Kaltenkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kaltenkirchen
Kaltenkirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kaltenkirchen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 50′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 23,1 km2
Einwohner: 20.331 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 880 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24568
Vorwahl: 04191
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 044
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holstenstraße 14
24568 Kaltenkirchen
Webpräsenz: www.kaltenkirchen.de
Bürgermeister: Hanno Krause (CDU)
Lage der Stadt Kaltenkirchen im Kreis Segeberg
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Über dieses Bild
Evang.-luth. St.-Michaelis-Kirche (Südseite)
Rathaus der Stadt Kaltenkirchen

Kaltenkirchen (plattdeutsch: Koldenkarken; umgangssprachlich Kaki) ist eine Stadt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Am Stadtrand liegen die Ortsteile Moorkaten und Heidkaten.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaltenkirchen liegt 32 Kilometer nördlich von Hamburg an der A 7 sowie an der Nahverkehrs-Bahnlinie A1 des regionalen Eisenbahnunternehmens AKN Eisenbahn AG.

Kaltenkirchen ist Endpunkt der Entwicklungsachse Nord in der Metropolregion Hamburg sowie Mittelzentrum und besitzt insgesamt vier AKN-Eisenbahn-Haltestellen: Kaltenkirchen Süd (Industriegebiet), Kaltenkirchen (Stadtmitte), Holstentherme (Freizeitpark) und die Haltestelle Dodenhof.

Vorgesehen ist, mittelfristig die Hamburger S-Bahn auf den Gleisen der AKN von Hamburg bis Kaltenkirchen zu führen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtname leitet sich ab von der ersten urkundlichen Nennung im 14. Jahrhundert. Der damalige mittelniederdeutsche Name der Ansiedlung lautete „Koldenkarken“ bzw. „Koldenkirchen“. Seit 1701 wird der heutige Name verwendet.

Im Ortsteil Moorkaten der Dorfgemeinde Kaltenkirchen befanden sich während des Zweiten Weltkriegs ein Flugplatz der Reichsluftwaffe sowie ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme zur Unterbringung von KZ-Häftlingen, die beim Ausbau des Militärflugplatzes Zwangsarbeit leisten mussten. Hunderte von Häftlingen kamen durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben oder wurden von den Wachmannschaften ermordet. Seit April 2000 befindet sich am Standort des ehemaligen KZ-Außenkommandos Kaltenkirchen die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch, die an das Leiden der Opfer erinnert.[3]

Das frühere Militärflugplatz-Gelände in Moorkaten wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bundeswehr als Standortübungsplatz genutzt. Diese Nutzung wurde inzwischen eingestellt und der ehemalige Standortübungsplatz soll als Kompensationsfläche für den Ausbau der A 20 herangezogen werden.[4]

Stadtwerdung und Gegenwart Kaltenkirchens sind von mehreren Faktoren wesentlich beeinflusst worden: Der Ort wurde 1884 zum Endpunkt einer Eisenbahnverbindung mit Altona, die später nach Neumünster verlängert wurde und den Namen Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN) erhielt. Eine weitere Veränderung war die Ansiedlung von deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen als Folge des Zweiten Weltkrieges, wodurch sich die Bevölkerungszahl des Dorfes von 1939 bis 1946 auf rund 5000 Personen verzweieinhalbfachte.

In den 1960er und 1970er Jahren wurde bei Kaltenkirchen der Großflughafen Hamburg-Kaltenkirchen als Ersatz für den Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel geplant. Diese Planungen werden gegenwärtig nicht weiter verfolgt; allerdings hat die für einen möglichen Bau zuständige Flughafen Hamburg GmbH die nötigen Flächen in der Kaltenkirchener Heide immer noch in ihrem Besitz und die Planung kam 2003 wieder ins Gespräch.[5]

Kaltenkirchen erhielt am 1. Dezember 1973 die Stadtrechte.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 31 Sitzen in der Stadtvertretung hält die CDU seit der Kommunalwahl 2013 elf Sitze, die SPD und die Wählergemeinschaft Pro Kaki sind mit jeweils acht Sitzen vertreten. Drei Mandate konnte die FDP erringen, Die Linke erreichte einen Sitz. Bürgervorsteher ist Rüdiger Gohde (CDU).[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtierender Bürgermeister ist seit dem 1. Januar 2012 Hanno Krause (CDU). Bei der Bürgermeisterwahl am 7. Mai 2017 wurde er mit 88,6 % der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. Juli 1974 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot das silberne holsteinische Nesselblatt, darauf ein roter, von zwei blauen Eichenblättern begleiteter Kirchturm mit blauer Haube und Spitzturm.“[8]

