Großer Preis von Italien 1923

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Ferdinando Minoia bei Start-und-Ziel; bei seiner Fahrt zum vierten Gesamtrang

Der III. Große Preis von Italien fand am 9. September 1923 am Autodromo di Milano in Monza statt. Das Rennen hatte auch den AIACR-Ehrentitel Großer Preis von Europa.

Das Rennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Herstellern genügend Kontinuität für ihre Entwicklungsarbeit zu bieten, wird die 2-Liter-Formel bis 1925 verlängert. Benz & Cie. und Voisin verfolgen revolutionäre Konzepte im Rennwagenbau (Mittelmotor, Stromlinie und Monocoque), waren jedoch ohne Chancen gegen die neuen Kompressormotoren in den ansonsten konventionell gebauten Fiat-Rennwagen. Alfa Romeo zog das Team nach dem tödlichen Unfall von Ugo Sivocci im inoffiziellen Vortraining zurück, während Sunbeam nach dem überraschenden Erfolg beim Großen Preis Frankreich gar nicht erst antrat und auch Bugatti der Konfrontation mit den überlegenen Italienern aus dem Weg ging. Durch den Rückzug von Alfa Romeo kamen deren neuer Rennwagen, der P1, nie zu einem Grand-Prix-Einsatz. Dennoch waren 14 Wagen am Start. Drei Fiat, drei Benz, Voisin und Miller und zwei Rolland-Pilain. 14 Tage vor dem Rennen hatte Fiat-Werksfahrer Pietro Bordino im Training in Monza einen Überschlag, bei dem sein Beifahrer Enrico Giaccone ums Leben kam, der ursprünglich als Fahrer des dritten Autos vorgesehen war.[1] So kam Veteran Felice Nazzaro noch einmal zu einem Einsatz, während Bordino das Rennen mit einem gebrochenen Handgelenk in Angriff nehmen musste. Bordino führte zunächst bis er wegen Erschöpfung aufgeben musste, dann lange Zeit Nazzaro, bis dieser kurz vor Ende des Rennens an die Box musste, wodurch der Weg zum Sieg für Carlo Salamano frei wurde. Es war gleichzeitig der erste Sieg eines Wagens mit aufgeladenem Motor in einem bedeutenden Rennen. Der zweite Rang ging noch an Nazzaro, Dritter wurde Jimmy Murphy auf Miller vor zwei Benz. Murphy, der im Jahr davor auf einem Duesenberg das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis gewann, war der erste US-Amerikaner der beim Großen Preis von Italien aufs Podium fuhr.

Die Startnummern und somit die Startpositionen wurden ausgelost.

Meldeliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Fahrer Konstrukteur Fahrzeug Bemerkung
01 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Ferdinando Minoia Deutsches ReichDeutsches Reich Benz & Cie. Benz RH
02 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Pietro Bordino Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat Fiat 805
03 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Eugenio Silvani FrankreichFrankreich Voisin Voisin C6 Laboratoire
04 FrankreichFrankreich Albert Guyot FrankreichFrankreich Rolland-Pilain
05 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jimmy Murphy Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Miller Miller 122
06 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Antonio Ascari Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Alfa Romeo Alfa Romeo P1 nicht gestartet
07 Deutsches ReichDeutsches Reich Franz Hörner Deutsches ReichDeutsches Reich Benz & Cie. Benz RH
08 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Felice Nazzaro Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat Fiat 805
09 FrankreichFrankreich Henri Rougier FrankreichFrankreich Voisin Voisin C6 Laboratoire
10 FrankreichFrankreich Gaston Delalande FrankreichFrankreich Rolland-Pilain
11 Polen 1919Zweite Polnische Republik Louis Zborowski Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Miller Miller 122
12 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Giuseppe Campari Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Alfa Romeo Alfa Romeo P1 nicht gestartet
13 Deutsches ReichDeutsches Reich Willy Walb Deutsches ReichDeutsches Reich Benz & Cie. Benz RH
14 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Carlo Salamano Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat Fiat 805
15 FrankreichFrankreich André Lefèbvre FrankreichFrankreich Voisin Voisin C6 Laboratoire
16 ArgentinienArgentinien Martín de Álzaga Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Miller Miller 122
17 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Ugo Sivocci Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Alfa Romeo Alfa Romeo P1 tödlicher Unfall im Training

Rennergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pos. Nr. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Ausfallgrund
1 14 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Carlo Salamano Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat 80 5:27:38 h
2 08 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Felice Nazzaro Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat 80 5:28:02 h
3 05 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Jimmy Murphy Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Miller 80 5:32:51 h
4 01 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Ferdinando Minoia Deutsches ReichDeutsches Reich Benz 76 + 4 Runden
5 07 Deutsches ReichDeutsches Reich Franz Hörner Deutsches ReichDeutsches Reich Benz 71 nicht klassiert
6 16 ArgentinienArgentinien Martín de Álzaga Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Miller 60 nicht klassiert
DNF 04 FrankreichFrankreich Albert Guyot FrankreichFrankreich Rolland-Pilain 70
DNF 02 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Pietro Bordino Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Fiat 44 Fahrer erschöpft
DNF 10 FrankreichFrankreich Gaston Delalande FrankreichFrankreich Rolland-Pilain 30
DNF 15 FrankreichFrankreich André Lefèbvre FrankreichFrankreich Voisin 29
DNF 13 Deutsches ReichDeutsches Reich Willy Walb Deutsches ReichDeutsches Reich Benz 29
DNF 09 FrankreichFrankreich Henri Rougier FrankreichFrankreich Voisin 28
DNF 11 Polen 1919Zweite Polnische Republik Louis Zborowski Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Miller 15
DNF 03 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Eugenio Silvani FrankreichFrankreich Voisin 14 Mechanik

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adriano Cimarosti: Autorennen - Die Grossen Preise der Welt - Wagen, Strecken und Piloten von 1894 bis heute, Hallwag Verlag, Bern, 1986, ISBN 3-444-10326-3
  • Paul Sheldon: A Record of Grand Prix and Voiturette Racing, Vol. 1 - 13, St. Leonards Press, Bradford, 1987–2002

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großer Preis von Italien 1923 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Enrico Giaccone. www.motorsportmemorial.org, abgerufen am 18. Juni 2017 (englisch).