Heat (1995)

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Filmdaten
Deutscher Titel Heat
Originaltitel Heat
Heat (1995) logo.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 171 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 14
Stab
Regie Michael Mann
Drehbuch Michael Mann
Produktion Art Linson
Michael Mann
Musik Elliot Goldenthal
Kamera Dante Spinotti
Schnitt Pasquale Buba
William Goldenberg
Dov Hoenig
Tom Rolf
Besetzung
Synchronisation

Heat ist ein US-amerikanischer Kinofilm aus dem Jahr 1995. Drehbuchautor, Regisseur und Koproduzent ist Michael Mann. Al Pacino und Robert De Niro spielen die Hauptrollen und sind erstmals in der Filmgeschichte gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Der Film ist ein erweitertes Remake des Pilotfilms Showdown in L.A. und wurde wie dieser von realen Begebenheiten inspiriert.

Der Film handelt von der Jagd eines Mordkommissars auf einen Berufsverbrecher und dessen Bande, die nach einem unplanmäßig verlaufenen Raubüberfall in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen geraten, aber trotzdem den nächsten Raub durchführen. Er erzählt zudem von den privaten, familiären Beziehungen der Protagonisten und zeigt im Laufe der Handlung, dass Jäger und Gejagter in ihren Schicksalen miteinander verbunden sind.

Der Film gilt heute als ein Klassiker und als Manns Meisterwerk.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neil McCauley ist ein hartgesottener Profigangster, der zahlreiche Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat und fest entschlossen ist, nie wieder einen Fuß in ein Gefängnis zu setzen. Der stets hochkonzentrierte Einzelgänger hat sein Leben wie einen einzigen Fluchtplan organisiert. Sein Glaubenssatz lautet: „Du darfst dich niemals an etwas hängen, das du nicht innerhalb von 30 Sekunden problemlos wieder vergessen kannst, wenn du merkst, dass dir der Boden zu heiß wird.“ (im Original: „Don’t get attached to anything you can’t walk out on in 30 seconds flat if you feel the heat around the corner.“)

Die von ihm angeführte Bande – außerdem bestehend aus dem spielsüchtigen Chris Shiherlis, dem Berufsverbrecher Michael Cheritto und dem Fahrer Trejo – ist für eine Reihe von ausgefeilten und spektakulären Raubüberfällen in und um Los Angeles verantwortlich, welche meist vom Hehler Nate vermittelt werden.

Der neueste Coup der Gang verläuft allerdings ungeplant: Der exakt ausgetüftelte Überfall auf einen Geldtransporter endet in einem Blutbad, als der psychopathische Waingro, den McCauley zum ersten Mal engagiert hat, einen Wachmann unvereinbart erschießt, woraufhin die Gruppe zwei weitere Wachleute töten muss, um keine Mordzeugen zu hinterlassen. Als McCauley Waingro deswegen eliminieren will, kann dieser in letzter Sekunde entkommen. Von diesem Moment an ist Waingro entschlossen, sich an McCauley zu rächen.

Derweil ist Vincent Hanna, Lieutenant im Raub- und Morddezernat des LAPD, mit der Aufklärung der Überfälle beauftragt. Er ist bekannt dafür, den Tatort eines Verbrechens akribisch zu erkunden und sich dann mit Hingabe und Ausdauer auf die Jagd nach den Tätern zu machen. In der Polizeiarbeit ist er ein Ass – der Rest seines Lebens ist hingegen ein Chaos. Nach zwei Scheidungen steht auch seine dritte Ehe auf der Kippe; seine Stieftochter Lauren hat psychische Probleme. Statt sich jedoch seiner Frau zu widmen, gilt Hannas ganze Konzentration den Fällen, die er bearbeitet. Als er den dreifachen Raubmord untersucht, den McCauley mit seiner Gang begangen hat, scheint es zuerst keinerlei Hinweise auf die Täter zu geben. Nur durch Zufall stößt Hanna auf einen Informanten, der ihn auf die richtige Spur bringt.

Währenddessen wird McCauley mit zwei unvorhergesehenen Ereignissen konfrontiert. Roger Van Zant, der Eigentümer der beim Geldtransport-Coup erbeuteten Wertpapiere, hat mit Nate den Rückkauf der Papiere für 60 Prozent des Wertes vereinbart. Tatsächlich plant er jedoch, McCauley bei der Übergabe töten zu lassen und ihm seine Papiere wieder abzunehmen. Zwar kann McCauley dem Attentat entgehen, doch von diesem Moment an ist es für ihn beschlossene Sache, sich an Van Zant zu rächen. Außerdem verliebt sich McCauley in die sympathische und attraktive Grafikerin Eady. Sie ahnt nichts von McCauleys kriminellen Aktivitäten und glaubt, ihr neuer Freund sei Vertreter. McCauley ist hin- und hergerissen: Einerseits will er die Liebe und Geborgenheit von Eady nicht mehr missen, andererseits weiß er, dass sich eine feste Beziehung mit seinem Leben nicht vereinbaren lässt.

Auch Chris wird in seinem Privatleben mit Problemen konfrontiert. Seine Frau Charlene betrügt ihn mit einem anderen Mann und droht, Chris mit ihrem gemeinsamen Sohn Dominic zu verlassen. Chris würde an der Trennung zerbrechen – und doch kann er nicht anders, als weiterhin für McCauley zu arbeiten, da er sonst seine teure Spielsucht nicht finanzieren könnte.

Währenddessen zieht Hanna sein Netz um McCauley immer enger, wohl wissend, dass sein Widersacher sehr clever ist. Mit einem Observierungsteam hat er herausgefunden, dass das nächste Ziel der Bande ein Lager für Edelmetalle ist. Die Polizisten möchten die Bande auf frischer Tat ertappen. Jedoch stört einer der beteiligten Polizisten die Observation unabsichtlich durch ein Geräusch, welches McCauley dazu veranlasst, den Einbruch abzubrechen. Hanna entscheidet, die Bande laufen zu lassen, denn für den beutelosen Einbruch müsste die Bande nur für wenige Monate ins Gefängnis. McCauley ist nun misstrauisch geworden. Um die Beschatter zu enttarnen, trifft sich die Bande zum Schein auf einem offen einsehbaren Hafengelände. Als Hanna sich mit seinen Kollegen später auf derselben Fläche positioniert, um das Treffen der Bande zu rekonstruieren, werden sie von McCauley fotografiert. Beide Seiten kennen nun ihre Gegner.

Hanna fasst daher einen unorthodoxen Plan: Er lädt McCauley zu einem Kaffee in ein Restaurant ein und erklärt ihm dabei, dass er ihn früher oder später aus dem Verkehr ziehen werde. McCauley reagiert mit verblüffender Gelassenheit und Offenheit. Er folge genau wie Hanna nur seiner Berufung und gebe ihm Recht: Irgendwann werde einer von beiden den anderen töten müssen. Während des Gesprächs kann McCauleys Gang die sie überwachenden Polizeibeamten abschütteln, so dass die Gang-Mitglieder von nun an wieder ungestört ihren nächsten Überfall vorbereiten können. Dieser soll so viel Beute einbringen, dass sie sich zur Ruhe setzen können. Nur Trejo steigt aus, da er seine Verfolger angeblich nicht abschütteln konnte.

Als McCauley und seine Gang diesen großangelegten Bankraub begehen, eskaliert die Situation. Durch einen von Waingro initiierten Verrat können Hanna und seine Beamten McCauleys schwer bewaffnete Gang beim Verlassen der Bank abfangen. Diese versucht, sich den Weg rücksichtslos freizuschießen. Es kommt zu einem mörderischen Feuergefecht mitten in der belebten Innenstadt, bei dem neben mehreren Polizisten und Passanten auch der neue, für Trejo eingesprungene Fahrer der Gang getötet wird, bevor es Hanna gelingt, Cheritto zu erschießen. McCauley kann derweil mit dem angeschossenen Chris im Schlepptau entkommen. Nachdem er Chris hat notdürftig verarzten lassen, liefert er ihn bei Nate ab. Dieser überreicht McCauley neue Papiere und organisiert im Hintergrund einen neuen Fluchtplan. McCauley offenbart nun der geschockten Eady gezwungenermaßen seine wahre Identität. Widerwillig erklärt sich Eady dazu bereit, ihn bei seiner Flucht ins Ausland zu begleiten. Auch Hanna weiß, dass sein Kontrahent bald das Land verlassen wird.

Charlene ist inzwischen von der Polizei ausfindig gemacht und zur Kooperation gezwungen worden. Sie erhält das Angebot, Chris zu verraten und dafür ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden. Als Chris sich dann tatsächlich dem Haus nähert, gibt sie ihm jedoch unauffällig ein Zeichen und er kann sich unerkannt wieder entfernen. Als Hanna erfährt, dass Chris scheinbar entkommen ist, verlässt er frustriert die Polizeiwache. Da er sich mit seiner Frau endgültig zerstritten hat, begibt er sich in sein Hotelzimmer. Dort findet er seine Stieftochter Lauren nach einem Suizidversuch schwer verletzt vor. Er bringt sie sofort in ein Krankenhaus, wo sie mit einer Notoperation gerettet wird. Die Frage seiner Frau nach einer letzten Chance für ihre Beziehung verneint er. Mit ihrem Segen verlässt er das Krankenhaus und fährt zu dem Flughafenhotel, in dem Waingro untergebracht ist.

McCauley weiß, er könnte den von Nate neu vorbereiteten Fluchtweg nutzen, um dann mit seiner Freundin endgültig in Sicherheit zu sein. Letztlich entschließt er sich jedoch, zuvor Waingro zu töten, dessen Aufenthaltsort die Polizei über verschiedene Spitzel verbreitet hat. Nachdem McCauley Waingro ausfindig gemacht und erschossen hat, will er mit Eady zum Flughafen fliehen. McCauley muss seine Freundin aber ohne ein Wort zurück lassen, um seiner Ergreifung durch Hanna zu entgehen. Er flüchtet auf das Gelände des nahegelegenen Flughafens von L.A. Im finalen Showdown in der Nähe der Anflugslichter kann Hanna McCauley stellen und mehrere Schüsse auf ihn abfeuern. McCauley stirbt, während Hanna respektvoll seine Hand hält.

Form und Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde unterschiedlichen Genres zugeordnet und als Thriller eingestuft, als Actionfilm, Actionthriller, Polizeifilm, Gangsterfilm, Kriminaldrama und Kriminalfilm sowie als Heist-Movie. Regisseur Mann wollte den Film als Drama verstanden wissen und ausdrücklich nicht als Genrefilm.[1] Manche Kritiker stuften den Film als Parabel[2] und Epos ein und glaubten Elemente des Film noir, speziell des Neo-Noir[3] zu erkennen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur, Drehbuchautor und Co-Produzent Michael Mann

Drehbuch- und Projektentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Drehbuch ließ sich Regisseur Mann circa 1980 von der realen Konfrontation des Polizisten Chuck Adamson und des Verbrechers Neil McCauley inspirieren. Adamson war 1963 auf der Jagd nach McCauley und erschoss ihn in Chicago. Die Szene im Film, in welcher der von der Polizei überwachte McCauley wegen eines verdächtigen Geräusches einen Einbruch abbricht, beruht ebenso auf den realen Ereignissen wie das Treffen zwischen Jäger und Gejagtem in einem Restaurant. Der mit Michael Mann befreundete Adamson bewunderte McCauley für dessen Professionalität, Disziplin und Gerissenheit. Mit dem pensionierten Polizisten Adamson hatte Mann bereits 1981 für den Film Der Einzelgänger zusammengearbeitet.[4]

Mann verfilmte das Anfang der 1980er Jahre konzipierte Drehbuch 1989 mit dem Pilotfilm Showdown in L.A.. Da Mann und NBC-Programmdirektor Brandon Tartikoff sich über die Besetzung der Hauptrolle uneinig waren, wurde die Fernsehserie nicht verwirklicht.[4]

Nachdem die Produktion von Manns Kinofilm Der letzte Mohikaner (1992) beendet war, begann er mit den Arbeiten an Heat. Mann schrieb das für Showdown in L.A. verwendete Drehbuch neu und kam daraufhin mit dem befreundeten Produzenten Art Linson überein, den Film gemeinsam zu produzieren, und, dass Mann die Regie übernimmt. Nachdem Robert De Niro und Al Pacino zugestimmt hatten, die beiden Hauptrollen zu besetzen, stimmte das Filmstudio Warner Bros. dem Projekt zu.[4] Das fertige Drehbuch beinhaltet circa 70 Sprechrollen.[5]

Die Figur Vincent Hanna basiert nicht nur auf Adamson, sondern laut Mann auch auf einer anderen Person, die Einsätze gegen Drogendealer im Ausland führt.[6] Zudem war Hannah von Mann ursprünglich als Kokain-Konsument vorgesehen, um damit Hannahs emotionale Ausbrüche zu erklären.[7]

Die Figur des Drahtziehers Nate basiert auf der Geschichte des Kriminellen Edward Bunker, die Figur Waingro auf dem realen, gleichnamigen Mörder, der zu einem Informanten für die Polizei wurde.[6]

Das Budget für den Film betrug geschätzt 60 Millionen US-Dollar.[8] Arnon Milchan übernahm die Finanzierung des Films.[4]

Besetzung [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler Rollenname Deutscher
Synchronsprecher[9]
Pacino, Al Al Pacino Hanna, Vincent Vincent Hanna Glaubrecht, Frank Frank Glaubrecht
De Niro, Robert Robert De Niro McCauley, Neil Neil McCauley Brückner, Christian Christian Brückner
Kilmer, Val Val Kilmer Shiherlis, Chris Chris Shiherlis Sense, Torsten Torsten Sense
Voight, Jon Jon Voight Nate Krauss, Helmut Helmut Krauss
Sizemore, Tom Tom Sizemore Cherito, Michael Michael Cherito Wolf, Hans-Jürgen Hans-Jürgen Wolf
Venora, Diane Diane Venora Hanna, Justine Justine Hanna Gassen, Joseline Joseline Gassen
Brenneman, Amy Amy Brenneman Eady von Bentheim, Irina Irina von Bentheim
Judd, Ashley Ashley Judd Shiherlis, Charlene Charlene Shiherlis Ackermann, Maud Maud Ackermann
Williamson, Mykelti Mykelti Williamson Drucker Rettinghaus, Charles Charles Rettinghaus
Studi, Wes Wes Studi Casals Klebsch, K. Dieter K. Dieter Klebsch
Levine, Ted Ted Levine Bosko Meincke, Ernst Ernst Meincke
Haysbert, Dennis Dennis Haysbert Breedan, Donald Donald Breedan Hosang, Andreas Andreas Hosang
Fichtner, William William Fichtner van Zant, Roger Roger van Zant Krüger-Shantin, Florian Florian Krüger-Shantin
Portman, Natalie Natalie Portman Gustafson, Lauren Lauren Gustafson Bonalana, Ranja Ranja Bonalana
Noonan, Tom Tom Noonan Kelso Wolf, Bodo Bodo Wolf
Gage, Kevin Kevin Gage Waingro Paradies, Gerald Gerald Paradies
Azaria, Hank Hank Azaria Marciano, Alan Alan Marciano Feld, Oliver Oliver Feld
Traylor, Susan Susan Traylor Cheritto, Elaine Elaine Cheritto
Staunton, Kim Kim Staunton Lilly Treger, Martina Martina Treger
Trejo, Danny Danny Trejo Trejo Döring, Jörg Jörg Döring
Rollins, Henry Henry Rollins Benny, Hugh Hugh Benny Schramm, Bernd Bernd Schramm
Trimble, Jerry Jerry Trimble Schwartz
Ferrero, Martin Martin Ferrero Construction Clerk
Harris, Ricky Ricky Harris Torena, Albert Albert Torena Jäger, Simon Simon Jäger
Loc, Tone Tone Loc Torena, Richard Richard Torena von Nordhausen, Engelbert Engelbert von Nordhausen
Plaza, Begonya Begonya Plaza Trejo, Anna Anna Trejo
Goodman, Hazelle Hazelle Goodman Hooker's Mother
Buktenica, Ray Ray Buktenica Timmons
Piven, Jeremy Jeremy Piven Dr. Bob Ciazynski, Frank Frank Ciazynski
Berkeley, Xander Xander Berkeley Ralph
Ford, Steven Steven Ford Officer Bruce
Libby, Brian Brian Libby Captain Jackson Krone, Raimund Raimund Krone
Cort, Bud Bud Cort Wolf, Solenko Solenko Wolf Reutermann, Rüdiger Rüdiger Reutermann

Heat ist der erste Film, der die beiden Filmstars und Charakterdarsteller Al Pacino und Robert De Niro gemeinsam auf der Leinwand zeigt. Beide spielten zwar schon in Der Pate – Teil II mit, hatten dort aber keine gemeinsamen Szenen. 1995 lagen die üblichen Gagenforderungen der beiden Oscar-Preisträger bei 12 (Pacino) bzw. 7 (De Niro) Millionen US-Dollar pro Film.[10]

Im Fernsehfilm Showdown in L.A. spielte Scott Plank die Rolle von Vincent Hanna, Alex McArthur die seines Widersachers Patrick McLaren. Xander Berkeley, der in Showdown in L.A. den Waingro spielte, übernahm in Heat die Rolle des Ralph, dem eher zart beseiteten Liebhaber von Hannas Ehefrau Justine. Der Filmwissenschaftler Steven Rybin meinte, dass die Auswahl von Xander Berkeley für diese Rolle die selbstkritische Antwort Michael Manns auf die Fehlbesetzung der Rolle des Waingro in Showdown in L.A. ist.[11]

Für die Rolle des Chris Shiherlis war ursprünglich der Schauspieler Keanu Reeves vorgesehen. Val Kilmer wurde erst verpflichtet, als er während der Dreharbeiten für Batman Forever verfügbar wurde. Amy Brenneman wollte ursprünglich nicht im Film mitspielen, da sie das Drehbuch als zu blutig und unmoralisch empfand. Michael Mann konnte sie mit dem Argument, dass sie mit dieser Denkweise die perfekte Besetzung für die Rolle der Eady sei, zum Mitspielen überreden. Jon Voight lehnte zunächst ebenfalls ab, den Nate zu spielen, und ließ sich erst später überreden.[6]

Weitere Vorproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Vorproduktion sprach Mann mit einigen Häftlingen im Folsom State Prison und verwendete die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die Charakterisierung der Figur McCauley, die eine Gefängnisvergangenheit hat.[6] Des Weiteren begleitete Mann über neun Monate hinweg an zwei Tagen pro Woche einen Zivilfahnder des Los Angeles Police Department bei dessen Arbeit.[12]

Zur Vorbereitung auf den Banküberfall inspizierten Mann und die Schauspieler De Niro, Kilmer und Sizemore eine reale Bank und täuschten dabei mit entladenen Waffen einen Raub vor, worüber sie – abgesehen von den Sicherheitskräften – zuvor niemanden informiert hatten.[12]

Zur Durchführung von Probedrehs der Schießerei, die auf den Banküberfall folgt, zwischen den Verbrechern und der Polizei errichtete man eine Attrappe des Schauplatzes, bestehend unter anderem aus Platzhaltern für parkende Autos und Briefkästen. Die am Feuergefecht beteiligten Schauspieler wurden zur Vorbereitung auf den Dreh mehrere Tage lang so intensiv im Umgang mit Waffen geschult, wie es auch beim Militär üblich ist. Dabei wurden sie unterstützt durch das Los Angeles County Sheriff's Department, das drei Schießständen zur Verfügung stellte, und die britische Spezialeinheit Special Air Service.[13][4]

Dreharbeiten und Schauplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden vom 21. Februar bis 19. Juli 1995 statt.[8] Laut einer Aussage von Michael Mann dauerten sie 110 Tage.[4] Gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen, deren Zahl Mann mit 160 bezifferte.[4] Anderen Quellen zufolge betrug die Anzahl 65[14] bzw. – nur auf Los Angeles bezogen – 95.[15]

Als Kameramann wurde Dante Spinotti eingesetzt, mit dem Mann schon mehrfach zusammengearbeitet hatte. Zur Zusammenarbeit zwischen den beiden gehörte es, dass Mann auch manchmal die Kamera führte.[4]

Die Szene, in der sich Hannah und McCauley zu einem Gespräch in einem Restaurant treffen, wurde ohne Probedreh des letztlich gesprochenen Textes gefilmt. Mann beabsichtigte damit, die Spontanität der Schauspieler zur Steigerung der Glaubhaftigkeit zu nutzen.[4]

Bedingt durch die Drehgenehmigung hatte der Stab für das Filmen der Schießerei, die nach dem Banküberfall stattfindet, nur drei Wochenenden zur Verfügung.[4] Schauplatz und finaler Drehort des Feuergefechts ist die 5th Street in Los Angeles.[13]

Michael Manns Film Collateral (2004) beginnt dort, wo Heat endet – am Flughafen Los Angeles – und endet an derselben Station der Metro Los Angeles, an der Heat beginnt. Mann bezeichnete dies später als zufällig („quite coincidentally“).[16]

Nachbearbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moby trug zwei Titel zur Musik des Films bei: New Dawn Fades und God Moving Over the Face of the Waters, die jeweils auch nur dann gespielt werden, wenn Al Pacino und Robert De Niro im Film aufeinander treffen.

Computergesteuerte Spezialeffekte und digitales Compositing wurden eingesetzt, um Beleuchtungs- und Bildaufbauprobleme in solchen Szenen zu lösen, die nicht auf traditionelle Weise gefilmt werden konnten. Dazu gehört die Liebesszene, in der McCauley und Eady über die Hollywood Hills blicken und für die die Greenscreen-Technik verwendet wurde.[17]

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation wurde von der Firma Interopa Film in Berlin durchgeführt. Dialogbuchautor war Theodor Dopheide, Dialogregie führte Engelbert von Nordhausen.[9]

Vergleich mit Showdown in L.A.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Michael Mann Fernsehfilm Showdown in L.A. (Originaltitel: L.A. Takedown), auf dessen Drehbuch Heat basiert, heißt die Hauptfigur, die die Gangsterbande anführt, nicht Neil McCauley, sondern Patrick McLaren.[18] Die anderen, wichtigsten Figuren tragen denselben Namen wie im Kinofilm. Im TV-Film werden jene melodramatischen Handlungsteile, die bei den Hauptfiguren zu Hause spielen, nahezu völlig ausgelassen. Die Handlung des Fernsehfilms, der nur etwa anderthalb Stunden lang ist, schreitet schneller voran als in Heat. Anders als im Kinofilm gibt es in Showdown in L.A. keinen Handlungsstrang mit der Figur Roger van Zant und keinen Einbruch in das Lager für Edelmetalle. Die Gangsterbande wird hier auf die Polizei aufmerksam, indem Cheritto in seinem Auto Abhörgeräte entdeckt. McLaren wird tödlich verletzt, als Waingro auf die Tür seines Apartments schießt, kurz nachdem die Polizei McLaren dort aufgespürt hat. Am Ende des Fernsehfilms gibt es auch keinen Handschlag zwischen McLaren und Hanna; letzterer stößt Waingro aus dem Fenster in den Tod.[19]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinoaufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten lief der Film am 15. Dezember 1995 an. International startete er in den meisten Märkten erst im Februar 1996, darunter in Deutschland am 29. Februar 1996.

Im Rahmen des US-Kinostarts bewarb das Filmstudio Warner Bros. den Film vor allem mit Blick auf das erste Aufeinandertreffen der Schauspielgrößen De Niro und Pacino.[20]

Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 187 Millionen US-Dollar ein, davon rund 67 Millionen US-Dollar in den USA und rund 9 Millionen US-Dollar in Deutschland.[21]

Kinostart Besucherzahl[22] Einspielergebnis[21]
Vereinigte Staaten 15. Dez. 1995 7,45 Mio. 067,4 Mio. $
Vereinigtes Königreich 02. Feb. 1996 2,74 Mio. 014,7 Mio. $
Frankreich 21. Feb. 1996 1,42 Mio.
Deutschland 29. Feb. 1996 1,07 Mio. 009,0 Mio. $
Österreich 01. Mär. 1996
Schweiz 01. Mär. 1996 0,18 Mio.
Europa 9,95 Mio.
Welt 187,4 Mio. $

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack erschien 1996 als CD unter dem Titel Music from the Motion Picture Heat beim Label Warner Bros. Records und enthält die folgenden Titel, bei denen es sich hauptsächlich um Instrumentalstücke handelt:

Nr. Titel Komposition und Aufführung
1 Heat Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal,1 Kronos Quartet2
2 Always Forever Now U2, Brian Eno
3 Condensers Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
4 Refinery Surveillance Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal,1 Kronos Quartet2
5 Last Nite Rypdal, Terje Terje Rypdal
6 Ultramarine Brook, Michael Michael Brook
7 Armenia Einstürzende Neubauten
8 Of Helplessness Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
9 Steel Cello Lament Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
10 Mystery Man Rypdal, Terje Terje Rypdal
11 New Dawn Fades Joy Division,1 Moby2
12 Entrada & Shootout Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
13 Force Marker Eno, Brian Brian Eno
14 Coffee Shop Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
15 Fate Scrapes Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
16 La Bas Gerrard, Lisa Lisa Gerrard
17 Gloradin Gerrard, Lisa Lisa Gerrard
18 Run Uphill Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
19 Predator Diorama Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal,1 Kronos Quartet2
20 Of Separation Goldenthal, Elliot Elliot Goldenthal
21 God Moving Over the
Face of the Waters
Moby

Anmerkungen:
1 Komponist
2 Instrumentalist

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf englischsprachigen Kritiken, berechneten die Webseiten Rotten Tomatoes und Metacritic eine Zustimmung für den Film von 86[23] beziehungsweise 76[24] Prozent.

Kritik beim Kinostart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Kinostart erschienene Kritiken

Positiv

Eher positiv

Gemischt

Eher negativ

Negativ

Bei seiner Erstveröffentlichung waren sich die Kritiker in den Vereinigten Staaten uneins über die Qualität des Films. Ein Teil der Kritiker lobte ihn. Richard Schickel etwa fand im Time Magazine für den Film feierliche Worte: „großartig. Wirklich episch. Ein Meisterwerk. Rundum originell.“[46][47] Der Filmkritiker Roger Ebert bewertete den Film in der Zeitung Chicago Sun-Times mit dreieinhalb von vier Sternen und hob anerkennend hervor, dass Manns Drehbuch und Regie der erzählten Handlung, darunter das Austesten der beiden männlichen Protagonisten mit Frauen, Niveau verliehen.[25] Ein großer Teil der Kritiker gab sich in mancherlei Hinsicht unzufrieden oder enttäuscht. Eberts Kollegin Janet Maslin von der New York Times störte sich im Gegensatz zu Ebert an den Frauengeschichten; sie offenbarten die Nachlässigkeit des halben Films. Für den Regisseur seien Dialoge in dem Film oft nicht mehr als notwendiges Übel. Maslin schrieb zusammenfassend: „Außergewöhnliche Schauspieler, kluge Kulissen, ein Handlungslabyrinth und ein Drehbuch mit fast 70 Sprechrollen ändern nichts an der Tatsache, dass ‚Heat‘ fundamental leer ist und seine Figuren nicht viel zu sagen haben.“[5][48] James Berardinelli stellte mit seiner Kritik dem Film ein annähernd vernichtendes Zeugnis aus, beurteilte ihn als eine „kolossale Enttäuschung“[49] und schrieb: „Etwa 40 Minuten von Heat sind beeindruckend. Der Rest variiert von eintönig bis langweilig.“[50][45]

Berardinelli und einige andere US-Kritiker vertraten die Meinung, dass der Film nicht genügend Szenen biete, in denen De Niro und Pacino gemeinsam auftreten. Der Filmkritiker des Chicago Tribune sprach diesbezüglich von einer „Schande“,[38] der Autor von Entertainment Weekly hielt es für die „perverseste Entscheidung“ des Regisseurs.[42] Ein weiterer, oft genannter Kritikpunkt war die Länge des Films; er sei zu lang und biete angesichts seiner Länge nicht genügend Interessantes. Auch das Filmende enttäuschte manche US-Kritiker: Es sei konventionell und unbeeindruckend. Hal Hinson von der Washington Post hielt es für ein „lächerliches Ende, das eine Art von finaler geistiger, metaphysischer Gedankenverschmelzung nahelege. Es eine mythische Absurdität zu nennen,“ sei eine „Niedlichkeit“.[41][51] Manche US-Kritiker, aber auch der Schweizer Marc Walder in der NZZ, fanden den Film zudem überfrachtet mit Geschichten. Zum Beispiel sei es überflüssig, dass mit Waingros Geschichte auch das Thema Serienkiller aufgegriffen werde.

Die Kritiken in deutschen Medien waren dagegen ungeteilt positiv und teilweise begeistert. Der Film-Dienst, aus dem das Lexikon des Internationalen Films gespeist wird, stellte den Film als einen „der fesselndsten Polizei- und Gangsterfilme der letzten Jahre“ heraus.[28] epd Film bezeichnete Heat als „meisterhaftes Genrekino“ und „eine grandiose Studie über das Verhältnis von Jäger und Gejagtem“, der Regisseur finde „eine wunderbare Balance zwischen kompromißlosem physischem Ausdruck und subtiler Milieu- und Charakterzeichnung“.[26] Die Jury der Filmbewertungsstelle Wiesbaden prädikatisierte den Film als „Besonders wertvoll“ und hob hervor, dass seine Geschichte „dank eines ausgezeichneten Drehbuches ohne Bruch“ funktioniere, seine Musik „gut eingesetzt und wohltuend zurückhaltend“ sei und seine Dramaturgie die Spannung zu halten wisse.[52] Die FBW wie auch andere deutsche Kritiker lobten die Machart des Films als wohldurchdacht, raffiniert und sorgfältig. Die Kritikerin der Frankfurter Rundschau meinte in diesem Zusammenhang, dass „die Inszenierung selbst den Eindruck körperlich spürbarer Anstrengung durch eine Solidität der Machart“ unterstütze, „die den hochbudgetierten B-Pictures des zeitgenössischen amerikanischen Kinos so fern steht wie die Figuren in Heat den korrupten Anti-Helden des neueren Kriminalfilms.“[30]

Die Leistungen der Schauspieler, auch die der Nebenrollen, wurden von einem überwiegenden Teil der Kritiker gelobt. Manche US-Kritiker glaubten in Al Pacinos Spiel allerdings Overacting zu erkennen. Kritiker beurteilten überdies die Besetzung als treffend und eindrucksvoll, die Charakterisierung der Figuren als reichhaltig und die Handlung als klischeefrei. Zudem würden die Schauplätze hervorragend genutzt.

Im Vergleich mit Showdown in L.A. lobte Frank Schnelle in der epd Film Heat als den deutlich besseren Film. Mann habe „mit sicherer Hand Schwachpunkte eliminiert“, das Filmende sei nun plausibler. Wegen einer ruhigeren und angemessen aufwändigen Inszenierung gewönnen die gleichen Szenen in Heat an Substanz bzw. funktionierten erst hier überhaupt.[26]

Spätere und undatierte Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Londoner Magazin Time Out beurteilte den Film als den besten amerikanischen Kriminalfilm in über einem Jahrzehnt. Die Actionszenen seien besser als in Filmen von John Woo und Quentin Tarantino und die Charakterisierung erreiche eine Tiefe, von der die meisten amerikanischen Filmemacher nur träumen könnten.[53] Vom deutschen Online-Magazin Filmstarts.de hieß es, dass der Film inhaltlich und optisch ein großes Erlebnis sei. „Die schwermütige Ballade vom Leben und Sterben in L.A. ist ein Meilenstein des Genres. Absolut perfekt.“[54] Das E-Zine critic.de pries den Film als „Klassiker des Kriminalfilms der neunziger Jahre.“[55]

Das US-Magazin American Cinematographer, das sich vor allem mit der Arbeit von Kameraleuten befasst, zeigte sich 2005 über Dante Spinottis Leistung bei Heat begeistert: Spinotti nutze das anamorphotische Verfahren „wie ein Meisterzeichner“ und komponiere seine Bilder sowohl mit Blick auf erzählerische Wirkung als auch auf ästhetische Schönheit. Zu seinen eindrucksvollsten Leistungen gehöre es, den Geist des Film noir zu vermitteln, ohne dabei andere Filme aus dieser Stilrichtung zu imitieren.[56]

Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde für einige Preise nominiert, ohne prämiert zu werden. Die meisten Nominierungen erhielt er für den Chicago Film Critics Association Award, und zwar in den Kategorien Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Diane Venora), Beste Kamera (Dante Spinotti) und Beste Filmmusik (Elliot Goldenthal). Für den Cinema Audio Society Award wurde der Film in der Kategorie Beste Tonmischung vorgeschlagen. Von der Dallas–Fort Worth Film Critics Association war der Film in der Kategorie Bester Film für einen Preis nominiert. Je eine Nominierung für den Saturn Award gab es 1996 in den Kategorien Bester Action-/Abenteuerfilm und – für Val KilmerBester Nebendarsteller. Natalie Portman war als Beste Jungschauspielerin für den YoungStar Award nominiert.[57]

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Duell der beiden Protagonisten thematisiert der Film vor allem auch die Beziehungen der Männer zu ihren Frauen. Letztlich scheitern alle Beziehungen, da ihre bedingungslose Hingabe an ihre jeweilige Tätigkeit für einen Partner keinen Platz mehr lässt.

Im film-dienst interpretierte Franz Everschor, dass der Film eine entmenschlichte Welt zeige: Entsprechend der Philosophie der Figuren, das zu tun, was man selbst am besten kann, gehorchten „die wirklich Erfolgreichen in jedem Metier nur noch dem Anspruch auf Perfektion“. Auch „Geschäfte, die anderen das Leben kosten, werden dann mit höchster Präzision und Akribie ausgeführt. Jenseits der Maßstäbe von Menschlichkeit und Moral ist alles zum ‚Business‘ geworden.“[28]

Durch die Inszenierung, meinte Everschor weiterhin, werde die Handlung zunehmend zu einem Synonym für das Leben am Ende des 20. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang vermittele etwa der Blick aus McCauleys kaum möblierter Wohnung auf den unendlichen Ozean „das Gefühl des Zurückgeworfenseins in die eigene Isolation“.[28] Todd McCarthy von Variety deutete den Film als aufmerksame, zutiefst melancholische Interpretation des modernen Lebens; er zeige ein Bild von der Gesellschaft im Ganzen mit „fragmentierten Lebensläufen, gebrochenen Familien und Frauen, die als Folge davon allein gelassen werden.“[37]

Hal Hinson glaubte es in der Washington Post als von dem Film ausgehende Botschaft zu erkennen, dass Männer zu zerstörerisch und zu gewalttätig für die „Domestifizierung“ – also die häusliche Zähmung – seien; ihre wirklichen Partner seien nicht die Frauen, sondern ihre männlichen Pendants. Hinsichtlich der immanenten Gewalttätigkeit der Männer ähnele der Film dem Western The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz (1969).[41] Im Chicago Tribune verglich auch Michael Wilmington Heat mit jenem Western und meinte, er sei von The Wild Buch beeinflusst: In beiden Filmen seien die Verbrecher miteinander verbundene Ganoven und die Polizisten eher antagonistisch dargestellt. Auch ein Polizist zu sein, könne ein höllischer Job sein, durch den man verrückt werden könne.[38]

Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmhistorische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wird heute oftmals als Meisterwerk und Klassiker eingestuft. Das zeigt sich unter anderem an einem Buch, das in der Reihe BFI Modern Classics beim British Film Institute 2002 erschien und in dem sich der Autor Nick James nur mit dem Film auseinandersetzt. In den Monaten um den Jahreswechsel 2015/16, der das 20-jährige Jubiläum des Kinostarts von Heat markierte, würdigten etliche Magazine, darunter die US-Magazine Esquire und Rolling Stone und der britische Telegraph, den Film als einen der besten.[12] Zum ebenfalls 20-jährigen Jubiläum des Toronto International Film Festival wurde Heat im Beisein des Regisseurs aufgeführt.[12] Das österreichische Filmmuseum führte Heat 2011 im Rahmen des Zyklus Die Utopie Film auf.[58]

Heat wird von einigen Rezipienten als bester Film des Autorenfilmers Mann bezeichnet. Dazu gehört auch das US-Online-Magazin Slate, das Heat 2016 als Manns „kompletteste Arbeit“ hervorhob.[59] Andere filmische Werke von Mann wurden von Kritikern an Heat gemessen und unterlagen.[60] Auch Jon Avnets Film Kurzer Prozess – Righteous Kill (2008), in dem Pacino und De Niro ein weiteres Mal gemeinsam auftraten, unterlag im Vergleich mit Heat.[20]

