Groß Köris

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Groß Köris führt kein Wappen
Groß Köris
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Köris hervorgehoben
Koordinaten: 52° 10′ N, 13° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Schenkenländchen
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 68,04 km²
Einwohner: 2253 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15746
Vorwahl: 033766
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 192
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 9
15755 Teupitz
Bürgermeister: Marco Kehling (CDU)
Lage der Gemeinde Groß Köris im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Die evangelische Kirche

Groß Köris ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie wird vom Amt Schenkenländchen verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Schulzensee, Zemminsee, Großen und Kleinen Moddersee, der Ortsteil Klein Köris am Klein Köriser See.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Hauptsatzung gehören zur Gemeinde Groß Köris der Ortsteil Löpten und der Gemeindeteil Klein Köris[2] sowie die Wohnplätze Am Pätzer See, Am Rohga, Forsthaus Buschmeierei, Forsthaus Löpten, Hammer, Löpten-Nord, Löpten-Süd, Neubrück, Rankenheim und Wilhelminenhofer Weg[3].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein Köris wurde am 1. März 1970 nach Groß Köris eingemeindet,[4] Löpten kam am 26. Oktober 2003 hinzu.[5]

In der Nähe von Klein Köris am Hölzernen See befand sich zu DDR-Zeiten das Zentrale PionierferienlagerEnver Hodscha“. Trägerbetrieb war der VEB Elektrokohle Berlin-Lichtenberg.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 384
1890 455
1910 685
1925 886
1933 928
1939 1 048
1946 1 290
1950 1 425
1964 1 393
1971 2 117
Jahr Einwohner
1981 1 889
1985 1 874
1989 1 769
1990 1 747
1991 1 691
1992 1 691
1993 1 691
1994 1 695
1995 1 708
1996 1 765
Jahr Einwohner
1997 1 781
1998 1 800
1999 1 803
2000 1 863
2001 1 865
2002 1 834
2003 2 197
2004 2 120
2005 2 248
2006 2 247
Jahr Einwohner
2007 2 271
2008 2 334
2009 2 340
2010 2 326
2011 2 224
2012 2 209
2013 2 209
2014 2 243

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

Partei / Organisation Sitze
CDU 4
Bürgerbündnis Köris 2
Alternative für Köris 1
SPD 1
Feuerwehr Groß Köris 1
Die Linke 1
Bürgerbewegung Löpten 1
FDP 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marco Kehling (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 83,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

Bürgerinitiativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BI für Errichtung und Ausbau von Schallschutzwänden an der Autobahn
  • BI gegen den geplanten Trassenverlauf durch das Ortsgebiet
  • BI „Keine Erdgasverdichteranlage in Groß Köris und im Naturpark Dahme-Heideseen“
  • BI Plattform OPAL-SO-NICHT

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Groß Köris und in der Liste der Bodendenkmale in Groß Köris stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Zugbrücke
  • Handbetriebene Zugbrücke zwischen dem Großen Moddersee und Schulzensee. Als Theodor Fontane um 1900 Groß Köris mit dem Segelboot „Sphinx“ passierte, beschrieb er mit wahrer Begeisterung die Zugbrücke.[11] 1860 wurde bereits ein Brückenwärterhäuschen in einem historischen Ortslexikon erwähnt. Das Gebäude nutzte im 20. Jahrhundert ein Förster. Die Brücke wurde im April 1945 von deutschen Soldaten gesprengt. Anschließend gab es bis in die 1950er Jahre eine Notbrücke, die von Fußgängern genutzt wurde. 1958 entstand die Zugbrücke, die bis 1977 von Hand betrieben wurde.[12]
  • Christuskirche im Heimatstil, die von Georg Büttner geplant und zwischen 1914 und 1916 von Hans Palm erbaut wurde.
  • Das Spritzenhaus wurde vermutlich im Jahr 1858 erbaut und diente als Aufbewahrungsort für eine Wasserdruckpumpe und eine Spritze. 2003 restaurierten Einwohner das Bauwerk.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Germanische Siedlung in Klein Köris: Bei Erdarbeiten stießen Archäologen im Jahr 1976 auf die Reste einer Siedlung, die vom 2. bis 5. Jahrhundert bestand. Durch einen hohen Grundwasserspiegel waren viele hölzerne Gegenstände und Konstruktionen in einem guten Erhaltungszustand. Sie konnten bis 1995 gesichert werden. Gebäude, Brunnen und andere Einrichtungen wurden an originalen Standorten wieder aufgebaut. Das Museumsdorf wird vom Freilichtmuseum Germanische Siedlung Klein Köris e.V. betrieben

Drachenbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drachenbaum in Klein Köris

Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges wollte die Bevölkerung in Klein Köris wie in anderen Orten eine Friedenseiche pflanzen. Da sie sich über den Standort nicht einigen konnten, pflanzte eine Gruppe einen Baum an einen Platz an der Schule und eine weitere Gruppe einen weiteren Baum vor dem Spritzenhaus. Die Eiche an der Schule wurde zur „offiziellen“ Friedenseiche erklärt. Der zweite Baum wuchs jedoch stärker, bis er in den 1990er Jahren aus Altersgründen gefällt werden musste. Aus dem Holz schufen die Motorsägenkünstler Thomas Hartmann, Gilbert Biek, Lorenz Tacke, Edgar Krieg und Christian Wehner den Drachenbaum, der an die seit 2003 stattfindenden Drachenbootrennen erinnert.

Naturschutzgebiet und Seen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Groß Köris befinden sich die Wustrickwiesen, die zum Naturschutzgebiet Löptener Fenne–Wustrickwiesen gehören. Die Wiese befindet sich im Südosten der Gemeinde und wird östlich von der Bahnstrecke begrenzt. Sie ist von einem Wanderweg einsehbar, die in südöstlicher Richtung entlang des Naturschutzgebietes verläuft. Auf der Gemarkung der Gemeinde liegen weiterhin der Große und der Kleine Roßkardtsee sowie der Güldensee.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Backofenfest in Groß Köris wird alljährlich im Sommer der große Backofen angefeuert. Außerdem wird in jedem Jahr Fastnachten, Rosenbaum, Neptunfest, Herbstparty und Weihnachtsmarkt an den „drei Eichen“ gefeiert.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Teupitz/Groß Köris: Der Verein hat etwa 300 Mitglieder und ist in 7 unterschiedliche Abteilungen gegliedert: Fußball, Handball, Tischtennis, Tennis, Volleyball und zwei Gymnastikabteilungen
  • Fest- und Traditionsverein Groß Köris
  • Heimatverein Klein Köris
  • Freilichtmuseum Germanische Siedlung Klein Köris e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Plänen der Wingas (Gemeinschaftsunternehmen der BASF-Tochter Wintershall und der Gazprom) sollte die Trasse der deutschlandweit größten Erdgasleitung OPAL („Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung“) durch das Ortsgebiet verlegt werden und eine ca. 45.000–60.000 m² große Erdgasverdichteranlage auf dem Gemeindegebiet der Naturparksgemeinde Groß Köris und innerhalb des Naturparks Dahme-Heideseen verlegt werden. Diesem Projekt widersprachen die Gemeinde Groß Köris und die umliegenden Gemeinden. Insgesamt fünf Bürgerinitiativen wurden zwischen 2007 und 2008 gegen diese Vorhaben der Wingas gegründet und waren nach eineinhalb Jahren in allen ihren Hauptforderungen erfolgreich: Mit der am 1. März 2009 veröffentlichten „landesplanerischen Beurteilung“ des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg (MIR) wurde festgestellt, dass die von den Gemeinden Groß Köris, Schwerin und Bestensee sowie den Bürgerinitiativen abgelehnten Vorhaben der Wingas in der ursprünglich eingereichten Form nicht raumverträglich seien. Nun wird es keine Kompressoranlage und auch keine Ortsquerung der Gastrasse in Groß Köris geben.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Köris liegt direkt an der gleichnamigen Anschlussstelle (4) der Bundesautobahn 13 (BerlinDresden). Die Bundesstraße 179 (Königs WusterhausenMärkisch Buchholz) und die Landesstraße L 742 (Teupitz–Klein Köris) verlaufen durch das Gemeindegebiet.

Der Bahnhof Groß Köris befindet sich an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz und wird von der Regionalbahnlinie RB 24 (Eberswalde–Berlin–Senftenberg) bedient.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[13] 1 358 1 353 1 369 1 399 1 363 1 377 1 394
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 598 580 585 601 613 623 631

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Groß Köris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Groß Köris vom 2. März 2009 PDF bzw. 2. Nachtragssatzung zur Hauptsatzung der Gemeinde Groß Köris vom 12. September 2011 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  11. http://www.zeno.org/Literatur/M/Fontane,+Theodor/Reisebilder/Wanderungen+durch+die+Mark+Brandenburg/Spreeland/Die+wendische+Spree/An+Bord+der+%C2%BBSphinx%C2%AB
  12. Informationstafel an der Zugbrücke, Inaugenscheinnahme im September 2015.
  13. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3