Handball-Weltmeisterschaft der Männer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Handball-Weltmeisterschaft der Männer
Logo
Voller Name IHF Men’s World Championship
Verband IHF
Erstaustragung 1938
Mannschaften 32
Spielmodus Rundenturnier

(8 Gruppen à 4 Teams)
(Daraus 4 Gruppen à 6 Teams) K.-o.-System (ab Viertelfinale)

Titelträger Danemark Dänemark (2)
Rekordsieger Frankreich Frankreich (6)
Website www.ihf.infoVorlage:InfoboxHandballwettbwerb/Wartung/Webseite

Die Handball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell IHF Men’s World Championship) ist ein Handballturnier zur Ermittlung der besten Handballnationalmannschaft der Welt. Veranstalter ist die International Handball Federation (IHF). Erstmals wurden 1938 Weltmeisterschaften für Männer im Feldhandball und im Hallenhandball ausgetragen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden die beiden Turniere wechselweise in unregelmäßigen Abständen, meist alle drei oder vier Jahre statt. Die letzte Feldhandball-Weltmeisterschaft wurde 1966 in Österreich ausgetragen. Seither wird ein Handball-Weltmeister nur noch in der Halle ermittelt. Seit 1993 wird das Turnier alle zwei Jahre veranstaltet.

Der aktuelle Handballweltmeister in der Halle ist Dänemark, das seinen ersten, 2019 gewonnenen Titel 2021 verteidigen konnte. Frankreich ist mit sechs Titeln Rekordweltmeister.

Die Turniere im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten Weltmeistertitel im Hallenhandball sicherte sich 1938 das damalige Deutsche Reich. Wiederaufgenommen wurden die Weltmeisterschaftsturniere erst wieder nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Bei der WM 1954 gewann Gastgeberland Schweden die Weltmeisterschaft. Bis zur Wende 1989 gelang es der Bundesrepublik einmal, den Weltmeistertitel zu erringen. Deutschland gewann zuletzt 2007 bei der im eigenen Land ausgetragenen Weltmeisterschaft den Titel. Dieser Titelgewinn unter Trainer Heiner Brand wurde in den Medien als „Wintermärchen“ bezeichnet. Mit insgesamt sechs Weltmeistertiteln, einem zweiten Platz und vier dritten Plätzen führt die französische Mannschaft die Rangliste im Männerhandball an.

