Golfschlag

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Die verschiedenen Phasen eines Golfschlages

Ein Golfschlag ist das Spielen eines Balles mit einem Schläger beim Golf.

Laut Regelwerk zählt jede Vorwärtsbewegung des Schlägers in der Absicht den Ball zu treffen als Golfschlag. Man kann also den Ball verfehlen und trotzdem einen Golfschlag ausgeführt haben oder man kann den Ball treffen, ohne einen Golfschlag ausgeführt zu haben.

Schlagarten[Bearbeiten]

Abschlag[Bearbeiten]

Als Abschlag oder „Drive“ wird der erste Schlag vom Tee bezeichnet. Dieser wird, je nach Länge der Bahn oder der gewünschten Teilstrecke bis zum nächsten Schlag mit dem dazu passenden Schläger (einem Driver, Fairwayholz oder Eisen) gespielt. Profis erzielen dabei mit dem Driver Weiten von mehr als 300 Metern.

Fairway-Schlag[Bearbeiten]

Dies ist der typische Golfschlag vom gemähten Rasen. Um diesen Schlag auszuführen benutzt man ein Fairway-Holz, ein Hybrid oder ein Eisen.

Pitch[Bearbeiten]

Als Pitch (engl.: to pitch = werfen) bezeichnet man beim Golfsport einen Annäherungsschlag aus ca. 20 bis 100 Meter Entfernung zur Fahne, der den Golfball in hohem Bogen auf das Grün befördern soll.

Dies kann durch einen Schlag mit dem Pitching Wedge oder Sand Wedge geschehen. Diese Spezialschläger besitzen einen besonders flachen Schlägerkopf und ermöglichen eine hohe Flugkurve des Balles, die durch den steilen Aufprallwinkel auf das Grün ein Weiterrollen des Golfballes verhindern bzw. verringern soll. Man hält sich hierbei oft an die „2/3-1/3-Regel“, die besagt, dass beim Pitchen der Golfball 2/3 seines Weges in der Luft und nur 1/3 auf dem Grün zurücklegen soll. Dies ermöglicht ein Überspielen von vor dem Grün befindlichen Hindernissen, wie zum Beispiel Sandbunker oder Wasserhindernisse. Des Weiteren kann durch einen Pitch vermieden werden, dass der Golfball in hinter dem Grün befindliche Hindernisse rollt.

Beim Pitchen entstehen durch den steilen Auftreffwinkel oft sogenannte Pitchmarken. Das sind Dellen im Grün, die vom Spieler mit einer Pitchgabel ausgebessert werden müssen.

Das Pitchen unterscheidet sich von einem ähnlichen Annäherungsschlag, dem Chip dadurch, dass beim Pitchen in der Regel der Schlägerkopf offener gehalten wird und der Ball bei einem Rechtshänder ein wenig links von der Mitte der Verbindung beider Füße angesprochen wird. Beim Chippen hingegen liegt der Ball näher am rechten Fuß und der Schlägerkopf wird in einem steileren Winkel zum Boden geführt, um einen flacheren Schlag, den Chip zu ermöglichen. Beim Pitchen wird außerdem mit dem Schläger weiter ausgeholt und der Schwung kommt hauptsächlich durch ein Abwinkeln der Handgelenke zustande, wobei beim Chippen die Arme relativ steif bleiben und nur der Oberkörper schwingt.

Lob[Bearbeiten]

Der Lob ist ein kurzer Schlag mit extrem steiler Flugkurve. Der Ball soll nach der Landung sofort liegen bleiben, anstatt wie beim Pitch noch ein wenig zu rollen. Für die Ausführung verwendet man ein Lob Wedge.

Chip[Bearbeiten]

Der Chip ist ein kurzer, flacher Annäherungsschlag auf das Grün. Dieser Schlag wird in der Regel dann ausgeführt, wenn der Golfball nahe dem Grün liegt, aber noch ein kleines Hindernis (Rough, Vorgrün, Bunker) überspielt werden muss. Hauptsächlich werden dabei Wedges oder kurze bis mittlere Eisen eingesetzt, seltener ein Hybrid oder Fairwayholz. Das Ziel dieses Schlages ist, dass der Ball knapp über das Hindernis fliegt, um dann möglichst nahe zur Fahne zu rollen.

Putt[Bearbeiten]

Der Putt ist ein Schlag mit dem Putter auf dem Grün, bei welchem der Ball nicht fliegt, sondern nur rollt (idealerweise direkt ins Loch).

Bunkerschlag[Bearbeiten]

Als Bunkerschlag wird der Schlag des Balles aus dem Sand, der meist mit einem Spezialschläger (Sand Wedge) gespielt wird, bezeichnet.

Bewegungsablauf[Bearbeiten]

Laut Prof. Dr. Rudolf Schabus, Experte für die Prävention von Sportverletzungen an der Wiener Universitätsklinik, handelt es sich beim Golfschwung um einen technisch anspruchsvollen Bewegungsablauf, bei dem 124 bis 130 Muskeln beansprucht werden. Ein in der Presse und unter Golflehrern oft kolportiertes Bonmot unklaren Ursprungs besagt außerdem, dass der Golfschwung nach dem Stabhochsprung und neben dem Eiskunstlauf der komplexeste Bewegungsablauf aller Sportarten sei.