Der Film wurde in einige Bestenlisten aufgenommen. Das deutsche Online-Portal Filmstarts etwa führte ihn 2014 auf Platz 5 in seiner Liste der 50 besten Thriller.[61] Ein US-Autor würdigte den Film 2010 im Online-Teil der britischen Tageszeitung The Guardian auf dem 22. Platz seiner Liste der 25 besten Kriminalfilme aller Zeiten.[62] In der Liste der 250 Filme, die von Benutzern als die besten bewertet werden, ist Heat schon seit mehreren Jahren vertreten und belegt dort mit einem Rating von 8,2 (auf einer Skala von 0 bis zum bestmöglichen Wert 10) den 123. Platz (Stand: 19. Juni 2016).[63]

Die Schießerei, die sich McCauleys Bande nach dem Banküberfall mit der Polizei liefert, ging als eine der bekanntesten und bestinszenierten in die Filmgeschichte ein. Sie wurde später auch Rekruten der United States Navy als Lehrbeispiel für eine Situation gezeigt, in der man unter Beschuss ist.[64]

Die deutsche Filmzeitschrift epd Film führte den Film 2016 in einer Liste von Filmen auf, die bei den Oscar-Nominierungen übergangen wurden, aber als Meisterwerke Oscar-prämierungswürdig seien.[65]

Bedeutung der Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von Brian Eno stammende Musikstück Force Marker, das während des Banküberfalls zu hören ist, inspirierte die Soundtracks anderer Filme, darunter auch die Musik, die während des Banküberfalls in dem Batman-Film The Dark Knight (2008) gespielt wird.[20]

Die Integration von Musik von Moby, der bis in die Mitte der 1990er Jahre weitgehend unbekannt war, in den Soundtrack des Films sorgte für einen Popularitätsschub für den Künstler.[66]

Die 2012 erschienene EP Los Angeles der US-Grindcore-Band Graf Orlock basiert hinsichtlich ihrer Liedtexte auf Heat.[67]

Einfluss auf reale Verbrechen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde nach seiner Veröffentlichung als Vorbild für eine Reihe von tatsächlichen Verbrechen genannt. Die North-Hollywood-Schießerei, die 1997 zwischen zwei Bankräubern und der Polizei in Los Angeles stattfand, verlief ähnlich wie die Schießerei nach dem Banküberfall in Heat. Medien berichteten nach dem Überfall, dass die Täter den Film gut kannten. Die Buchautoren Alvarez und Bachman schrieben 2013, dass der Film den Tätern als Inspirationsquelle gedient habe.[68]

Maskierte Räuber gingen 2003 bei einem Überfall auf einen Geldtransporter im kolumbianischen Cali in der gleichen Weise vor wie bei dem Überfall, den McCauleys Bande am Filmbeginn durchführt.[69] Die südafrikanische Wochenzeitung Financial Mail berichtete 2005 anlässlich einer Serie von Überfällen auf Geldtransporter in der Provinz Gauteng, dass der Film seit seiner Veröffentlichung in Kriminellenkreisen legendär geworden sei. Der Aussage eines Täters in einem Gerichtsprozess Ende der 1990er Jahre entsprechend habe es zu den Vorbereitungsmaßnahmen seiner Bande gehört, den Film wiederholt anzuschauen.[70]

Des Weiteren nutzte der französisch-algerische Straftäter Rédoine Faïd – im Jahr 2013 meistgesuchter Krimineller von Frankreich – den Film als Vorbild für Überfälle auf Geldtransporter.[71]

Geplantes Prequel in Romanform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 wurde bekannt, dass Michael Mann ein Prequel von Heat in Romanform zu veröffentlichen plant. Es solle 2017 zum Start von Manns neuem, eigenen Imprint Michael Mann Books bei der Verlagsgruppe HarperCollins erscheinen.[46]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. García Mainar 2008, S. 6
  2. Jörg Taszmann: "Public Enemies", in: Deutschlandradio Kultur vom 5. August 2009, abgerufen am 16. Mai 2016
  3. Wael Khairy: Crime in the emptiness of Los Angeles, in: Webpräsenz von Roger Ebert, 17. Jan 2011, abgerufen am 19. Juni 2016
  4. a b c d e f g h i j Wood 2015
  5. a b c Janet Maslin: Pacino Confronts De Niro, and the Sparks Fly, in: The New York Times vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 8. Mai 2016
  6. a b c d Paul Tatara: HEAT (1995), in: Webpräsenz von Turner Classic Movies, abgerufen am 5. Mai 2016
  7. Bilge Ebiri: Applauding the Sadness and Subtle Coherence of Michael Mann’s Heat, in: Vulture.com vom 21. Dez. 2015, abgerufen am 6. Mai 2016
  8. a b Box office / business for Heat (1995), in: IMDb, abgerufen am 8. Mai 2016
  9. a b HEAT in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 30. April 2016.
  10. Amy Longsdorf: Pacino And De Niro `Heat' Up The Screen, in: The Morning Call vom 9. Dez. 1995, abgerufen am 5. Mai 2016
  11. Rybin 2013, S. 146 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  12. a b c d Matt Patches: Why 'Heat' Is Still an Action Masterpiece 20 Years Later, in: Esquire vom 17. Sep. 2015, abgerufen am 8. Mai 2016
  13. a b F. X. Feeney: The Study of Mann, Interview mit Michael Mann von 2012, Webpräsenz der Directors Guild of America
  14. Heat (1995) Trivia, in: IMDb, abgerufen am 9. Mai 2016
  15. Mattes 2014, S. 189 f.
  16. Audiokommentar von M. Mann auf der Kauf-DVD von Heat
  17. Les Paul Robley: Hot Set, in: American Cinematographer Nr. 1/1996 (77. Jg.)
  18. Entsprechend Buchautor Nick James heißt die Figur, die die Gangsterbande anführt, Patrick Salinko. Der Nachname Salinko lässt sich jedoch mit keiner anderen Quelle belegen und ist offensichtlich falsch.
  19. James 2002, S. 84–87
  20. a b c Robbie Collin: Heat: how Michael Mann made his coolest film, in: The Telegraph vom 19. Feb 2015, abgerufen am 16. Mai 2016
  21. a b Box office / business for Heat (1995), in: IMDb, abgerufen am 6. Mai 2016
  22. Besucherzahlen, in: LUMIERE – Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa, Webpräsenz der OBS, abgerufen am 6. Mai 2016
  23. Heat (1995), in: Rotten Tomatoes, abgerufen am 19. Juni 2016
  24. Heat, in: Metacritic, abgerufen am 19. Juni 2016
  25. a b Roger Ebert: Heat, in: Chicago Sun-Times vom 15. Dez 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  26. a b c Frank Schnelle: Schöne kühle Welt. Über Michael Mann und seinen neuen Thriller HEAT, in: epd Film Nr. 3/1996, S. 22–29
  27. Heat, in: Webpräsenz der FBW, abgerufen am 6. Mai 2016
  28. a b c d Franz Everschor: Heat (1995), in: Film-Dienst Nr. 5/1996
  29. Lars-Olav Beier: Die zwei Gesichter einer Seele, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Februar 1996.
  30. a b Sabine Horst: Die Hölle ist kalt, in: Frankfurter Rundschau vom 29. Februar 1996, S. 10.
  31. David Ansen: Cat And Mouse, L.A. Style, in: Newsweek vom 18. Dez. 1995, abgerufen am 16. Mai 2016
  32. Claudius Seidl: Die Doppelgangster, in: Der Spiegel Nr. 9/1996, S. 214–216
  33. Anke Sterneborg: Die Professionals, in: Süddeutsche Zeitung vom 29. Februar 1996, S. 17.
  34. Richard Schickel: CINEMA: DUEL IN THE BLANKNESS, in: Time vom 11. Dez. 1995, abgerufen am 8. Mai 2016
  35. Kenneth Turan: A Big Payoff for All, in: Los Angeles Times vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  36. John Hartl: The Law And Lawless Find Common Ground, in: The Seattle Times vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 16. Mai 2016
  37. a b Todd McCarthy: Review: ‘Heat’, in: Variety vom 5. Dez. 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  38. a b c Michael Wilmington: Canned ‘Heat’, in: Chicago Tribune vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  39. Marc Walder: Mann ist Mann, in: Neue Zürcher Zeitung vom 1. März 1996, S. 47.
  40. Stephen Rea: ‘Heat’: A Pair Of Acting Icons On Opposite Sides Of Law, in: Philadelphia Inquirer vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 16. Mai 2016
  41. a b c Hal Hinson: Heat, in: The Washington Post vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  42. a b Owen Gleiberman: Heat, in: Entertainment Weekly vom 22. Dez 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  43. Dave Kehr: ‘HEAT’ PACKS POWER BUT IS AT NOIR WITH ITSELF, in: New York Daily News vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 6. Mai 2016.
  44. Edward Guthmann: In the ‘Heat’ of Violence, in: San Francisco Chronicle vom 15. Dez. 1995, abgerufen am 5. Mai 2016.
  45. a b James Berardinelli: Heat (United States, 1995), in: ReelViews, abgerufen am 8. Mai 2016.
  46. a b Mike Fleming Jun.: HarperCollins Confirms Michael Mann Books Deal; Mann Reveals ‘Heat’ Prequel Details, in: Deadline vom 12. April 2016, abgerufen am 5. Juni 2016
  47. Zitat R. Schickel: “awesome. Truly epic. A masterpiece. Wholly original.”
  48. Zitat J. Maslin: “Extraordinary actors, clever settings, a maze of a plot and a screenplay with nearly 70 speaking roles don't change the fact that "Heat" is fundamentally hollow and its characters haven't much to say.”
  49. Zitat J. Berardinelli: “colossal disappointment”
  50. Zitat J. Berardinelli: “About forty minutes of Heat is involving. The rest varies from humdrum to tedious.”
  51. Zitat H. Hinson: “a ridiculous ending that suggests some sort of final spiritual, metaphysical mind-meld. To call it mythic absurdity is a kindness.”
  52. Heat, in: Webpräsenz der FBW, abgerufen am 6. Mai 2016
  53. Geoff Andrew: Heat, in: Time Out, abgerufen am 19. Juni 2016.
  54. Carsten Baumgardt: Heat, in: Filmstarts.de, abgerufen am 19. Juni 2016
  55. Katharina Stumm: Heat, in: critic.de, abgerufen am 19. Juni 2016
  56. Jim Hemphill: Heat (1995) Special Edition, in: American Cinematographer vom Juli 2005, online abgerufen am 20. Juni 2016; Zitat: “like a master painter”
  57. Heat – Awards, in: IMDb, abgerufen am 19. Juni 2016
  58. Heat (1995), in: Österreichisches Filmmuseum von 2011, abgerufen am 16. Mai 2016
  59. Daniel Engber: The Descent of Mann, in: Slate vom 16. Jan. 2016, abgerufen am 6. Mai 2016, Zitat: “most complete work”
  60. Oliver Klatt: „Blackhat“ ist kein Hacker-Film, sondern eine Ansammlung von Action-Klischees, in: Wired vom 5. Februar 2015, abgerufen am 5. Juni 2016
  61. Die 50 besten Thriller, in: Filmstarts vom 4. Juli 2016, abgerufen am 6. Mai 2016
  62. John Patterson: Heat: No 22 best crime film of all time, in: The Guardian vom 17. Okt 2010, abgerufen am 16. Mai 2016
  63. IMDb Top 250, in: IMDb, abgerufen am 19. Juni 2016
  64. Tom Ward: Michael Mann Is Still Trying To Recreate The ‘Heat’ Shootout, in: Esquire vom 20. Feb. 2015, abgerufen am 5. Juni 2016
  65. Es geht auch ohne!, in: epd Film Nr. 2/2016, S. 7
  66. Bernd Lechler: Sample aus altertümlich verrauschtem Beat, in: Deutschlandfunk vom 20. April 2013, abgerufen am 4. Juni 2016
  67. Natalie Zina Walschots: Graf Orlock – Los Angeles, in: Exclaim! vom 10. April 2012, abgerufen am 5. Juni 2016
  68. Alex Alvarez, Ronet Bachman: Violence: The Enduring Problem, SAGE Publications, Los Angeles 2013, ISBN 978-1-4833-2399-2, S. 150 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  69. Jeremy McDermott: Life imitates art in Colombia robbery, in: BBC News vom 5. August 2003, abgerufen am 5. Juni 2016
  70. Justice Malala: JUST BLAME THE HEAT (Memento vom 6. September 2008 im Internet Archive), in: Financial Mail vom 9. Dezember 2005, archivierte Version abgerufen am 5. Juni 2016
  71. Scott Barber: ‘From Suburbs to Organized Crime’: How France's most notorious criminal came to blast his way out of prison, in: National Post vom 15. April 2013, abgerufen am 29. Mai 2016