Jahr Austragungsland 1. Platz (Weltmeister) Ergebnis 2. Platz 3. Platz
1938 Deutsches Reich NS Deutsches Reich Deutsches Reich NS Deutsches Reich 5:4 [A 1] OsterreichÖsterreich Österreich SchwedenSchweden Schweden
1954 Schweden Schweden SchwedenSchweden Schweden 17:14 Deutschland BR Deutschland Tschechoslowakei Tschechoslowakei
1958 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR SchwedenSchweden Schweden 22:12 Tschechoslowakei Tschechoslowakei Deutschland BR Deutschland
1961 Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland Rumänien 1952 Rumänien 9:8 n.2 V. Tschechoslowakei Tschechoslowakei SchwedenSchweden Schweden
1964 Tschechoslowakei Tschechoslowakei Rumänien 1952 Rumänien 25:22 SchwedenSchweden Schweden Tschechoslowakei Tschechoslowakei
1967 Schweden Schweden Tschechoslowakei Tschechoslowakei 14:11 Danemark Dänemark Rumänien 1965 Rumänien
1970 Frankreich Frankreich Rumänien 1965 Rumänien 13:12 n.2 V. Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien
1974 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR Rumänien 1965 Rumänien 14:12 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien
1978 Danemark Dänemark Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland 20:19 Sowjetunion 1955 Sowjetunion Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR
1982 Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland Sowjetunion Sowjetunion 30:27 n. V. Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien Polen Polen
1986 Schweiz Schweiz Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien 24:22 Ungarn 1957 Ungarn Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR
1990 Tschechoslowakei Tschechoslowakei SchwedenSchweden Schweden 27:23 Sowjetunion Sowjetunion Rumänien Rumänien
1993 Schweden Schweden Russland 1991 Russland 28:19 FrankreichFrankreich Frankreich SchwedenSchweden Schweden
1995 Island Island FrankreichFrankreich Frankreich 23:19 Kroatien Kroatien SchwedenSchweden Schweden
1997 Japan Japan RusslandRussland Russland 23:21 SchwedenSchweden Schweden FrankreichFrankreich Frankreich
1999 Agypten Ägypten SchwedenSchweden Schweden 25:24 RusslandRussland Russland Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien
2001 Frankreich Frankreich FrankreichFrankreich Frankreich 28:25 n. V. SchwedenSchweden Schweden Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien
2003 Portugal Portugal Kroatien Kroatien 34:31 Deutschland Deutschland FrankreichFrankreich Frankreich
2005 Tunesien Tunesien SpanienSpanien Spanien 40:34 Kroatien Kroatien FrankreichFrankreich Frankreich
2007 Deutschland Deutschland Deutschland Deutschland 29:24 Polen Polen Danemark Dänemark
2009 Kroatien Kroatien FrankreichFrankreich Frankreich 24:19 Kroatien Kroatien Polen Polen
2011 Schweden Schweden FrankreichFrankreich Frankreich 37:35 n. V. Danemark Dänemark SpanienSpanien Spanien
2013 Spanien Spanien SpanienSpanien Spanien 35:19 Danemark Dänemark Kroatien Kroatien
2015 Katar Katar FrankreichFrankreich Frankreich 25:22 Katar Katar Polen Polen
2017 Frankreich Frankreich FrankreichFrankreich Frankreich 33:26 Norwegen Norwegen Slowenien Slowenien
2019 Danemark Dänemark / Deutschland Deutschland Danemark Dänemark 31:22 Norwegen Norwegen FrankreichFrankreich Frankreich
2021 Agypten Ägypten Danemark Dänemark 26:24 SchwedenSchweden Schweden SpanienSpanien Spanien
2023 Polen Polen / Schweden Schweden –:–
2025 Kroatien Kroatien / Danemark Dänemark / Norwegen Norwegen –:–
2027 Deutschland Deutschland –:–
  1. Bei der Weltmeisterschaft 1938 wurde der Titel nicht in einem Finalspiel entschieden, sondern in einer Gruppe mit vier Mannschaften, wobei jeder gegen jeden spielte. Angegeben ist das Ergebnis des direkten Aufeinandertreffens.

Austragungsmodi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Austragungsmodi im Überblick
Jahr Ausrichter Turnierform
Vorrunde Hauptrunde Platzierungsrunde Finalrunde
1938 Deutsches Reich NS Deutsches Reich 1 Gruppe mit 4 Mannschaften - - -
1954 Schweden Schweden 2 Gruppen à 3 Mannschaften Platz 5
Platz 3
Finale
1958 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 4 Gruppen à 4 Mannschaften Platz 7
Platz 5
Platz 3
Finale
1961 Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland 4 Gruppen à 3 Mannschaften 2 Gruppen à 4 Mannschaften
1964 Tschechoslowakei Tschechoslowakei 4 Gruppen à 4 Mannschaften
1967 Schweden Schweden - Platz 5–8 Viertelfinale
Halbfinale
Platz 3
Finale
1970 Frankreich Frankreich Platz 9–12
Platz 5–8
1974 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 2 Gruppen à 4 Mannschaften Platz 9–12
Platz 7
Platz 5
1978 Danemark Dänemark Platz 9–12 Platz 7
Platz 5
Platz 3
Finale
1982 Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland 2 Gruppen à 6 Mannschaften Platz 13–16 Platz 11
Platz 9
Platz 7
Platz 5
Platz 3
Finale
1986 Schweiz Schweiz
1990 Tschechoslowakei Tschechoslowakei
1993 Schweden Schweden
1995 Island Island 4 Gruppen à 6 Mannschaften - Platz 9–12
Platz 5–8
Achtelfinale
Viertelfinale
Halbfinale
Platz 3
Finale
1997 Japan Japan Platz 5–8
1999 Agypten Ägypten
2001 Frankreich Frankreich
2003 Portugal Portugal 4 Gruppen à 4 Mannschaften Halbfinale
Platz 3
Finale
2005 Tunesien Tunesien 2 Gruppen à 6 Mannschaften Platz 11
Platz 9
Platz 7
Platz 5
Halbfinale
Platz 3
Finale
2007 Deutschland Deutschland 6 Gruppen à 4 Mannschaften Platz 13–24 (Presidents Cup)
Platz 9–12
Platz 5–8
Viertelfinale
Halbfinale
Platz 3
Finale
2009 Kroatien Kroatien 4 Gruppen à 6 Mannschaften Platz 13–24 (Presidents Cup)
Platz 5–12
Halbfinale
Platz 3
Finale
2011 Schweden Schweden 21–24
17–20
13–16
5–12
2013 Spanien Spanien - Platz 21–24
Platz 17–20
Achtelfinale
Viertelfinale
Halbfinale
Platz 3
Finale
2015 Katar Katar Platz 21–24
Platz 17–20
Platz 5–8
2017 Frankreich Frankreich Platz 21–24
Platz 17–20
2019 Danemark Dänemark / Deutschland Deutschland 2 Gruppen à 6 Mannschaften Platz 21–24
Platz 17–20
Platz 13–16
Platz 5–8
Halbfinale
Platz 3
Finale
2021 Agypten Ägypten 8 Gruppen à 4 Mannschaften 4 Gruppen à 6 Mannschaften Platz 25–32 Viertelfinale
Halbfinale
Platz 3
Finale
2023 Polen Polen / Schweden Schweden Platz 25–32
Platz 5–8
2025 Kroatien Kroatien / Danemark Dänemark / Norwegen Norwegen Noch offen
2027 Deutschland Deutschland

In der Geschichte der Handball-Weltmeisterschaft wechselte mehrfach der Turniermodus. Nachdem die erste Austragung 1938 mit 4 Mannschaften im Modus „Jeder gegen Jeden“ entschieden wurde, gab es 1958 bereits erstmals eine Hauptrunde, bestehend aus zwei Gruppen, für die sich die besten Mannschaften aus den 4 Vorrundengruppen qualifizieren konnten. Die Endplatzierung in der Gruppe entschied über die Teilnahme an den Platzierungsspielen. Dieser Modus wurde für die nachfolgenden Turniere beibehalten, bis 1967 die Hauptrunde durch eine KO-Phase mit Viertelfinale ersetzt wurde.

1974 wechselte man wieder zum vorherigen Turniermodus, bestehend aus 4 Vorrundengruppen, 2 Hauptrundengruppen und Finalspielen.

1982 wurden die Hauptrundengruppen von vier auf sechs Teams aufgestockt, was bedeutete, dass auch die Gruppendritten der Vorrunde die nächste Runde erreichten. Dieser Modus wurde bis einschließlich 1993 beibehalten.

1995 wurden die Vorrundengruppen von vier auf sechs Mannschaften aufgestockt, womit sich die Teilnehmerzahl von 16 auf 24 Teams erhöhte. Neu in diesem Jahr war die erstmalige Austragung eines Achtelfinals, wodurch die Hauptrunde wegfiel. Diese kehrte bei der Weltmeisterschaft 2003 in Portugal erstmals in Form von vier Gruppen á 4 Teams zurück und sorgte für den Wegfall von Achtel- und Viertelfinale.

Zwei Jahre später wurde die Hauptrunde bereits wieder umstrukturiert und nur noch mit 12 Teams in zwei Gruppen mit jeweils 6 Nationen gespielt.

2007 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland wurden die Teams zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte auf 6 Vorrundengruppen verteilt. Außerdem wurde wieder ein Viertelfinale ausgetragen, statt die beiden besten Teams pro Hauptrundengruppe das Halbfinale bestreiten zu lassen. Für die beiden folgenden Turniere kehrte man wieder zum Modus von 2005 zurück.

Ab 2013 wurde die Finalrunde wieder um ein Viertelfinale und ein Achtelfinale erweitert, was zu einem erneuten Verzicht auf eine Hauptrunde führte. Für die Weltmeisterschaft 2019 kehrte man zum vorherigen Format zurück.

2021 nahmen erstmals 32 Teams teil, weshalb erstmals eine Vorrunde mit 8 Gruppen à 4 Mannschaften ausgetragen wurde. Die Anzahl der Hauptrundengruppen wurde von 2 auf 4 verdoppelt, wodurch 24 Nationen die nächste Runde erreichen konnten. Die beiden besten Team pro Gruppe erreichten das Viertelfinale. Für die Weltmeisterschaft 2023 wurde dieses Format beibehalten.

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand nach 27 Weltmeisterschaften, einschließlich 2021.

Der Handball-Weltpokal der Männer
Die frühere Trophäe bis 2017
Rang Land Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Gesamt
1 Frankreich Frankreich 6 1 4 11
2 Schweden Schweden 4 4 4 12
3 Rumänien 1952 Rumänien 4 - 2 6
4 Deutschland Deutschland
(davon Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR)
(davon Deutsches Reich NS Dt. Reich)
3
(0)
(1)
4
(2)
(0)
3
(2)
(0)
10
(4)
(1)
5 Russland Russland
(davon Sowjetunion Sowjetunion)
3
(1)
3
(2)
-
(-)
6
(3)
6 Danemark Dänemark 2 3 1 6
7 Spanien Spanien 2 - 2 4
8 Kroatien Kroatien 1 3 1 5
9 Tschechoslowakei Tschechoslowakei 1 2 2 5
10 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien
(davon Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik SFR Jugoslawien)
1
(1)
1
(1)
4
(2)
6
(4)
11 Norwegen Norwegen - 2 - 2
12 Polen Polen - 1 3 4
13 Ungarn Ungarn - 1 - 1
Osterreich Österreich - 1 - 1
Katar Katar - 1 - 1
16 Slowenien Slowenien - - 1 1

Platzierungen der deutschsprachigen Staaten bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1938 54 58 61 64 67 70 74 78 82 86 90 93 95 97 99 2001 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21
Deutschland 1 2 3 4 4 6 5 9 1 7 7 / 6 4 / 5 8 2 9 1 5 11 5 7 9 4 12
DDR 9 9 2 2 3 6 3 8
Österreich 2 / V / / / / / / / / / 14 / / / / / / / / 18 / 13 / 19 26
Schweiz / 4 / V V V V / / 12 11 13 4 7 / / / / / / / / / / / / 16
Luxemburg / / 16 / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / /
  • Bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1961 trat eine gemeinsame Mannschaft der DDR und der Bundesrepublik Deutschland an.
  • / = nicht teilgenommen oder nicht qualifiziert; V = in der Vorrunde ausgeschieden (ohne Platzierung)

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turnier Orte Hallen Meldungen Teams Spiele Tore Tore ø Zuschauer Zuschauer ø Gelbe Karten Gelbe Karten ø Zwei-Minuten-Strafe Zwei-Minuten-Strafe ø Rote Karten Rote Karten ø
2001 8 8 24 80 4.004 55,05
2003 9 9 24 84 4.638 55,21
2005 6 6 24 86 4.825 56,10 516 6,00 912 10,60 51 0,59
2007 12 12 24 92 5.325 57,88 514 5,59 751 8,16 33 0,36
2009 7 7 24 1100 6.090 55,36 392.550 3.569 673 6,12 874 7,95 29 0,26
2011 8 8 68 24 98 5.390 55,00 399.019 4.072 583 5,95 798 8,14 31 0,32
2013 6 6 68 24 84 4.529 53,92 514 6,12 667 7,94 22 0,26
2015 1 3 67 24 88 4.805 54,60 306.100 3.478 528 6,00 871 9,90 38 0,43
2017 8 8 >74 24 84 4.643 55,30 551.879 6.570 403 4,8 615 7,32 20 0,24
2019 8 8 >83 24 96 5.239 54,57 906.283 9.440 318 3,31 774 8,06 26 0,27
2021 4 4 32 102 5.803 56,89 214 2,1 832 8,16 37 0,36
Jeweilige Rekordmarke

Teilnehmerübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

B- und C-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Qualifikationsturniere für die Handball-Weltmeisterschaft fanden von 1977 bis 1992 B- und C-Weltmeisterschaften statt, deren Erst- und Zweitplatzierte in die nächsthöhere Division auf- und deren beide Letztplatzierte in die niedrigere Gruppe abstiegen:

  • B-WM für Männer in den ungeraden Jahren von 1977 bis 1989 sowie 1992,
  • C-WM für Männer in den geraden Jahren von 1976 bis 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Handball-Weltmeisterschaft der Männer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien