jeder visuelle Gag dort stehe, wo ihn die Regisseure haben wollen. Die Kakophonie an akustischen und visuellen Eindrücken, die vom Ideenreichtum der Macher zeugt, verleihe dem Film eine frenetische Hyperaktivität, und in seiner Kompliziertheit sei der Film nur schwer zu greifen: „Irritiert sucht man nach Orientierung und findet Halt in Einzelaspekten, zum Beispiel in Michelle Yeoh als Zentrum des Films, um das sich alles dreht.“ Im Kern gehe es in diesem Film um eine Mutter, die das Scheitern des amerikanischen Traums beklagt und gleichzeitig lernen muss, ihre Tochter loszulassen.[3]

Die weltweiten Einnahmen aus Kinovorführungen belaufen sich auf 83,5 Millionen US-Dollar.[21] Damit wurde er zum umsatzstärksten Film der Filmproduktionsgesellschaft und -verleih A24.[22] In Deutschland verzeichnet der Film 120.960 Besucher.[23]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

South by Southwest Film Festival 2022

  • Auszeichnung mit dem Editing Award (Paul Rogers)[24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Everything Everywhere All at Once. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 212983/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b David Ehrlich: 'Everything Everywhere All at Once' Review: 'The Matrix' Meets the Multiverse in Daniels’ Instant Classic. In: IndieWire, 11. März 2022.
  3. a b Michael Ranze: Everything Everywhere All at Once. In: Filmdienst. Abgerufen am 15. April 2022.
  4. Zack Sharf: Daniels’ 'Swiss Army Man' Follow-Up 'Everything Everywhere All at Once' to Open SXSW 2022. In: indiewire.com, 8. Dezember 2021.
  5. Everything Everywhere All at Once. In: filmstarts.de. Abgerufen am 15. Dezember 2021.
  6. Everything Everywhere All At Once: Multiverse-Filmtrailer von A24. In: serienjunkies.de. Abgerufen am 18. Dezember 2021.
  7. Petrana Radulovic: Everything Everywhere All At Once stars Michelle Yeoh at the epicenter of the multiverse. In: polygon.com, 14. Dezember 2021.
  8. https://www.synchronkartei.de/film/52689
  9. Mia Galuppo: 'Everything Everywhere All at Once' Directors on Shaping Action Sequences With Michelle Yeoh. In: The Hollywood Reporter, 24. März 2022.
  10. Edward Douglas: Everything Everywhere All at Once Editor Paul Rogers on the Importance of Experimentation. In: btlnews.com, 28. April 2022.
  11. a b Son Lux Scoring Daniel Kwan’s & Daniel Scheinert’s 'Everything Everywhere All at Once'. In: filmmusicreporter.com, 3. Januar 2022.
  12. https://www.theilluminerdi.com/2022/03/08/everything-everywhere-soundtrack/
  13. 'Everything Everywhere All at Once' Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 8. März 2022.
  14. Shawnee Haas: 'Everything Everywhere All at Once' Trailer Reveals A24’s Multiverse Action Film Starring Michelle Yeoh. In: collider.com, 14. Dezember 2021.
  15. 'Everything Everywhere all at Once' to open SXSW Film Fest. In: go.com, 8. Dezember 2021.
  16. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 28. April 2022.
  17. Midnight Screenings. In: kviff.com. Abgerufen am 17. Juni 2022.
  18. https://www.spio-fsk.de/?seitid=2737&tid=469&Vers=1&FGID=6257
  19. Everything Everywhere All at Once. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 16. Mai 2022.
  20. Everything Everywhere All at Once. In: Metacritic. Abgerufen am 10. April 2022.
  21. Everything Everywhere All at Once. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 14. Juni 2022.
  22. Anthony D'Alessandro: ‘Everything Everywhere All At Once’ Becomes A24’s Highest-Grossing Movie At Global Box Office. In: Deadline. 9. Juni 2022, abgerufen am 12. Juni 2022.
  23. Top 100 Deutschland 2022. In: insidekino.com. Abgerufen am 14. Juni 2022.
  24. Ryan Lattanzio: SXSW Unveils 2022 Award Winners for Feature Film, Shorts, Episodic, and More. In: indiewire.com, 16. März 2022.