Wirtschaft Israels

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Staat Israel (מדינת ישראל/دولة إسرائيل)
IsraelIsrael
Weltwirtschaftsrang 36.
Währung Neuer Israelischer Schekel (ILS)
Handelsorganisationen AIIB, BIS, CLS, EBRD, IADB, ICC, ISO, ITUC, OECD, UN, WCO, WFTU, WTO.
Kennzahlen
Bruttoinlandsprodukt (BIP) Nominal: $ 290,643 Milliarden (2014),
PPP: $ 305,707 Milliarden (2014)
BIP pro Kopf $ 38.004 (nominal, 2014)
Wirtschaftswachstum 3,3 % (2013)
Inflationsrate 3,2 % (2011)
Erwerbstätige 3,595 Millionen (2014)[1]
Arbeitslosenquote 4,9 % (April 2015)[2]
Außenhandel
Exportgüter High-Tech-Produkte (einschließlich Luftfahrt, Kommunikation, Telekommunikationsgeräte, Computerhardware und Software, Computer-Aided Design, Medizinelektronik), Pharmazeutika, Kali und Phosphate, Metallprodukte, chemische Erzeugnisse, Kunststoffe, Diamanten, Erdöl, Erdgas, Textilien.[3]
Exportpartner Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 27,8 %
HongkongHongkong Hongkong 7,7 %
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5,7 %
BelgienBelgien Belgien 4,6 %
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 4.3 %[4]
Importgüter Rohstoffe, Militär-und Verteidigungsanlagen, Flugzeugteile, Kraftfahrzeuge, Unterhaltungselektronik, Investitionsgüter, Maschinen, Rohdiamanten, Erdöl, Brennstoffe, Getreide und Weizen.
Importpartner Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 12,9 %
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 7,3 %
DeutschlandDeutschland Deutschland 6,3 %
SchweizSchweiz Schweiz 5,5 %
BelgienBelgien Belgien 4,8 %[5]
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden $ 151,3 Milliarden (2009)
Staatseinnahmen $ 58,6 Milliarden (2009)
Staatsausgaben $ 46 Milliarden (2009)

Die Wirtschaft des Staates Israel ist eine technologisch sehr fortgeschrittene Volkswirtschaft mit hohem Staatsanteil. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt 2014 nahm sie im Jahre 2014 den 36. Rang weltweit ein.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel ist ein hoch entwickelter Industriestaat und Mitglied der OECD. Es hat den höchsten Lebensstandard im Nahen Osten und den dritthöchsten in Asien.[6]

Der bedeutendste Arbeitgeber ist der öffentliche Dienst, in dem 33 % der israelischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. In der Industrie arbeiten 17 %, in Tourismus, Handel und Finanzen 20 %; 28 % sind in anderen Bereichen (Dienstleistungen usw.) tätig.

2011 nahm Israel im UN-Human-Development-Index den 17. Platz der 187 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen ein, welcher sich in der Kategorie der "sehr hoch entwickelten Staaten" befindet.

In einigen Sektoren (vor allem Militär, Finanzen und Technik) ist Israel weltweiter Marktführer.

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BIP:
    • $ 305,707 Milliarden (Total) (36.)
    • $ 290,643 Milliarden (KKP) (44.)
    • $ 38.004 (BIP/Einw. (nominal)) (25.)
    • $ 35.658 (BIP/Einw. (KKP)) (24.)

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeitserklärung befand sich Israel in einer tiefen Wirtschaftskrise. Das Land verfügte über keine nennenswerten Ressourcen und war ein Agrarstaat ohne nennenswerte Infrastruktur. Nach dem gewonnenen Unabhängigkeitskrieg gegen die Staaten Ägypten, Syrien, Transjordanien, Saudi-Arabien und den Libanon erhielt das Land massive Wirtschaftshilfe von der Sowjetunion und Polens. Dennoch konnten die meisten Probleme, die auch durch die massenhafte Einwanderung von Juden aus ganz Europa entstanden[11], nicht behoben werden.

