Oberhausen Hauptbahnhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oberhausen Hauptbahnhof
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 14 (10 genutzt)
Abkürzung EOB
IBNR 8000286
Eröffnung 1847
Webadresse bahnhof.de
Architektonische Daten
Baustil Klassische Moderne
Architekt Schwingel und Herrmann
Lage
Stadt Oberhausen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 28′ 27″ N, 6° 51′ 13″ O51.4741666666676.8536111111111Koordinaten: 51° 28′ 27″ N, 6° 51′ 13″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i7i12i13i15i16i16i18i20

Oberhausen Hauptbahnhof ist ein Personenbahnhof in Oberhausen und ein wichtiger Verknüpfungspunkt des Schienenpersonennah- und -fernverkehrs im westlichen Ruhrgebiet und am unteren Niederrhein. Besondere Bedeutung hat der Bahnhof als Umsteigebahnhof für ICE-Verbindungen in die Niederlande (Hollandstrecke).

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht über die Bahnsteige zum Empfangsgebäude

Der Bahnhof liegt an der 1846 errichteten Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Das erste Bahnhofsgebäude am heutigen Standort – ein einfaches Fachwerkgebäude eines Umschlagbahnhofs – wurde nach dem nahe liegenden Schloss Oberhausen benannt und am 15. Mai 1847 eröffnet. Es war der erste Bahnhof auf dem Gebiet der damaligen Bürgermeisterei Borbeck; die Stadt Oberhausen existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Bahnhof diente zunächst zur Anbindung der sich entwickelnden Schwerindustrie. Der Unternehmer Franz Haniel hatte seinen Einfluss bei Regierung und Bahngesellschaft für die Anbindung der Lipper Heide an die Eisenbahn geltend gemacht. Nach der Eröffnung des Bahnhofs siedelten sich weitere Unternehmen wie die Zinkhütte Altenberg in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs an.

1850 zog die Verwaltung der sich konsolidierenden Zeche Concordia in das Bahnhofsgebäude. Bereits 1854 wurde ein aufwendigeres Empfangsgebäude errichtet. 1866 kam ein Empfangsgebäude der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft nur wenige Meter entfernt hinzu. Weitere Bahngesellschaften und neue Strecken folgten.

Bis 1880 entwickelte sich Oberhausen zu einem der wichtigsten Bahnknotenpunkte im Ruhrgebiet (zusammen mit dem Bahnhof Oberhausen West, Osterfeld war zu diesem Zeitpunkt noch unabhängig). Im Zuge der nun einsetzenden Verstaatlichung der Eisenbahnen wurde die Bündelung von Strecken und die Einrichtung von Zentralbahnhöfen möglich. Der Bergisch-Märkische und der Köln-Mindener Bahnhof wurden zusammengelegt und 1888 ein repräsentatives neues Bahnhofsgebäude mit Bahnsteigtunneln eröffnet.

1929 schlossen sich die Bürgermeistereien Sterkrade, Osterfeld und Oberhausen (heute Alt-Oberhausen) zu Groß-Oberhausen zusammen. Ursprünglich sollte alles nach Sterkrade eingemeindet werden, da Sterkrade die größte Bürgermeisterei war. Da Oberhausen gegenüber Sterkrade jedoch den besseren Bahnanschluss besaß, stand bereits vorher fest, dass dieser Zentralbahnhof der neuen Großstadt würde, sodass man sich einigte, Sterkrade und Osterfeld nach Oberhausen einzugemeinden und den Oberhausener Bahnhof zum Hauptbahnhof der Stadt auszubauen.

1930 bis 1934 wurde schließlich das heutige Bahnhofsgebäude im Stil der Klassischen Moderne erbaut. Der Oberhausener Architekt Schwingel und der Reichsbahnoberrat Karl Herrmann der Reichsbahndirektion Essen entwarfen das heutige Gebäude mit einer klaren und ruhigen kubistischen Formensprache.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof mehrfach von Bomben und Luftminen getroffen und schwer beschädigt. Die Empfangsgebäude-Halle konnte erst 1954 in stark veränderter Form wieder in Betrieb genommen werden, eine Zwischendecke war eingezogen, um im oberen Teil ein „Bali-Kino“ einzubauen, darunter entstand eine kleine Ladenpassage.

Das Relief der Drei Lebensalter im Hauptbahnhof Oberhausen
Wagon zum Transport von flüssiger Schlacke auf dem Museumsbahnsteig

Als eines der ersten Projekte der Internationalen Bauausstellung Emscherpark wurde der gesamte Hauptbahnhof Oberhausen mit seinem Umfeld ab 1993 grundsaniert und neugestaltet. Die Eingangshalle wurde weitgehend in ihrer ursprünglichen Form restauriert; das Kino mit der Ladenpassage wieder entfernt. Es erfolgte ein Rückbau der vorhandenen Gleisanlagen von 14 auf 10 Bahnsteiggleise. Der stillgelegte Postbahnanschluss wurde abgerissen und die Fläche wurde mit den ehemaligen Gleise 4 und 5 als Museumsbahnsteig des LVR-Industriemuseums Oberhausen hergerichtet. Das Relief Die drei Lebensalter von Ernst Müller Blensdorf konnte restauriert wieder im Bahnhof platziert werden. Der Personentunnel unter den Schienensträngen wurde modernisiert, verlängert und nach Westen geöffnet. Die 1997 eröffnete Zentrale des Rheinischen Industriemuseums und der westliche Stadtteil erhielten hierdurch einen direkten Zugang vom Hauptbahnhof. Zu den Baumaßnahmen gehörten ferner die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit zentralem Busterminal und die Anlage eines Park-and-ride-Parkplatzes an der Westseite.

Verkehr[Bearbeiten]

Zug Bezeichnung Linienweg Betreiber
EN 447 „Jan Kiepura“ Amsterdam – Utrecht – Arnhem – Oberhausen – Duisburg – Köln – Dortmund – Bielefeld – Berlin – Warschau (Kurswagen nach Minsk und Moskau)
CNL 457 „Kopernikus“ Amsterdam – Utrecht – Arnhem – Oberhausen – Duisburg – Köln – Dortmund – Bielefeld – Berlin – Dresden – Prag
CNL 40447 „Borealis“ Hamburg – Flensburg – København
CNL 419 „Pollux“ Amsterdam – Utrecht – Arnhem – Oberhausen – Duisburg – Köln – Koblenz – Stuttgart – München – Kufstein – Innsbruck
CNL 40419 „Pegasus“ Karlsruhe – Basel – Zürich (– Thun – Brig)

Fernverkehr[Bearbeiten]

Linie Bezeichnung Linienweg Betreiber
ICE 78 „International“ Amsterdam – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Frankfurt Flughafen Frankfurt (– Mannheim – Offenburg – Basel) DB Fernverkehr
IC 35 Norddeich Mole Münster (Westf) Wanne-Eickel – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Luxemburg
„Bodensee“ (Emden – Leer (Ostfriesl) – Münster (Westf) –) Dortmund – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Mannheim – Offenburg – Konstanz (ztw. Mannheim – Vaihingen (Enz) – Stuttgart)
IC 32 „Wörthersee“ Münster (Westf) – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Mannheim – Stuttgart – München – Salzburg – Villach – Klagenfurt
D Dortmund - Gelsenkirchen - Oberhausen - Duisburg - Düsseldorf - Köln - Bonn - Koblenz - Trier (ztw. ab Koblenz nach Eltville/Rüdesheim/Frankfurt-Höchst)

Siehe auch: Liste der Intercity-Express-Linien, Liste der Intercity-Linien

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Linie Bezeichnung Linienweg Betreiber
RE 3 Rhein-Emscher-Express Hamm (Westf) Kamen – Dortmund – Castrop-Rauxel – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf eurobahn
RE 5 Rhein-Express Emmerich – Wesel – Dinslaken – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz DB Regio NRW
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Wesel – Dinslaken – Oberhausen – Duisburg – Rheinhausen – Krefeld – Viersen – Mönchengladbach
RB 35 Der Weseler (Emmerich –) Wesel – Dinslaken – Oberhausen – Duisburg (– Düsseldorf – Köln)
RB 36 Ruhrort-Bahn OberhausenDuisburg-Meiderich Bahnhof Süd Duisburg-Ruhrort NordWestBahn
RB 44 Der Dorstener Dorsten – Gladbeck West – Bottrop – Oberhausen

S-Bahn Rhein-Ruhr[Bearbeiten]

Linie Verlauf Takt
NRW S2.svg Dortmund Hbf – Dortmund-Dorstfeld – Dortmund-Wischlingen – Dortmund-Huckarde – Dortmund-Westerfilde – Dortmund-Nette/Oestrich – Dortmund-Mengede – Castrop-Rauxel Hbf – Herne – Wanne-Eickel Hbf – Gelsenkirchen Hbf – Essen-Zollverein Nord – Essen-Altenessen – Essen-Bergeborbeck – Essen-Dellwig – Oberhausen Hbf – Duisburg Hbf 60 min
NRW S3.svg Oberhausen Hbf – Mülheim (Ruhr)-Styrum – Mülheim (Ruhr) West – Mülheim (Ruhr) Hbf – Essen-Frohnhausen – Essen West – Essen Hbf – Essen-Steele – Essen-Steele Ost – Essen-Horst – Bochum-Dahlhausen – Hattingen (Ruhr) – Hattingen (Ruhr) Mitte 20 min

Siehe auch: Liste der SPNV-Linien in Nordrhein-Westfalen

Bus- und Straßenbahnverkehr[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof bildet den wichtigsten Knoten im ÖPNV-Netz der Stadt Oberhausen. Vor dem Bahnhofsgebäude liegt der Busbahnhof, der eine Verknüpfung zwischen Schienen‑, Straßenbahn- und Busverkehr gewährleistet. An diesem Busbahnhof halten Schnellbusse, Stadtbusse und die Straßenbahn. Am Hauptbahnhof befindet sich zudem die südliche Zufahrt zur ÖPNV-Trasse.

Linie Linienverlauf Takt Mo-Fr
(HVZ)
Betreiber
SB90 Holten Markt – H.-Böll-Gesamtschule – Sterkrade Bf.Neue MitteHauptbahnhof – Ruhrpark 20 STOAG
SB91 Bero-Zentrum – Hauptbahnhof – Neue Mitte – Osterfeld Süd Bf. – BOT-ZOB Berliner Platz (– Gladbeck – GE-Buer Rathaus) 10 (20) STOAG/Vestische
SB92 Falkestraße – Harkortstraße – Osterfeld-Mitte – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Fröbelplatz 20 STOAG
SB93 Taunusstraße – Harkortstraße – Osterfeld-Mitte – Neue Mitte – Liebknechtstraße – Hauptbahnhof – DU-Obermeiderich – Fröbelplatz 20 STOAG
SB94 Sterkrade Bf. – Buschhausen – Bero-Zentrum – Hauptbahnhof – Liebknechtstraße – Hugo-Rasch-Straße 20 STOAG
SB97 Sterkrade Bf. – Buschhausen – Bero Zentrum – Hauptbahnhof - Anne Frank Realschule 20 STOAG
SB98 Falkestraße – H.-Böll-Gesamtschule – Sterkrade Bf. – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Fröbelplatz 20 STOAG
112 Neumarkt – Sterkrade Bf. – OLGA-Park – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Landwehr – MH-Styrum –MH-StadtmitteMH-Kaiserplatz 10 STOAG/MVG
122 City Forum – Hauptbahnhof – MH-Styrum – MH-Raffelberg – MH-Hbf 10 STOAG/MVG
136 E-Erbach – MH-Heißen – MH-Dümpten – Hauptbahnhof – Anne-Frank-Realschule 60 MVG
143 E-Borbeck – E-Frintrop – MH-Dümpten – Hauptbahnhof – Fröbelplatz 20 STOAG
935 Sterkrade Bf. – DU-Hamborn - DU-Neumühl - Hauptbahnhof - Anne-Frank-Realschule 60 STOAG/DVG
939 Anne Frank Realschule - HauptbahnhofDuisburg Hauptbahnhof Osteingang - DU Klinikum 60 STOAG/DVG
955 Heinrich-Böll-Gesamtschule – Sterkrade Bf. – Buschhausen – Hauptbahnhof - Alstaden – Anne-Frank-Realschule 60 STOAG
957 (Graßhofstr -) Kiebitzstrasse – Weierheide – Sterkrade Bf. – Osterfeld – Borbeck – Hauptbahnhof – Tulpenstraße 20 (Graßhofstr. Takt 60) STOAG
960 Holten Bf. – Heinrich-Böll-Gesamtschule – Hirschkamp – Königshardt – Sterkrade Bf. – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Dümpten 20 STOAG
961 Spechstraße - Osterfeld - Neue Mitte - Hauptbahnhof - Wehrstr 60 STOAG
966 Sterkrade Bf. – Schloss Oberhausen - Hauptbahnhof - Bero Zentrum 60 STOAG
976 Everslohstraße – Sterkrade Bf. – Buschhausen – Hauptbahnhof – Wehrstraße (– MH-Dümpten, Heifeskamp bzw. Dümpten) 20 STOAG/MVG
995 Anne-Frank-Realschule - Hauptbahnhof – Lirich – DU-Marxloh 60 STOAG/BVR
NE1 Hirschkamp – Schmachtendorf – Sterkrade Bf. – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Fröbelplatz 60 STOAG
NE2 Heinrich-Böll-Gesamtschule – Sterkrade Bf. – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Dümpten 60 STOAG
NE3 Sterkrade Bf – Osterfeld – Borbeck – Stadtgrenze Essen – Hauptbahnhof – Fröbelplatz 60 STOAG
NE6 Sterkrade Bf. – Tackenberg – Osterfeld – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Styrum – Ruhrpark 60 STOAG
NE11 Hauptbahnhof – Neue Mitte – E-Frintrop – Essen Hauptbahnhof 60 STOAG/EVAG
NE12 (Neumarkt – Sterkrade Bf. –) OLGA-Park – Neue Mitte – Hauptbahnhof – Landwehr – MH-Kaiserplatz 60 STOAG/MVG
NE21 Hauptbahnhof – Neue Mitte – Osterfeld Süd Bf. – BOT-ZOB Berliner Platz 60 STOAG/Vestische

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Behrends: Mit dem Bahnhof fing alles an. In: Oberhausen '98 – ein Jahrbuch, S. 34–42.
  • Klaus Martin Schmidt-Waldbauer: Hauptbahnhof Oberhausen. Vom „köstlichen Bahnhof“ zum „schönsten Bahnhof der Region“ oder der unendlich lange und langsame Wandel am Hauptbahnhof von Oberhausen. In: Abenteuer Industriestadt, Oberhausen 1874–1999. Beiträge zur Stadtgeschichte. Oberhausen 2001, S. 385–435. ISBN 3-87468-172-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberhausen Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien