Heat (1995)

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Filmdaten
Deutscher Titel Heat
Originaltitel Heat
Heat (1995) logo.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 171 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 14
Stab
Regie Michael Mann
Drehbuch Michael Mann
Produktion Art Linson
Michael Mann
Musik Elliot Goldenthal
Kamera Dante Spinotti
Schnitt Pasquale Buba
William Goldenberg
Dov Hoenig
Tom Rolf
Besetzung
Synchronisation

Heat ist ein US-amerikanischer Kinofilm aus dem Jahr 1995. Drehbuchautor, Regisseur und Koproduzent ist Michael Mann. Al Pacino und Robert De Niro spielen die Hauptrollen und sind erstmals in der Filmgeschichte gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Der Film ist ein erweitertes Remake des Pilotfilms Showdown in L.A. und wurde wie dieser von realen Begebenheiten inspiriert.

Der Film handelt von der Jagd eines Mordkommissars auf einen Berufsverbrecher und dessen Bande, die nach einem unplanmäßig verlaufenen Raubüberfall in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen geraten, aber trotzdem den nächsten Raub durchführen. Er erzählt zudem von den privaten, familiären Beziehungen der Protagonisten und zeigt im Laufe der Handlung, dass Jäger und Gejagter in ihren Schicksalen miteinander verbunden sind.

Der Film gilt heute als ein Klassiker und als Manns Meisterwerk.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neil McCauley ist ein hartgesottener Profigangster, der zahlreiche Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat und fest entschlossen ist, nie wieder einen Fuß in ein Gefängnis zu setzen. Der stets hochkonzentrierte Einzelgänger hat sein Leben wie einen einzigen Fluchtplan organisiert. Seine Philosophie lautet: „Du darfst dich niemals an etwas hängen, das du nicht innerhalb von 30 Sekunden problemlos wieder vergessen kannst, wenn du merkst, dass dir der Boden zu heiß wird.“ (Im Original: „Don’t get attached to anything you can’t walk out on in 30 seconds flat if you feel the heat around the corner.“ – daher auch der Filmtitel). Gemeinsam mit seiner Gang, die aus dem spielsüchtigen Chris Shiherlis, dem Berufsverbrecher Michael Cheritto und dem Fahrer Trejo besteht, ist McCauley für eine Reihe von ausgefeilten und spektakulären Raubüberfällen in und um Los Angeles verantwortlich, welche meist vom Hehler Nate vermittelt werden.

Bei seinem letzten Coup geht allerdings einiges schief. Der exakt ausgetüftelte Überfall auf einen Geldtransporter endet in einem Blutbad, als der psychopathische Waingro, den McCauley zum ersten Mal engagiert hat, einen Wachmann ohne Anlass erschießt, woraufhin die Gruppe zwei weitere Wachleute töten muss, um keine Mordzeugen zu hinterlassen. Als McCauley Waingro nach geglückter Flucht eliminieren will, kann dieser in letzter Sekunde entkommen. Von diesem Moment an ist Waingro fest entschlossen, sich an seinem ehemaligen Boss zu rächen.

Derweil ist Vincent Hanna als Lieutenant im Raub- und Morddezernat des Los Angeles Police Departments (LAPD) mit der Aufklärung der Überfälle beauftragt. Er ist bekannt dafür, den Tatort eines Verbrechens akribisch zu erkunden und sich dann mit Hingabe und Ausdauer auf die Jagd nach den Tätern zu machen. In der Polizeiarbeit ist er ein Ass – der Rest seines Lebens ist hingegen ein Chaos. Nach zwei Scheidungen steht auch seine dritte Ehe auf der Kippe; seine Stieftochter Lauren hat psychische Probleme. Statt sich jedoch seiner Frau zu widmen, gilt Hannas ganze Konzentration den Fällen, die er bearbeitet. Als er den dreifachen Raubmord untersucht, den McCauley mit seiner Gang begangen hat, scheint es zuerst keinerlei Hinweise auf die Täter zu geben. Nur durch Zufall stößt Hanna auf einen Informanten, der ihn auf die richtige Spur bringt.

Währenddessen wird McCauley mit zwei unvorhergesehenen Ereignissen konfrontiert. Roger Van Zant, der Eigentümer der beim Geldtransport-Coup erbeuteten Wertpapiere, hat mit Nate den Rückkauf der Papiere für 60 Prozent des Wertes vereinbart. Tatsächlich plant er jedoch, McCauley bei der Übergabe töten zu lassen und ihm seine Papiere wieder abzunehmen. Zwar kann McCauley dem Attentat entgehen, doch von diesem Moment an ist es für ihn eine beschlossene Sache, dass er sich an Van Zant rächen will.

Außerdem verliebt sich McCauley in die sympathische und attraktive Grafikerin Eady. Sie ahnt nichts von McCauleys kriminellen Aktivitäten und glaubt, ihr neuer Freund sei Vertreter. McCauley ist hin- und hergerissen: Einerseits will er die Liebe und Geborgenheit von Eady nicht mehr missen, andererseits weiß er, dass sich eine feste Beziehung mit seinem Leben nicht vereinbaren lässt.

Auch McCauleys Freund und Komplize Chris kann seine illegalen Geschichten nicht mehr mit seinem Privatleben vereinbaren. Seine Frau Charlene droht, ihn mit ihrem gemeinsamen Sohn Dominic zu verlassen. Chris würde an der Trennung zerbrechen – und doch kann er nicht anders, als weiterhin für McCauley zu arbeiten, da er sonst seine teure Spielsucht nicht finanzieren könnte.

Währenddessen zieht Hanna sein Netz um McCauley immer enger, wohl wissend, dass sein Widersacher sehr clever ist. Mit einem Observierungsteam hat er herausgefunden, dass das nächste Ziel der Bande ein Lager für Edelmetalle ist. Die Polizisten möchten die Bande auf frischer Tat ertappen. Während sie den Tresor aufbohren, stört einer der beteiligten Polizisten die Observation durch ein Geräusch. McCauley bricht den Raubzug daraufhin sofort ab. Hanna entscheidet, die Bande laufen zu lassen: Für den beutelosen Einbruch würden sie nur wenige Monate Gefängnis bekommen; Hanna will sie jedoch für immer wegsperren.

McCauley ist nun misstrauisch geworden. Um die Beschatter zu enttarnen, trifft sich die Bande zum Schein auf einem offen einsehbaren Hafengelände. Als Hanna sich mit seinen Kollegen später auf der gleichen Fläche positioniert, um das Treffen der Bande zu rekonstruieren, werden sie von McCauley fotografiert. Beide Seiten kennen nun ihre Gegner.

Hanna fasst daher einen unorthodoxen Plan: Er lädt McCauley zu einem Kaffee ein und erklärt ihm dann in einem Diner – eine der berühmtesten Szenen des Films –, dass er ihn früher oder später aus dem Verkehr ziehen werde. McCauley reagiert mit verblüffender Gelassenheit und Offenheit. Er folge genau wie Hanna nur seiner Berufung und gebe ihm Recht: Irgendwann werde einer von beiden den anderen töten müssen. Während des Gesprächs kann McCauleys Team die sie überwachenden Polizeibeamten abschütteln, so dass sie von nun an wieder ungestört ihren nächsten Überfall vorbereiten können, der so viel Beute einbringen soll, dass sie sich vorerst zur Ruhe setzen können. Nur Trejo steigt aus, da er seine Verfolger angeblich nicht abschütteln konnte.