Wirtschaftlicher Aufschwung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israels wirtschaftlicher Aufschwung begann in den 1950er Jahren. 1952 schlossen Israel und die Bundesrepublik Deutschland ein Abkommen, in dem sich die Bundesrepublik verpflichtete, Israel jährlich 3 Milliarden Mark als Entschädigung für die Opfer der Shoa zu zahlen. Die Reparationen wurden zu einem entscheidenden Teil des israelischen Einkommens.[12] Nach der Sueskrise 1954 unterstützen auch Frankreich und das Vereinigte Königreich das Land.

Ab dem Jahre 1956 bekam Israel auch wirtschaftliche Unterstützung aus den Vereinigten Staaten und Kanada. Dazu kamen noch Privatspenden amerikanischer Juden.[13]

Der Erlös aus diesen Quellen wurde hauptsächlich für die rasche Industrialisierung des Landes gebracht. Es entstanden neue Straßen, Städte wurden modernisiert, die Landwirtschaft gefördert, Entsalzungsanlagen gebaut und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte modernisiert.

Sechstagekrieg und Ölkrise 1973[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den frühen 1960er Jahren begann der Ausbau verschiedener Branchen. Vor allem die israelischen Textilindustrie wurde gefördert und, nach der Lebensmittelindustrie, der zweitgrößte Wirtschaftszweig der Industrie des Landes.[14] Das Land erlebte auch einen landwirtschaftlichen Boom und ist seit dieser Zeit weitgehend nicht mehr von Lebensmittelimporten abhängig. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes wuchs ab diesem Zeitpunkt etwa jedes Jahr 10 %.[14]

Der Sechstagekrieg zwischen Israel und seien arabischen Nachbarn 1967 brachte dem Land neue Möglichkeiten. Die von den Israelis eroberten Gebiete besassen teilweise bedeutende Ressourcen. Auf den Golanhöhen gab es dringend benötigtes Wasser für die Landwirtschaft. Das Westjordanland bot neue Anbaumöglichkeiten für verschiedene Pflanzen und Bäume und vor dem Gazastreifen gab es ein kleines Gasfeld.

Die wirtschaftliche Lage Israels geriet aber im Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973 erstmals seit den 1950ern wieder ins Abseits, weil der ägyptische Überraschungsangriff das unvorbereitete Land mit voller Wucht traf und die Anstrengungen, die Invasion abzuwehren, höher waren, als erwartet.

Die anschließende Ölkrise im Herbst 1973, verursacht durch die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), führte zum Erliegen der israelischen Infrastruktur und führte zu einem Umdenken, unter anderem wurde nun verstärkt auf Öl aus dem Iran unter Schah Mohammad Reza Pahlavi und auf Atomkraft gesetzt.[15]

Erholung und Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach der Ölkrise erholte sich die Wirtschaft des Landes vorerst nicht. Im Gegenteil, die Inflation stieg und die Staatsausgaben stiegen deutlich. 1983 kam es zu einer Aktienkrise, bei der die größten Banken des Landes verstaatlicht wurden. 1984 erreichte die Inflation mit 450% einen katastrophalen Höhepunkt, konnte aber durch einen Plan zur Stabilisierung der Wirtschaft[16] und marktwirtschaftliche Strukturreformen gesenkt werden.[17][18] Die anschließende Einführung marktorientierter Strukturreformen belebten die Wirtschaft neu und ebneten den Weg für sein schnelles Wachstum in den 1990er Jahren. Es markierte den Beginn des Aufstiegs Israels.[19]

Zwei Punkte haben diesen Punkt begünstigt. Der erste Punkt war die Welle der jüdischen Einwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die Israel mehr als eine Million neue Einwohner brachte. Durch Einwanderungen kamen Wissenschaftler und Akademiker ins Land, die für Israels Zukunft bis heute von beträchtlichem Wert sind. Der zweite Punkt waren der Friedensprozess mit Jordanien und die Madrider Konferenz von 1991, die Israels Wirtschaft erneute Stabilität brachten, sowie ein Abschwellen des arabischen Boykotts bedeuteten und ein Aufbau von Wirtschaftsbeziehungen mit einigen der arabischen Staaten ermöglichten.[20]

Zu Beginn der 2000er Jahre kam es zum erneuten Einsturz der israelischen Konjunktur. Der Hauptgrund dafür war die Zweite Intifada der Palästinenser, die Israel mehrere Milliarden US-Dollar und Einbussen im Tourismus kosteten.[21] Als Folge stieg die Arbeitslosigkeit und das Wirtschaftswachstum sank allein 2004 um 4 %.

