Nettuno

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Nettuno
Wappen
Nettuno (Italien)
Nettuno
Staat Italien
Region Latium
Metropolitanstadt Rom (RM)
Koordinaten 41° 27′ N, 12° 40′ OKoordinaten: 41° 27′ 27″ N, 12° 39′ 40″ O
Höhe 11 m s.l.m.
Fläche 71,46 km²
Einwohner 49.167 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 688 Einw./km²
Postleitzahl 00048
Vorwahl 06
ISTAT-Nummer 058072
Volksbezeichnung Nettunesi
Schutzpatron Madonna delle Grazie
Website http://www.comune.nettuno.roma.it/

Nettuno ist eine zur Metropolitanstadt Rom gehörende Gemeinde im italienischen Latium mit 49.167 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Der einst wenig bedeutende Fischerort liegt am Tyrrhenischen Meer und gilt heute als Badeort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterliche Altstadt

Der Name des Ortes geht auf den Gott Neptun zurück, dem an der Stelle der heutigen Kirche San Giovanni ein Tempel geweiht gewesen sein soll. Im 9. Jahrhundert sollen hier Sarazenen gewohnt haben. Auf dem noch heute erkennbaren antiken Hafen wurde im 12. Jahrhundert der Torre Astura errichtet. Die zum Teil noch heute erhaltenen Stadtmauern wurden 1501 bis 1503 in dem zum Kirchenstaat gehörenden Hafenort durch ein bastioniertes Fort nach Plänen von Giuliano da Sangallo ergänzt. 1594 ging der Ort aus dem Besitz der Mönche von Grottaferrata an den Papst über.

1902 wurde in Nettuno die heilige Maria Goretti begraben und 1929 ins Marienheiligtum überführt, wo sie heute in der Krypta ruht.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt heftig umkämpft und erlitt schwere Zerstörungen. Am 22. Januar 1944 war die Umgebung von Nettuno Schauplatz der Operation Shingle, der amphibischen Landungsoperation der Alliierten. An der Operation war hauptsächlich das VI. amerikanische Korps unter Major General John P. Lucas beteiligt. Ziel der Amerikaner war es, die deutsche Hauptverteidigungslinie in Mittelitalien zu umgehen, um somit den Vormarsch auf Rom zu beschleunigen. Die Operation und die folgenden Gefechte werden auch als Schlacht von Anzio-Nettuno bezeichnet, bei der die 29. SS-Waffen-Grenadier-Division den Alliierten schwere Verluste zufügte. In Nettuno ruhen auf dem Sicily–Rome American Cemetery and Memorial 7.861 US-Soldaten, die bei den Landungen auf Sizilien, bei Salerno sowie bei Anzio und Nettuno fielen.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alessio Chiavetta (PD) wurde im April 2008 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-links-Bündnis stellt auch mit 18 von 30 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Nettuno gehören mehrheitlich der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft an. Die Stadt gehört zum Bistum Albano und hat zehn Pfarrgemeinden.[3]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballspieler Bruno Conti wurde 1955 in Nettuno geboren, das sich auch Stadt des Fußballs nennt. Die Amerikaner sollen im Zweiten Weltkrieg den Baseball nach Nettuno gebracht haben; die Mannschaft des Vereins Danesi Nettuno gilt heute als einer der besten Italiens.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der namhafte Weißwein Cacchione wird aus der Bellone-Rebe gewonnen. Auch Ackerbau und Lebensmittelverarbeitung spielen eine wichtige Rolle.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1974 ist Nettuno mit Traunreut als Partnerstadt verbunden, ebenso mit Corinaldo, dem Geburtsort der Maria Goretti.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nettuno ist Schauplatz des Romans „Der Herr der Unruhe“ von Ralf Isau.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nettuno – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Darstellung auf der Website der American Battle Monuments Commission
  3. Diözese Albano (italienisch), abgerufen am 20. Dezember 2015