Als McCauley und seine Gang diesen großangelegten Bankraub begehen, eskaliert die Situation. Durch einen von Waingro initiierten Verrat können Hanna und seine Beamten McCauleys schwer bewaffnete Gang beim Verlassen der Bank abfangen. Diese versucht, sich den Weg rücksichtslos freizuschießen. Es kommt zu einem mörderischen Feuergefecht mitten in der belebten Innenstadt, bei dem neben mehreren Polizisten und Passanten auch der neue Fahrer der Gang getötet wird, bevor es Hanna gelingt, Michael zu erschießen. McCauley kann derweil mit dem angeschossenen Chris im Schlepptau entkommen. Nachdem er Chris hat notdürftig verarzten lassen, liefert er ihn bei Nate ab. Dieser überreicht McCauley neue Papiere und organisiert im Hintergrund einen neuen Fluchtplan. McCauley offenbart nun der geschockten Eady seine wahre Identität. Widerwillig erklärt sich Eady zur Flucht ins Ausland bereit. Auch Hanna weiß, dass sein Kontrahent bald das Land verlassen wird.

Charlene ist inzwischen von der Polizei ausfindig gemacht und zur Kooperation gezwungen worden. Sie erhält das Angebot, Chris zu verraten und dafür ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden. Sie akzeptiert dies nur, um einen durch die Polizei angedrohten Sorgerechtsverlust für ihren Sohn zu verhindern. Als Chris sich dann tatsächlich dem Haus nähert, gibt sie ihm jedoch unauffällig ein Zeichen und er kann sich unerkannt wieder entfernen.

Als Hanna erfährt, dass Chris scheinbar entkommen ist, verlässt er frustriert die Polizeiwache. Da er sich mit seiner Frau endgültig zerstritten hat, fährt er in sein Hotelzimmer. Dort findet er seine Stieftochter Lauren nach einem Suizidversuch schwer verletzt im Bad vor. Er bringt sie unverzüglich in ein Krankenhaus, wo sie mit einer Notoperation gerettet wird. Die Frage seiner Frau nach einer letzten Chance für ihre Beziehung verneint er. Mit ihrem Segen verlässt er das Krankenhaus und fährt zum Hotel, in dem Waingro untergebracht ist.

McCauley weiß, er könnte den von Nate neu vorbereiteten Fluchtweg nutzen, um dann mit seiner Freundin endgültig in Sicherheit zu sein. Letztlich entschließt er sich jedoch, zuvor Waingro zu töten, dessen Aufenthaltsort die Polizei über verschiedene Spitzel verbreitet hat. Nachdem McCauley Waingro ausfindig gemacht und erschossen hat, will er mit Eady zum Flughafen fliehen. Kurz vor dem Auto mit Eady sieht er jedoch den heraneilenden Hanna. McCauley muss seine Freundin ohne ein Wort zurück lassen und flieht. Er flüchtet in ein Feld am Rande des nahegelegenen Los Angeles International Airports.

Alles steuert auf den Moment zu, den McCauley prophezeit hat: Hanna und er würden sich Auge in Auge gegenüberstehen. Im finalen Showdown zwischen den Anflugslichtern kann Hanna McCauley stellen und mehrere Schüsse auf ihn abfeuern. Am Ende des Filmes stirbt McCauley, während Hanna erleichtert, aber respektvoll seine Hand hält.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur, Drehbuchautor und Co-Produzent Michael Mann

Drehbuch- und Projektentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Drehbuch ließ sich Regisseur Mann circa 1980 von der realen Konfrontation des Polizisten Chuck Adamson und des Verbrechers Neil McCauley inspirieren. Adamson war 1963 auf der Jagd nach McCauley und erschoss ihn in Chicago. Die Szene im Film, in der der von der Polizei überwachte McCauley wegen eines verdächtigen Geräusches einen Einbruch abbricht, beruht ebenso auf den realen Ereignissen wie das Treffen zwischen Jäger und Gejagtem in einem Restaurant. Der mit Michael Mann befreundete Adamson bewunderte McCauley für dessen Professionalität, Disziplin und Gerissenheit. Mit dem pensionierten Polizisten Adamson hatte Mann bereits 1981 für den Film Der Einzelgänger zusammengearbeitet.[1]

Mann verfilmte das Anfang der 1980er Jahre konzipierte Drehbuch 1989 mit dem Pilotfilm Showdown in L.A.. Da Mann und NBC-Programmdirektor Brandon Tartikoff sich über die Besetzung der Hauptrolle uneinig waren, wurde die Fernsehserie nicht verwirklicht.[1]

Nachdem die Produktion von Manns Kinofilm Der letzte Mohikaner (1992) beendet war, begann er mit den Arbeiten an Heat. Mann schrieb das für Showdown in L.A. verwendete Drehbuch neu und kam daraufhin mit dem befreundeten Produzenten Art Linson überein, den Film gemeinsam zu produzieren, und, dass Mann die Regie übernimmt. Nachdem Robert De Niro und Al Pacino zugestimmt hatten, die beiden Hauptrollen zu besetzen, stimmte das Filmstudio Warner Bros. dem Projekt zu.[1]

Die Figur Vincent Hanna basiert nicht nur auf Adamson, sondern laut Mann auch auf einer anderen Person, die Einsätze gegen Drogendealer im Ausland führt.[2] Zudem war Hannah von Mann ursprünglich als Kokain-Konsument vorgesehen, um damit Hannahs emotionale Ausbrüche zu erklären.[3]

Die Figur des Drahtziehers Nate basiert auf der Geschichte des Kriminellen Edward Bunker, die Figur Waingro auf dem realen, gleichnamigen Mörder, der zu einem Informanten für die Polizei wurde.[2]

Das Budget für den Film betrug geschätzt 60 Millionen US-Dollar.[4] Arnon Milchan übernahm die Finanzierung des Films.[1]

Besetzung [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler Rollenname Deutscher
Synchronsprecher[5]
Pacino, Al Al Pacino Hanna, Vincent Vincent Hanna Glaubrecht, Frank Frank Glaubrecht
De Niro, Robert Robert De Niro McCauley, Neil Neil McCauley Brückner, Christian Christian Brückner
Kilmer, Val Val Kilmer Shiherlis, Chris Chris Shiherlis Sense, Torsten Torsten Sense
Voight, Jon Jon Voight Nate Krauss, Helmut Helmut Krauss
Sizemore, Tom Tom Sizemore Cherito, Michael Michael Cherito Wolf, Hans-Jürgen Hans-Jürgen Wolf
Judd, Ashley Ashley Judd Shiherlis, Charlene Charlene Shiherlis Ackermann, Maud Maud Ackermann
Portman, Natalie Natalie Portman Gustafson, Lauren Lauren Gustafson Bonalana, Ranja Ranja Bonalana
Venora, Diane Diane Venora Hanna, Justine Justine Hanna Gassen, Joseline Joseline Gassen
Levine, Ted Ted Levine Bosko Meincke, Ernst Ernst Meincke
Azaria, Hank Hank Azaria Marciano, Alan Alan Marciano Feld, Oliver Oliver Feld
Harris, Ricky Ricky Harris Torena, Albert Albert Torena Jäger, Simon Simon Jäger
Libby, Brian Brian Libby Jackson Krone, Raimund Raimund Krone
Studi, Wes Wes Studi Casals Klebsch, K. Dieter K. Dieter Klebsch
Haysbert, Dennis Dennis Haysbert Breedan, Donald Donald Breedan Hosang, Andreas Andreas Hosang
Brenneman, Amy Amy Brenneman Eady von Bentheim, Irina Irina von Bentheim
Rollins, Henry Henry Rollins Benny, Hugh Hugh Benny Schramm, Bernd Bernd Schramm
Noonan, Tom Tom Noonan Kelso Wolf, Bodo Bodo Wolf
Staunton, Kim Kim Staunton Lilly Treger, Martina Martina Treger
Loc, Tone Tone Loc Torena, Richard Richard Torena von Nordhausen, Engelbert Engelbert von Nordhausen
Fichtner, William William Fichtner van Zant, Roger Roger van Zant Krüger-Shantin, Florian Florian Krüger-Shantin
Williamson, Mykelti Mykelti Williamson Drucker Rettinghaus, Charles Charles Rettinghaus
Cort, Bud Bud Cort Wolf, Solenko Solenko Wolf Reutermann, Rüdiger Rüdiger Reutermann
Trejo, Danny Danny Trejo Trejo Döring, Jörg Jörg Döring
Gage, Kevin Kevin Gage Waingro Paradies, Gerald Gerald Paradies
Berkeley, Xander Xander Berkeley Ralph

Heat ist der erste Film, der die beiden Filmstars und Charakterdarsteller Al Pacino und Robert De Niro gemeinsam auf der Leinwand zeigt. Beide spielten zwar schon in Der Pate – Teil II mit, hatten dort aber keine gemeinsamen Szenen. Im Fernsehfilm Showdown in L.A. spielte Scott Plank die Rolle von Vincent Hanna, Alex McArthur die seines Widersachers Patrick McLaren. Xander Berkeley, der in Showdown in L.A. den Waingro spielte, übernahm in Heat die Rolle des Ralph.

Für die Rolle des Chris Shiherlis war ursprünglich der Schauspieler Keanu Reeves vorgesehen; Val Kilmer wurde erst verpflichtet, als er während der Dreharbeiten für Batman Forever verfügbar wurde. Amy Brenneman wollte ursprünglich nicht im Film mitspielen, da sie das Drehbuch als zu blutig und unmoralisch empfand. Michael Mann konnte sie mit dem Argument, dass sie mit dieser Denkweise die perfekte Besetzung für die Rolle der Eady sei, zum Mitspielen überreden. Jon Voight lehnte zunächst ebenfalls ab, den Nate zu spielen, und ließ sich erst später überreden.[2]

Weitere Vorproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Vorproduktion sprach Mann mit einigen Häftlingen im Folsom State Prison und verwendete die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die Charakterisierung der Figur McCauley, die eine Gefängnisvergangenheit hat.[2] Des Weiteren begleitete Mann über neun Monate hinweg an zwei Tagen pro Woche einen Zivilfahnder des Los Angeles Police Department bei dessen Arbeit.[6]

Zur Vorbereitung auf den Banküberfall inspizierten Mann und die Schauspieler De Niro, Kilmer und Sizemore eine reale Bank und täuschten dabei mit entladenen Waffen einen Raub vor, worüber sie – abgesehen von den Sicherheitskräften – zuvor niemanden informiert hatten.[6]

Zur Durchführung von Probedrehs der Schießerei, die auf den Banküberfall folgt, zwischen den Verbrechern und der Polizei errichtete man eine Attrappe des Schauplatzes, bestehend unter anderem aus Platzhaltern für parkende Autos und Briefkästen. Die am Feuergefecht beteiligten Schauspieler wurden zur Vorbereitung auf den Dreh mehrere Tage lang so intensiv im Umgang mit Waffen geschult, wie es auch beim Militär üblich ist. Dabei wurden sie unterstützt durch das Los Angeles County Sheriff's Department, das drei Schießständen zur Verfügung stellte, und die britische Spezialeinheit Special Air Service.[7][1]

Dreharbeiten und Schauplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden vom 21. Februar bis 19. Juli 1995 statt.[4] Laut einer Aussage von Michael Mann dauerten sie 110 Tage.[1] Gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen, deren Zahl Mann mit 160 bezifferte.[1] Anderen Quellen zufolge betrug die Anzahl 65[8] bzw. – nur auf Los Angeles bezogen – 95.[9]

Als Kameramann kam Dante Spinotti zum Einsatz, mit dem Mann schon mehrfach zusammengearbeitet hatte. Zur Zusammenarbeit zwischen den beiden gehörte es, dass Mann auch manchmal die Kamera führte.[1]

Die Szene, in der sich Hannah und McCauley zu einem Gespräch in einem Restaurant treffen, wurde ohne Probedreh des letztlich gesprochenen Textes gefilmt. Mann beabsichtigte damit, die Spontanität der Schauspieler zur Steigerung der Glaubhaftigkeit zu nutzen.[1]

Bedingt durch die Drehgenehmigung hatte der Stab für das Filmen der Schießerei, die nach dem Banküberfall stattfindet, nur drei Wochenenden zur Verfügung.[1] Schauplatz und finaler Drehort des Feuergefechts ist die 5th Street in Los Angeles.[7]

Michael Manns Film Collateral (2004) beginnt dort, wo Heat endet – am Flughafen Los Angeles – und endet an derselben Station der Metro Los Angeles, an der Heat beginnt. Mann bezeichnete dies später als zufällig („quite coincidentally“).[10]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moby hat zwei Titel zum Soundtrack des Films beigetragen: New Dawn Fades und God Moving Over the Face of the Waters, welche jeweils auch nur dann gespielt werden, wenn Al Pacino und Robert De Niro im Film aufeinander treffen.

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation wurde von der Firma Interopa Film in Berlin durchgeführt. Dialogbuchautor war Theodor Dopheide, Dialogregie führte Engelbert von Nordhausen.[5]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinoaufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 187 Millionen US-Dollar ein, davon rund 67 Millionen US-Dollar in den USA und rund 9 Millionen US-Dollar in Deutschland.[11]

Kinostart Besucherzahl[12] Einspielergebnis[11]
Vereinigte Staaten 15. Dez. 1995 7,45 Mio. 067,4 Mio. $
Vereinigtes Königreich 02. Feb. 1996 2,74 Mio. 014,7 Mio. $
Frankreich 21. Feb. 1996 1,42 Mio.
Deutschland 29. Feb. 1996 1,07 Mio. 009,0 Mio. $
Österreich 01. Mär. 1996
Schweiz 01. Mär. 1996 0,18 Mio.
Europa 9,95 Mio.
Welt 187,4 Mio. $

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack erschien 1996 als CD unter dem Titel Music from the Motion Picture Heat beim Label Warner Bros. Records und enthält die folgenden Titel, bei denen es sich hauptsächlich um Instrumentalstücke handelt:

Nr. Titel Komposition und Aufführung
1 Heat Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal,1 Kronos Quartet2
2 Always Forever Now U2, Brian Eno
3 Condensers Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
4 Refinery Surveillance Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal,1 Kronos Quartet2
5 Last Nite Rypdal, Terje Terje Rypdal
6 Ultramarine Brook, Michael Michael Brook
7 Armenia Einstürzende Neubauten
8 Of Helplessness Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
9 Steel Cello Lament Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
10 Mystery Man Rypdal, Terje Terje Rypdal
11 New Dawn Fades Joy Division,1 Moby2
12 Entrada & Shootout Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
13 Force Marker Eno, Brian Brian Eno
14 Coffee Shop Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
15 Fate Scrapes Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
16 La Bas Gerrard, Lisa Lisa Gerrard
17 Gloradin Gerrard, Lisa Lisa Gerrard
18 Run Uphill Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
19 Predator Diorama Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal,1 Kronos Quartet2
20 Of Separation Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
21 God Moving Over the
Face of the Waters
Moby

Anmerkungen:
1 Komponist
2 Instrumentalist

Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde für die folgenden Preise nominiert, ohne prämiert zu werden:

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heat wurde von Kritikern fast ausschließlich positiv, teilweise überschwänglich bewertet. Gelobt wurden vor allem die Hauptdarsteller De Niro und Pacino.[13]

„Inhaltlich, optisch – ein großes Erlebnis. Die lange Spielzeit vergeht wie im Flug, jede Szene wird benötigt, nichts ist überflüssig. Die schwermütige Ballade vom Leben und Sterben in L.A. ist ein Meilenstein des Genres. Absolut perfekt. Nicht mehr und nicht weniger […]“

Carsten Baumgardt: Filmstarts.de[14]

„Aus den standardisierten Mustern des Actionfilms entwickelt sich unter der kalkulierten und kraftvollen Regie einer der fesselndsten Polizei- und Gangsterfilme der letzten Jahre. Seine Handlung nimmt mehr und mehr existenzielle Dimensionen an und führt zu einem ebenso fatalistischen wie menschlich bewegenden Ende.“

Lexikon des internationalen Films[15]

„Eine Synopsis kann dem Film kaum gerecht werden, zeichnet er sich doch durch eine große Liebe zum Detail aus, die sich in zahlreichen Subplots und den sorgfältig ausgearbeiteten Nuancen der Charakterisierung verdeutlicht. Letztere wird wie so oft in den Filmen des Regisseurs durch eine gezielte Farbsymbolik unterstützt, die jene Szenen in den sterilen Behausungen einiger Protagonisten aussagekräftig kommentiert. Manns Los Angeles besticht zudem durch seine Architektur und hebt des Mannes [sic!] ausgeprägte Sensibilität für Raum und Zeit hervor. Heat ist schlichtweg der Klassiker des Kriminalfilms der neunziger Jahre.“

Katharina Stumm: critic.de[16]

„[…] Michael Mann schafft es den Zuschauer von Anfang an in Atem zu halten. Hierbei wird er nicht zuletzt durch die eingängige Musik unterstützt die zusammen mit stellenweise wunderschönen Bildern für die einzigartige Atmosphäre des Films verantwortlich ist. Bis in die letzte Nebenrolle mit hervorragenden Schauspielern besetzt, schafft es der Film über bloße Unterhaltung hinaus eine mehr als interessante Geschichte zu erzählen die unter die Haut geht. […] Heat zeigt keine gesichtslosen Ganoven und ‚die Guten‘ sondern vermeidet Schwarz-Weiß Schemata. Er zeigt die ganzen Menschen mit all ihren Vorzügen und ihren Schwächen. Darüber hinaus ist es ein Action-Thriller der Extraklasse. Die filmische Umsetzung ist exzellent, die Kameraführung an einigen Stellen spektakulär. Manche der Szenen hätte es so vor der Erfindung der Steadicam mit Sicherheit nicht gegeben. Ein besonderes Lob gebührt außerdem der phantastischen Musik von Elliot Goldenthal. Durch die wirklich gelungene Untermalung werden einige Szenen so eindringlich, das man es kaum aushalten mag. […] Obwohl auch Mann mit Klischees arbeitet schafft er es der Trivialität des Genres zu entfliehen. Ein Höhepunkt des Kinos der neunziger Jahre! Fazit: Absolute Spitzenklasse! Besetzung, Story, und Musik sind hervorragend. Der Film überzeugt auf der ganzen Linie.“

Ingo Brune: 25frames.org[17]

„Gewaltige Straßenschießereien, große Mimik und eine nervenzerreißende Geschichte lassen diesen Film aus der plumpen Hollywoodballerei herausstechen. Neben erwähnter Feuerkraft, erlaubt der Film auch einen Einblick in die persönlichen Lebensumstände der beiden Rivalen und zeigt zwei moralisch so unterschiedlich und doch zugleich seelenverwandte Charaktere, von denen man am Ende nicht mehr weiß, wer gut und wer böse ist. […] Ein Actionfilm für Erwachsene, der zu den besten seines Genres gehört.“

– mojoba.com[18]

Von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden erhielt der Film das Prädikat „besonders wertvoll“.[19]

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Duell der beiden Protagonisten thematisiert der Film vor allem auch die Beziehungen der Männer zu ihren Frauen. Letztlich scheitern alle Beziehungen, da ihre bedingungslose Hingabe an ihre jeweilige Tätigkeit für einen Partner keinen Platz mehr lässt.

Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Fiktion wurde Wirklichkeit: Die North-Hollywood-Schießerei 1997 verlief ähnlich wie im Spielfilm.[20]

Der Film wurde nach seiner Veröffentlichung als Vorbild für eine Reihe von tatsächlichen Verbrechen genannt. Beispielsweise wurde 2003 bei einem Überfall auf einen Geldtransporter in Kolumbien die gleiche Taktik wie im Film angewendet.[21] Auch soll der Film die Vorlage für einen der größten und brutalsten Banküberfälle in Norwegen im Jahr 2004 gewesen sein,[22] zudem wurde auch in Südafrika im Jahr 2005 bei einem Überfall auf einen Geldtransporter die Vorgehensweise aus dem Film kopiert.[23]

Die amerikanische Grindcore Band Graf Orlock veröffentlichte 2012 mit der EP „Los Angeles“ ein Konzeptalbum, basierend auf dem Film mit Filmzitat-Samples.[24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Wood 2015
  2. a b c d Paul Tatara: HEAT (1995), in: Webpräsenz von Turner Classic Movies, abgerufen am 5. Mai 2016
  3. Bilge Ebiri: Applauding the Sadness and Subtle Coherence of Michael Mann’s Heat, in: Vulture.com vom 21. Dez. 2015, abgerufen am 6. Mai 2016
  4. a b Box office / business for Heat (1995), in: IMDb, abgerufen am 8. Mai 2016
  5. a b HEAT in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 30. April 2016.
  6. a b Matt Patches: Why 'Heat' Is Still an Action Masterpiece 20 Years Later, in: Esquire vom 17. Sep. 2015, abgerufen am 8. Mai 2016
  7. a b F. X. Feeney: The Study of Mann, Interview mit Michael Mann von 2012, Webpräsenz der Directors Guild of America
  8. Heat (1995) Trivia, in: IMDb, abgerufen am 9. Mai 2016
  9. Mattes 2014, S. 189 f.
  10. Audiokommentar von M. Mann auf der Kauf-DVD von Heat
  11. a b Box office / business for Heat (1995), in: IMDb, abgerufen am 6. Mai 2016
  12. Besucherzahlen, in: LUMIERE – Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa, Webpräsenz der OBS, abgerufen am 6. Mai 2016
  13. Hal Hinson: ‘Heat’. In: The Washington Post. 15. Dezember 1995, abgerufen am 5. Juli 2008 (englisch): „[…] the film’s true poetry is in the faces of these actors. […] they are virtually unmatched on the screen, […]“
  14. Carsten Baumgardt: Heat. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 2. Januar 2012.
  15. Heat im Lexikon des internationalen Films
  16. Katharina Stumm: Heat. critic.de, abgerufen am 2. Januar 2012.
  17. Unterwegs in den Straßen von L. A., ein klassischer Räuber und Gendarm-Film spannend bis zur letzten Minute (Memento vom 24. Oktober 2011 im Internet Archive)
  18. Heat
  19. Heat, in: Webpräsenz der FBW, abgerufen am 6. Mai 2016
  20. Alex Alvarez, Ronet Bachman: Violence: The Enduring Problem. SAGE Publications, 2013, ISBN 978-1-4833-2399-2, S. 150 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  21. Life imitates art in Colombia robbery
  22. NORWAY: Heat style robbery, cop killed, Toter bei filmreifem Bankraub in Norwegen (Memento vom 19. November 2013 im Webarchiv archive.is)
  23. Food for Thought JUST BLAME THE HEAT (Memento vom 6. September 2008 im Internet Archive)
  24. Graf Orlock will release an EP entitled Los Angeles on April 10 via Vitrol Records. This EP is loosely based on the Michael Mann film Heat.