Eine Erholung kam durch die Erschließung neuer Märkte im Technologiesektor. Israelische Firmen gelten weltweit als Spitzenreiter in diesem Business[22] und investieren heute mehr Geld pro Kopf der Bevölkerung in Forschung und Entwicklung als Firmen in allen anderen Staaten.[23]

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einigen Jahren beginnen sich immer mehr Firmen aus weiten Teilen der Welt in Israel niederzulassen. Gründe dafür sind der vergleichsweise niedrige Steuersatz in der westlichen Welt und die seit den 2010er Jahren intensivierte Globalisierung.[24][25]

Im Mai 2010 trat Israel der OECD bei.[26]

Im Juli 2011 kam es Landesweit zu Demonstrationen für mehr soziale Gerechtigkeit und eine Entspannung des Wohnungsmarktes.[27]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft im Kibbutz Ketura in der Negevwüste.

Der Anteil der israelischen Landwirtschaft liegt bei 2,8 % des nationalen BIP. Etwa 2,6 % der israelischen Einwohner sind in der landwirtschaftlichen Produktion und 6,3 % in den landwirtschaftlichen Dienstleistungen beschäftigt.[28] Das Hauptagrarprodukt ist Getreide, welches in 80 % aller Felder angebaut wird. Weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Zitrusfrüchte (vor allem Zitronen und die Jaffa-Orangen). Sie sind Israels wichtigster Agrarexport. Außerdem zählt das Land zu den weltweit führenden Gewächshaus-Food-exportierenden Ländern. Das Business bringt rund 1,3 Milliarden US-Dollar Umsatz jährlich.[29]

Hauptartikel: Weinbau in Israel

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industriegebäude in der Nähe von Tel Aviv-Jaffa

Die hauptindustriellen Bereiche beinhalten metallische Produkte, elektronische und biomedizinische Ausrüstung, verarbeitete Nahrungsmittel, Chemikalien und Transportausrüstung. Die israelische Diamantenindustrie ist eines der weltweiten Zentren für Diamantenzuschneidung und -polierung. Israel ist ein Weltmarktführer in Software, Telekommunikation und Halbleiter-Entwicklung. Die innovative israelische Startup-Szene im Bereich der Spitzentechnologien gilt weltweit als vorbildlich.[30]

Chemische Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrieanlage Ramat Hovav

Israel hat eine gut entwickelte chemische Industrie mit vielen seiner Produkte auf dem Exportmarkt. Chemische Anlagen befinden sich in Ramat Hovav, Haifa und in der Gegend um das Tote Meer. Viele Israelische Firmen nehmen im Weltmark Spitzenposten ein und produzieren unter anderem Magnesiumchlorid, Industriesalze, Enteiser, Badesalz, Speisesalz und Rohstoffen für die Kosmetikindustrie. Mit rund 40.000 Beschäftigten (Stand 2011) ist Teva Pharmaceutical Industries, eines der weltweit größten Pharmaunternehmen, die größte Firma des Landes in diesem Bereich.[31] Es ist der größte Generikahersteller der Welt und einer der 15 größten Pharmaunternehmen weltweit.[32][33]

Rüstungsindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israel ist einer der weltweit größten Exporteure von Rüstungsgütern. Die Produktionen von mehreren israelische Firmen hatten einen 10 % Anteil des weltweiten Waffenhandels 2007. Die drei israelische Unternehmen Elbit Systems, Israel Aerospace Industries und RAFAEL[34][35] gehörten 2010 laut dem Stockholm International Peace Research Institute zu den weltweit Top 100 Waffenproduzenten und Militärdienstleistungsunternehmen.[36] Heute ist die Rüstungsindustrie ein strategisch wichtiger Sektor und großer Arbeitgeber im Land. Es ist auch ein wichtiger Akteur im globalen Waffenmarkt und seit 2012 der 11. größte Waffenexporteur der Welt. Es gibt mehr als 150 aktive Unternehmen in diesem Sektor. Im Jahr 2012 betrug der Verteidigungsexport 7 Milliarden US-Dollar und erreichte einen Höhepunkt. Ein Großteil der Ausfuhren ging an die Vereinigten Staaten und Europa. Aber auch immer mehr Länder Südostasiens und Lateinamerikas zeigen ihre Interesse an israelischen Produkten.[37] Neben den Vereinigten Staaten ist Israel eines der führenden Ländern in der Produktion und dem Verkauf von Drohnen. Israel hat von 2001 bis 2011 41 % aller Drohnen exportiert.[38]

Rohstoffindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Israelische Gasfelder

Israel war lange Zeit bei fossilen Energieträgern (Rohöl, Erdgas, Kohle) und Rohstoffen von Importen abhängig. Im Land gibt es geringe Mengen von Erdöl, Phosphaten, Pottasche und Kaolin.[39] Ob Israel Edelmetalle und Edelsteine als weitere Bodenschätze besitzt, ist unbekannt. Es werden aber große Goldvorkommen vermutet.

Seit 2009 gehört das Land aber zu den führenden Exporteuren von Erdgas. In israelischen Gewässern waren 2009 vier Lagerstätten entdeckt worden.[40] Vom Gasfeld „Tamar“, das etwa 90 Kilometer vor Haifa liegt, fördert Israel seit 2014 Erdgas, welches zur Weiterverarbeitung in die südisraelische Stadt Aschdod geleitet wird.[41] Mittelfristig will man in Zusammenarbeit mit Zypern Erdgas als Flüssiggas auch nach Europa exportieren.[42]

In der Diamantenindustrie steht Israel weltweit an dritter Stelle nach Belgien und Indien. Der größte Importeur israelischer Diamanten sind mit 36 % die Vereinigten Staaten, gefolgt von Hong Kong mit 28 % und der Eurozone.[43][44][45][46]

Erdgasverbrauch in Israel[47]
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2014* 2016* 2018* 2020* 2022* 2024* 2026* 2028* 2030*
1.2 1.6 2.3 2.7 3.7 4.2 5.2 8.1 9.5 10.1 11.1 11.7 13 14.3 15.3 16.8
Masse in Milliarden Kubikmetern (BCM) nach Jahr . *Prognose
Feld[48] Entdeckt Förderung seit Geschätzte Größe
Noa North 1999[49] 2012 50 Milliarden Kubikmeter
Mari-B 2000 2004 1 Billion Kubikfuss
Tamar 2009 2013 10.8 Billionen Kubikmeter
Dalit 2009 nicht in Betrieb 700 Milliarden Kubikfuss
Leviathan-Gasfeld 2010 nicht in Betrieb 22 Billionen Kubikfuss
Dolphin 2011 nicht in Betrieb 81.3 Milliarden Kubikfuss[50]
Tanin 2012 nicht in Betrieb 1.2–1.3 Billionen Kubikfuss
Karish 2013 nicht in Betrieb 2.3–3.6 Billionen Kubikfuss

Solarindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solaranlagen in Jerusalem

Die Solarenergie in Israel und die Solarindustrie des Landes haben eine Geschichte, die bis zu den Anfängen des Landes reichen.[51] In den 1950er Jahren entwickelte Levi Yissar eine Solaranlage um die Energieknappheit der damaligen Tage zu lindern. 1967 wurde rund einer von zwanzig Haushalten mit Sonnen- und Wasserenergie beheizt. Während der Ölkrise von 1973 entwickelte Harry Zvi Tabor, der Vater der israelischen Solarindustrie, eine Prototyp Solaranlage, die heute in über 90 % der israelischen Haushalten verwendet wird.[52] Heute sind israelische Ingenieure auf dem neuesten Stand der Solarenergie-Technologie und Israelische Solarunternehmen arbeiten an Projekten in der ganzen Welt.[53]

Technologische Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaft und Technologie sind in Israel die landesweit am höchsten entwickelten und industrialisierten Sektoren. Der Anteil der Gesamtbevölkerung, die im wissenschaftlichen und technologischen beschäftigt sind, gehört zu den höchsten der Welt.[54][55] Israel steht prozentual an vierter Stelle in wissenschaftlichen Tätigkeiten, gemessen durch die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen pro eine Million Einwohner. Das Land hat auch die höchste Zahl von Wissenschaftlern, Technikern, und Ingenieuren pro Kopf in der Welt. Im Land kommen durchschnittlich 140 Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure auf 10.000 Mitarbeiter. Im Vergleich kommen 85 Wissenschaftler auf 10.000 und in Japan 83 auf 10.000.[56][57][58]

