Wildau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wildau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wildau
Wildau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wildau hervorgehoben
52.31916666666713.63444444444445Koordinaten: 52° 19′ N, 13° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 9,1 km²
Einwohner: 9878 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1085 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15745
Vorwahl: 03375
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 540
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karl-Marx-Str. 36
15745 Wildau
Webpräsenz: www.wildau.de
Bürgermeister: Uwe Malich (Die Linke)
Lage der Stadt Wildau im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Lage an der Stadtgrenze Berlins

Wildau ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg in Deutschland, die aus dem Ortsteil Hoherlehme und dem Kernort Wildau besteht und vor allem durch die ansässige Technische Hochschule Wildau (FH), die denkmalgeschützte Schwartzkopff-Siedlung, das Einkaufszentrum A10-Center Wildau und den ehemaligen VEB Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.

Geografie[Bearbeiten]

Wildau liegt nahe dem südöstlichen Stadtrand von Berlin am Hang des Teltowplateaus. Der Ort wird östlich durch die Dahme begrenzt, die der gesamten Region ihren Namen gab und in Berlin-Köpenick in die Spree mündet.

Die Stadt besitzt zwei Kerne, die historische Dorflage Hoherlehme und das in industrieller Zeit entstandene eigentliche Wildau.

Im Süden und Osten geht Wildau in die ehemalige Kreisstadt Königs Wusterhausen und im Norden nahtlos in die Gemeinde Zeuthen über. Im Westen trennt eine waldreiche Gegend den Ort von der Gemarkung Kiekebusch in der Gemeinde Schönefeld. Die Stadt liegt im Einflussraum des Flughafens Berlin Brandenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes Hoherlehme ist im Landbuch Karls IV. aus dem Jahr 1375 zu finden. Dort ist Hoherlehme mit dem Namen Alta Lomen aufgeführt.[2] Das Dorf lag damals unmittelbar an der Dahme. Jedoch begann die Besiedlung des heutigen Stadtgebiets weitaus früher. So belegen Bodenfunde, dass es hier schon in der Steinzeit (etwa 2000 - 700 v. Chr.) Siedlungen gab. Als Beispiel ist hier die Gegend südlich der Autobahnbrücke (BAB 10) bis zur Neuen Ziegelei aufzuführen. Weitere Funde belegen die Besiedlung über die Bronzezeit bis hin zu einer slawischen Siedlung.

Der Ortsname Wildau wurde am 22. November 1855 erstmals erwähnt, als das Gut Springziegelei den Beinamen Wildau erhielt.[3] Den Durchbruch als Industriestandort brachte 1897 die Ansiedlung des Maschinenbauunternehmens Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals L. Schwartzkopff, welche in Wildau Lokomotiven herstellte. Mit der Ansiedlung eines zweiten Betriebes, der Maffei-Schwartzkopff-Werke GmbH, gewann der Standort zunehmend an Bedeutung.

Am 27. März 2013 verlieh die Landesregierung der Gemeinde Wildau das Stadtrecht, welches sie ab 1. April offiziell führen darf.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung Wildaus in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. Mit der Entwicklung Berlins zu einem industriellen Zentrum im Deutschen Reich stieg auch die Bevölkerung Wildaus stark an. Da Wildau in der DDR als Industriestandort gepflegt wurde, setzte sich dieser Anstieg bis in die 1960er Jahre fort. Danach sank die Einwohnerzahl aber leicht. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung. Für die Zukunft bis 2030 sagen die Statistiker des Landesamtes einen deutlichen Anstieg der Bevölkerung voraus, während die Bertelsmann-Stiftung nur mit einer geringen Zunahme rechnet[5].

Wildau:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013. [6]
Jahr Einwohner
1875 290
1890 311
1910 2 865
1925 4 347
1933 4 509
1939 5 664
1946 5 166
1950 5 501
1964 8 391
1971 8 122
Jahr Einwohner
1981 7 826
1985 7 506
1989 7 169
1990 7 089
1991 7 350
1992 7 403
1993 7 425
1994 7 405
1995 7 697
1996 8 131
Jahr Einwohner
1997 8 605
1998 9 120
1999 9 269
2000 9 352
2001 9 392
2002 9 378
2003 9 299
2004 9 432
2005 9 542
2006 9 642
Jahr Einwohner
2007 9 819
2008 9 911
2009 9 906
2010 9 898
2011 9 731
2012 9 797
2013 9 878

Schwartzkopff-Siedlung[Bearbeiten]

Haus in der Schwartzkopff-Siedlung

Entscheidend geprägt wird der Ort durch die ab 1899 gebaute „Schwartzkopff-Siedlung“, eine Arbeitersiedlung der Gründerzeit. Die unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Wohnhäuser für Arbeiter und Angestellte des Werkes sind mit Gliederungselementen aus markanten roten Klinkersteinen erbaut. Diese wurden als „märkisch“ empfunden und passen sich dadurch gut in die Region ein. Im Gegensatz zu Berliner Arbeiterwohnungen der gleichen Zeit besitzen alle Wohnungen eine Innentoilette und einen Hausgarten. Bis 1918 wurde diese Siedlung größtenteils fertiggestellt, sie besaß 164 Häuser und 820 Werkswohnungen. Dazu gehörten auch Versorgungseinrichtungen, eine Schule sowie ein „Casino“ genanntes Vergnügungslokal mit großem Festsaal. Bis 1926 kommen noch weitere Häuser dazu.[7]

Insgesamt ist die Siedlung einheitlich angelegt, nach Entstehungsjahr und Lage variieren die Gebäude jedoch in Art und Ausstattung. In der heutigen Karl-Marx-Straße sind die Gebäude im Bereich der Bahntrasse als zweizügige Häuser mit zweigeschossigem Aufbau realisiert. Die von der durch die Siedlung mittig verlaufenden Straße aus in Richtung Dahmewiesen und Dahmelauf gelegenen Häuser wurden vorrangig zweizügig und dreigeschossig aufgebaut. Einzelne Häuser sind jedoch auch einzügig, wobei es sich hierbei hauptsächlich um End- oder Eckhäuser handelt.

Im Bereich der Friedrich-Engels-Straße zum Dahmelauf stehende Häuser sind ausnahmslos dreigeschossig und mit Balkonen versehen, während im Bereich der Karl-Marx-Straße Balkone nicht bei allen Häusern vorhanden sind.

Da die gesamte Siedlung unter Denkmalschutz steht, muss bei Sanierungsarbeiten auf die Erhaltung oder Wiederherstellung stilistischer Merkmale geachtet werden. Insbesondere wurden die Sprossenfenster mit ihrem vierflügligen Ausbau wiederhergestellt, welche zuvor teilweise durch Dreh-/Kipp-Fenster ersetzt worden waren. Die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in der Siedlung wurden im Januar 2012 durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Rahmen der Verleihung des Deutschen Bauherrenpreises mit dem Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ prämiert.[8]

Zierelemente sind nur bei einzelnen Häusern verwendet worden. So sind im Bereich der Karl-Marx-Straße einzelne, zur Straße gewandte Fronten mit Ornamenten aus rotem Backstein versehen, und teilweise wurden kleine Zinkzinnen auf den Giebeln und Firsten aufgestellt.

Trotz der deutlichen Variationen wird die Siedlung als harmonisch und stilistisch geschlossen empfunden.

In der gleichen Bauphase wurden auch Villen für die Fabrikdirektoren gebaut, die sich ringsum auf dem ehemaligen Gutsgelände Springziegelei in der heutigen Eichstraße befinden. Die Eichstraße war „Privatstraße“ und durfte von den Arbeitern des Werkes nicht benutzt werden.

Die Siedlung wurde im Zweiten Weltkrieg trotz der Bombardierung des nahegelegenen Lokomotivwerkes mit seiner Rüstungsgüterproduktion nicht stark zerstört. Die Fabrikantenvillen in der Eichstraße wurden nach 1945 als Kindergarten und Schulhort verwendet und werden heute durch eine Privatschule und einen Jugendklub genutzt. Das ehemalige Casino wurde nach 1945 zum Kulturhaus der Schwermaschinenbauer und ist heute unter dem Namen Volkshaus das Rathaus der Stadt.[9]

Industriegeschichte[Bearbeiten]

Diese „Kriegslok“ der Baureihe 52 erinnert heute auf dem ehemaligen Werksgelände an den Wildauer Lokomotivbau
Hauptartikel: Schwermaschinenbau Wildau

Der Maschinenbaustandort Wildau wurde durch die Eröffnung des Lokomotivwerks der Berliner Maschinenbau AG (BMAG) 1900 begründet. Die BMAG erwarb dazu ein großes, unmittelbar westlich der Bahnlinie gelegenes Grundstück, das für die Lastenschifffahrt durch einen Stichkanal an die Dahme angebunden wurde.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion teilweise auf Rüstungsgüter umgestellt und Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager eingerichtet. Im nördlichen Werksteil produzierten ab 1907 die Maffei-Schwartzkopff-Werke, ab 1936 die AEG. Hier wurden unter anderem Flugzeugteile hergestellt. 1949 wurden beide Werksteile zu einem Volkseigenen Betrieb vereinigt. Die Produktion wurde von Lokomotiven auf den Schwermaschinenbau umgestellt. Ab 1952 hieß das Werk Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ (SHR), ab 1969 war es Teil des Schwermaschinenbaukombinats „Ernst Thälmann“ (SKET). Nach 1990 wurden die meisten Anlagen durch die Treuhandanstalt stillgelegt.

Das Gelände des Industriestandorts wird heute durch die Technische Hochschule Wildau (FH) sowie einige kleinere Nachfolgefirmen des Schwermaschinenwerks (unter anderem die Wildauer Kurbelwellen GmbH) genutzt.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wildau wurde nach der politischen Wende bis zum 31. Januar 2001 von Gerd Richter (SPD) als Bürgermeister geführt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt wurde er zum Ehrenbürger Wildaus ernannt. Ab 2005 war er Kreistagsabgeordneter und Gemeindevertreter. Er starb nach einem Krebsleiden am 20. April 2008.
Sein Nachfolger ist Uwe Malich (Die Linke), der auf die Erfolge (A 10 Center, TH Wildau(FH)) von Gerd Richter aufbauen konnte, und Wildau als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort weiterhin ausbaut.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008
Wahlbeteiligung: 52,98 % (+6,6 Pp.)
 %
40
30
20
10
0
35,61 %
33,43 %
20,46 %
4,26 %
3,20 %
3,05 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
+5,43 %p
+0,14 %p
+1,36 %p
+2,30 %p
+3,20 %p
+3,05 %p
-15,46 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 2003: PDS
e Einzelwahlvorschlag Rehfeldt

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wildau besteht aus 18 Mitgliedern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister.

Wahlperiode 2003–2008[Bearbeiten]

Durch die Kommunalwahl vom 26. Oktober 2003 entstand folgende Sitzverteilung:

Da sich die Fraktion WfW (Wir für Wildau) auflöste, veränderte sich diese Verteilung nach der Gemeindevertreterversammlung am 7. November 2006:

  • SPD 8 Sitze: Martina Dietzel, Dr. Martina Frank (als Nachrückerin für Gerd Richter) Wilfried Hoppe (Fraktionsvorsitzender), Gerd Richter (am 20. April 2008 verstorben), Christian Ritter, Manfred Sternagel, Manfred Stöpper, Lothar Werchan, Sandro Zenker-Wandschneider
  • CDU 5 Sitze: Helmut Pospieszny, Mark Scheiner, Winfried Schenk (Fraktionsvorsitzender), Siegfried Steckling, Ulf-Ingo Zühlke
  • Die Linke 5 Sitze

Wahlperiode 2008–2014[Bearbeiten]

Durch die Kommunalwahl vom 28. September 2008 entstand folgende Sitzverteilung:

  • SPD 6 Sitze: Doreen Böhme, Angela Homuth, Wilfried Hoppe (bis 31. Juli 2013), Hannelore Klank-Neuendorf (seit 1. August 2013), Christian Ritter, Manfred Sternagel, Manfred Stöpper
  • Die Linke 6 Sitze
  • CDU 4 Sitze: Mark Scheiner, Susanne Scheiner, Winfried Schenk (Fraktionsvorsitzender), Siegfried Steckling
  • FDP 1 Sitz: Martin Stock. Seit 2008 bilden CDU und FDP eine gemeinsame Fraktion.
  • Einzelbewerber Lutz Rehfeldt

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der erste Bürgermeister Wildaus nach der Wende war Gerd Richter von der SPD von 1990 bis 2002. Zu seinem Nachfolger wurde Uwe Malich von den Linken gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein silbernes Lokomotivrad durchflochten von einem aufgerichteten goldenen Getreidehalm mit zwei Ähren und drei Blättern.“[10]

Der Heraldiker und Glasmaler Carl Busch bezog sich mit seinem Entwurf aus dem Jahr 1936 auf die Entwicklung des Ortes. Goldene Ähren symbolisieren das Dorf Hoherlehme und die früher bedeutende Landwirtschaft, ein Schwungrad nimmt Bezug auf die industrielle Tätigkeit, speziell den Lokomotivbau in Wildau und der ursprünglich rote Hintergrund berücksichtigte die damals „erhebliche Siedlungstätigkeit“. Die Gemeinde bat jedoch in einem Schreiben vom 1. Oktober 1936 an das Geheime Preußische Staatsarchiv um die Änderung in einen kornblumenblauen Grund. Mit dem 15. Juli 1937 erhielt die Gemeinde das Recht das Wappen mit kobaltblauem Grund zu führen. Im Laufe der Jahre wurde das Wappen nicht mehr genutzt und blieb nur noch als Glasbild am Rathaus erhalten.

