San Gregorio da Sassola

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San Gregorio da Sassola
Wappen
San Gregorio da Sassola (Italien)
San Gregorio da Sassola
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 41° 55′ N, 12° 52′ O41.91861111111112.873055555556420Koordinaten: 41° 55′ 7″ N, 12° 52′ 23″ O
Höhe: 420 m s.l.m.
Fläche: 35 km²
Einwohner: 1.518 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einw./km²
Postleitzahl: 00010
Vorwahl: 0774
ISTAT-Nummer: 058095
Volksbezeichnung: Sangregoriani
Schutzpatron: San Gregorio
Website: San Gregorio da Sassola

San Gregorio da Sassola ist eine Gemeinde in der Provinz Rom in der italienischen Region Latium mit 1518 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie liegt 46 Kilometer östlich von Rom.

Geographie[Bearbeiten]

San Gregorio da Sassola liegt auf einem Bergrücken, einem Ausläufer des Monte Pagliaro (948 m), in den Monti Prenestini. Die Gemeinde ist Mitglied der Comunità Montana Monti Sabini e Tiburtini.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike lag die Stadt der Aequer Aefulae im Gemeindegebiet von San Gregorio. Sie gehörte zu den Städten, die 340 v. Chr. erfolglos gegen Rom aufstanden. Titus Livius schrieb, dass die Römer 207 v. Chr. in Aefulae eine Garnison Soldaten stationiert hatten um Hannibal aufzuhalten. Plinius der Ältere berichtet bereits, dass Aefula verlassen war. Stattdessen entstanden jedoch eine Reihe Villen reicher Römer im Gebiet von Aefula.

In der Völkerwanderungszeit sog sich die Bevölkerung in befestigte Kastelle und Orte zurück. So hier in das Castel Faustiniano, das über der Villa der Faustina errichtet wurde. Von ihm sind noch Ruinen im Ortsteil Colle Faustiniano sichtbar. 587 schenkte Papst Gregor I. dem Kloster Sant’Andrea al Celio ein Anwesen aus dem bis ins 12. Jahrhundert das Castel San Gregorio entstand, in das die Bewohner von Castel Faustiniano mit der Zeit umsiedelten. Ab 1300 war San Gregorio zwischen den Adelsfamilien Colonna und Orsini umstritten.

1567 verkaufte Giordano Orsini San Gregorio an den Kardinal Prospero Santacroce, der die Burg ausbauen ließ, aber auch die Bewohner des Ortes brutal ausbeutete. Die Erben des Kardinals verkauften San Gregorio wiederum für 130.000 Scudi an Lotario Conti di Poli. Und dieser für die gleiche Summe 1632 an die Familie Barberini.

1655 erwarb Kardinal Carlo Pio di Savoia den Ort. Nach der Pest 1656 siedelte er Familien aus dem oberen Latium in der neu gegründeten Vorstadt Borgo Pio an. Außerdem restaurierte er das Kloster Santa Maria Nova. San Gregorio blieb bis 1855 im Besitz der Savoia. Nach mehreren Besitzerwechseln kam es in den Besitz der Fürsten di Brancaccio. 1920 erwarb die Gemeinde den größten Teil des Grundbesitz der Fürsten. Das Schloss kam erst 1991 von der letzten Besitzerin, der Fürstin Fernanda Ceccarelli-Brancaccio, an die Gemeinde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde San Gregorio 1943 von deutschen Truppen besetzt und am 4. Juni 1944 von den Alliierten bombardiert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 1.230 1.858 1.712 1.924 1.957 1.514 1.499 1.444

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Fabrizio Garofoli wurde im Mai 2006 zum Bürgermeister gewählt.

Partnerstadt[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das ortsbildbestimmende Castello Brancaccio geht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Die heutige Bausubstanz stammt vor allem aus dem 16. und 17. Jahrhundert. In einigen Sälen sind Fresken von Taddeo und Federico Zuccari erhalten.
  • Die Pfarrkirche San Gregorio Magno wurde 1485 erbaut.
  • Das Kloster Santa Maria Nova wurde im 16. Jahrhundert drei Kilometer außerhalb des Ortes von den Franziskanern gegründet, aber 1659 verlassen. 1675 wurde es von den Augustiner-Eremiten übernommen und restauriert.
  • Im gesamten Gemeindegebiet sind teilweise imposante Ruinen der Aquädukte der Anio Novus, Anio Vetus, Aqua Claudia und Aqua Marcia erhalten.


Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.