Weltweit haben israelische Wissenschaftler zum Fortschritt in verschiedenen Branchen wie Naturwissenschaften, Agrarwissenschaften, Informatik, Elektronik, Genetik, Medizin, Optik, Solarenergie und in verschiedenen Bereichen des Ingenieurwesens.[59]

Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bedeutender Arbeitgeber sind Dienstleistungen. In diesem Sektor sind über 40 % aller israelischen Arbeitnehmer beschäftigt.

Handel und Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Bank of Israel

Im Dienstleistungssektor spielen in Israel der Finanzsektor und Handel eine wichtige Rolle. Dies hat seine Wurzeln in der zionistischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Die Zionistische Weltorganisation gründete 1903 die Anglo-Palestine Bank (später umbenannt Bank Leumi). Die beiden größten Banken des Landes kontrollieren mehr als 60 % des Bankgeschäfts und die ersten fünf über 90 %.[60][61]

Die meisten Banken sind im staatlichen Besitz und wurden im Verlauf der 1980er Jahre verstaatlicht. Dennoch gibt es aber noch viele private Banken. Seit den 1990er Jahren werden jedoch teilweise wieder große Banken wieder privatisiert. Die Bank Hapoalim wurde im Jahr 1996 privatisiert, die Bank Mizrahi (jetzt Bank Mizrahi-Tfahot) im Jahr 1998, die Israel Discount Bank 2006, und die Bank Leumi im Jahr 2005.[62]

King David Hotel in Jerusalem

Heute werden etwa 20 % der israelischen Arbeitnehmer in diesem Sektor beschäftigt.[63]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Tourismus in Israel

Der Tourismus gehört zu Israels wichtigsten Einkommensquellen und ist ein Wachstumsmotor der Wirtschaft des Landes. Allein im Jahr 2013 besuchten 3,54 Millionen ausländischen Touristen das Land und erreichten ein Allzeithoch.[64]

Israel bietet eine Fülle von historischen und religiösen Stätten, luxuriösen Badeorten und archäologischen Orten. Das Land beherbergt die weltweit meisten Museen.[65]

Außenhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte israelischer Exporte im Jahr 2006.

Im Jahr 2006 wuchsen die israelischen Exporte um 11 % auf knapp 29 Milliarden US-Dollar.

Kacheldiagramm der Exportzweige Israels

Die Vereinigten Staaten sind Israels größter Handelspartner, und Israel war 1997 der 26.-größte Handelspartner der Vereinigten Staaten.[66] Die wichtigsten US-Exporte nach Israel sind Computer, integrierte Schaltungen, Flugzeugteile und andere Rüstungsgüter, Weizen und Automobile. Die israelischen Exporte in die Vereinigten Staaten sind vor allem Schmuck, integrierte Schaltungen, Druckmaschinen und Telekommunikationsgeräte. Die beiden Länder haben 1985 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Ein landwirtschaftliches Handelsabkommen wurde im November 1996 unterzeichnet. Israel hat aber auch Handels- und Kooperationsabkommen mit der Europäischen Union und Kanada, der Türkei, Jordanien und mehreren Ländern aus Osteuropa unterzeichnet.

Regional betrachtet ist die Europäische Union der größte Importeur israelischer Produkte. Allein zwischen Oktober 2011 und Januar 2012 hat Israel ausgeführten Waren in Wert von 5 Milliarden Euro in die EU exportiert.[67]

Bis 1995 war Israels Handel mit der arabischen Welt aufgrund des Boykotts minimal. Hat jedoch seitdem vor allem durch den Handel mit Jordanien, Ägypten und den Palästinensergebieten abgenommen.[68]

Im Jahr 2012 waren zehn Unternehmen für 47,7 % der israelischen Exporte verantwortlich. Diese Unternehmen waren Intel, Elbit Systems, die Ölraffinerien Ltd, Teva Pharmaceutical Industries, Iscar, Israel Chemicals, Makhteshim Agan, Paz Oil Company, Israel Aerospace Industries und der Indigo Division von Hewlett-Packard.[69]

Soziale Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz des wirtschaftlichen Wohlstands steht die israelische Wirtschaft vor vielen Herausforderungen.[70] Einige sind kurzfristig und andere langfristig.

Das Hauptproblem ist die wachsende Armut in der Bevölkerung. Ein Grund dafür ist die wachsende Zahl von ultraorthodoxen Juden, die ein niedriges Niveau der offiziellen Erwerbsbeteiligung unter den Einwohnern des Landes haben. Dies sind Voraussetzungen für eine wachsende Arbeitslosigkeit und eine höhere Abhängigkeitsquote in der Zukunft. Der Gouverneur der Bank of Israel, Stanley Fischer, erklärte, dass die wachsende Armut von ultraorthodoxen Juden der israelischen Wirtschaft schadet. Nach einer von Ian Fursman veröffentlichten Studie, entfallen die meisten der 60 % armen Haushalte auf ultraorthodoxen Juden und israelischen Arabern. Beide Gruppen stellen zusammen etwa 25 bis 28 % der israelischen Bevölkerung.[71]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ben-Porath, Yoram ed. The Israeli Economy: Maturing through Crises. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1986.
  • Chill, Dan. The Arab Boycott of Israel: Economic Aggression and World Reaction. New York: Praeger, 1976.
  • Kanovsky, Eliyahu. The Economy of the Israeli Kibbutz. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1966.
  • Klein, Michael. A Gemara of the Israel Economy. Cambridge, MA: National Bureau of Economic Research, 2005.
  • Michaely, Michael. Foreign Trade Regimes and Economic Development: Israel. New York: National Bureau of Economic Research, 1975.
  • Uri Ram: The Globalization of Israel: McWorld in Tel Aviv, Jihad in Jerusalem. Routledge, New York 2008, ISBN 0-415-95304-9.
  • Senor, Dan and Singer, Saul, Start-up Nation: The Story of Israel’s Economic Miracle, Hachette, New York (2009) ISBN 0-446-54146-X
  • Rubner, Alex. The Economy of Israel: A Critical Account of the First Ten Years. New York: Frederick A Praeger, 1960.
  • Maman, Daniel and Rosenhek, Zeev. The Israeli Central Bank: Political Economy: Global Logics & Local Actors. Routledge, 2011.
  • The Global Political Economy of Israel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wirtschaft Israels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www1.cbs.gov.il/reader/cw_usr_view_SHTML?ID=417
  2. Israel Central Bureau of Statistics. Abgerufen am 27. Mai 2015.
  3. Israel: Trade Statistics. Global Edge. Abgerufen am March 18, 2013.
  4. Exports Partners of Israel. CIA World Factbook. 2012. Abgerufen am 22. Juli 2013.
  5. İmports Partners of Israel. CIA World Factbook. 2012. Abgerufen am 22. Juli 2013.
  6. Angabe vom Human Development indices, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Abgerufen am 4. November 2010.
  7. Human Development Report Office: Israel – Country Profile: Human Development Indicators, abgerufen am 26. Oktober 2014
  8. Israel Central Bureau of Statistics. Abgerufen am 27. Mai 2015.
  9. a b c The World Factbook
  10. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten. Fischer, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-596-72910-4.
  11. הויכוח סביב הסכם השילומים (Hebräisch) Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  12. ORGANIZATIONS: Dollars for Israel. In: Time, 21. Jänner 1957. 
  13. Clyde Mark: Israel: US Foreign Assistance. Congressional Research Service. 12. Juli 2004. Abgerufen am 19. Juli 2012.
  14. a b "Textiles", Jewish Virtual Library. Editiert am 8. September 2011.
  15. Guy Rolnik: כך ביזבזנו עוד משבר ענק (Hebräisch). In: TheMarker, 31. Dezember 2009. Abgerufen am 17. Oktober 2012. 
  16. Eleventh Knesset. Knesset.gov.il. Editiert am 8. September 2011.
  17. Generating a Sharp Disinflation: Israel 1985 Michael Bruno, National Bureau of Economic Research
  18. Israel’s Economy: 1986–2008, Rafi Melnick and Yosef Mealem
  19. Stanley Fischer: The Israeli Stabilization Program, 1985-86. In: American Economic Association (Hrsg.): The American Economic Review. 77, Nr. 2, 1987, S. 275–278.
  20. [1]
