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Großer Preis von Italien 1995

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Großer Preis von Italien 1995
Renndaten
12. von 17 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1995
Streckenprofil
Name: Pioneer 66º Gran Premio d’Italia
Datum: 10. September 1995
Ort: Monza
Kurs: Autodromo Nazionale di Monza
Länge: 309,202 km in 53 Runden à 5,834 km
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes Konigreich David Coulthard Vereinigtes Konigreich Williams-Renault
Zeit: 1:24,462 min
Schnellste Runde
Fahrer: Osterreich Gerhard Berger Italien Ferrari
Zeit: 1:26,419 min (Runde 24)
Podium
Erster: Vereinigtes Konigreich Johnny Herbert Italien Benetton-Renault
Zweiter: Finnland Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes
Dritter: Deutschland Heinz-Harald Frentzen Schweiz Sauber-Ford

Der Große Preis von Italien 1995 (offiziell Pioneer 66º Gran Premio d’Italia) fand am 10. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das zwölfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1995.

Nach dem Großen Preis von Belgien führte Michael Schumacher in der Fahrerwertung mit 15 Punkten vor Damon Hill und mit 34 Punkten vor Jean Alesi. In der Konstrukteurswertung führte Benetton-Renault mit zehn Punkten vor Williams-Renault und mit 27 Punkten vor Ferrari.

Mit Hill (zweimal) und Gerhard Berger (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Vor dem Rennen fanden zwei Trainingseinheiten statt: Die erste am Freitagmorgen und die zweite am Samstagmorgen.

Das erste freie Training gewann Alesi mit einer Zeit von 1:30,218 Minuten vor Johnny Herbert und David Coulthard.[1]

Im zweiten freien Training war Alesi erneut mit einer Zeit von 1:25,133 Minuten der Schnellste vor Coulthard und Berger.[1]

Das Qualifying fand in zwei Abschnitten statt, die jeweils beste Zeit entschied über die Startposition.

Sowohl im ersten Qualifyingsegment (Q1) als auch im zweiten Segment (Q2) war Coulthard jeweils der Schnellste und sicherte sich somit Pole-Position. Für ihn war es die zweite der Saison und die zweite seiner Karriere. Ihm folgten Schumacher und Berger.[2]

Die Fahrer gingen am Sonntagmorgen zu einem 30-minütigen Warm-up auf die Strecke. Alesi war Schnellster vor Coulthard und Berger.[1]

Pole-Setter Coulthard drehte sich in der Einführungsrunde am Ausgang der Ascari-Schikane und schied anschließend in der Boxengasse aus, da sein Auto nicht mehr fahrbereit war als der Rest des Feldes zur Startaufstellung fuhr. Das Rennen wurde jedoch nach einer Kollision in der ersten Runde an derselben Stelle (auf Coulthard´s Staub, den er beim Versuch, wieder auf die Strecke zurückzufahren, mitbrachte) abgebrochen. Massimiliano Papis, Jean-Christophe Boullion, Roberto Moreno und Andrea Montermini waren bei dem Unfall beteiligt und blockierten die Strecke so, dass niemand mehr durchkam.

Coulthard konnte den Neustart dann erneut von der Pole aus starten (im eigentlich für Hill abgestimmte Ersatzwagen), während Moreno und Montermini mangels Ersatzwagen am Neustart nicht teilnehmen konnten.

Coulthard führte bis zur 13. Runde als ein Radlager ausfiel und er aufgeben musste. Berger übernahm die Führung. Dahinter hatten Hill und Schumacher ihre zweite große Kollision der Saison nach dem Großen Preis von Großbritannien. Als Hill versuchte, Taki Inoue zu überrunden, prallte er beim Anbremsen für die zweite Schikane in das Heck von Schumacher, was dazu führte, dass beide aufgeben mussten. Schumacher rannte zum Auto von Hill, um sich diesem zu stellen, während der britische Fahrer in seinem Cockpit saß. Schumacher wurde aber sofort von den Streckenposten weggezogen. Später entschuldigte er sich bei Hill, als Inoue zugab, dass der Vorfall seine Schuld war, da er beim Überholen von Schumacher vor Hill gerutscht war, was Hill dazu veranlasste, auszuweichen und versehentlich in das Heck von Schumachers Auto zu fahren. Hill wurde daraufhin wegen seiner Beteiligung an der Kollision für ein Rennen auf Bewährung gesperrt.

Nach den Boxenstopps lagen die Ferrari auf den Plätzen eins und zwei, doch beim Heimspiel kam es zum Drama: Erst fiel vom Auto des Franzosen Alesi eine TV-Kamera ab und zerschlug die Aufhängung des Teamkollegen. Sieben Runde führte Alesi noch - bis ein nicht richtig festgezogenes Rad die Tragödie perfekt machte.[3] Alesi schied wie im Vorjahr ebenfalls in Führung liegend aus. Diese Reihe von Ausfällen bescherte Herbert seinen zweiten Sieg und Mika Häkkinen und Heinz-Harald Frentzen die bisher besten Ergebnisse ihrer Karriere. Außerdem war es der erste Podiumsplatz für das Sauber-Team in der Formel 1. Papis war auf dem Weg zu seinem ersten Punkteergebnis, bis er in der letzten Runde von Boullion überholt wurde.[4]

In der Fahrerwertung blieb Schumacher vor Hill. Dritter war nun Herbert, welcher an Alesi vorbeizog. In der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.

TeamNr.FahrerChassisMotorReifen
 Mild Seven Benetton Renault 1  Michael Schumacher Benetton B195 Renault 3.0 V10 G
2  Johnny Herbert
 Nokia Tyrrell Yamaha 3  Ukyō Katayama Tyrrell 023 Yamaha 3.0 V10 G
4  Mika Salo
 Rothmans Williams Renault 5  Damon Hill Williams FW17 Renault 3.0 V10 G
6  David Coulthard
 Marlboro McLaren Mercedes 7  Mark Blundell McLaren MP4/10B Mercedes-Benz 3.0 V10 G
8  Mika Häkkinen
 Footwork Hart 9  Massimiliano Papis Footwork FA16 Hart 3.0 V8 G
10  Taki Inoue
 Total Jordan Peugeot 14  Rubens Barrichello Jordan 195 Peugeot 3.0 V10 G
15  Eddie Irvine
 Pacific Grand Prix Ltd 16  Giovanni Lavaggi Pacific PR02 Ford ED 3.0 V8 G
17  Andrea Montermini
 Parmalat Forti Ford 21  Pedro Diniz Forti FG01 Ford ED 3.0 V8 G
22  Roberto Moreno
 Minardi Scuderia Italia 23  Pedro Lamy Minardi M195 Ford EDM 3.0 V8 G
24  Luca Badoer
 Ligier Gitanes Blondes 25  Martin Brundle Ligier JS41 Mugen-Honda 3.0 V10 G
26  Olivier Panis
 Scuderia Ferrari SpA 27  Jean Alesi Ferrari 412T2 Ferrari 3.0 V12 G
28  Gerhard Berger
 Red Bull Sauber Ford 29  Jean-Christophe Boullion Sauber C14 Ford Zetec-R 3.0 V8 G
30  Heinz-Harald Frentzen

Klassifikationen

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Pos. Fahrer Konstrukteur Q1 Q2 Start
1  David Coulthard  Williams-Renault 1:25,516 1:24,462 1
2  Michael Schumacher  Benetton-Renault 1:26,098 1:25,026 2
3  Gerhard Berger  Ferrari 1:25,904 1:25,353 3
4  Damon Hill  Williams-Renault 1:25,912 1:25,699 4
5  Jean Alesi  Ferrari 1:26,323 1:25,707 5
6  Rubens Barrichello  Jordan-Peugeot 1:26,981 1:25,919 6
7  Mika Häkkinen  McLaren-Mercedes 1:28,895 1:25,920 7
8  Johnny Herbert  Benetton-Renault 1:26,631 1:26,433 8
9  Mark Blundell  McLaren-Mercedes 1:27,308 1:26,472 9
10  Heinz-Harald Frentzen  Sauber-Ford 1:27,245 1:26,541 10
11  Martin Brundle  Ligier-Mugen-Honda 1:29,200 1:27,067 11
12  Eddie Irvine  Jordan-Peugeot 1:27,573 1:27,271 12
13  Olivier Panis  Ligier-Mugen-Honda 1:28,418 1:27,384 13
14  Jean-Christophe Boullion  Sauber-Ford 1:30,997 1:28,741 14
15  Massimiliano Papis  Footwork-Hart keine Zeit 1:28,870 15
16  Mika Salo  Tyrrell-Yamaha 1:29,535 1:29,028 16
17  Ukyō Katayama  Tyrrell-Yamaha 1:31,399 1:29,287 17
18  Luca Badoer  Minardi-Ford 1:30,731 1:29,559 18
19  Pedro Lamy  Minardi-Ford 1:29,936 1:31,402 19
20  Taki Inoue  Footwork-Hart 1:30,632 1:30,515 20
21  Andrea Montermini  Pacific-Ford 1:32,121 1:30,721 21
22  Roberto Moreno  Forti-Ford 1:32,491 1:30,834 22
23  Pedro Diniz  Forti-Ford 1:32,540 1:32,102 23
24  Giovanni Lavaggi  Pacific-Ford 1:32,935 1:32,470 24
Pos.FahrerKonstrukteurRundenStoppsZeitStartSchnellste Runde
1  Johnny Herbert  Benetton-Renault 53 1 1:18:27,916 8 1:26,481 (28.)
2  Mika Häkkinen  McLaren-Mercedes 53 1 + 17,779 7 1:26,869 (26.)
3  Heinz-Harald Frentzen  Sauber-Ford 53 1 + 24,321 10 1:27,138 (22.)
4  Mark Blundell  McLaren-Mercedes 53 1 + 28,223 9 1:26,784 (51.)
5  Mika Salo  Tyrrell-Yamaha 52 2 + 1 Runde 16 1:28,795 (26.)
6  Jean-Christophe Boullion  Sauber-Ford 52 1 + 1 Runde 14 1:28,976 (49.)
7  Massimiliano Papis  Footwork-Hart 52 1 + 1 Runde 15 1:29,402 (22.)
8  Taki Inoue  Footwork-Hart 52 1 + 1 Runde 20 1:29,426 (49.)
9  Pedro Diniz  Forti-Ford 50 1 + 3 Runden 23 1:31,563 (17.)
10  Ukyō Katayama  Tyrrell-Yamaha 47 2 + 6 Runden 17 1:28,909 (41.)
 Jean Alesi  Ferrari 45 1 DNF 5 1:26,818 (21.)
 Rubens Barrichello  Jordan-Peugeot 43 1 DNF 6 1:26,970 (26.)
 Eddie Irvine  Jordan-Peugeot 40 1 DNF 12 1:27,472 (23.)
 Gerhard Berger  Ferrari 32 1 DNF 3 1:26,419 (24.)
 Luca Badoer  Minardi-Ford 26 1 DNF 18 1:29,175 (19.)
 Michael Schumacher  Benetton-Renault 23 0 DNF 2 1:26,969 (21.)
 Damon Hill  Williams-Renault 23 0 DNF 4 1:26,936 (19.)
 Olivier Panis  Ligier-Mugen-Honda 20 0 DNF 13 1:28,710 (20.)
 David Coulthard  Williams-Renault 13 0 DNF 1 1:26,936 (11.)
 Martin Brundle  Ligier-Mugen-Honda 10 0 DNF 11 1:29,424 (7.)
 Giovanni Lavaggi  Pacific-Ford 6 0 DNF 24 1:33,023 (4.)
 Pedro Lamy  Minardi-Ford 0 0 DNF 19
DNS  Andrea Montermini[# 1]  Pacific-Ford 21
DNS  Roberto Moreno[# 2]  Forti-Ford 22

Anmerkungen

  1. Montermini konnte aufgrund eines fehlenden Ersatzwagens nicht am Neustart teilnehmen.
  2. Moreno konnte aufgrund eines fehlenden Ersatzwagens nicht am Neustart teilnehmen.

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten sechs Fahrer eines Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 und 1 Punkt(e).

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Michael Schumacher Benetton-Renault 66
2  Damon Hill Williams-Renault 51
3  Johnny Herbert Benetton-Renault 38
4  Jean Alesi Ferrari 32
5  David Coulthard Williams-Renault 29
6  Gerhard Berger Ferrari 25
7  Heinz-Harald Frentzen Sauber-Ford 14
8  Mika Häkkinen McLaren-Mercedes 11
9  Mark Blundell McLaren-Mercedes 10
10  Rubens Barrichello Jordan-Peugeot 8
11  Olivier Panis Ligier-Mugen-Honda 8
12  Martin Brundle Ligier-Mugen-Honda 7
13  Eddie Irvine Jordan-Peugeot 6
14  Jean-Christophe Boullion Sauber-Ford 3
15  Mika Salo Tyrrell-Yamaha 2
16  Aguri Suzuki Ligier-Mugen-Honda 1
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
17  Gianni Morbidelli Footwork-Hart 1
18  Pierluigi Martini Minardi-Ford 0
19  Ukyō Katayama Tyrrell-Yamaha 0
20  Massimiliano Papis Footwork-Hart 0
21  Luca Badoer Minardi-Ford 0
22  Andrea Montermini Pacific-Ford 0
23  Taki Inoue Footwork-Hart 0
24  Pedro Lamy Minardi-Ford 0
25  Pedro Diniz Forti-Ford 0
26  Domenico Schiattarella Simtek-Ford 0
27  Nigel Mansell McLaren-Mercedes 0
28  Bertrand Gachot Pacific-Ford 0
29  Jos Verstappen Simtek-Ford 0
30  Karl Wendlinger Sauber-Ford 0
31  Roberto Moreno Forti-Ford 0
 Giovanni Lavaggi Pacific-Ford 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  Benetton-Renault[A 1] 94
2  Williams-Renault[A 1] 74
3  Ferrari 57
4  McLaren-Mercedes 21
5  Sauber-Ford 17
6  Ligier-Mugen-Honda 16
7  Jordan-Peugeot 14
Pos. Konstrukteur Punkte
8  Tyrrell-Yamaha 2
9  Footwork-Hart 1
10  Minardi-Ford 0
11  Pacific-Ford 0
12  Forti-Ford 0
13  Simtek-Ford 0

Anmerkungen

  1. 1 2 Benetton-Renault und Williams-Renault erhielten beim Großen Preis von Brasilien keine Konstrukteurspunkte (zehn bzw. sechs) wegen Verwendung nicht regelkonformen Treibstoffs.
Commons: Großer Preis von Italien 1995 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Standings. Abgerufen am 29. Juni 2023 (englisch).
  2. Großer Preis von Italien 1995 - Startaufstellung - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 29. Juni 2023.
  3. Fotostrecke: Technikdramen, die Rennsiege kosteten. Abgerufen am 29. Juni 2023.
  4. Großer Preis von Italien 1995 - Klassifikation - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 29. Juni 2023.