Das Wahrzeichen und älteste Gebäude des 1973 Stadt gewordenen Ortes ist die St. Michaelis-Kirche, im Wappen durch ihren charakteristischen Turm vertreten. Zugleich steht dieser als stellvertretender Teil für den ganzen Kirchenbau und bezieht sich damit „redend“ auf den Ortsnamen. Die Ersterwähnung von Ort und Kirche geht auf das Jahr 1301 zurück, doch sind beide zweifellos älter. Ebenso wie von dem benachbarten Kirchspiel Bramstedt bekannt, nahm die Geschichte des Kirchspiels Kaltenkirchen wohl schon vor dem 13. Jahrhundert ihren Anfang. Vorgeschichtliche Grabhügel mit Urnenfunden deuten eine noch weiter zurückreichende Siedlungskontinuität an. Die Eichenblätter im Wappen sollen an das ehemalige Waldgebiet erinnern, in dem der Ort entstanden ist. Zur Verdeutlichung der Zugehörigkeit der Stadt zum Landesteil Holstein ist das örtliche Zeichen in das übergroße Nesselblatt eingezeichnet. In heutiger Zeit nutzt die moderne Stadt die Vorteile ihrer günstigen Lage in der Nähe des Großraumes Hamburg. Die Zugehörigkeit zum Bundesland Schleswig-Holstein wird durch die Wappenfarben Blau, Silber und Rot dokumentiert.

Das Wappen wurde von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert und dem Kaltenkirchener Theodor Brix gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 8. Mai 1978 genehmigt.

Inmitten eines weißen Tuches, etwas zur Stange verschoben das Stadtwappen, begleitet oben und unten unweit des Randes von je einem roten Streifen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten/Wirtschaftsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaltenkirchen hat nach Aussage der Stadtverwaltung kein ausgeprägtes touristisches Ambiente, nur wenig Fremdenverkehr und nur wenige Kulturdenkmäler. In den 1970er Jahren wurden viele alte Gebäude abgerissen, insbesondere Reetdach-Fachwerkhäuser. Ein Beispiel für diese nahezu verschwundene Bauform ist noch das sogenannte Bürgerhaus, das nach einem Brandanschlag 2001 neu aufgebaut wurde. Ein Gebäude, das bisher immer wieder vom Abriss bedroht war, ist das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1884, in dessen Nähe der neue Tunnelbahnhof Kaltenkirchen errichtet wurde. Es wurde 2016 saniert.

Auf die KZ-Gedenkstätte in Moorkaten wurde bereits im Abschnitt → Geschichte verwiesen.

Die Stadt verfügt über ein Erlebnisbad mit angeschlossenem Saunabereich und Fitnessstudio. Zudem besitzt Kaltenkirchen ein etwa 2000 m² großes Warmwasserfreibad, das 1999 erbaut wurde und sich neben dem Erlebnisbad Holstentherme befindet.

Die Großwohnsiedlung „Großer Karl“ spielte eine wichtige Rolle im Skandal um den ehemaligen Holsteiner Immobilienmogul Gerd Thormählen.

Die Wirtschaft Kaltenkirchens ist geprägt von einem Möbel- und Einrichtungshaus, der Lebensmittelbranche und einem Baustoffhersteller. Das regionale Eisenbahnunternehmen AKN Eisenbahn AG, das Strecken im südlichen Schleswig-Holstein und in Teilen Hamburgs betreibt, hat seinen Verwaltungssitz und seine Werkstätten in Kaltenkirchen.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freie Waldorfschule Kaltenkirchen

In Kaltenkirchen befinden sich drei Grundschulen:

  • Grundschule am Lakweg
  • Grundschule Marschweg
  • Grundschule Flottkamp

zwei Förderschulen:

  • Janusz-Korczak-Schule
  • Förderschule am Lakweg

eine Regionalschule:

  • Dietrich-Bonhoeffer-Schule

eine Gemeinschaftsschule:

  • Gemeinschaftsschule am Marschweg

ein Gymnasium:

  • Gymnasium Kaltenkirchen

sowie eine Waldorfschule:

  • Freie Waldorfschule Kaltenkirchen

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kaltenkirchen sind folgende Sportvereine aktiv: Kaltenkirchener Turnerschaft (KT), Verein für Reha und Fitness Kaltenkirchen (kurz REHA-FIT Kaltenkirchen), FSC Kaltenkirchen, Fetihspor Kaltenkirchen, TC an der Schirnau, Schachklub Kaltenkirchen, MSC Kaltenkirchen, Schützenverein Kaltenkirchen, der Radsportclub Kattenberg, Canoe Club Kaltenkirchen, Kegelsportclub Kaltenkirchen, Moo Rim San (Taekwondo) und MoSan.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaltenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Fünf Punkte, warum die S-Bahn nach Kaltenkirchen sicher kommt, abgerufen am 13. Oktober 2014
  3. Website der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch. Abgerufen am 9. Februar 2011
  4. Geschichtslehrpfad wird wahrscheinlicher. Fast 4.000 BesucherInnen in der Gedenkstätte Springhirsch (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  5. Peter Zerbe, Oliver Schirg: Hamburg: Großflughafen in Kaltenkirchen geplant. In: Die Welt vom 15. Oktober 2003, Online, abgerufen am 9. Februar 2011
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  7. @1@2Vorlage:Toter Link/kaltenkirchen.ratsinfomanagement.net Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Ratsinfo auf der Website von Kaltenkirchen
  8. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein