Eisenberg (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eisenberg (Pfalz)
Eisenberg (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eisenberg (Pfalz) hervorgehoben
49.5613888888898.0725183Koordinaten: 49° 34′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Eisenberg (Pfalz)
Höhe: 183 m ü. NHN
Fläche: 18,73 km²
Einwohner: 9162 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 489 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67304
Vorwahl: 06351
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 019
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 86
67304 Eisenberg (Pfalz)
Webpräsenz: www.eisenberg.de
Stadtbürgermeister: Adolf Kauth
Lage der Stadt Eisenberg (Pfalz) im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
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Eisenberg (Pfalz) ist eine Stadt im Donnersbergkreis in der nördlichen Pfalz (Rheinland-Pfalz). Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der neben der Stadt Eisenberg die eigenständigen Ortsgemeinden Ramsen und Kerzenheim angehören. Eisenberg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung seit 2008 als kooperierendes Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Der Name weist auf frühere Eisengewinnung hin. Noch bedeutender war der Abbau von Tonmineralen und – bis heute – die Gewinnung von Klebsand aus einem Lockersediment.

Geographie[Bearbeiten]

Eisenberg liegt in der Nordpfalz im Südosten des Donnersbergkreises und ist dessen größte Kommune. Neben Eisenberg selbst gehören noch die Stadtteile (Ortsbezirke) Stauf und Steinborn zum Stadtgebiet.

Durch die Stadt fließt von Südwest nach Nordost der Eisbach, der nach etwa 30 km bei Worms in den Rhein mündet. Nördlich von Steinborn befindet sich mit der Helincheneiche ein bedeutendes Naturdenkmal.

Zur Stadt Eisenberg gehören auch die Wohnplätze Abendthal, Erlenhof, Lauberhof, Ochsenbusch, Seltenbach, SOS-Kinderdorf und Eisenwerk.[3]

Topologie[Bearbeiten]

Eisenberger Becken
Im Norden und Osten wird das Eisenberger Becken vom Göllheimer Hügelland abgegrenzt. Es läuft im Süden und Westen in den Vorsprüngen der Haardt, dem Stumpfwald und dem Leininger Sporn aus. Es stellt eine abgesunkene Scholle des Buntsandsteins dar. Durch die Entstehung gehört das Eisenberger Becken zwar geologisch zur Haardt, gemäß den klimatischen Verhältnissen, der Topologie und der Nutzung ist es aber dem Rheinhessischen Tafel- und Hügelland zuzuordnen.
Im inneren Bereich wurden Klebsande und feuerfeste Tone abgebaut, der Abbau hat die Landschaft dort nachhaltig geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

Schon die Römer hatten Eisenberg besiedelt; im sogenannten Vicus ist ein Teil der noch nicht abgeschlossenen Ausgrabungen rekonstruiert, teilweise in einem Schutzbau. Dieser befindet sich an der Straße, die von der heutigen Umgehungs- bzw. Römerstraße zum Ortsteil Seltenbach abzweigt. Die Siedlung ist vermutlich identisch mit dem bei Ptolemäus erwähnten Ort Rufiniana (griech. Ρουφινιάνα) der germanischen Nemeter.[4] Im Mittelalter wurde Eisenberg erstmals 763 urkundlich erwähnt. Wie die nahegelegene zeitweilige Residenz Kirchheim(bolanden) gehörte Eisenberg vom 14. bis ins 18. Jahrhundert zum Haus Nassau bzw. zum Fürstentum Nassau-Weilburg. Danach wurde es wie die weitere Umgebung nacheinander Teil des französischen Departements Mont-Tonnerre, der bayerischen Pfalz und des Landes Rheinland-Pfalz.

Am 1. April 1962 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Stauf mit damals 294 Einwohnern nach Eisenberg eingemeindet.[5] Am 16. März 1963 erhielt Eisenberg die Stadtrechte.[6] Im Zuge der Funktional- und Gebietsreform 1972 wurde das heutige Verwaltungsgebiet der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) geschaffen.

Industriegeschichte[Bearbeiten]

Isenburg war der alte Name für Eisenberg, und beide Formen weisen auf frühere Eisengewinnung hin. In noch größerem Maßstab wurde allerdings Ton abgebaut, stillgelegte Tongruben können besichtigt werden. Das Besucherbergwerk wurde zwar geschlossen, um dem aktuellen Ton-Tagebau Platz zu machen, doch in der Erlebnislandschaft Erdekaut werden den Besuchern die ökologischen Folgen des Bergbaus anschaulich gemacht.

Der Eisenberger Klebsand, ein bindefähiges Lockersediment mit besonders gutem Haftvermögen, gilt als reinster Klebsand der Welt. Der Eisenberger Klebsand besteht aus 14,5 Prozent Ton, 6,5 Prozent Silt, 76 Prozent Sand und 3 Prozent Kies. Mineralogisch sind mehr als 85 Prozent des Gesamtsediments reiner Quarz.

Die „Unverwesliche Hand“[Bearbeiten]

Die „Unverwesliche Hand“

In einem Schaukasten im Eingangsbereich der protestantischen Kirche wird die „Unverwesliche Hand“ gezeigt. Es handelt sich dabei um die mumifizierten Überreste einer menschlichen Hand, die mit der Sage um einen Meineid verbunden ist.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Eisenberg (Pfalz) besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE LINKE FWG Gesamt
2014 9 4 1 10 24 Sitze
2009 9 4 1 10 24 Sitze
2004 9 6 9 24 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Eisenberg zeigt drei nach unten geöffnete Hufeisen. Der Ursprung dieses Wappens ist unbekannt. Ungewöhnlich ist auch, dass die Hufeisen nach unten geöffnet sind. Ein Hufeisen war bereits im 15. Jahrhundert das Symbol des Dorfes Eisenberg und erscheint auch auf dem ältesten erhaltenen Siegel, das bis zum Jahr 1622 verwendet wurde. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Anzahl der Hufeisen auf drei erhöht.

Das aktuelle Wappen wurde der Kommune im Jahr 1844 vom bayerischen König Ludwig I. in den Farben des Deutschen Ordens (Silber-Schwarz) gewährt, welcher in Eisenberg Besitztümer hatte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die französische Stadt Sanvignes-les-Mines in Burgund und die englische Stadt Baldock in der Grafschaft North Hertfordshire sind Partnerstädte von Eisenberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Haus Isenburg, dem Heimatmuseum der Stadt, sind zahlreiche Fundstücke der Ausgrabungen aus dem römischen Vicus zu sehen, darunter auch eine Kopie des in Eisenberg gefundenen Eisenberger Brotstempels. Das Original sowie eine Anzahl weiterer Fundstücke befindet sich im Historischen Museum der Pfalz in Speyer.

Siehe auch:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Klebsandwerke Eisenberg

Das mit ca. 800 Beschäftigten größte Unternehmen der Stadt ist die Gienanth Eisenberg GmbH. Die 1735 gegründete Eisengießerei ist der älteste Betrieb der Stadt. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber in der Stadt sind die Klebsandwerke Eisenberg. 2010 wurden sie durch den damaligen rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Hendrik Hering mit dem Unternehmenspreis Rohstoffwirtschaft für Innovation ausgezeichnet.[8]

Eisenberg ist ebenfalls Verwaltungssitz der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland.

Verkehr[Bearbeiten]

Wartehäuschen am Bahnhof

Über die Bundesstraße 47 sind von Eisenberg aus die Bundesautobahnen 6 im Süden (Anschlussstelle 18 Wattenheim, vier Kilometer) und 63 im Norden (Anschlussstelle 12 Dreisen, sieben Kilometer) erreichbar.

Der Bahnhof Eisenberg liegt an der Eistalbahn, die von Grünstadt nach Ramsen verkehrt, an Sonn- und Feiertagen bis Eiswoog, und wird im Taktverkehr von Regionalbahnen bedient. Der öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert, es gelten dessen Gemeinschaftstarife. In Richtung Kirchheimbolanden und Kaiserslautern sind Verbindungen durch den Westpfalz-Verkehrsverbund gegeben. Dieser ist seit Sommer 2006 vollständig in den VRN integriert.

Bildung[Bearbeiten]

Neben der Pestalozzischule (Grundschule) gibt es eine Integrierte Gesamtschule, eine Berufsbildende Schule und ein Wirtschaftsgymnasium. Eisenberg verfügt über fünf Kindergärten.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Verbandsgemeinde Eisenberg (Hrsg.): Eisenberg. Die Verbandsgemeinde im Zeitgeschehen. Eisenberg 2004.
  •  Rainer Schlundt (Hrsg.): Die unverwesliche Hand. In: Sagen aus Rheinland-Pfalz. Eugen Diderichs Verlag, München 1983, S. 81 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisenberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 89 (PDF; 2,16 MB)
  4. Ptolemäus Geographike 2.9.17
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 175 (PDF; 2,50 MB)
  6. Eintrag im "Pfalzlexikon"
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Land Rheinland-Pfalz: Hering: Unternehmenspreis geht an Eisenberger Klebsandwerke. 1. Juli 2010, abgerufen am 20. Februar 2012.