James Bond 007 – Der Hauch des Todes

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Filmdaten
Deutscher Titel James Bond 007 – Der Hauch des Todes
Originaltitel The Living Daylights
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Produktionsland Vereinigtes Königreich, Österreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Glen
Drehbuch Richard Maibaum,
Michael G. Wilson
nach Ian Fleming
Produktion Albert R. Broccoli,
Michael G. Wilson,
Barbara Broccoli,
Tom Pevsner
Musik John Barry
Titelsong: a-ha
Kamera Alec Mills
Schnitt Peter Davies,
John Grover
Besetzung

James Bond 007 – Der Hauch des Todes (engl. Originaltitel: The Living Daylights) ist der 15. James Bond-Film. Bond wird in diesem Film zum ersten Mal von Timothy Dalton gespielt. Der Film startete am 13. August 1987 in den bundesdeutschen Kinos.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

James Bond und zwei weitere Doppel-Null-Agenten (002 und 004) sollen auf Gibraltar in einer Übung versuchen, ein neues britisches Radar-System zu überwinden. Die Soldaten auf dem Militärstützpunkt sind informiert und sollen nur mit Paintball-Waffen feuern. Jedoch wird einer der Agenten tatsächlich getötet, und man findet lediglich den Hinweis Smiert Spionom (russisch für Tod den Spionen, wie Bond im Verlauf des Films erläutert).

Nach diesem Missgeschick wird Bond nach Bratislava beordert. Dort soll er zusammen mit seinem Kollegen Saunders dem KGB-General Georgi Koskov zur Flucht über die österreichische Grenze in den Westen verhelfen. Koskov befürchtet, dass ein Scharfschütze des KGB auf ihn angesetzt ist, der sich jedoch als die junge Cellistin Kara Milovy entpuppt – wie Bond später erfährt, ist sie Koskovs Freundin. Koskov übermittelt M und anderen Mitarbeitern des Geheimdienstes die Information, dass der neue Leiter der Spionage-Abteilung des KGB, General Leonid Pushkin, den alten Plan Smiert Spionom wiedererweckt hat und verfügt auch über eine Liste der Agenten, die getötet werden sollen. Ziel des Planes sei es, die Großmächte gegeneinander auszuspielen und so einen Krieg zu provozieren. Koskov wird zunächst vom MI6 erfolgreich über die tschechoslowakische Grenze und nach England gebracht. Kurze Zeit später wird Koskov aus einer Einrichtung des britischen Geheimdienstes offenbar entführt und zurückgebracht.

Bei seinen Ermittlungen stellt Bond jedoch Unstimmigkeiten zwischen Koskovs Angaben und den Fakten fest. Er holt zunächst Kara Milovy nach Wien und stellt – mit Hilfe von Saunders – fest, dass Koskov offensichtlich mit dem in Tanger lebenden Waffenhändler Brad Whitaker zusammenarbeitet, um mit KGB-Geld Opium zu kaufen. In Tanger inszeniert er mit Pushkin zusammen dessen Tod, um Koskov in Sicherheit zu wiegen. Doch währenddessen hat Kara, die immer noch in Koskov verliebt ist, sich mit ihm in Verbindung gesetzt. Kara und Bond werden von Koskov auf einen russischen Stützpunkt in Afghanistan gebracht, von dem sie jedoch fliehen können. Bond befreit dabei auch Kamran Shah, einen stellvertretenden Kommandanten der Mudschahidin. Gemeinsam mit Shahs Männern vernichtet er die Opium-Lieferung und kehrt schließlich nach Tanger zurück, wo er Whitaker tötet und Koskov von General Pushkin verhaftet wird.

[Bearbeiten] Titel

Der Film trägt im englischen Original denselben Namen wie eine Kurzgeschichte Ian Flemings. Die erste Viertelstunde des Films basiert auf dieser Kurzgeschichte, der Rest ist ein Original-Screenplay.

Der deutsche Titel scheint nach der bis dato einzigen Ausnahme In tödlicher Mission („For Your Eyes Only“) wieder keine Übersetzung des Originaltitels („The Living Daylights“) zu sein. Allerdings wird dieser einzig im Satz Timothy Daltons „I must have scared the living daylights out of her“ (über seine Verletzung Karas) verwendet, was soviel wie „Ich habe sie zu Tode erschreckt“ bedeutet. Also kann man den deutschen Titel zumindest als Übersetzungsversuch im weitesten Sinne ansehen, weil sie dabei „den Hauch des Todes“ gespürt habe.

[Bearbeiten] Gadgets

Aston Martin V8 Saloon als Ausstellungsstück
  • Aston Martin V8 Saloon mit verschiedenen Gadgets. Zum Einsatz kommt ein Laser (analog zum Reifenschlitzer aus dem Film Goldfinger), der ein tschechoslowakisches Polizeiauto absägt, sowie zwei Raketen, die über ein Head-Up-Display gesteuert werden, Spikes an den Reifen, ein Raketenantrieb und ausfahrbare Kufen an den Seiten.
  • Schlüsselanhänger mit integriertem Gasauslöser und Bombe sowie Universalschlüssel.
  • Im Laboratorium von Q wird ein Gadget vorgestellt, das für die Amerikaner entwickelt wurde. Dieses Gerät, genannt „Ghetto Blaster“, ist als Radio getarnt und beherbergt einen Raketenwerfer.
  • Außerdem wird noch eine Sitzbank vorgestellt, welche sich drehen lässt und somit einen Menschen im Inneren verschwinden lassen kann.
  • In Bratislava benutzt Bond ein Scharfschützengewehr der Marke Walther WA 2000. Bei diesem Gewehr handelt es sich um ein von der Firma Carl Walther GmbH entworfenes halbautomatisches Präzisionsgewehr. Von diesem Gewehr wurden laut Earl J. Sheehan, Präsident des amerikanischen Walther-Ablegers, nur 176 Exemplare produziert.

[Bearbeiten] Charaktere

[Bearbeiten] Neubesetzung der Titelfigur

Nachdem Roger Moore angekündigt hatte, im Anschluss an Im Angesicht des Todes (1985) keinen weiteren Bond-Film mehr zu drehen, begann die Suche nach einem Nachfolger. Produzent Albert R. Broccoli hatte bereits Timothy Dalton ins Auge gefasst, der jedoch anderweitig verpflichtet war – obwohl er die Rolle gern angenommen hätte. Die nächste Option war der neuseeländische Schauspieler Sam Neill. Nachdem diese Möglichkeit nicht wahrgenommen wurde, erkundigte man sich bei Pierce Brosnan nach dessen Interesse an der Rolle. Der Vertrag war schon unterschrieben, als kurzfristig noch einige Folgen der Serie Remington Steele nachgedreht werden mussten. Zu diesem Zeitpunkt war der Drehplan bereits so weit nach hinten geschoben worden, dass Timothy Dalton wieder zur Verfügung stand und die Rolle schließlich bekam.

[Bearbeiten] Weitere Charaktere

Walter Gotell hat seinen siebten und letzten Auftritt in der James-Bond-Reihe, davon sechsmal als der russische General Anatol Gogol (in Liebesgrüße aus Moskau spielte er Morzeny). Die letzte Klappe gab es auch für Geoffrey Keen. Er spielte sechsmal den distinguierten britischen Verteidigungsminister Sir Frederic Gray.

[Bearbeiten] Dreharbeiten

Die Dreharbeiten zu Der Hauch des Todes begannen am 29. September 1986 in den englischen Pinewood Studios und wurden in Marokko, Gibraltar und Österreich fortgesetzt. Die ersten Minuten von Der Hauch des Todes sind wie die gleichnamige Kurzgeschichte von Ian Fleming, die im Februar des Jahres 1962 in der ersten Ausgabe des Magazins der Londoner Sunday Times erschien. Bond soll einen Scharfschützen liquidieren, der sich dann als wunderschöne, von Maryam d’Abo gespielte Cellistin herausstellt.

[Bearbeiten] Dreharbeiten in Wien

Der Gasometer in Wien diente als Drehort

Ein Teil dieses Bond-Films spielte in Wien, und da es bereits im Vorfeld der Dreharbeiten Probleme mit den Drehgenehmigungen für Bratislava gegeben hatte, drehte man auch die dort spielenden Szenen in Wien. Regisseur John Glen, der als 17-Jähriger im Team des Films Der dritte Mann mitgearbeitet hatte, sorgte als Hommage an diesen Film für die Szene am Wiener Riesenrad. Der damalige Bürgermeister von Wien, Helmut Zilk, hatte bereits im Vorfeld seine Unterstützung bei den Dreharbeiten angeboten: sollte es notwendig sein, könne das Team „auch die U-Bahn in die Luft sprengen“, meinte er mit einem Augenzwinkern.

Die Einführung der Charaktere der tschechoslowakischen Cellistin und des Überläufers finden in der Handlung rund um die Oper von Bratislava statt, die Dreharbeiten nutzen für die Außenaufnahmen die Wiener Volksoper, die aufgrund ihrer Eckfassade gut erkennbar ist. Eine Szene mit der Flucht per Reise durch eine Gas-Pipeline von Bratislava nach Wien findet ihr Ende in einem Gasometer an der slowakisch-österreichischen Grenze, wo Georgi Koskov in einen Harrier Senkrechtstarter steigt, und durch das sich öffnende Dach des Gasometers abhebt. Die Innenaufnahmen für den Konzertsaal in Wien fanden im Schlosstheater Schönbrunn statt.

Der Wiener Prater (auf dem Bond und Kara eine romantische Fahrt auf dem Riesenrad unternehmen) diente auch dem Klassiker Der dritte Mann (1949) mit Orson Welles und Joseph Cotten als zentraler Schauplatz. Der österreichische Schauspieler Hanno Pöschl hat hier einen Kurzauftritt als Aufseher beim Riesenrad.

[Bearbeiten] Prominente Gäste

Während der Dreharbeiten in den Pinewood Studios waren ein Tag lang das damalige britische Kronprinzenpaar Charles und Diana zu Gast. Die in der ersten Q-Szene gezeigte Rakete (O-Ton Q: „Das entwickeln wir für die Amerikaner – wir nennen es Ghetto Blaster.“) wurde hinter den Kulissen von Prinz Charles abgefeuert. Lady Di durfte mit Einwilligung ihres Gatten eine Flasche aus ungefährlichem Zuckerglas auf dessen Haupt zertrümmern – das Bild beherrschte erwartungsgemäß am nächsten Tag die Presse. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Der Vorschlag dazu kam im Übrigen von Jeroen Krabbé.

[Bearbeiten] Drehorte

[Bearbeiten] Soundtrack

Der Titelsong The Living Daylights wurde von der norwegischen Popgruppe a-ha gesungen. Das Video zur Single wurde auch teilweise in den Pinewood Studios gedreht und zwar im damals größten Filmstudio der Welt, in dem das Innenset für Strombergs Tanker aus Der Spion, der mich liebte entstand.

Ursprünglich sollten die Pet Shop Boys den Titelsong produzieren. Diese zogen sich jedoch zurück, als sie hörten, dass sie nur den Titel und nicht den kompletten Soundtrack komponieren durften, an dem schließlich auch die Pretenders mit den beiden Stücken „If There Was A Man“ (im Abspann) und „Where Has Everybody Gone?“ (Der Song in Necros Walkman) beteiligt wurden.

Der Hauch des Todes war der dritte Soundtrack, der auf CD erschien. 1998 brachte die australische Plattenfirma RykoDisc eine Neuauflage mit Bonustiteln und aufklappbarem Heft mit Poster heraus. Bei der Neuauflage von Capitol Records (2003) handelte es sich exakt um die gleiche CD, deren Vorder- und Rückseite der Remastered Collection angepasst wurde. Der Inhalt war der gleiche wie bei RykoDisc. Die CD war in dieser Neuauflage neben Octopussy und In tödlicher Mission eine von drei James-Bond-Soundtracks, die den Inhalt von RykoDisc Neuauflagen (fast) 1:1 übernahmen. Der englische Trailer für CD-ROM-Laufwerke wurde aufgrund der Änderung der CD-Speicherungart bei Capitol entfernt.

Originalauflage
  1. The Living Daylights (04:14) gesungen von a-ha
  2. Necros Attacks (02:00)
  3. The Sniper Was a Woman (02:27)
  4. Ice Chase (04:00)
  5. Kara Meets Bond (02:43)
  6. Koskov Escapes (02:20)
  7. Where Has Everybody Gone (03:33) gesungen von The Pretenders
  8. Into Vienna (02:44)
  9. Hercules Takes Off (02:12)
  10. Mujahadin And Opium (03:09)
  11. Inflight Fight (03:08)
  12. If There Was A Man (02:44) gesungen von The Pretenders
Extended Version (1998/2003)
  1. The Living Daylights (04:16) gesungen von a-ha
  2. Necros Attacks (02:04)
  3. The Sniper Was A Woman (02:30)
  4. Ice Chase (04:05)
  5. Kara Meets Bond (02:47)
  6. Koskov Escapes (02:23)
  7. Where Has Everybody Gone (03:37) gesungen von The Pretenders
  8. Into Vienna (02:50)
  9. Hercules Takes Off (02:17)
  10. Mujahadin And Opium (03:13)
  11. Inflight Fight (03:12)
  12. If There Was A Man (02:53) gesungen von The Pretenders
  13. Exercise At Gibraltar (06:22)
  14. Approaching Kara (02:21)
  15. Murder At The Fair (02:22)
  16. "Assassin" And Drugged (02:43)
  17. Airbase Jailbreak (04:37)
  18. Afghanistan Plan (03:34)
  19. Air Bond (01:46)
  20. Final Confrontation (01:58)
  21. Alternate End Titles (03:20)

[Bearbeiten] Wissenswertes

Die erste Auflage der DVD war nur kurze Zeit im Handel erhältlich, nachdem es Probleme mit den Urheberrechten gab: Sam Neill – einer der Bond-Kandidaten – war nicht damit einverstanden, dass Demo-Aufnahmen mit ihm im Rahmen der Dokumentation Inside The Living Daylights gezeigt wurden und forderte nachträglich ein angemessenes Honorar. Nachdem man sich darüber jedoch nicht einig wurde, musste die DVD vom Markt zurückgezogen werden.

Später scheint es jedoch doch noch zu einer Einigung gekommen zu sein, denn im November 2003 erschien die DVD wieder mit der betreffenden Dokumentation.

Die DVDs der ersten Auflage wurden zeitweise zu einem Vielfachen des ursprünglichen Verkaufspreises gehandelt.

Auf der DVD ist auch eine entfallene Szene enthalten. Die Flucht Bonds vor den marokkanischen Polizisten, nachdem er General Puschkin „getötet“ hat, ist ein wenig länger und beinhaltet, dass Bond sich einen Teppich schnappt, diesen auf mehrere Stromleitungen wirft und dann auf dem Perser wie auf einem „fliegenden Teppich“ über die Leitungen gleitet.

Das Flugzeug, mit dem Bond und Kara Milovy nach Afghanistan gebracht werden und das später am Berg zerschellt, ist eine Lockheed C-130 Hercules.

Jeroen Krabbé, der Darsteller des Georgi Koskov, ist sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchronisation seiner Rolle zu hören.

[Bearbeiten] Computerspiel

Logo des Computerspiels

Wiederum Domark entwickelte ein Computerspiel für den C64. Die Versionen für Amiga und Atari ST wurden zwar schon beworben, kamen aber nicht über ihr Entwicklungsstadium hinaus.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Kritik

„Eine mit neuem Darsteller (Timothy Dalton) und zurückhaltender Erotik arbeitende Folge der ‚Bond‘-Serie; nicht ohne eine gehörige Portion Selbstironie inszeniert und daher für Freunde des Genres vergnügliche Unterhaltung.“

Lexikon des internationalen Films [3]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1988 erhielt der Film eine Nominierung für den Saturn Award als Bester Fantasy Film.
  • Komponist John Barry wurde mit BMI Film Music Award ausgezeichnet.
  • In Deutschland erhielt der Film die Goldene Leinwand.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Deutsche Synchronkartei
  2. http://www.jamesbondonline.de/Filme/hauch.htm
  3. Lexikon des Internationalen Films – Der Hauch des Todes


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