  21. Paul De Boer, Marco Missaglia: Economic consequences of intifada: a sequel. In: Econometric Institute Report. Erasmus University Rotterdam. September 2007. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  22. Start-up-Szene: Innovativ und risikobereit – Abgucken in Israel, Wirtschaftswoche, 3. April 2012
  23. Dan Senor, Saul Singer: Start-up Nation Israel. Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können. Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer. Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-42921-5.
  24. "Israeli Growth", Dateline World Jewry, September 2007
  25. / Middle East / Arab-Israel conflict – Israeli economy shrugs off political turmoil. Financial Times (7. Mai 2007). Editiert am 8. September 2011.
  26. Israel invited to join the OECD. Abgerufen am 21. Mai 2007.
  27. Gil Yaron: Israel und der „Arabische Frühling“. Innenpolitische Konsequenzen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Bundeszentrale für politische Bildung, 26. September 2011, S. 35ff., 39f., abgerufen am 25. September 2011 (PDF; 1,9 MB, Nr. 39/2011).
  28. Agriculture in Israel – Facts and Figures 2008 – Israeli ministry of Agriculture Presentation. Moag.gov.il. Editiert am 8. September 2011.
  29. Israeli Agro-Technology. Jewish Virtual Library. Abgerufen am 27. März 2013.
  30. Start-up-Szene: Innovativ und risikobereit – Abgucken in Israel, Wirtschaftswoche, 3. April 2012
  31. Case Study: Dead Sea Works – Sdom, Israel. Water Online. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  32. WebCite query result (Memento vom 8. Mai 2011 auf WebCite)
  33. WebCite query result (Memento vom 8. Mai 2011 auf WebCite)
  34. Israel David Rosenberg: For arms, Mideast is buyer’s, not a seller’s, market. In: Gant Daily, 27. Februar 2012. Abgerufen am 6. März 2012. 
  35. The SIPRI Top 100 arms-producing and military services companies, 2010. Stockholm International Peace Research Institute. Abgerufen am 6. März 2012.
  36. Top List TIV Tables-SIPRI. Armstrade.sipri.org. Abgerufen am 9. Mai 2012
  37. $10 bn business: How Israel became India’s most important partner in arms bazaar. In: The Times Of India, 23. September 2012. 
  38. "Israel – an unmanned air systems (UAS) super power". Defense Update.
  39. Rohstoffe Israels auf schatzwert.de
  40. Hans-Christian Rößler: Plötzlich ein Gasexporteur., faz.net, 20. Mai 2014, abgerufen am 20. Mai 2014.
  41. Israel ist jetzt Erdgasnation auf www.taz.de 2014
  42. Susanne Götze: "Wir sind kein Emirat", Interview mit Ron Adam, zeit.de, 1. April 20125, abgerufen am 2. April 2015
  43. Jewellery Business – Israel’s 2012 polished diamond exports decline
  44. Diamond Exports. Abgerufen am 16. Jänner 2013.
  45. Steven Scheer: Israel 2012 diamond exports fall, may rebound if no more crises. In: Reuters, 2. Jänner 2013. 
  46. Diamonds.net – Israel’s Polished Diamond Exports -22% in 2012
  47. Delivery System. Israel Natural Gas Lines, Ltd.. Abgerufen am 24. März 2012.
  48. Israel’s Natural Gas Bonanza. Energy Tribune. Editiert am 8. September 2011.
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  50. Koby Yeshayahou: Dolphin gas field estimate cut by 85%. In: Globes, 12. Februar 2012. Abgerufen am 26. Juli 2012. 
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  52. Neal Sandler: At the Zenith of Solar Energy. In: Bloomberg Businessweek, 26. März 2008. Abgerufen am 17. Oktober 2012. 
  53. Looking to the sun, Tom Parry, Canadian Broadcasting Corporation, 15 August 2007.
  54. Invest In Israel. Where Breakthroughs Happen
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  57. Israel_cover+text.qxd
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  67. Coren, Ora: Asia overtakes U.S. as target market for Israeli exports. In: Haaretz, 6. März 2012. 
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