Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck

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Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck
Strecke der Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck
Kursbuchstrecke (DB): 423
Streckennummer (DB): 2236
Streckenlänge: 59 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Zweigleisigkeit: Abzw Zweckel–Dorsten
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Provinz (NL): Gelderland
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Strecke von Zutphen
Bahnhof, Station
44,0 Winterswijk
   
44,5 Strecke nach Zevenaar
   
44,8 ehem. Strecke nach Bocholt
   
50,4
52,3
Staatsgrenze Niederlande / Deutschland
   
50,1 Burlo
   
44,5 B 70
   
ehem. Baumbergebahn von Bocholt
   
ehem. Nordbahn von Ahaus-Burgsteinfurt
   
42,3 Borken (Westf)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Anschlussgleis
Haltepunkt, Haltestelle
37,0 Marbeck-Heiden
Bahnhof, Station
29,8 Rhade
Straßenbrücke
A 31
Bahnhof, Station
25,3 Deuten
Bahnübergang
25,2 Dorsten-Deuten Weseler Straße (B 58)
BSicon BS2c1.svgBSicon BS2+r.svg
BSicon STRrg.svgBSicon KRZo.svg
Strecke von Coesfeld
BSicon THSTxo.svgBSicon THSTxo.svg
20,5 Hervest-Dorsten ehem. Strecke Wesel–Haltern
BSicon STR.svgBSicon ABZrg.svg
Anschlussgleis VEW Dorsten (neu 1982)
BSicon eABZlg.svgBSicon STR.svg
ehem. Verbindungsstrecke nach Dorsten CME
BSicon WBRÜCKE.svgBSicon WBRÜCKE.svg
Lippe und Wesel-Datteln-Kanal
BSicon BHF.svgBSicon BHF.svg
18,9 Dorsten (Inselbahnhof, ehem. RhE)
BSicon xBS2lxr.svgBSicon BS2r.svg
ehem. Strecke nach Bottrop Nord (RhE)
   
16,6 Tönisholt
Haltepunkt, Haltestelle
14,1 Bottrop-Feldhausen
Haltepunkt, Haltestelle
10,9 Gladbeck-Zweckel (Hp Abzw)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Verbindungsstrecke nach Gladbeck West
Planfreie Kreuzung – oben
Rheinbaben–Scholven der RBH Logistics
Planfreie Kreuzung – oben
Gladbeck West–Gelsenkirchen-Buer Nord
Haltepunkt, Haltestelle
9,4 Gladbeck Ost
   
9,2 Gladbeck Ost (Neubau geplant)[2]
Haltepunkt, Haltestelle
5,1 Gelsenkirchen-Buer Süd
   
4,9 GE-Beckhausen Horster Str. (Bogestra)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Güterstrecke von Gelsenkirchen-Horst
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
3,1 Hugo Abzw
Brücke über Wasserlauf (groß)
Emscher und Rhein-Herne-Kanal
   
2,6 Buer Süd (Kanalbr)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Güterstrecke von Nordstern
Bahnhof ohne Personenverkehr
-0,3 Gelsenkirchen-Bismarck (ehem. Inselbahnhof)
Haltepunkt, Haltestelle
Gelsenkirchen Zoo
Bahnhof ohne Personenverkehr
Wanne Unser Fritz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Wanne-Eickel
   
ehem. Strecke nach Dortmund
Strecke – geradeaus
Güterstrecke nach Herne

Die Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck ist eine ehemals durchgehende, 59 Kilometer lange Eisenbahnstrecke der ehemaligen Niederländisch-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft von Winterswijk in den Niederlanden nach Bismarck in Gelsenkirchen im nördlichen Ruhrgebiet.

Der heute noch in Betrieb befindliche Streckenteil ist weitestgehend eingleisig, nicht elektrifiziert und als Hauptbahn klassifiziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Niederländisch-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft erhielt am 26. Juni 1878 die Konzession zum Bau ihrer Bahnstrecke, die das Ruhrgebiet auf möglichst direktem Wege mit dem Streckennetz der Niederländischen Eisenbahnen in Winterswijk und Zutphen verbinden sollte.