Mit der Wiederaufnahme des Wappens in den 1990er Jahren fanden die Symbole eine neue Deutung. Das Schwungrad ist nun auch Ausdruck für die Hoffnung den Aufschwung der 1920er Jahre im unteren Teil Wildaus auch auf den oberen Teil übertragen zu können. Die Ähren verkörpern die Verbundenheit mit der Natur, u.a. an den Dahmewiesen und in der Waldsiedlung. Gemeinsam mit dem blauen Hintergrund bringen sie so den Wunsch der Gemeinde, unterstützt durch „Grüne Baukonzepte“ und Forschungen der Technischen Fachhochschule, Industrie und Natur in Einklang zu bringen zum Ausdruck. Mit dieser Begründung wurde die Weiterführung des Wappen am 19. Mai 1994 genehmigt.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerschaften gibt es mit:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Brücke der A 10 über die Dahme
Bahnhof Wildau

Wildau liegt am südlichen Berliner Autobahnring, der A 10 (Anschlussstelle Nr. 10 Königs Wusterhausen), und an der Bundesstraße 179. Die Hauptstraße des Ortes, die Karl-Marx-Straße, ist Teil der brandenburgischen Landesstraße 401. Die Durchgangsstraße in Hoherlehme (Chausseestraße, Dorfaue, Miersdorfer Straße) ist eine Kreisstraße.

Die Bahnstrecke Berlin–Görlitz führt durch die Stadt, an dieser wurde im Jahr 1900 der Bahnhof Wildau eröffnet. Seit 1951 ist sie eine Station im Netz der S-Bahn Berlin, die vorletzte Station der Linie S 46 von Berlin-Westend über den Südring und Berlin-Schöneweide nach Königs Wusterhausen. Bis September 2013 werden der Bahnsteig und die Fußgängerunterführung grundhaft erneuert, ein Aufzug eingebaut sowie ein zweites Bahnsteiggleis errichtet.[12] Der Bahnübergang Bergstraße wurde 2008 durch einen Tunnel ersetzt[13], was die Wartezeiten an der stark befahrenen Bahnstrecke überflüssig machte. Im Zuge der Freiheitstraße befindet sich eine zweite (schienengleiche) Querung der Bahnstrecke.

Die vier Buslinien in Wildau werden von der RVS betrieben. Sie verbinden Wildau mit Königs Wusterhausen, Zeuthen, Flughafen Berlin Brandenburg, Schulzendorf und Eichwalde und erschließen vor allem die weit westlich der S-Bahnhöfe gelegenen Wohngebiete sowie das Einkaufszentrum A10-Center.

Ein Teil des Binnenhafens Königs Wusterhausen liegt auf Wildauer Stadtgebiet.

Motorisierung in Wildau 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[14] 4 829 4 870 4 925 4 972 5 075 5 158 5 303
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 492 491 497 502 522 526 537

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Werksgelände des ehemaligen Schwermaschinenbaubetriebes, welcher nach der Wende durch die Treuhand abgewickelt wurde, beherbergt eine Vielzahl von renommierten Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie, des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Hochtechnologie. Auch hat sich dort die Technische Hochschule Wildau (FH) in mehreren Gebäuden und Hallen niedergelassen.

Im Bereich der Metallverarbeitung sind neben der Gröditzer Kurbelwellen GmbH und der Wildauer Schmiedewerke GmbH, (beide Tochterunternehmen der Georgsmarienhütte Holding GmbH[15]) auch die SMB Schwermechanik GmbH & Co. KG aus der HNP Unternehmensgruppe zu finden sowie in der Nachbarschaft die kochmesser.de GmbH & Co KG, auf deren Firmengelände Segmente der Berliner Mauer ausgestellt sind.

Aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau haben sich die Unternehmen SMB Sondermaschinenbau GmbH & Co. KG, SMB Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG sowie die Unternehmen airkom Druckluft GmbH und airplan Anlagenbau GmbH angesiedelt.

Im Sektor Hochtechnologie sind vor allem das Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit der AneCom AeroTest GmbH, die Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien und Composite PYCO, die DELCON Deutsche Luftfahrt Consult GmbH, die ETN Aerospace Production GmbH und eine Niederlassung von TRAINICO zu nennen.

Das A10 Center an der Autobahnausfahrt Königs Wusterhausen der A10 ist ein großes Einkaufszentrum mit Multiplex-Kino, das eine Verkaufsfläche von 66.000 m² auf einer Ebene hat. Es gehört zu den größten Einzelhandelsstandorten im Berliner Raum.

Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Die Fachhochschule in Wildau
Gedenkstätte für die Opfer des Flugzeugabsturzes 1972
Die Kirche in Wildau

In Wildau befinden sich folgende Betreuungs-, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen:

  • Drei Kindertagesstätten
  • Grundschule Wildau
  • Ludwig-Witthöft-Oberschule
  • Privatschule Villa Elisabeth (Privatgymnasium)
  • Technische Hochschule Wildau (FH)
  • Technische Akademie Wuppertal
  • Trainico GmbH
  • Zeuthener Akademie für Weiterbildung (ZAK)
  • eine private Musikschule

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wildau und in der Liste der Bodendenkmale in Wildau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

In Wildau gibt es drei Sporthallen, eine Schwimmhalle und ein Stadion. Die Schwimmhalle wurde 2006/2007 erheblich erweitert. Es kamen ein Hubbodenbecken, eine 80-m-Rutsche, ein Mutter-Kind-Bereich, ein Saunabereich und ein Fitnessbereich hinzu. Die Stadt plant langfristig zudem einen Sportpark mit einer weiteren Sporthalle, sowie einen Kunstrasenplatz. Außerdem gibt es zahlreiche Sportvereine. Am Ortsrand befindet sich die A10 Einkaufs- und Freizeitwelt. Hier gibt es neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auch ein Multiplex-Kino und ein Bowling-Center. In der Schwartzkopff-Siedlung wurde ein Skatepark geschaffen. Eine Stadtbibliothek ist ebenfalls vorhanden.

Friedenskirche[Bearbeiten]

In Wildau besteht seit 1900 eine evangelische Kirchengemeinde. Die Friedenskirche, die zwischen 1909 und 1911 erbaut wurde, befindet sich in der Kirchstraße. Sie wurde vom Königlichen Baurat Georg Büttner im Jugendstil geplant und errichtet. Sie steht mit dem Pfarrhaus, das sich neben der Kirche befindet, als Ensemble unter Denkmalschutz. Pfarrerin Cornelia Mix ist für Wildau und Zeuthen zuständig. Der „Freundeskreis Friedenskirche Wildau“ widmet sich der Restaurierung und Erhaltung von Kirche und Pfarrhaus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Gisela Schertling (* 9. Februar 1922; † 8. November 1994), Mitglied der Weißen Rose, später Kantor-Katechetin
  • Herbert Müller (* 1924; † 15. Dezember 2004), Gründer und Leiter der Wildauer Zupfmusikanten, Ehrenbürger von Wildau
  • Irmgard Hornung (* 8. September 1936), Lehrerin und Ortschronistin, Ehrenbürgerin von Wildau
  • Werner Voigt (* 26. Juni 1947), Fußballspieler und -trainer
  • Willi Stoph (* 9. Juli 1914; † 13. April 1999), deutscher Politiker, auf dem Waldfriedhof beigesetzt

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Lieselott Enders (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil 4: Teltow. Böhlau, Weimar 1976 (= Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam, Bd. 13), S. 152.
  3. Kulawsky, Richard: "Geschichte der Gemarkung Hoherlehme-Wildau"
  4. Franziska Mohr: Glückwunsch! Brandenburgs Landesregierung verleiht der Gemeinde Wildau das Stadtrecht. Märkische Allgemeine, 27. März 2013, abgerufen am 27. März 2013.
  5. Aufstellung der Quellen unter Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  6. Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  7. Irmgard Hornung: „100 Jahre Schwartzkopff-Siedlung“. In: Wildauer Heimatbuch, Horb am Neckar 1999 S.73 ff
  8. Preise für Denkmalschutz im Wohnungsbau vergeben. In: Monumente, Nr. 1 - Februar 2012, S. 98
  9. Irmgard Hornung: Casino, Kameradschaftsheim, Kulturhaus, Volkshaus, Kulturhaus der Schwermaschinenbauer. In: Wildauer Heimatbuch, Horb am Neckar 2001, S. 313ff
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. I. Hornung: Das Wappen von Wildau, in: Wildauer Heimatbuch, Teil I. Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1999, S. 92f, ISBN 3-89570-592-6
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWildau bald bequemer für Bahnreisende. DB Mobility Logistics AG, 21. Februar 2012, abgerufen am 3. März 2012.
  13. Märkische Allgemeine Zeitung - Artikel vom 10. Oktober 2008
  14. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  15. Georgsmarienhütte Holding GmbH

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wildau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien