Apostrophitis

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Kombination von falscher Verwendung des Apostrophs mit falschem Apostrophzeichen (Akut statt Apostroph-Zeichen) und Leerzeichen im Kompositum
Falsche Apostrophsetzung und Leerzeichen im Kompositum auf einem Supermarktschild

Apostrophitis oder Apostrophenwahn ist eine polemische Bezeichnung von Sprachkritikern und Sprachpflegern für die normwidrige Verwendung des Apostrophs aus der Zeit zwischen den Rechtschreibreformen (1996–2006). Den auf solche Weise falsch gesetzten Apostroph bezeichnen manche Sprachkritiker auch als Deppenapostroph oder Idiotenapostroph. Die griechische Endung -itis (-ίτις) bezeichnet im ursprünglichen medizinischen Sprachgebrauch eine Entzündung und transportiert hier, wie oftmals in der Umgangssprache, die Wertung, es handele sich um „krankhaftes“ Verhalten.

Historie[Bearbeiten]

Titelblatt des Buches „Goethe’s Werke“ aus dem Jahr 1827 – damals übliche und korrekte Schreibweise mit Genitivapostroph.

Die Verwendung des Apostrophs in der deutschen Sprache hatte sich im Lauf der Geschichte mehrfach geändert und eine Auseinandersetzung in Öffentlichkeit und Fachkreisen über die korrekte Verwendung des Apostrophs ist kein neues Phänomen.[1][2]

Verwendung vor dem Ende des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Verwendet wurde der Apostroph in seiner Geschichte seit dem 16./ 17. Jahrhundert vielfältig als Auslassungszeichen und zur Markierung des Wortstammes, z.B. bei Zusammenziehungen oder einem angehängten Genitiv-s.[1] Beispielsweise war im 19. Jahrhundert der Genitivapostroph vor dem Genitiv-s bei Eigennamen noch eine übliche und gelehrte Schreibweise[3], z.B. in Johann Christian August Heyses "Lehrbuch der deutschen Sprache"[4]:

„Nöthig ist der Apostroph […] bei Eigennamen im Genitiv, und in den von Eigennamen hergeleiteten Adjectiven, um den wahren Namen im Nominativ desto sicherer zu unterscheiden. Z.B. Cicero’s Werke, Göthe’s Schriften, die Hahn’sche Hofbuchhandlung.“

Heyse 1827; 16. Abschnitt: Die Zeichensetzung. 16. Der Apostroph

Auch zur Verdeutlichung des Wortstammes, besonders bei Fremdwörtern, gab es eine Akzeptanz der Plural-Apostroph-Verwendung: „Salzmann’s sind verreist, von Schulze’s ging ich zu Stolberg’s“ sowie „die Papa’s, die Uhu’s, die Kadi’s, die Motto’s“.[1]

Restriktivere Verwendung zum Ende des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, auch mit dem Wandel des Wissenschaftsparadigmas der Sprachforschung von Deskriptive Linguistik zu mehr präskriptiver/normativer Linuguistik, setzte sich eine apostroph-kritische Position allmählich durch. Beispielsweise sprachen sich Jacob Grimm als auch Konrad Duden gegen den Genitiv-Apostroph aus.[2] So wurde 1893 in der durch Otto Lyon überarbeiteten Auflage des Heyse'schen Lehrbuchs die Verwendung des Genitiv-Apostroph bei Eigennamen nicht mehr gefordert und nur noch für Namen, die auf 's' endeten, gutgeheißen.[5] Mit der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 wurde diese Verwendungsweise endgültig für regelwidrig erklärt. Wachsende Vereinheitlichung der deutschen Sprache, auch durch die normative Macht des Dudens - der erstmals 1880 erschien - förderte die restriktive Verwendung des Apostrophen (bis auf wenige Ausnahmen) als Auslassungszeichen.[6]

Jedoch sind in allen Epochen des 20. Jahrhunderts noch viele Fälle des nunmehr fehlerhaften Apostrophgebrauchs belegt: Wer vor 1901 Schreiben gelernt hatte, verwendete häufig weiterhin den Apostroph. So setzte auch Thomas Mann bei Substantiven, die auf Vokal auslauten, regelmäßig den Genitiv-Apostroph: Baron Harry’s[7], Johnny’s, Erika’s. Auch in den Nietzsche'schen Werken lässt sich eine umfangreiche Nutzung von Genitiv-Apostrophen finden.[8][9]

Auch am 24. Januar 1945 hatte die erste nach der Befreiung durch die Alliierten erschienene Ausgabe einer deutschen Zeitung, die Aachener Nachrichten, noch einen Genitiv-Apostroph in der Titelschlagzeile Alliierte Flugzeuge zerschlagen Rundstedt’s Rückzugskolonnen.

Rechtschreibreform am Ende des 20. Jahrhunderts mit Auflockerung[Bearbeiten]

Mit der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 wurde der gelegentliche Gebrauch des Apostrophs zur Verdeutlichung der Stammform wieder möglich, wenn er die Grundform eines Personennamens vor der Genitivendung -s oder dem Adjektiv-Suffix -sch verdeutlicht. Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung führt dazu die Beispiele Carlo’s Taverne und Einstein’sche Relativitätstheorie auf (§ 97 E).[10] Der Duden nennt weitere Beispiele, u. a. Andrea’s Blumenecke; diese Schreibweise soll verdeutlichen, dass die Grundform des Namens „Andrea“, nicht „Andreas“ ist.[11] Die Unterscheidung wurde vor der Rechtschreibreform nur über den Stammformapostroph vorgenommen: Andreas Blumenecke (die Blumenecke von Andrea) bzw. Andreas’ Blumenecke (die von Andreas). Der Duden hat auch das zusätzliche Beispiel Willi’s Würstchenbude, welches die Verwechslungsgefahr mit dem englischen Namen Willis demonstriert.

Kritik zum Ende des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

In der Folge kam es Ende des 20. Jahrhunderts und am Beginn des 21. Jahrhunderts zu Diskussionen in der Öffentlichkeit über die Apostrophverwendung, möglicherweise als Teil eines prinzipiellen Diskurses um die Rechtschreibreform als auch motiviert von prinzipiellen Sprachpflegebemühungen gegen das „Denglish“. Ein Teil der Öffentlichkeit und der öffentlichen Medien monierte unter den polemischen Begrifflichkeiten „Apostrophitis, Deppenapostroph[12]“ eine als um sich greifend wahrgenommene exzessive Verwendung des Apostrophs jenseits der Regeln der traditionellen deutschen Rechtschreibung. Besonders auf Schildern im öffentlichen Raum wurden diese negativ wahrgenommen und kritisiert. Viele Kritiker führten als Ursache den Einfluss der englischen Sprache an und bei den Verwendern wurde eine Überanpassung angenommen.

Beschreibung der Apostrophitis[Bearbeiten]

Der englische Genitiv als Ausnahme im Deutschen[Bearbeiten]

Der englische Genitiv Singular wird durch das Anhängen eines durch Apostroph vom Wortstamm getrennten s gebildet. Ein englischer Unternehmensname besteht gelegentlich aus einem bloßen Genitiv, wie beispielsweise McDonald’s. Dies ist eine im Englischen übliche Ellipse, eine Verkürzung des längeren McDonald’s restaurant oder McDonald’s corporation. So heißt es auch üblicherweise im Englischen: “I am going to the butcher’s” (wörtlich: „Ich gehe zu des Fleischers“), das eigentliche Substantiv, der „Laden“, wird lediglich mitgedacht.

Einige deutsche Restaurants orientieren sich bei ihrer eigenen Namensgebung an der englischen Schreibweise – wissend oder unwissend, dass die Genitivbildung mit Apostroph-s nicht den deutschen Rechtschreibregeln entspricht. Dabei handelt es sich oft um eine Form der Überanpassung, wie sie sich auch in Leerzeichen in Komposita zeigt.

Auch die englische Sprache kennt das Problem der falsch gesetzten Apostrophe. Dort ist es meist das Plural-s, das zur Setzung eines Apostrophs verleitet, da es ausgesprochen wie ein Genitiv-s klingt, dort bekannt als "greengrocers' apostrophe".[13]

Vor dem 19. Jahrhundert war es im Englischen (wie auch im Deutschen[1]) noch üblich, den Plural von Substantiven mit fremdem Wortklang (banana’s, pasta’s, ouzo’s) mit einem Apostroph zu bilden, um die Aussprache zu verdeutlichen; dies wird heute in der englischen formalen Schriftsprache aber nicht mehr als korrekt angesehen.[14] Der Pluralapostroph existiert jedoch z.B. noch in der modernen niederländischen Sprache, zusammen mit dem Genitiv-Apostroph für einige Vokalenden[15], und wird von Bastian Sick in seiner Zwiebelfisch-Kolumne halbernst als weitere mögliche Quelle für die deutsche Apostrophitis genannt.[16]

Imperativ, der nie einen Apostroph benötigt; verwendet wurde der typografisch falsche Gravis

Das falsche Auslassungszeichen[Bearbeiten]

Verbreitet wird der Apostroph auch als Auslassungszeichen verwendet, wo es gar keine Auslassung gibt, oder in Wörtern, die bereits immer zusammengewachsen waren. Sehr verbreitet ist „für’s“ statt „fürs“, das sich aus für und das zusammensetzt. Obwohl dies auch für „in das“ gilt, findet man dagegen kaum ein „in’s“. Dies gilt auch für „ans“ und „durchs“.

