Kirchheim (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchheim
Kirchheim (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchheim hervorgehoben
Koordinaten: 50° 50′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 244 m ü. NHN
Fläche: 50,65 km2
Einwohner: 3539 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36275
Vorwahlen: 06625, 06628
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 011
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 20
36275 Kirchheim
Webpräsenz: www.kirchheim.de
Bürgermeister: Manfred Koch (SPD)
Lage der Gemeinde Kirchheim im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
ThüringenVogelsbergkreisLandkreis FuldaSchwalm-Eder-KreisWerra-Meißner-KreisAlheimRotenburg an der FuldaCornbergNentershausen (Hessen)BebraBebraWildeckHeringen (Werra)Philippsthal (Werra)Friedewald (Hessen)LudwigsauNeuenstein (Hessen)HohenrodaSchenklengsfeldSchenklengsfeldHauneckHaunetalNiederaulaKirchheim (Hessen)Breitenbach am HerzbergRonshausenBad HersfeldKarte
Über dieses Bild
Kirchheim mit der A 7 und der Wälsebachtalbrücke im Hintergrund

Kirchheim ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheim liegt in den Südausläufern des Knüllgebirges im Tal der Aula, die bei Niederaula in die Fulda fließt; in der Ortschaft münden in die Aula im Norden das Gossmannsröder Wasser und der Wälsebach und im Süden die Ibra. Der höchste Berg des Gemeindegebiets ist der 6,6 km nordwestlich an der Gemeindegrenze zu Neuenstein gelegene Eisenberg (635,5 m ü. NN).

Die nächstgrößeren Städte sind Bad Hersfeld (ca. 10 km ostnordöstlich), Fulda (ca. 33 km südsüdöstlich) und Alsfeld (ca. 24 km südwestlich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheim grenzt im Norden an die Gemeinde Neuenstein, im Osten an die Stadt Bad Hersfeld, im Süden an die Gemeinde Niederaula, im Südwesten an die Gemeinde Breitenbach am Herzberg (alle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) sowie im Westen an die Gemeinde Oberaula (im Schwalm-Eder-Kreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Kirchheim aus den Ortsteilen Allendorf, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Heddersdorf, Kemmerode, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode und Willingshain.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das langjährige Jahresmittel der Lufttemperatur beträgt 7,4 °C und der durchschnittliche Niederschlag liegt bei 637 mm. Im langjährigen Mittel hat Kirchheim 21,7 Sommertage, 107,2 Frosttage. Die mittlere Jahressonnenscheindauer liegt bei 1410 Stunden.

Quelle: 1200 Jahre Kirchheim, siehe Kap. Literatur

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den „Seepark Kirchheim“

Die Ortschaft Kirchheim wurde im Breviarium Lulli, einem Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld um 810, als Kyricheim das erste Mal urkundlich erwähnt.

Den Eisenbahnanschluss erhielt Kirchheim am 1. Mai 1906, als die Knüllwaldbahn eröffnet wurde. Ab 1935 hatte die Gemeinde den Autobahnanschluss, als hier das Autobahndreieck der Autobahnen A 7 und A 4 entstand.

Im Jahr 1974 wurde mit dem Bau des „Seeparkes Kirchheim“, zwischen den Ortsteilen Reimboldshausen und Kemmerode begonnen. Hier wurde die Ibra zu einem zehn Hektar großen See aufgestaut. Nur ein Jahr danach wurde die Kreisstraße 34 von Willingshain über den Eisenberg nach Raboldshausen (Ortsteil von Neuenstein) gebaut. Nach dieser verkehrsmäßigen Erschließung des Eisenbergs folgten im gleichen Jahr der Bau eines Berghotels, der Bau des „Feriendorfes am Eisenberg“ durch die Stadt Hannover und der Bau des Funkturmes.

Am 22. August 1977 brach der Damm des Ibrastausees im „Seepark Kirchheim“ und unterspülte die Bahntrasse bei Kirchheim. Dies war der Anlass für die Bundesbahn, die Knüllwaldbahn stillzulegen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden bis dahin selbstständigen Gemeinden Allendorf, Frielingen, Gershausen, Goßmannsrode, Kemmerode und Reimboldshausen mit Wirkung vom 1. Februar 1971 in die Gemeinde Kirchheim eingegliedert.[2] Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 folgte Rotterterode. Gersdorf, Heddersdorf, Reckerode und Willingshain kamen per Gesetz am 1. August 1972 hinzu.[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1610 hatte Kirchheim 75 Haushaltungen, im Jahr 1747 waren es 81.

Kirchheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
734
1840
  
733
1846
  
730
1852
  
759
1858
  
694
1864
  
686
1871
  
616
1875
  
582
1885
  
547
1895
  
548
1905
  
549
1910
  
569
1925
  
604
1939
  
705
1946
  
1.091
1950
  
1.126
1956
  
1.018
1961
  
1.085
1967
  
1.445
1970
  
1.520
1972
  
3.673
1976
  
3.893
1984
  
4.023
1992
  
4.096
2000
  
4.000
2006
  
3.977
2010
  
3.677
2015
  
4.475
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5][6]; 1972:[7]; 1976:[8]; 1984:[9]; 1992:[10]; 2000:[11]
Ab 1972 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1885: 163 evangelische (= 100,00 %) Einwohner
• 1961: 177 evangelische (= 88,94 %), 20 katholische (= 10,05 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
  
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 56,3 13 63,2 15 56,3 13 53,4 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,7 10 36,8 8 43,7 10 46,6 11
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 58,4 55,4 59,0 61,7

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister Manfred Koch (SPD) wurde am 20. September 1998 mit einem Stimmenanteil von 51,6 % gewählt. Er wurde am 23. Mai 2004 mit einem Stimmenanteil von 55,2 % und am 9. Mai 2010 mit einem Stimmenanteil von 75,9 % wiedergewählt.[15] Vor Manfred Koch war Karl-Heinz Spangenberg Bürgermeister in Kirchheim. Er wurde als Kandidat der SPD am 2. März 1997 mit einem Stimmenanteil von 63,1 % gewählt.[16]

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 wurde zur Konsolidierung des Haushalts für die Haltung von Pferden auf dem Gemeindegebiet eine Pferdesteuer eingeführt.[17]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. August 1967 wurde der Gemeinde Kirchheim im damaligen Landkreis Hersfeld ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Grün unter einem durch Tannenschnitt abgeteilten goldenen Schildhaupt eine erniedrigte schrägrechte Doppelbahn mit grünem Trennungsstreifen.[18] Die schrägrechte silberne Doppellinie stellt die Autobahn in stilisierter Form dar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt direkt an den Autobahndreiecken Kirchheim und Hattenbach. Somit liegen die Autobahnen A 4, A 5 und A 7 in unmittelbarer Nähe. Durch die Gemeinde führt auch die B 454 von Kirchhain nach Niederaula.

Durch das Gemeindegebiet führt die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg unter anderem im Krämerskuppetunnel (838 m lang), auf der Wälsebachtalbrücke (721 m) und im Kirchheimtunnel (3,82 km). Auch der Betriebsbahnhof Kirchheim liegt auf dem Gemeindegebiet.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ferienwohnanlagen werden in belegungsschwachen Zeiten auch Leiharbeiter untergebracht. Ein Beispiel dafür ist die Unterbringung von Saisonarbeitern von Trenkwalder International in dem Seepark Kirchheim, die 2012 bei Amazon in Bad Hersfeld eingesetzt wurden.[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindevorstand Kirchheim (Hrsg.): 1200 Jahre Kirchheim. Bad Hersfeld 1983
  • Horst Breitbart: Geschichte und Geschichten Kirchheimer Dörfer, mit Pfarrergeschichte, Konvents- und Visitationsprotokollen und Einzelbetrachtungen. Kirchheim 1993
  • Literatur über Kirchheim in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchheim (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 39 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hersfeld und Rotenburg (GVBl. II 330-13) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 217, § 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 396 und 397.
  5. a b Kirchheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Einwohnerzahlen der Gemeinde Kirchheim, abgerufen im Juni 2016.
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  11. Gemeindedatenblatt: Kirchheim. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  13. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  15. Artikel auf der Internetseite der Hersfelder Zeitung „Koch (SPD) bleibt Bürgermeister in Kirchheim“
  16. Direktwahlen in Kirchheim bei statistik-hessen.de
  17. Reiter-Revue Januar 2013
  18. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Kirchheim im Landkreis Hersfeld, Regierungsbezirk Kassel vom 23. August 1967. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1967 Nr. 37, S. 1143, Punkt 924 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,2 MB]).
  19. Amazon-Leiharbeiter: Ausgeliefert und bedroht? 14. Februar 2013, abgerufen am 28. Februar 2013.