Achim (Landkreis Verden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Achim
Achim (Landkreis Verden)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Achim hervorgehoben
53.0152777777789.034166666666715Koordinaten: 53° 1′ N, 9° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Verden
Höhe: 15 m ü. NN
Fläche: 68,1 km²
Einwohner:

30.143 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 443 Einwohner je km²
Postleitzahl: 28832
Vorwahl: 04202
Kfz-Kennzeichen: VER
Gemeindeschlüssel: 03 3 61 001
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obernstr. 38
28832 Achim
Webpräsenz: www.achim.de
Bürgermeister: Uwe Kellner (parteilos)
Lage der Stadt Achim im Landkreis Verden
Emtinghausen Riede Dörverden Blender Ottersberg Oyten Achim Bremen Langwedel Thedinghausen Verden (Aller) Kirchlinteln Landkreis Verden Niedersachsen Landkreis Diepholz Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Achim ist die größte Stadt im Landkreis Verden in Niedersachsen, Deutschland, gelegen südöstlich von Bremen. Die Stadt wird auch häufig als Achim bei Bremen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Achim liegt in der Mittelweserniederung am Rande der Achim-Verdener Geest. In der Nähe der Stadt finden sich naturbelassene Moore.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in zwei Ortschaften und sieben Ortsteile:

Ortschaften:

Ortsteile:

  1. Achim
  2. Baden
  3. Badenermoor
  4. Bierden
  5. Borstel
  6. Uesen
  7. Uphusen

[Bearbeiten] Badener Berge

Die Badener Berge befinden sich in der Ortschaft Baden, einem Ortsteil von Achim. Die Landschaft ist geprägt von Marschland an der Weser westlich der Stadt, von bis zu 40 m hohen Dünenerhebungen und dem Badenermoor im Westen. Bis zum 19. Jahrhundert war das Gebiet nur spärlich besiedelt und die Einwohner lebten vom Kartoffelanbau, von der Schafzucht und von aus der Stadt Bremen hierher verlagerten Werkstätten. In den Badener Bergen konnten von Hans Höppner in den Jahren 1898 und 1900 rund 200 der 250 in Deutschland bekannten Bienenarten nachgewiesen werden. Rund hundert Jahre später waren es laut Riemann nur noch 130 Bienenarten.

[Bearbeiten] Militäranlagen

Das Badener Öllager war Teil einer Bunkeranlage aus dem Ersten Weltkrieg. Sie wurde 1917 errichtet und diente als Umschlagplatz für Rohöl, Heizöl und Treibstoff. Es wurden vierzehn unterirdische Behälter angelegt, die letzten beiden Behälter wurden jedoch wieder verschrottet. Während der Weimarer Republik war das Öllager an Ölfirmen vermietet. Im Rahmen der Remilitarisierung Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Öllager erweitert und ausgebaut (ca. 36 Tanks). Weil das Lager nach Kriegsende unbeschädigt war, sprengten es 1946 englische Besatzungstruppen.

Das Gebiet blieb jedoch weiterhin in militärischer Nutzung und wurde zum Truppenübungsplatz für die deutsche Bundeswehr. Die zahlreichen Gefechtsübungen und Panzerfahrten hatten einen gravierenden Einfluss auf die Vegetation. Ähnlich wie auf anderen Truppenübungsplätzen − zum Beispiel in der Lüneburger Heide − entstand eine typische Sand-Heiden-Landschaft. Infolge der ausgedehnten Besiedelung durch die angrenzende Gemeinde Baden in den 1970er und 1980er Jahren begann zunehmend eine Unratverschleppung durch Verbringen vor allem von Gartenabfällen und Tierfäkalien in das Wald-Heide-Gebiet. Neue Gartenpflanzen verdrängten Teile der Fauna und Flora des Gebietes. 2003 und 2004 konnten noch 151 verschiedene Pflanzenarten im Öllager nachgewiesen werden. Die Steuben-Kaserne und der zugehörige Standortübungsplatz Öllager wurden zum 31. Dezember 2003 geschlossen. Langfristig wird das immer noch einmalige Gebiet als Stadtwald zur Naherholung und als Siedlungsfläche für Wohnen, Sport und Gewerbe einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

[Bearbeiten] Geschichte

St.-Laurentius-Kirche

Achim wurde erstmals im Jahre 1091 als Arahem urkundlich erwähnt. Die beherrschende Höhe des Lindenberges südlich von Bremen, an die sich das alte Arahem lehnte, ist eine heidnische Kult- und Gerichtsstätte gewesen. Achim war Versammlungsort eines sächsischen Hundertschaftsgerichts (später Gogerichts). Dreimal jährlich tagte das Gogericht bei der Gerichtslinde unter Vorsitz des Gografen, des „Stallers“. Anfänglich wurde dieser gewählt, dann wurde dieses Amt den Herren von Clüver vom Erzbistum Bremen als Lehen übertragen. Die Bezeichnung Gogericht erhielt sich für den Verwaltungsbezirk bis 1852, seine Nachfolge trat ein Amtsgericht an.

In Achim errichtete im 12. Jahrhundert die christliche Mission eine Taufkirche; sie war die Vorgängerin der heutigen bereits 1257 erwähnten St.-Laurentius-Kirche.

Im Zuge des Lüneburger Erbfolgekrieges wurde Achim 1381 durch Kämpfe zwischen dem Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg mit dem Fürsterzbischof von Bremen, Albert II., in Brand gesetzt.

Von 1626 bis 1712 wurde Achim wechselweise von Dänen und Schweden und während des Siebenjährigen Krieges von französischen Truppen besetzt. Nach dem Wiener Kongress von 1815 gehörte Achim zum Königreich Hannover, welches 1866 preußische Provinz wurde.

Mit dem Bau der Bahnstrecken zwischen Bremen und Hannover sowie der sogenannten Amerikalinie von Bremen über Uelzen nach Berlin bzw. Magdeburg erhielt Achim 1847 einen Bahnhof. 1932 wurden die beiden Kreise Verden und Achim zum Kreis Verden zusammengelegt. Der Altkreis Achim verlor wirtschaftlich starke Gemeinden an Bremen (Hemelingen, Mahndorf, Arbergen und Sebaldsbrück).

Mit Wirkung zum 1. Mai 1949 hat die Gemeinde Achim die Bezeichnung Stadt erhalten. 1972 wurde im Rahmen der kommunalen Gebietsreform durch Zusammenschluss der Stadt Achim mit den Gemeinden Baden, Bierden, Bollen, Embsen, Uesen und Uphusen die neue Stadt Achim begründet.

[Bearbeiten] Politik

Achimer Rathaus

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Rat besteht aus 38 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

[Bearbeiten] Wappen

Nach Genehmigung der Bezirksregierung in Stade führt die Gemeinde Achim seit 1948 ein Wappen.

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber, vorn ein nach links gekehrter silberner Kreuzbartschlüssel, hinten eine vom linken Schildrand ausgehende schwarze Bärenklaue.“

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften existieren mit zwei Städten: Seit 1989 mit der Stadt Nowa Sól (dt. Neusalz an der Oder) in Polen und seit 1992 mit Cēsis (dt. Wenden), einer Kreisstadt mit ca. 26.000 Einwohnern in Lettland. Darüber hinaus pflegt die Achimer Realschule einen Kontakt und Schüleraustausch mit der französischen Stadt Nantes.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Landkirche St. Laurentius: Achims ältestes Bauwerk, geweiht dem heiligen Laurentius von Rom, ist auch die älteste und größte Landkirche zwischen den ehemaligen Bischofssitzen Bremen und Verden. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Achim findet sich 1257. Der ursprüngliche romanische Feldsteinbau wurde erweitert und umgebaut. Das alte Mauerwerk ist am Turm und in der Südwand bis heute erkennbar. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte der Bau des Chores und des Querschiffes. Ursprünglich hatte die Kirche eine Flachdecke aus Holz. Von 1350 bis 1500, in der Zeit der Spätgotik, wurde diese durch ein Rippengewölbe ersetzt. Der barocke Altar wurde 1750 vom Verdener Bildhauer Arend Meyer geschaffen. Ihr jetziges Aussehen erhielt die Kirche bei einer grundlegenden Renovierung in den 1960er Jahren.
  • Jüdischer Friedhof: Auf dem Jüdischen Friedhof, der an der Straße „An der Bahn“ liegt, befinden sich 56 Grabsteine für Juden aus Achim und Umgebung, die in den Jahren 1867 bis 1935 verstorben sind. Der Friedhof ist ein Kulturdenkmal.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

[Bearbeiten] Allgemeine Einrichtungen

  • Das Rathaus Achim in der Obernstraße 38 mit dem Stadtarchiv, dem Bürgerbüro und der Bürgerstiftung Achim
  • Die Stadtbibliothek mit über 39.000 Medien. Die Bibliothek teilt sich auf in die Zentrale im ehemaligen Feuerwehrhaus in der Stadtmitte und die Ortsteilbüchereien in Baden, Bierden, Uesen und Uphusen.
  • Das Polizeikommissariat Achim
  • Krankenhäuser: Achim ist neben Verden Standort der Aller-Weser-Klinik, eines Krankenhauses im ProDiako-Verbund in kommunaler Trägerschaft.
  • Die Bundesagentur für Arbeit in der Lindhooper Straße 9 in Verden
  • Die Kreisstraßenmeisterei in Verden-Nord

[Bearbeiten] Bildung

In Achim gibt es folgende Bildungseinrichtungen:

[Bearbeiten] Soziales

  • Die Erziehungsberatungsstelle Verden und Nebenstelle Achim
  • Die ALV - Jugendwerkstatt in Achim, Burgfeld und Verden
  • Das Achimer Bündnisses für Familie
  • Der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Achim
  • Die Seniorentreffs und Heime wie das Städtische Seniorentreff, die DRK-Heime in Baden und Uphusen, das AWO-Treff Uphusen, das Seniorenzentrum Achim, das Altenwohn- und Pflegeheim Badener Berg etc.

[Bearbeiten] Religion und Kirchen

  • Der Großteil der konfessionell gebundenen Einwohner gehört der evangelisch-lutherischen Kirche an. Dazu gehören:
    • Die Ev.-luth. St.-Laurentius-Kirchengemeinde Achim
    • Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Baden
  • Die römisch-katholischen Kirche hat die St. Matthias) in der Meislahnstraße.
  • Weiterhin gibt es Angehörige des Islam. Der Bau einer neuen Moschee wurde vom Achimer Verwaltungsgericht untersagt, da eine zu hohe Verkehrsbelastung zu den Gebetszeiten zu befürchten sei.

[Bearbeiten] Vereine

Achims Kultur- und Sportlandschaft wird durch zahlreiche Vereine belebt. Zu nennen sind die traditionellen Schützen- und Sportvereinen, der Kunstverein Achim, die Freiwillige Feuerwehren, der Ortsverband Achim des Technischen Hilfswerks, der Pfadfinderstamm des Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder BdP Wikinger Achim sowie der ehemalige Handball-Zweitligaverein SG Achim/Baden.

Im Reitsport waren und sind erfolgreiche Turnierreiter vertreten.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr

[Bearbeiten] Wirtschaft

In Achim sind mehrere internationalen Unternehmen angesiegelt, unter anderem Vitakraft. Unternehmen befinden sich in den Gewerbegebieten Achim-Ost, Bierdener Mehren, Baden, Uesen, Uphuser Mehren, An der Eisenbahn, beim Bremer Kreuz, an der Bremer Straße und in dem Desma Technologiepark.

[Bearbeiten] Verkehr

Luftbild Bremer Kreuz
Bahn

Achims Lage direkt an der Eisenbahnlinie Bremen–Hannover ermöglicht regelmäßige Zugverbindungen nach Bremen und Hannover, mit Anschluss an die Fernverbindungen. Seit Ende 2009 ist Achim wieder an die Strecke Bremen–Uelzen angebunden, nachdem Ende 2008 die Strecke auf die Relation Uelzen-Langwedel verkürzt worden war. Hier verkehren nur einzelne Züge. Mitte Dezember 2011 wurde Achim in das Netz der S-Bahn Bremen eingebunden, dessen erste Ausbaustufe Mitte Dezember 2010 in Betrieb ging. Zu den Zeiten des Berufspendlerverkehrs verkehren die S-Bahnen halbstündlich, sonst stündlich.[2] Sie und die RE ermöglichen direkte Umsteigebeziehungen zum bremischen/hannöverschen Nahverkehr.

Linienbus und Bürgerbus

Mehrere Buslinien verbinden Achims Ortsteile miteinander und mit umgebenden Orten.

Straße

Achim ist über drei Anschlussstellen an die Bundesautobahnen A 1 und A 27 angeschlossen. Besonders diese verkehrsgünstige Lage hat sie in den letzten 30–40 Jahren zu einer begehrten Wohnstadt für viele Familien aus Bremen gemacht. Eine vierte Anschlussstelle der Bundesautobahn A 1, befindet sich außerhalb von Achim in Oyten , die Pendlern eine gute alternative in Richtung Hamburg bietet. Eines der wichtigsten Autobahnkreuze Norddeutschlands, das Bremer Kreuz (Kreuzung A1 und A27) liegt auf Achimer Gebiet.

Kanal

1919 wurden Pläne eines „Bramsche-Stade-Kanals“ entwickelt, der in der Stadt Bramsche vom Mittellandkanal abzweigen, bei Achim die Weser kreuzen und bei Stade in die Elbe münden sollte. Später wurde dem geplanten Kanal der Name „Hansakanal“ gegeben. Die Planungen für den westlich der Weser gelegenen Abschnitt des Kanals wurden offiziell 1950, die für den östlichen Abschnitt 1955 eingestellt.[3]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Töchter und Söhne der Stadt Achim

Zeitlich geordnet

[Bearbeiten] Bürgermeister

nach dem Zweiten Weltkrieg
  • 1945 Johann Gröffel
  • 1945-1946: Fritz Rübeck
  • 1946-1959: Friedrich Grothen
  • 1959-1968: Georg Osmers
  • 1968-2006: Christoph Rippich
  • seit 2006: Uwe Kellner

[Bearbeiten] Sonstige Personen

  • Hans Puvogel (1911–1999), seit 1947 Rechtsanwalt und Notar, Politiker (CDU), 1959 Mitglied des Stadtrates
  • Christoph Rippich (* 1938), Ehrenbürgermeister, von 1968 bis 2006 Bürgermeister, Landrat des Landkreises Verden und Landtagsabgeordneter (SPD)[4]
  • Jürgen Rimann (1945–2006), Vexillologe und Heraldiker

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Achim (Landkreis Verden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. http://www.regiosbahn.de/de/aktuelles/nachricht/anzeige/fahrplanwechsel-2011-mit-neue-rs-1-ver.html
  3. Geschichtswerkstatt Achim: Die Planung des Hansakanals. In: 900 Jahre Achim Landkreis Verden (Hrsg.): Sonderdruck aus dem „Heimatkalender für den Landkreis Verden 1991“
  4. Achimer Kreisblatt vom 9. Mai 2008: … Ehrenbürgermeister Christoph Rippich feiert heute 70. Geburtstag …
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