Bei Imperativen, die mit oder ohne e geschrieben werden können (Gehe! oder Geh!), findet man auch häufig einen vermeintlichen Auslassungsapostroph (Geh’!). Richtig ist er allerdings nur bei wirklichen Auslassungen (ich geh’ heut’).

Der „Plural-Apostroph“[Bearbeiten]

Mit einem Akut (hier war vermutlich ein Apostroph beabsichtigt) abgetrenntes „s“, das aber weder einen Plural noch einen Genitiv kennzeichnet, sondern Bestandteil des Nominativs SingularKochklops“ ist.

Seltener ist die fehlerhafte Verwendung des Apostrophs zur Bildung des Plurals englischer oder aus dem Englischen übernommener Wörter mit Hilfe des „Plural-s“. Beispiele wären Klick’s statt korrekterweise Klicks oder auch (in Mehrzahl gemeinte) Kid’s oder Hit’s. Öfter ist das Anhängsel „’s“ dagegen bei falsch pluralisierten Abkürzungen wie Lkw’s, CD’s, DVD’s etc. zu finden.

Rezeption und Diskurs[Bearbeiten]

Die Neuregelung der Rechtschreibung von 1996, die wieder eine weitergehende Verwendung des Apostrophs für einige Fälle als Genitivapostroph zuließ, um die Stammform anzuzeigen, stieß in der Presse auf Kritik, entfachte Diskussionen[17] und wurde beispielsweise als „Sieg des Deppenapostrophs“ kritisch kommentiert.[18] Mitunter wird falsche Apostrophsetzung als sich ausbreitendes „Virus“ beschrieben.[19][20][21] Einige Kritiker des zusätzlichen Apostrophs sind der Meinung, dass er die Lesegeschwindigkeit verringere und dass er das Überfliegen von Texten erschwere, da die Aufmerksamkeit von den sinntragenden Wörtern weg zu sinnarmen Syntaxzeichen hingelenkt werde. Zudem führe das Herausragen aus den Buchstabenzeilen und der zusätzliche Leerraum zwischen den Buchstaben zu einem unruhigeren, zerrissenen Schriftbild.

