Dario Cologna

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Dario Cologna Skilanglauf
Dario Cologna (2009)
Voller Name Dario Alonzo Cologna
Nation SchweizSchweiz Schweiz
Geburtstag 11. März 1986
Geburtsort Santa Maria Val MüstairSchweiz
Karriere
Beruf Sportsoldat
Verein SC Val Müstair
Nationalkader seit 2006
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 3 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Nationale Medaillen 9 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 2010 Vancouver 15 km Freistil
Gold 2014 Sotschi Skiathlon
Gold 2014 Sotschi 15 km klassisch
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 2013 Val di Fiemme Verfolgung
Silber 2013 Val di Fiemme 50 km klass. Massenst.
FIS Nordische Junioren-Ski-WM
Bronze 2006 Kranj 10 km klassisch
Gold 2007 Tarvisio 15 km Freistil
Gold 2007 Tarvisio 30 km Verfolgung
Gold 2008 Mals 30 km Freistil Massenstart
Schweizer MeisterschaftenVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
Gold 2008 Lac Retaud 20 km Verfolgung
Gold 2010 Marbach Sprint
Gold 2011 Bex 15 km Freistil
Gold 2011 Bex 20 km Verfolgung
Gold 2011 Bex Sprint
Gold 2012 Campra Sprint
Gold 2013 Lenzerheide 15 km Freistil
Gold 2014 Leysin 15 km klassisch
Gold 2014 Leysin 15 km Verfolgung
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
 Debüt im Weltcup 26. November 2006
 Weltcupsiege 12
 Gesamtweltcup 1. (2008/09, 2010/11, 2011/12)
 Sprintweltcup 6. (2011/12)
 Distanzweltcup 1. (2010/11)
 Tour de Ski 1. (2008/09, 2010/11, 2011/12)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Sprintrennnen 2 2 2
 Distanzrennen 9 11 4
 Team 1 - -
letzte Änderung: 9. Februar 2014

Dario Alonzo Cologna (* 11. März 1986 in Santa Maria Val Müstair, heute Gemeinde Val Müstair, Kanton Graubünden) ist ein Schweizer Skilangläufer. Er gewann in der Saison 2008/09 als erster Schweizer überhaupt den Gesamtweltcup im Langlauf. Bei Olympischen Spielen gewann er bisher drei Goldmedaillen, bei Weltmeisterschaften eine. Je dreimal konnte er die Tour de Ski und die Gesamtwertung des Skilanglauf-Weltcups für sich entscheiden.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Im Alter von fünf Jahren begann Cologna mit dem alpinen Skisport. Bis er 1999 zum Skilanglauf wechselte, war er des Weiteren im Radsport und im Fussball aktiv. Während seiner Jugend gewann Cologna zahlreiche Medaillen auf nationaler Ebene.

Seine Matura machte Cologna 2010 als Mitglied der Sportklasse am Hochalpinen Institut Ftan.

2004 nahm er erstmals an nordischen Juniorenweltmeisterschaften teil. Im norwegischen Stryn belegte er beim Sieg des Deutschen Franz Göring über 10 Kilometer den 24. Platz. Ein Jahr später konnte er in Rovaniemi über die gleiche Distanz den 23. Platz und in der Verfolgung den 29. Platz erkämpfen. Seine erste internationale Medaille gewann Cologna bei den nordischen Juniorenweltmeisterschaften 2006 in Kranj. Beim Sieg des Titelverteidigers Petter Northug gewann er hinter Martin Jaks die Bronzemedaille über 10 Kilometer klassisch. Im Verfolgungswettbewerb belegte er den 22. Platz.

In der Saison 2006/07 gelangen Cologna vier Podiumsplatzierungen im Skilanglauf-Continentalcup Alpencup (OPA-Cup). Darunter auch ein Sieg im österreichischen Obertilliach über 10 Kilometer Freistil. Am Ende der Saison gewann er die Gesamtwertung des Alpen Cups mit deutlichem Vorsprung. Diese guten Resultate ermöglichten es ihm, im Skilanglauf-Weltcup zu starten. So gelang es ihm, zum Saisonabschluss im schwedischen Falun im Verfolgungswettbewerb als 25. seine ersten Weltcuppunkte zu erkämpfen. Bei den U23-Junioren-Weltmeisterschaften in Tarvisio siegte Cologna im Verfolgungswettbewerb vor seinem Landsmann Curdin Perl. Auch über die 15 Kilometer Freistil war er nicht zu schlagen und gewann seine zweite Goldmedaille. In dieser Saison konnte er des Weiteren den Engadin Skimarathon gewinnen und wurde mit einem Sieg über 50 Kilometer klassisch erstmals Schweizer Meister im Seniorenbereich.

Nach mässigem Start in die Saison 2007/08 gelang es Cologna, sich im Seniorenbereich zu etablieren. Im russischen Rybinsk gelang ihm mit Platz acht über 30 Kilometer Freistil erstmals der Sprung unter die Top-Ten in einem Weltcup-Wettbewerb. Dies gelang ihm auch in Otepää und Liberec. Beim Weltcupfinale in Bormio erkämpfte er sich mit Platz vier im Prolog über 3,3 Kilometer Freistil sein bestes Saisonergebnis. Bei den U23-Junioren-Weltmeisterschaften in Mals gewann Cologna seine dritte U23 Goldmedaille mit einem Sieg über die 30 Kilometer Freistil.

Cologna in Trondheim (2009)

In den ersten sechs Einzelwertungen der Weltcupsaison 2008/09 klassierte sich Cologna als einziger Läufer immer in den Punkterängen, darunter dreimal in den Top-Ten. Am 14. Dezember 2008 übernahm er als erster Schweizer Langläufer überhaupt die Führung im Gesamtweltcup. Darauf folgte, wiederum als erster Schweizer Langläufer, der Gesamtsieg der Tour de Ski.

Am 22. März 2009 wurde Cologna als erster Schweizer Langläufer und jüngster Langläufer seit 25 Jahren Gesamtweltcupsieger. Ausserdem entschied er die Gesamtwertung für die vier Rennen des Weltcup-Finals für sich. Am 15. Februar 2010 wurde er in Vancouver Olympiasieger über 15 km Freistil. Seit der Bronzemedaille 1988 in Calgary von Andi Grünenfelder über 50 km war dies die erste Schweizer Langlaufmedaille an Olympia. Ausserdem ist er damit der bisher einzige Schweizer Langläufer, der an Olympischen Spielen ganz zuoberst auf dem Podest stand.

Am 28. Februar 2010 war Cologna über 50 km auf bestem Weg, sich seine zweite olympische Medaille zu sichern. Der Schweizer stürzte allerdings in der letzten Kurve 200 m vor dem Ziel wegen einer tückischen Eisplatte und fiel dadurch auf Rang zehn zurück. Zwei Wochen später entschied er zum zweiten Mal nach 2007 den Engadin Skimarathon für sich. Im Gesamtweltcup belegte er beim Sieg des Norwegers Petter Northug einen vierten Platz. Die gleiche Platzierung erreichte er im Distanzweltcup.

In der nacholympischen Saison 2010/11 gelang es Cologna, an vorangegangene Erfolge anzuknüpfen. Am 9. Januar 2011 gewann er nach drei Etappenerfolgen zum zweiten Mal die Tour de Ski vor Petter Northug und dem tschechischen Vorjahressieger Lukáš Bauer. Bei der Weltmeisterschaft 2011 kam er jedoch nicht über einen neunten Platz hinaus. Auch in der Saison 2011/12 gewann Cologna die Tour de Ski, vor Marcus Hellner und Petter Northug. Die Gesamtwertung entschied er zum insgesamt dritten Mal und mit deutlichem Vorsprung für sich. Im Januar 2013 wurde er zum Schweizer des Jahres 2012 gewählt.

Bei der Tour de Ski 2012/2013, die erstmals auch in seiner Heimat, dem Val Müstair, Halt machte, belegte Cologna hinter Alexander Legkow den zweiten Platz. Beim Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft 2013 im Val di Fiemme, sicherte er sich am 23. Februar 2013 mit dem Sieg im 30-km-Verfolgungsrennen erstmals einen Weltmeistertitel. Am 3. März kam die Silbermedaille über 50 km hinzu. Im Dezember wurde er zum Schweizer Sportler des Jahres 2013 gewählt.

Cologna erlitt bei der Vorbereitung auf die Olympiasaison 2013/14 einen empfindlichen Rückschlag, als er am 11. November 2013 beim Joggen mehrere Bänderrisse im rechten Fussgelenk erlitt. Er wurde umgehend operiert und stand nach fünf Wochen bereits wieder auf Skiern. Cologna verzichtete auf den Start bei der Tour de Ski und widmete sich dem gezielten Aufbautraining. Den ersten wettkampfmässigen Einsatz nach der Verletzung hatte er am 10. Januar beim Continental Cup in Chamonix. Nachdem er zwei Schweizer Meistertitel errungen hatte, kehrte er am 1. Februar in Toblach in den Weltcup zurück und klassierte sich über 15 km klassisch sogleich als Zweiter. Beim ersten Rennen der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, dem Verfolgungsrennen über 30 km, gewann Cologna zum zweiten Mal eine olympische Goldmedaille.[1][2] Seinen dritten Olympiasieg feierte er anschließend beim Rennen über 15 km im klassischen Stil. Im Teamsprint, welchen er mit seinem jüngeren Bruder Gian-Luca bestritt, erreichte er den Final und klassierte sich auf dem fünften Schlussrang.

Erfolge[Bearbeiten]

Cologna während der Tour de Ski 2009/2010
Weltcup, Einzel (11)
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 27. Dezember 2008

4. Januar 2009
DeutschlandDeutschland Oberhof
TschechienTschechien Prag
TschechienTschechien Nové Město na Moravě
ItalienItalien Val di Fiemme
FIS.svg Tour de Ski - Gesamtwertung
2. 18.–22. März 2009 SchwedenSchweden Stockholm
SchwedenSchweden Falun
FIS.svg Weltcup-Finale - Gesamtwertung
3. 31. Dezember 2010

9. Januar 2011
DeutschlandDeutschland Oberhof
DeutschlandDeutschland Oberstdorf
ItalienItalien Toblach
ItalienItalien Val di Fiemme
FIS.svg Tour de Ski - Gesamtwertung
4. 12. März 2011 FinnlandFinnland Lahti 2x10 km Verfolgung
5. 18. Dezember 2011 SlowenienSlowenien Rogla 1,2 km Sprint Freistil
6. 29. Dezember 2011

8. Januar 2012
DeutschlandDeutschland Oberhof
DeutschlandDeutschland Oberstdorf
ItalienItalien Toblach
ItalienItalien Val di Fiemme
FIS.svg Tour de Ski - Gesamtwertung
7. 21. Januar 2012 EstlandEstland Otepää 1,4 km Sprint klassisch
8. 22. Januar 2012 EstlandEstland Otepää 15 km klassisch Einzel
9. 3. März 2012 FinnlandFinnland Lahti 2x15 km Skiathlon
10. 14.–18. März 2012 SchwedenSchweden Stockholm
SchwedenSchweden Falun
FIS.svg Weltcup-Finale - Gesamtwertung
11. 2. Februar 2013 RusslandRussland Sotschi 2x15 km Skiathlon
Weltcupetappen (8)
Nr. Datum Ort Disziplin Rennen
1. 28. Dezember 2008 DeutschlandDeutschland Oberhof 15 km klassisch Verfolgung Tour de Ski 2008/2009
2. 21. März 2009 SchwedenSchweden Falun 2x10 km Verfolgung Weltcup-Finale 2009
3. 19. März 2010 SchwedenSchweden Falun 3,3 km klassisch Prolog Weltcup-Finale 2010
4. 27. November 2010 FinnlandFinnland Kuusamo 10 km klassisch Einzel Nordic Opening 2010
5. 1. Januar 2011 DeutschlandDeutschland Oberhof 15 km klassisch Verfolgung Tour de Ski 2010/2011
6. 6. Januar 2011 ItalienItalien Toblach 35 km Freistil Verfolgung Tour de Ski 2010/2011
7. 5. Januar 2012 ItalienItalien Toblach 35 km Freistil Verfolgung Tour de Ski 2011/2012
8. 17. März 2012 SchwedenSchweden Falun 15 km klassisch Massenstart Weltcup-Finale 2012
Weltcup, Team (1)
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 19. Dezember 2010 FrankreichFrankreich La Clusaz 4x10 km Staffel1

1 mit Toni Livers, Remo Fischer und Curdin Perl

Olympische Spiele
  • 2010 Vancouver: Gold über 15 km Freistil
  • 2014 Sotschi: Gold über 30 km Skiathlon
  • 2014 Sotschi: Gold über 15 km klassisch
Weltmeisterschaften
  • 2013 Val di Fiemme: 2x15 km Skiathlon
Sonstige Rennen
  • 2007 und 2010: Engadin Skimarathon

Sonstiges[Bearbeiten]

Seit 2010 trägt ein Zug der Rhätischen Bahn, der RhB ABe 8/12 3504, den Namen Dario Cologna.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franziska Burkhard: Vom Bänderriss zu Gold in drei Monaten. 20 Minuten, 9. Februar 2014, abgerufen am 10. Februar 2014.
  2. Ein unglaubliches Comeback. Neue Zürcher Zeitung, 9. Februar 2014, abgerufen am 10. Februar 2014.
  3. Cologna und Janka zieren RhB-Triebzüge «Allegra»

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dario Cologna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien