Gerald Asamoah

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Gerald Asamoah

Gerald Asamoah bei der SpVgg Greuther Fürth (2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 3. Oktober 1978
Geburtsort MampongGhana
Größe 180 cm
Position Mittelfeld, Sturm
Vereine in der Jugend
1990–1994
1994–1996
Werder Hannover
Hannover 96
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–1999
1996–1997
1999–2011
2004
2010–2011
2012–2013
2013–
Hannover 96
Hannover 96 Amateure
FC Schalke 04
FC Schalke 04 II
FC St. Pauli (Leihe)
SpVgg Greuther Fürth
FC Schalke 04 II
79 (29)
3 0(0)
279 (44)
1 0(0)
27 0(6)
27 0(5)
28 0(6)
Nationalmannschaft
2001
2001–2006
Deutschland A2
Deutschland
1 0(0)
43 0(6)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2013/14

Gerald Asamoah (* 3. Oktober 1978 in Mampong, Ghana) ist ein deutscher Fußballspieler. In der Jugend und als junger Profi spielte er bei Hannover 96, von 1999 bis 2010 dann für den FC Schalke 04. Asamoah gewann zweimal in Folge den DFB-Pokal, stand 2002 mit der deutschen Nationalmannschaft im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft und wurde insgesamt viermal deutscher Vizemeister. Im Jahr 2012 schaffte er außerdem mit der SpVgg Greuther Fürth den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Der Stürmer, der sowohl auf den Außenbahnen als auch im Sturmzentrum zum Einsatz kam, absolvierte in seiner Karriere 323 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 50 Tore. Aktuell spielt er für die zweite Mannschaft der Schalker.

Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Zeit in Hannover[Bearbeiten]

Asamoah lebt seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland und besuchte dieselbe Schulklasse wie sein damaliger Vereinskollege Fabian Ernst. Er begann seine Laufbahn als Fußballer 1990, kurze Zeit nach seiner Ankunft, bei Werder Hannover. 1994 wechselte er zu Hannover 96, wo er ab 1996 zum Profikader gehörte.

Nachdem Asamoah 1998 mit Herz- und Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte, wurde ärztlicherseits eine hypertrophe nicht-obstruktive Kardiomyopathie (HNCM) diagnostiziert,[1] die mit einer Verdickung der Herzscheidewand einhergeht, was seine Fußballkarriere gefährdete. Mediziner rieten ihm dazu, seine Laufbahn zu beenden, jedoch konnte ihm ein US-amerikanischer Herzspezialist entscheidend helfen, so dass er seine Fußballerkarriere fortsetzen konnte. Das Risiko für einen Herzstillstand wurde mit einem Prozent angegeben. Dem Verein wurde die Auflage gemacht, einen Defibrillator stets am Spielfeldrand bereitzuhalten.[2]

FC Schalke 04[Bearbeiten]

1999 wechselte er zum FC Schalke 04, mit dem er 2001 und 2002 den DFB-Pokal sowie 2005 den Ligapokal gewann. Anfang der Saison 2005/06 warf ihn eine Knieverletzung zurück, jedoch konnte er sich wieder in die Schalker Stammelf zurückkämpfen. Am 28. September 2006 brach sich Asamoah im UEFA-Pokalspiel des FC Schalke 04 beim AS Nancy nach einem schweren Foul das linke Schien- und Wadenbein. Nach sechs Monaten feierte Asamoah beim Spiel gegen den VfB Stuttgart am 17. März 2007 sein Comeback, als er in der 76. Minute eingewechselt wurde.

In der Saison 2007/08 erzielte er im DFB-Pokal in der ersten Runde einen Hattrick gegen Eintracht Trier, den ersten seiner Karriere im DFB-Pokal. Im Januar 2008 verlängerte er seinen Vertrag mit Schalke um drei Jahre bis zum 30. Juni 2011.

Mit 51 Einsätzen absolvierte Asamoah die meisten Spiele in internationalen Wettbewerben für den FC Schalke 04, wobei er fünf Treffer erzielte.

FC St. Pauli[Bearbeiten]

Am 1. Juni 2010 wurde Asamoahs Wechsel zum Aufsteiger FC St. Pauli bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde eine Rückkehr des Spielers zum FC Schalke nach Ablauf seines Zweijahresvertrags in Hamburg vertraglich festgehalten.[3] Asamoah zog sich kurz vor dem Start der Saison 2010/11 bei einem Blitzturnier in Göttingen einen Sehnenteilabriss im Oberschenkel zu. Sein erstes Pflichtspiel für seinen neuen Verein bestritt er deshalb erst am 19. September 2010 im Lokalderby gegen den Hamburger SV. Ihm gelang dabei eine Vorlage zu einem Tor. Im Auswärtsspiel beim Hamburger SV am 16. Februar 2011 sorgte er mit seinem Kopfballtreffer zum 1:0-Endstand für den ersten Derbysieg des FC St. Pauli seit 1977.[4]

Nachdem St. Pauli in die 2. Liga abgestiegen war, hätte Asamoah zu Schalke zurückkehren müssen, sein Vertrag wurde jedoch Ende Juni 2011 aufgelöst.[5] Ab Juli 2011 trainierte Asamoah unter Olaf Thon beim VfB Hüls, um sich fit zu halten.[6] Ein Auflaufen in der fünftklassigen NRW-Liga war nicht Bestandteil der Vereinbarung.[7]

Greuther Fürth[Bearbeiten]

Im Januar 2012 verpflichtete ihn die SpVgg Greuther Fürth.[8] Bereits bei seinem Ligapflichtspieldebüt, am 12. Februar 2012 gegen den SC Paderborn, konnte Asamoah zwei Tore zum 5:1-Endstand beitragen. Am Ende der Spielzeit gelang der Aufstieg der SpVgg mit Gerald Asamoah in die 1. Fußball-Bundesliga. Obwohl Asamoah in der 2. Liga bei Fürth oft nur auf der Bank Platz nehmen durfte, war er in der Hinrunde der Bundesliga-Saison 2012/13 Stammspieler. Der zum 30. Juni 2013 auslaufende Vertrag bei den Mittelfranken wurde jedoch nicht verlängert.[9]

Zurück auf Schalke[Bearbeiten]

Im Sommer 2013 kehrte er zum FC Schalke 04 zurück, um dort die zweite Mannschaft zu verstärken und im PR-Bereich zu arbeiten.[10] Sein erstes Saisontor erzielte er am 10. August 2013 (3. Spieltag) gegen die SSVg Velbert.[11] Wegen einigen Ausfällen wurde er in der zweiten Runde des DFB-Pokals noch einmal in den Kader der ersten Mannschaft aufgenommen und am 25. September 2013 im Spiel gegen den SV Darmstadt 98 in der 91. Minute eingewechselt.[12]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Asamoah bei der Nationalmannschaft (Juni 2005)

Nach seiner Einbürgerung 2001 wurde Gerald Asamoah als erster gebürtiger Afrikaner in eine DFB-Auswahl berufen. Gleich in seinem ersten Spiel für die deutsche Nationalmannschaft gelang ihm am 29. Mai 2001 in einem Freundschaftsspiel gegen die Slowakei ein Treffer. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea wurde er unter anderem im Finale eingesetzt. Bei der WM 2006 stand er ebenfalls im deutschen Aufgebot, wirkte im Vorrundenspiel gegen Ecuador mit und betätigte sich in der Kabine als DJ, womit er zur Motivation der Mannschaft beitrug.[13] Am 4. November 2011, fünf Jahre nach seinem letzten Länderspiel, erklärte er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.[14]

Leben[Bearbeiten]

Christliches und soziales Engagement[Bearbeiten]

Gerald Asamoah ist gläubiger Christ und erzählt in Werken wie der Fußball-Bibel von David Kadel von seinem Glauben und dessen Relevanz für den Alltag. Er wirkte auch in Kadels Fußball-Dokumentation Fußball Gott (2002) mit und tritt als Gospel-Sänger auf.[15]

2007 gründete er in Hannover die „Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder“. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines Kinderherzzentrums in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Asamoah unterstützt darüber hinaus die Hilfswerke ora international und World Vision.[15][16][17] Außerdem fungiert er als UNESCO-Botschafter für das Programm „Bildung für Kinder in Not“.

Seit März 2013 ist er Pate für das Ohm-Gymnasium Erlangen im Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.[18][19]

Opfer verunglimpfender Äußerungen[Bearbeiten]

2005 unterstützte Gerald Asamoah die Medienkampagne Du bist Deutschland, die nach dem Willen der Initiatoren die Bundesbürger zu mehr Selbstvertrauen und Motivation anstoßen sollte. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde er unter Anspielung auf diese Kampagne von der rechtsextremistischen Vereinigung Schutzbund Deutschland aus Pritzwalk mit einem Plakat verunglimpft, das die Aufschrift trug: „Nein, Gerald, Du bist nicht Deutschland. Du bist BRD!“[20] Das Landgericht Neuruppin sah darin keine Volksverhetzung. Die Juristen vertraten jedoch die Auffassung, dass der Tatbestand der Beleidigung erfüllt sein könne.[21]

Beim Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am 18. August 2007 beleidigte der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller den Stürmer. Er soll Asamoah als „schwarzes Schwein“ bezeichnet haben.[22] Weidenfeller räumte eine Beleidigung ein, bestritt aber, sich rassistisch geäußert zu haben. Vielmehr habe er Asamoah als „schwules Schwein“ beschimpft[23]. Das Gericht konnte nicht feststellen, welche Worte auf dem Spielfeld tatsächlich gefallen waren, der DFB verurteilte Weidenfeller „wegen einer herabwürdigenden und verunglimpfenden Äußerung“ nach § 9 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB zu einer Sperre von drei Spielen und zusätzlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro. Der Paragraph regelt Diskriminierungen „in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft“[24] und ihre Ahndung.

Privatleben[Bearbeiten]

Asamoah ist verheiratet und Vater von drei Kindern (zwei Töchter und ein Sohn), darunter Zwillinge.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Asamoah ist einer von vier Vertretern der Bundesliga bzw. 1. Ligen im Spielerrat der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV).[25]

Erfolge[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerald Asamoah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Gott weiß, was er tut. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1998 (9. November 1998, online).
  2. Geralds Herz, Asamoah-Stiftung.de
  3. Asamoah geht zu St. Pauli – Rückkehr zum S04 vertraglich fixiert
  4. Asamoah köpft St. Pauli ins Derby-Delirium, Kicker online vom 16. Februar 2011
  5. Gerald Asamoah löst seinen Vertrag beim FC Schalke 04 auf
  6. Fit werden mit Thon - Asamoah trainiert beim VfB Hüls
  7. Vereinsloser Asamoah trainiert jetzt bei Fünftligist Hüls
  8. SpVgg verpflichtet Gerald Asamoah
  9. Pekovic und Asamoah verlassen SpVgg, Mitteilung auf der Homepage der SpVgg Greuther Fürth vom 10. Mai 2013. Abgerufen am 10. Mai 2013.
  10. Asamoah spielt wieder für Schalke, in: kicker.de, vom 15. Juli 2013
  11. U23 siegt mit vier Toren gegen Velbert Website von Schalke 04, abgerufen am 10. August 2013.
  12. Sebastian Stiekel: [1]LVZ-Online.de vom 26. September 2013
  13. Ich habe super Lieder. Interview in der Süddeutschen Zeitung vom 29. Juni 2006
  14. Lars Beike: Gerald Asamoah tritt aus der Nationalelf zurück. In: Bild.de. 4. November 2011, abgerufen am 21. Juli 2014.
  15. a b Idea: Gerald Asamoah tritt als Gospelsänger auf
  16. Focal Point: Prominente Deutsche Werbefiguren
  17. Bild: Wie können wir Afrika helfen?
  18. Gerald Asamoah ist Pate - Ohm Gymnasium ist jetzt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Stadt Erlangen
  19. Kick gegen Rassismus. nordbayern.de vom 22. März 2013
  20. Asamoah erzielt juristischen Erfolg gegen Neonazis, Spiegel Online vom 30. Mai 2006
  21. Asamoah-Beleidigung war keine Volksverhetzung, Spiegel Online vom 18. April 2008
  22. Weidenfeller für drei Spiele gesperrt, Spiegel Online vom 23. August 2007
  23. Drei Spiele Sperre für Weidenfeller sueddeutsche.de vom 23. August 2007
  24. Recht- und Verfahrensordnung (PDF; 130 kB) www.dfb.de (aufgerufen am 31. Januar 2010)
  25. spielergewerkschaft.de: Spielerrat; abgerufen 28. März 2013