Jedoch, im Diskurs äußerten sich auch Linguisten, die einen Nutzen im Genitivapostroph sehen und diesen als „netten Apostroph“ titulieren: „Die Abtrennung des s erleichtert dem Leser das schnellere Verständnis“.[22] Der Linguist Anatol Stefanowitsch hebt den Nutzen einer weitergehenden Apostrophverwendung zur Markierung der Wortstamm-Grenzen hervor, „wo sonst Verwirrung bezüglich dieser Grenze entstehen könnte“.[23]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falsch gesetzte Apostrophe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Michael Mann: Der Apostroph in der Diskussion: Ein Beitrag zur Debatte um ein umstrittenes Zeichen. - Zur Verwendung des Apostrophs vom 17. Jahrhundert bis heute. (pdf) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 23. Januar 2009. Abgerufen am 28. Dezember 2014.
  2. a b Camenzind Samuel: Der Apostroph. In: Seminar: Graphematik und Deutsches Seminar Orthographie. Universität Zürich. 31. Oktober 2005. Abgerufen am 29. Dezember 2014.
  3. Alles nur Deppen? Ein Wort über den Genitiv-Apostroph. cbuecherkiste.de. 25. März 2009. Abgerufen am 27. Dezember 2014.
  4. Ausführliches Lehrbuch der deutschen Sprache Johann Christian August Heyse (1838)
  5. Dr. Joh. Christ. Aug. Heyses deutsche Grammatik. oder Lehrbuch der deutschen Sprache. 25. Aufl. der Schulgrammatik Heyses. von Johann Christian August Heyse, Vollständig umgearb. von Otto Lyon.
  6. Seite 18 aus Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Erste Auflage 1880 von Konrad Duden: nur noch Genitivapostrophe für Wörter die auf einen S-Laut oder "sch" enden.
  7. Aber der Avantageur schwamm und schwebte, wenn es erlaubt ist, Baron Harry's Redewendung in übertragener Bedeutung zu gebrauchen. aus Ein Glück von Thomas Mann (1904)
  8. Anatol Stefanowitsch: Apostrophenschutz. Bremer Sprachblog - Institut für allgemeine und angewandte Sprachwissenschaft. 27. April 2007. Abgerufen am 28. Dezember 2014: „In Friedrich Nietzsches Briefen und Notizen beispielsweise finden sich hunderte von Genitiv-Apostrophen:[…] Aufs Kind die Hände prüfend legen Und schauen ob es Vater’s Art — Wer weiss? (Menschliches, Allzumenschliches I/Nachgelassene Fragmente)
  9. Nietzsche's Werke, I - 024.jpg aus "Nietzsche's Werke, Band I: Die Geburt der Tragödie. Unzeitgemässe Betrachtungen", Seite 9 (1905).
  10. Apostroph Seite 92, Deutsche Rechtschreibung Regeln und Wörterverzeichnis - Amtliche Regelung (2004)
  11.  Duden, Band 1: Die deutsche Rechtschreibung. 21. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 1996, Richtlinien zur Rechtschreibung, Zeichensetzung und Formenlehre in alphabetischer Reihenfolge, S. 25.
  12. google trends
  13. Michael Quinion: Possessive Apostrophes: The greengrocer's speciality. Abgerufen am 10. Oktober 2011.
  14. Lynne Truss: Eats, Shoots & Leaves. S. 63–65.
  15. Zoff um den Apostroph von Alexandra Kleijn (2013-05-13)
  16. Apostroph's: Post an den Zwiebelfisch - Wer hat Schuld an der Apostrophitis? Die Ossis? Die Wessis? Die Amis und die Briten? Oder sind's am Ende gar die Niederländer? "Das mit dem Plural-Apostroph könnte auch aus den Niederlanden rübergeschwappt sein. Hier ist's sprachlich üblich, öfter mal nach a, o und u das Plural-s mit Apostroph abzutrennen: paraplu's, auto's, buro's met vier la's, kado's - das sind Regenschirme, Autos, Schreibtische mit vier Schubladen und Geschenke.[...] Antwort vom "Zwiebelfisch": Es stimmt, dass die Niederländer gerne das Plural-s apostrophieren." "Zwiebelfisch" von Bastian Sick (2004-01-28)
  17. Bastian Sick: Der antastbare Name. 21. Juni 2005
  18. Der Deutschlandfunk zum „Sieg des Deppenapostrophs“: Schluss mit lustig - Der Duden lässt das (sic) Deppen-Apostroph zu von Burkhard Müller-Ullrich (10.08.2006)
  19.  Jochen Bölsche: Überall Fliegendreck. In: Der Spiegel. Nr. 26/2000, 26. Juni 2000, S. 118 (Artikel online auf Spiegel Online, abgerufen am 22. August 2011).
  20.  Friedrich W. Würfl: Deutsch am Abgrund – Die Leiden eines Korrektors. Hierophant, Heppenheim 2008, ISBN 978-3-940868-29-9.
  21.  Friedrich W. Würfl: Apostrophitis – ein Virus breitet sich aus. In: Deutsch am Abgrund – Die Leiden eines Korrektors. Hierophant, Heppenheim 2008, ISBN 978-3-940868-29-9, S. 31ff. (Online bei Google Books).
  22. Astrid Herbold: Zur Zukunft des Genitivs „Die Augen meines Hund“. Der Tagesspiegel. 26. Mai 2014. Abgerufen am 28. Dezember 2014: „"Andi's Grillstube": Der Linguist spricht vom "netten Apostroph" [...] „Bei Namen und Fremdwörtern ist wichtig, dass der Adressat versteht, um welches Wort es sich überhaupt handelt. Ein Genitiv-s könnte das verkomplizieren. Es ist also hörerfreundlicher, das s wegzulassen.“ Auch den sogenannten Deppenapostroph („Andi’s Grillstube“) findet Simon in diesem Zusammenhang nützlich. Die Abtrennung des s erleichtert dem Leser das schnellere Verständnis. „Man könnte den Deppenapostroph daher auch als ‚netten Apostroph’ bezeichnen“, meint der Linguist.
  23. Anatol Stefanowitsch: Apostrophenschutz. Bremer Sprachblog - Institut für allgemeine und angewandte Sprachwissenschaft. 27. April 2007. Abgerufen am 28. Dezember 2014: „Als Sprachwissenschaftler finde ich die normabweichenden Apostrophe aber eher interessant als lustig. Sie haben nämlich mit wenigen Ausnahmen alle eines gemeinsam: Sie markieren Wortstamm-Grenzen und sie tun es häufig dort, wo sonst Verwirrung bezüglich dieser Grenze entstehen könnte. Das haben bereits im 19. Jahrhundert deskriptiv orientierte Grammatiker erkannt, sie konnten sich mit dieser Einsicht aber gegen den aufkommenden Apostrophenhass nicht durchsetzen.