Sie begann den Bau der Strecke in Winterswijk, wo bereits Anschluss an die Bahnstrecke nach Zutphen bestand. Von dort aus wurde die Strecke nahezu geradlinig über Borken nach Hervest trassiert.

Dort traf die Strecke auf die zwischenzeitlich 1879 eröffnete Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft und folgte ihr bis Dorsten. Das letzte Teilstück führt in weitem Bogen nach Süd-Osten und traf an der Abzweigstelle Hugo auf die Königlich-Westfälische Emschertalbahn.

Die Strecke endete im Bahnhof Bismarck, dem heutigen Rangierbahnhof Gelsenkirchen-Bismarck, den die Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft und die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft – an der Märkischen Emschertalbahn – zu diesem Zeitpunkt bereits gemeinsam nutzten.

Der Personenverkehr auf der Strecke wurde am 21. Juni 1880 eröffnet, die Betriebsführung war von Beginn an durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft übernommen worden.

Teilstilllegungen[Bearbeiten]

Bahnstrecke zwischen Winterswijk und Borken

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde der grenzüberschreitende Verkehr zwischen Burlo und Winterswijk eingestellt und erst Ende der 1920er Jahre wieder aufgenommen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Personenverkehr nunmehr endgültig eingestellt, während der letzte Güterzug am 30. September 1979 fuhr. Der niederländische Streckenteil wurde als Naturschutzgebiet ausgewiesen, eine Wiedereröffnung ist daher nur schwer möglich.

Bereits am 29. September 1961 wurde der Personenverkehr zwischen Borken und Burlo eingestellt, während der Güterverkehr noch bis zum 30. September 1994 aufrechterhalten wurde. Zum 1. Januar 1996 folgte dann die komplette Stilllegung dieses Streckenabschnittes.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Der Hauptteil der Strecke zwischen Haltepunkt Gelsenkirchen Zoo (einen Kilometer östlich vom Rangierbahnhof Gelsenkirchen-Bismarck) und Bahnhof Borken ist bis heute in Betrieb, durchgehend nicht elektrifiziert und weitestgehend nur eingleisig.

Über eine Verbindungsstrecke ab Bahnhof Gladbeck West ist die Bahnstrecke von Bottrop Hbf zur Abzweigstelle Zweckel angebunden, von dort bis zum Bahnhof Dorsten ist die Strecke zweigleisig.

Zwischen Dorsten und dem ehemaligen Bahnhof Hervest-Dorsten (heute nur noch Haltepunkt und Bahnhofsteil von Dorsten) liegt parallel das Streckengleis nach Coesfeld, sodass optisch der Eindruck einer zweigleisigen Strecke entsteht.

Auf dem noch in Betrieb befindlichen Teil der Strecke befinden sich heute 37 Bahnübergänge, davon elf mit Vollschranken, 18 mit Halbschranken und dreien, die zumindest noch mit einem Blinklicht gesichert sind, das bedeutet im Schnitt nur gut ein Kilometer zwischen zwei Bahnübergängen. Eine Besonderheit stellt der Bahnübergang in Gelsenkirchen-Beckhausen dar, hier kreuzt eine meterspurige Straßenbahnstrecke der Bogestra die Eisenbahnstrecke niveaugleich.

Der Streckenabschnitt Zweckel–Borken ist Bestandteil des DB-Regionalnetzes Münster-Ostwestfalen (MOW) mit Sitz in Münster.

Angebot[Bearbeiten]

Der größte Teil der Strecke wird bis heute im Schienenpersonennahverkehr bedient:

Betreiber der RB 44 war bis Dezember 2010 die Prignitzer Eisenbahn GmbH, seitdem wird sie, wie auch die anderen drei Regionallinien, von der NordWestBahn betrieben.

Weblinks[Bearbeiten]

NRWbahnarchiv von André Joost:

Weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Pressemitteilung vom 14. Januar 2014