Vigo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Vigo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Vigo
Zentrum und Hafen von Vigo
Zentrum und Hafen von Vigo
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Vigo
Vigo (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: GalicienGalicien Galicien
Provinz: Pontevedra
Comarca: Vigo
Koordinaten 42° 14′ N, 8° 43′ W42.233333333333-8.71666666666670Koordinaten: 42° 14′ N, 8° 43′ W
Höhe: msnm
Fläche: 109,1 km²
Einwohner: 294.997 (1. Jan. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.703,91 Einw./km²
Postleitzahl: 36200 - 36392
Gemeindenummer (INE): 36057 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Flughafen Vigo
Verwaltung
Bürgermeister: Abel Caballero Álvarez (PSOE)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Praza do Rei, 1, 36202 Vigo, Tel.: +34 986 81 01 00
Website: vigo.es
Lage der Stadt
Situacion Vigo.PNG
Luftaufnahme von Vigo

Vigo (gal. und span. [ˈbiɣo]) ist eine Hafen- und Industriestadt mit 294.997 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014 ) in der Provinz Pontevedra in der autonomen Region Galicien (Galicia) im Nordwesten Spaniens. Vigo ist die größte Gemeinde Galiciens; La Coruña ist die größte Stadt Galiciens.

Lage[Bearbeiten]

Vigo liegt an der nach der Stadt benannten etwa 35 Kilometer langen Ría de Vigo am Atlantischen Ozean.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Vigo orientiert sich traditionell stark am Atlantischen Ozean; die Stadt verfügt über einen der größten natürlichen Häfen Spaniens und ist Standort der größten Fischereiflotte des Landes. Der Hafen von Vigo hat bei der Versorgung mit Meeresprodukten für den menschlichen Verzehr die weltweit größte Bedeutung. Vigo ist Sitz der Europäischen Fischereiaufsichtsagentur. In Vigo befindet sich darüber hinaus ein Werk des französischen Automobilherstellers PSA (Peugeot-Citroen), in dem die Modelle C4 Picasso und Berlingo hergestellt werden.

Der Bahnhof von Vigo ist Endpunkt der Eisenbahnlinie MonforteOrense—Vigo. Da der Hauptbahnhof Urzaíz derzeit umgebaut wird, um eine Verbindung an das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz zu errichten, dient der neu errichtete Bahnhof Vigo-Guixar als Übergangslösung. Es bestehen Zugverbindung innerhalb Galiziens, nach Barcelona, Valencia, Madrid und Bilbao sowie ins portugiesische Porto. An das spanische Fernstraßennetz ist Vigo durch die Autopista AP-9 angeschlossen, die östlich an der Stadt vorbei führt. Von der Abfahrt Vigo bis ins Zentrum führt die Autopista AP-9V.

Die Stadt ist über den in 30 Kilometer Entfernung auf Pontevedra, die Provinzhauptstadt, und ist über den in neun Kilometer Entfernung auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Redondela liegenden Flughafen Vigo per Flugzeug erreichbar. Die Fluggesellschaften Iberia, Air Europa und Air France verbinden den internationalen Flughafen von Vigo-Peinador mit Direktflügen (mehrmals täglich) nach Barcelona, Bilbao, Madrid, Paris, (einmal täglich, mehrmals wöchentlich oder wöchentlich) Alicante, Gran Canaria, Málaga, Palma de Mallorca, Sevilla und Teneriffa, seit Sommer 2008 auch nach London.

Beschäftigungszahlen der Gemeinde Vigo in den Wirtschaftszweigen 2014
Beschäftigte Anteil in Prozent
TOTAL 99.545 100
Ackerbau, Viehzucht und Fischerei 602 0,60
Industrie 16.169 16,25
Bauwirtschaft 4.195 4,21
Dienstleistungsbetriebe 78.579 78,94
* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Galicien, IGE

Geschichte[Bearbeiten]

Vigo wurde von den Römern gegründet (Vicus). Die spätere mittelalterliche Siedlung befand sich am Fuße des Berges O Castro und schloss das heutige Altstadtviertel Berbés mit ein.

Ende des 10. Jahrhunderts fiel Maurenherrscher Almansor über die Stadt her, und erst im Jahr 1170 konnte Fernando II. (reg. 1157–1188) Vigo neu besiedeln. Ständige Raubzüge der Normannen und die Pest im 14. Jahrhundert, bei der fast die gesamte Bevölkerung starb, setzten den Viguesen stark zu. Nachdem Karl V. die Stadt 1529 mit Privilegien ausgestattet hatte, blühte Vigo vor allem durch den Südamerika-Handel auf. Sir Francis Drake ließ die unbefestigte Stadt 1589 im Zuge der Gegenarmada gründlich zerstören. Im Jahr 1619 plünderten türkische Piraten in der Ría de Vigo, danach bekam Vigo seine Stadtmauern. 1702 endete die Seeschlacht bei Vigo zwischen einer spanisch-französischen Goldarmada und englisch-niederländischen Geschwadern mit einem Raubzug der siegreichen Engländer durch Vigo. Napoleons Truppen marschierten 1808 in der Stadt ein, nach drei Monaten französischer Besatzung wurden sie von den Viguesen wieder vertrieben. Um 1840 lebten nur noch 5.500 Menschen in Vigo. Bereits 1853 erschien der Faro de Vigo, die älteste Zeitung Spaniens.

Im Zweiten Weltkrieg war Vigo einer der Stützpunkte der deutschen U-Bootwaffe in Spanien. Zwar hatte Spanien sich für neutral erklärt, doch nicht zuletzt durch die deutsche Unterstützung im Spanischen Bürgerkrieg war die Franco-Diktatur dem Deutschen Reich gegenüber lange Zeit positiv eingestellt und duldete in der Zeit von 1940 - 1942 die Verletzung der Neutralität. Die Versorgungsstützpunkte waren in der Regel Handelsschiffe. Im Buch und im Film „Das Boot“ wurde dieser Sachverhalt aufgenommen.[2]

Nach der Transición wurde Vigo neben Madrid zu einem der Zentren der Movida, des kulturellen Aufbruchs nach dem Ende der Franco-Diktatur.

Sonstiges

Im Jahre 1980 versenkte die Tierschutzorganisation Sea Shepherd im Hafen von Vigo die Walfangschiffe Isba I und Isba II.

Klima[Bearbeiten]

Felsen bei Vigo
Yachthafen von Vigo
Flughafen Vigo (1972-2000)
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez Jahr
Höchsttemperatur (°C) 21,0 27,6 28,0 29,6 33,6 38,6 36,6 37,5 36,0 30,0 24,6 23,2 38,6
Durchschnittliche Höchsttemperatur (°C) 11,6 12,9 15,1 16,1 18,2 22,0 24,3 24,2 22,4 18,5 14,7 12,3 17,7
Durchschnittstemperatur (°C) 8,3 9,3 10,9 11,9 14,0 17,3 19,4 19,4 18,0 14,6 11,3 9,2 13,6
Durchschnittliche Tiefsttemperatur (°C) 5,0 5,8 6,6 7,7 9,9 12,6 14,6 14,6 13,6 10,8 7,9 6,2 9,6
Tiefsttemperatur (°C) -4,0 -5,0 -3,0 -0,2 2,0 4,6 7,6 7,2 5,0 2,0 -0,8 -3,4 -5,0
Niederschlag (mm) 255 219 145 148 141 73 43 40 113 215 228 298 1909
Sonnenstunden 113 116 176 184 217 269 296 281 205 154 109 90 2212
Mittlere relative Feuchte(%) 85 81 76 75 77 74 74 74 78 82 86 86 79
Quelle: AEMET

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde[Bearbeiten]


Quelle:INE-Archiv - grafische Aufarbeitung für Wikipedia

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Von den drei Islas Cíes (der Ría de Vigo vorgelagerte Inseln) sind nur die Illa do Norte und die sich südlich anschließende Illa do Faro mit der Fähre zu erreichen; für die kleinere Illa do Sur benötigt man ein eigenes Boot. Der 433 Hektar große Archipel ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit herrlichen Stränden und Naturschutzgebiet, wo man nistende Möwen, Kormorane und Fischreiher beobachten kann. Der Strand der Illa do Norte wurde von der britischen Tageszeitung The Guardian zum schönsten Strand der Welt gewählt.
  • die Altstadt, das alte Fischerviertel Berbés und der Hafen
  • Vigo besitzt den einzigen Zoo Galiciens, er liegt auf einem 240 m hohen Berg, ist etwa 45.000 m² groß und beherbergt rund 600 Tiere (Löwen, Pumas, Schwarzbären, Bisons und Reptilien).
  • die Rande-Brücke an einer Verengung der Ria
  • Il Castro, die alte Festung von Vigo
  • die Playa de Samil, der größte Strand der Stadt
  • die Einkaufsstraßen Príncipe, Urzáiz und Gran Vía
  • In den eingemeindeten Vororten Bembrive und Castrelos steht jeweils eine sehenswerte romanische Kirche.
  • Im Parque de Castrelos befindet sich das Stadtmuseum (Museo Quiñones de León).

Bildung[Bearbeiten]

Vigo ist Standort einer technisch ausgerichteten Universität, an der mehr als 20.000 Studenten eingeschrieben sind.

Sport[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Vigo unterhält Städtepartnerschaften mit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vigo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Deutsches U-Boot Museum