Jennifer A. Doudna

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Jennifer Doudna (2016)

Jennifer A. Doudna Cate ([daʊdnə]; * 19. Februar 1964 in Washington, D.C.)[1] ist eine US-amerikanische Biochemikerin und Molekularbiologin an der University of California, Berkeley. Sie konnte mit wegweisenden Arbeiten zur Aufklärung komplexer Strukturen katalytisch wirkender RNA (sog. Ribozyme) beitragen. 2020 wurde ihr gemeinsam mit Emmanuelle Charpentier der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doudna wuchs bei Hilo auf Hawaii auf. Sie erwarb 1985 einen Bachelor bei Sharon M. Panasenko am Pomona College und 1989 einen PhD bei Jack W. Szostak an der Harvard University. Als Postdoktorandin arbeitete sie bei Szostak und bei Thomas R. Cech an der University of Colorado. 1994 erhielt sie eine erste Professur an der Yale University (Assistant Professor) und stieg bis 2000 zu einer ordentlichen Professur auf. 2000/2001 war sie Gastprofessorin an der Harvard University, bevor sie 2003 an die University of California, Berkeley wechselte.

Doudna forscht außerdem seit 1997 für das Howard Hughes Medical Institute und ist zusätzlich seit 2003 für das Lawrence Berkeley National Laboratory tätig. Ihr Ehemann, Jamie H. Doudna Cate (* 1968), war einer ihrer ersten Studenten[2] und ist (Stand 2019) ebenfalls Professor an der University of California, Berkeley.[3]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doudna leistete innovative Forschungen, die zu einer Methode führten, die die Kristallisation großer RNA-Moleküle ermöglicht. Sie bestimmte die Kristallstruktur katalytisch aktiver RNA-Moleküle (Ribozyme) und desjenigen RNA-Moleküls, das den Ribonukleoprotein-Kern des Signalerkennungspartikels bildet. Sie entschlüsselte die strukturellen Eigenschaften dieser Moleküle und ermöglichte damit ein tieferes Verständnis der RNA-Funktion bei der Katalyse und der Proteinbiosynthese.[4] 2012 veröffentlichte sie mit Emmanuelle Charpentier eine grundlegende Arbeit zur CRISPR/Cas-Methode mit der Demonstration der Verwendung von Cas9, um Schnitte in beliebige DNA-Sequenzen zu machen.[5] Daneben war sie an der Entwicklung der CRISPRi beteiligt.

Aktuelle Arbeiten (Stand 2014) befassen sich mit der Rolle der mRNA-Struktur bei der microRNA-vermittelten Genregulation, mit der internen ribosomalen Eintrittsstelle (internal ribosomal entry site), mit der strukturellen und biochemischen Charakterisierung des CRISPR-vermittelten bakteriellen Immunsystems, mit der Struktur und Funktionsweise des Signalerkennungspartikels und mit der RNA-Erkennung durch Dicer-Enzyme.

Laut Google Scholar hat Doudna einen h-Index von 125,[6] laut Datenbank Scopus einen von 98[7] (jeweils Stand Oktober 2020). Seit 2015 zählte sie Thomson Reuters aufgrund der hohen Zahl ihrer Zitationen zu den Favoriten auf einen Nobelpreis für Chemie.[8] 2020 bekam sie „für die Entwicklung einer Methode zur Genom-Editierung“ gemeinsam mit Emmanuelle Charpentier den Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jennifer Doudna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kara Rogers: Jennifer Doudna in der Encyclopaedia Britannica (britannica.com); abgerufen am 22. Dezember 2017.
  2. The Doudna Lab – People beim Doudna Lab (doudnalab.org); abgerufen am 20. April 2019
  3. Jamie H. D. Cate und Jamie H. D. Cate bei der University of California, Berkeley (berkeley.edu); abgerufen am 20. April 2019
  4. a b Alan T. Waterman Award Recipients (2000) bei der National Science Foundation (nsf.org); abgerufen am 21. August 2014
  5. M. Jinek, K. Chylinski, I. Fonfara, M. Hauer, J. A. Doudna, E. Charpentier: A programmable dual-RNA-guided DNA endonuclease in adaptive bacterial immunity, Science, Band 337, 2012, S. 816–821, PMID 22745249
  6. Jennifer Doudna. In: scholar.google.de. Google Scholar, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  7. Doudna, Jennifer A. In: scopus.com. Scopus, abgerufen am 10. Oktober 2020 (englisch).
  8. Announcing the 2015 Citation Laureates, bei Thomson Reuters.
  9. William O. Baker Award for Initiatives in Research bei der National Academy of Sciences (nasonline.org); abgerufen am 13. Januar 2016
  10. Eli Lilly Award in Biological Chemistry, Preisträger (PDF; 45 kB) bei der Sektion Biochemie der American Chemical Society (divbiolchem.org); abgerufen am 21. August 2014
  11. Jennifer A. Doudna bei der National Academy of Sciences (nasonline.org); abgerufen am 21. August 2014
  12. Book of Members 1780–present, Chapter D. (PDF; 575 kB) In: amacad.org. American Academy of Arts and Sciences, abgerufen am 13. September 2019 (englisch).
  13. Jennifer Doudna, Ph.D., and Emmanuelle Charpentier, Ph.D., Win 2014 Dr. Paul Janssen Award for Biomedical Research bei pauljanssenaward.com; abgerufen am 21. August 2014
  14. Gabbay Award – Current Winners bei der Brandeis University (brandeis.edu); abgerufen am 21. August 2014
  15. Paul Ehrlich und Ludwig Darmstaedter-Preisträger und -Nachwuchspreisträger 2016. In: uni-frankfurt.de. 14. März 2016, abgerufen am 7. Dezember 2016.
  16. Tang Prize 2016
  17. College of Science Communications, Texas A&M: UC Berkeley Prof and Howard Hughes Medical Institute Investigator Jennifer Doudna to Receive 2017 Cotton Medal. In: today.tamu.edu. 31. März 2017, abgerufen am 13. September 2019 (englisch).
  18. Harvey-Preis 2018