Heideblick

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heideblick
Heideblick
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heideblick hervorgehoben
Koordinaten: 51° 48′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 166,57 km²
Einwohner: 3666 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15926
Vorwahlen: 035454, 035455, 03544
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 219
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Luckauer Str. 61
15926 Heideblick
Webpräsenz: www.heideblick.de
Bürgermeister: Frank Deutschmann (parteilos)
Lage der Gemeinde Heideblick im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Heideblick ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg). Sie entstand 1997 durch den Zusammenschluss von zunächst vier Gemeinden. Diesem Zusammenschluss folgten bis 2003 auch die übrigen sieben Gemeinden des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Heideblick, das 2003 aufgelöst wurde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heideblick liegt im unteren Spreewald, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Cottbus und direkt westlich von Luckau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Heideblick sind laut Hauptsatzung[2] 14 Ortsteile ausgewiesen:

Dazu kommen noch die Wohnplätze: Alte Ziegelei, Andreasmühle, Bergschänke, Drauschemühle, Kleine Mühle, Konstantinshorst, Möbiusmühle, Obermühle, Poltermühle, Rungemühle, Schäferei Karlshof, Teiselsmühle, Untermühle und Villa Waldhaus.[4]

Geschichte und Amt Heideblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Gemeinde Heideblick ist bis 1997 die Geschichte der Einzelgemeinden. Viele der Einzelgemeinden Heideblicks haben sich aus Rittergütern entwickelt, die zwischen 1200 und 1400 als Kernpunkte der Besiedlung dienten. Der Ortsteil Falkenberg gehört sogar zu den ältesten bekannten Siedlungen in der Mark Brandenburg (erste urkundliche Erwähnung: 1207).

Im Rahmen der Ämterbildung 1992 im Land Brandenburg schlossen sich zehn Gemeinden im damaligen Kreis Luckau zum Amt Heideblick zusammen. Per Erlass wurde auch die Gemeinde Weißack zugeordnet.[6] Der Minister des Innern des Landes Brandenburg erteilte am 19. August 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Heideblick.[6] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 28. August 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Langengrassau:

  1. Bornsdorf
  2. Falkenberg
  3. Gehren
  4. Goßmar
  5. Langengrassau
  6. Pitschen-Pickel
  7. Walddrehna
  8. Waltersdorf
  9. Wüstermarke
  10. Beesdau
  11. Riedebeck

Am 31. Dezember 1997 schlossen sich die Gemeinden Bornsdorf und Weißack zur neuen Gemeinde Berstequell zusammen.[7] Zum 31. Dezember 1997 folgte der Zusammenschluss der Gemeinden Gehren, Langengrassau, Waltersdorf und Wüstermarke zur neuen Gemeinde Heideblick.[8]

Zum 31. Dezember 2001 schlossen sich die Gemeinden Beesdau, Berstequell, Falkenberg, Goßmar, Heideblick und Pitschen-Pickel zur neuen Gemeinde Heideblick zusammen.[9] Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Brandenburg wurde die Gemeinde Walddrehna zum 26. Oktober 2003 per Gesetz in die Gemeinde Heideblick eingegliedert. Das Amt Heideblick wurde aufgelöst, die Gemeinde Heideblick wurde amtsfrei.[10]

Im November 2011 wurde ein Beitritt der Gemeinde Heideblick zur Stadt Luckau abgelehnt.[11]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eingemeindungen in der Übersicht:

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beesdau 31. Dezember 2001
Berstequell 31. Dezember 2001
Bornsdorf 31. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Weißack zu Berstequell
Falkenberg 31. Dezember 2001
Gehren 31. Dezember 1997
Goßmar 31. Dezember 2001
Langengrassau 31. Dezember 1997
Neusorgefeld 1. Januar 1961 Eingemeindung nach Walddrehna
Pickel 14. April 1966 Zusammenschluss mit Pitschen zu Pitschen-Pickel
Pitschen 14. April 1966 Zusammenschluss mit Pickel zu Pitschen-Pickel
Pitschen-Pickel 31. Dezember 2001
Riedebeck 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Goßmar
Schwarzenburg 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Walddrehna
Walddrehna 26. Oktober 2003
Waltersdorf 31. Dezember 1997
Wehnsdorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Walddrehna
Weißack 31. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Bornsdorf zu Berstequell
Wüstermarke 31. Dezember 1997

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1997 1.746
1998 1.766
1999 1.761
2000 1.750
2001 3.523
2002 3.488
2003 4.487
Jahr Einwohner
2004 4.401
2005 4.320
2006 4.222
2007 4.172
2008 4.088
2009 4.059
2010 3.974
Jahr Einwohner
2011 3.834
2012 3.747
2013 3.679
2014 3.679

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[12][13] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Heideblick besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[14]

  • Allgemeine Wählergemeinschaft Heideblick: 5 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • Wählergemeinschaft Süd/FDP: 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Wählergemeinschaft Wehnsdorf: 1 Sitz
  • Falkenberger Wählergemeinschaft: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Deutschmann (parteilos) wurde in der Bürgermeisterstichwahl vom 26. Februar 2012 mit 56,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 49,8 %).[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 2. Dezember 2003 genehmigt.

Blasonierung: „Innerhalb eines mit 11 grünen Lindenblättern belegten goldenen Schildbordes in Grün drei zur Garbe gebundene goldene Kornähren.“[16]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Beesdau um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Dorfkirche Pitschen-Pickel

In der Liste der Baudenkmale in Heideblick und in der Liste der Bodendenkmale in Heideblick stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Bodendenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Ortsteils Walddrehna liegt ein ungewöhnlicher Kirchenbau: es handelt sich dabei um eine kleine Kirche aus dem 13. Jahrhundert, der eine nach drei Seiten hin offene Vorhalle als Glockenträger mit massivem Kegelhelm aus Backstein angefügt wurde. Diese hohen Spitzbogenarkaden ruhen auf zwei aus Feldstein gemauerten Rundpfeilern, die von einigen Historikern als Überreste einer vorchristlichen Weihestätte angesehen werden. Diese Meinung ist allerdings sehr umstritten. Der Turm, die Apsis und die im gotischen Stil erweiterten Fenster- und Türöffnungen stammen aus der Zeit der Hussitenkriege.

Die Dorfkirche Pitschen ist eine Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert mit einer Patronatsloge aus dem Jahr 1675. Im Innern befindet sich ein Kanzelaltar mit einem Aufsatz aus dem Jahr 1684 sowie ein Kanzelkorb aus 1725/1726.

Zusätzlich findet sich in Falkenberg eine Bockwindmühle aus dem Jahr 1853.

Steinkreuz in Waltersdorf

Im Ortsteil Waltersdorf befindet sich am südlichen Ortsrand an der Weggabelung Gehren-Bahnhof ein Sühnekreuz aus Sandstein.[17]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Wüstermarke befindet sich das Freilichtmuseum Höllberghof. Das Museum zeigt einen typischen Bauernhof um 1800. Im Freigelände finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Besucher erwartet eine rustikale Küche im hofeigenen Restaurant. Im Ortsteil Schwarzenburg befindet sich ein Schulmuseum, welches nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden kann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heideblick lebt heutzutage in erster Linie von Landwirtschaft und Tourismus. Ein ehemaliger Braunkohleabbau ist nicht mehr in Betrieb. Die örtliche Wirtschaft bedient in erster Linie lokale Bedürfnisse.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorisierung in Heideblick 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[18] 2.488 2.466 2.443 2.456 2.455 2.439 2.412
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 596 603 602 618 640 651 656

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heideblick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Heideblick vom 15. Dezember 2008 (PDF)
  3. a b c d e f g h Ortsnamen Niederlausitz
    Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228
  4. a b c d e Gemeinde Heideblick Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  5. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 250
  6. a b Bildung der Ämter Lieberose, Wahrenbrück, Britz-Chorin, Barnim-Nord, Falkenberg-Höhe, Wusterwitz und Heideblick. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 19. August 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 69, 16. September 1992, S. 1278–80.
  7. Neubildung der Gemeinde Berstequell aus den bisherigen Gemeinden Bornsdorf und Weißack (Amt Heideblick). Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Oktober 1997. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 46, 19. November 1997, S. 942.
  8. Zusammenschluss der Gemeinden Gehren, Langengrassau, Waltersdorf und Wüstermarke (Amt Heideblick) zu der neuen Gemeinde Heideblick. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 5. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 52, 30. Dezember 1997, S. 1012/3.
  9. Bildung einer neuen Gemeinde Heideblick. (PDF) Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 13. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 52, Potsdam, 27. Dezember 2001, S. 898
  10. Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 93
  11. Amtsblatt der Gemeinde Heideblick, 14. Dezember 2011 (PDF; 5,36 MB)
  12. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald (PDF) S. 18–21
  13. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014 (PDF)
  14. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  15. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl vom 26. Februar 2012
  16. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  17. Dietrich Neuber, Günter Wetzel: Steinkreuze Kreuzsteine Inventar Bezirk Cottbus. Cottbus 1982.
  18. Statistik Fz3. Kraftfahrt-Bundesamt