Es gibt daher eine Reihe von Theorien, die den Golfschwung beschreiben und ein oder mehrere optimale Bewegungsmuster identifizieren. Teilweise unterscheiden sich diese Konzepte erheblich, manche werden sogar nur von einem einzigen Golflehrer vertreten, andere haben sich im Lauf der Zeit eine größere Anhängerschaft erworben und verbreiten sich über professionelle Weiterbildungsstrukturen.

In erster Linie sind dabei die Lehrmethoden der verschiedenen PGAs zu nennen, die einen gewissen Führungsanspruch erheben können, da die meisten Golflehrer in diesen Verbänden Mitglied sind. Jedoch halten sich viele PGA-Golflehrer nicht oder nur ansatzweise an den offiziellen Kanon. Insbesondere einige prominente Golflehrer, die bekannte Tourspieler unterrichten, haben eigene Konzepte entwickelt, die sie in Form von Büchern oder Videos vertreiben. David Leadbetter hat sogar in einigen Ländern Dependancen seiner Golfschule aufgebaut, wo ausschließlich nach seinem System unterrichtet wird.

Flugbahnen[Bearbeiten]

Je nach Flugbahn des Balls wird noch nach verschiedenen Varianten unterschieden (für Rechtshänder – bei linkshändig spielenden Golfern ist jeweils rechts und links zu vertauschen):

  • Der normale Schlag mit gerader Flugbahn.
  • Draw: ein Golfschlag, bei dem der Ball nicht auf einer geraden Linie zum Ziel fliegt, sondern rechts von dieser Linie startet und nach einer sanften Linkskurve im Ziel landet. Der Draw kann genutzt werden, um die Flugbahn den örtlichen Gegebenheiten anzupassen – z. B. nach links abknickendes Fairway – und hat außerdem den Vorteil, dass seine Schlaglänge bei gleicher Startgeschwindigkeit ca. 10 % weiter ist als die eines gerade geschlagenen Balls.
  • Fade: wie der Draw, aber von links nach rechts, der Fade fliegt außerdem höher, und dadurch auch kürzer als der gerade Schlag.
  • Slice: Schlag der gerade startet und dann eine (zumeist) ungewollte Rechtskurve macht.
  • Hook: wie Slice, nur mit Linkskurve.
  • Punch: Schlag mit gerader aber bewusst flacher Flugbahn
  • Push: gerader Schlag, startet aber rechts von der Ziellinie und landet dementsprechend auch rechts vom Ziel.
  • Pull: wie Push, nur nach links.
  • Push-Slice: Schlag, der rechts von der Ziellinie startet und während des Fluges noch weiter nach rechts abdreht.
  • Push-Hook: Schlag, der rechts von der Ziellinie startet und während des Fluges nach links abdreht.
  • Pull-Hook: Schlag, der links von der Ziellinie startet und während des Fluges noch weiter nach links abdreht. Eine extreme Version des Pull-Hook ist der Snap Hook, bei dem der Ball noch stärker nach links abdreht und zusätzlich noch sehr flach fliegt. Dies liegt an einer Schlagfläche, die aufgrund starken Überrollens der Handgelenke (snap) so stark geschlossen ist, dass sie praktisch keinen Loft mehr aufweist.
  • Pull-Slice: Schlag, der links von der Ziellinie startet und während des Fluges nach rechts abdreht.

Fehlschläge aufgrund falschen Ballkontakts[Bearbeiten]

  • Socket: misslungener Schlag, bei welchem der Ball mit der Ferse des Schlägers getroffen wird. Der Ball fliegt bei einem Socket mit dem Eisen fast rechtwinklig und flach nach rechts und bei einem Socket mit dem Holz entsprechend nach links.
  • Luftschlag: der Ball wird gänzlich verfehlt, er bleibt an derselben Stelle liegen, aber laut Golfregeln zählt bereits eine Bewegung in der Absicht, den Ball zu treffen als Schlag.
  • dünn getroffener Ball: ein „zu hoch“ (in der Nähe des Äquators) getroffener Ball, die Flugbahn ist flacher als gewöhnlich. Die Steigerung ist getoppt, da man den Ball nur mit der Vorderkante der Schlagfläche trifft. Die Flugbahn ist dann extrem flach nach vorne oder bei einem Treffer in der Nähe des Pols sogar nach unten und dann vom Boden abprallend. Bei kurzen Schlägen, wie etwa dem Pitch, ist die Auswirkung meist besonders drastisch, da ein solcher Ball dann wesentlich weiter fliegt und rollt als beabsichtigt. Bei einem solchen Schlag besteht außerdem ein erhöhtes Risiko, dass der Ball anschließend unbrauchbar ist, da er eben mit der Schlägerkante und nicht mit der Schlagfläche getroffen wird.
  • fett getroffener Ball: der Schläger hackt vor dem Ball in den Boden und wird dadurch abgebremst, so dass der Schlag deutlich zu kurz bleibt.

Rekorde und Kurioses[Bearbeiten]

  • Den ersten Golfschlag auf dem Mond spielte Alan Shepard (Apollo 14, 1971). Durch den Astronautenanzug behindert konnte er nur einhändig schlagen, im zweiten Versuch gelang ihm immerhin ein Schlag über etwa 350 m (mit Eisen 6).
  • Den längsten Golfschlag (laut Guinness-Buch) erzielte Kelly Murray 1990: Der Ball flog (und rollte) 684,8 yards (ca. 610 m) über eine Flughafen-Landebahn.
  • Den längsten Abschlag in einem Turnier auf einem Golfplatz erzielte Mike Dobbyn mit 551 yards (ca. 503 m).

Weblinks[Bearbeiten]