Wœrth

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Dieser Artikel beschreibt die elsässische Gemeinde Wœrth. Ein Artikel über den französischen Politiker findet sich unter Éric Woerth, weitere Bedeutungen unter Wörth.
Wœrth
Wappen von Wœrth
Wœrth (Frankreich)
Wœrth
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 56′ N, 7° 45′ OKoordinaten: 48° 56′ N, 7° 45′ O
Höhe 160–242 m
Fläche 6,47 km²
Einwohner 1.753 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 271 Einw./km²
Postleitzahl 67360
INSEE-Code
Website www.woerth.fr

Sauer in Wœrth
St. Laurent

Wœrth (deutsch Wörth an der Sauer) ist eine französische Gemeinde mit 1753 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Arrondissement Haguenau-Wissembourg, zum Kanton Reichshoffen und zum Gemeindeverband Sauer-Pechelbronn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wœrth liegt an der Sauer am Fuß des zum südlichen Pfälzerwald gehörenden Hochwaldes, etwa 23 Kilometer südwestlich von Wissembourg. Das Gemeindegebiet von Wœrth ist Teil des Regionalen Naturparks Nord-Vogesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren von Lichtenberg kauften Schloss, Stadt und Mühle Wörth (historisch auch: Nieder-Wörth[1]) 1308 von den Wildgrafen von Kirchberg (Kyrburg).[2] In der Herrschaft Lichtenberg war es dem Amt Wörth zugeordnet[3], das im 13. Jahrhundert entstanden war und dessen „Hauptstadt“ es am Ende des 14. Jahrhunderts wurde.[4] 1330 erhielt Wörth das Stadtrecht, und zwar das von Hagenau.[5] 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Die Stadt fiel dabei an Ludwig III. von Lichtenberg, der die jüngere Linie des Hauses begründete.[6]

Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, wurde das Erbe zwischen seinen beiden Nichten, Anna und Elisabeth, geteilt. Anna hatte Graf Philipp IV. von Hanau (1514–1590) geheiratet, Elisabeth von Lichtenberg (* 1444; † 1495) Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Amt Wörth und Stadt Wörth kamen bei der Teilung zu Zweibrücken-Bitsch.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 kam es zu einem weiteren Erbfall, der das Amt Wörth zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits durch Hanau-Lichtenberg regierte, Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg. Philipp V. von Hanau-Lichtenberg führte in den ererbten Gebieten sofort die Reformation durch, die wie sein übriges Herrschaftsgebiet nun lutherisch wurden.

Graf Philipp V. von Hanau-Lichtenberg richtete in der Stadt 1588 die erste Münze seiner Grafschaft ein.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam Wörth unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch Wörth – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Amt Wörth Bestandteil Frankreichs und in den folgenden Verwaltungsreformen aufgelöst.

Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort durch die Schlacht bei Wörth zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges am 6. August 1870. An diese Schlacht, die in Frankreich als Bataille de Frœschwiller-Wœrth bekannt ist und die etwa 20.000 Tote forderte, erinnert im Ort ein Museum. In Deutschland sind bis heute in vielen Städten Straßen nach Wörth benannt. Die Erinnerung an diese für die Deutschen siegreiche Schlacht hatte früher eine wichtige Bedeutung in der Erinnerung an die deutsche Einigung von 1871. Vor allem westlich von Wörth, an den Straßen nach Fröschweiler und Elsasshausen, befinden sich zahlreiche Kriegsdenkmäler, die an die deutschen und französischen Opfer der Schlacht erinnern.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[7] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2013
Einwohner 774 1335 1475 1741 1710 1626 1670 1814 1753

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wœrth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 115.
  2. Eyer, S. 57f, 115.
  3. Eyer, S. 238.
  4. Eyer, S. 115.
  5. Eyer, S. 228f.
  6. Eyer, S. 79f.
  7. Matt, S. 7.