Holyrood Palace

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Holyrood Palace, von Arthur’s Seat aus gesehen
Blick von den Salisbury Crags
Frontfassade
Vor "Arthur's Seat"
Speisesaal

Palace of Holyroodhouse oder Holyrood Palace in Edinburgh ist die offizielle Residenz der britischen Königin in Schottland. Er befindet sich am östlichen Ende der Royal Mile, die von dort hinauf zum Edinburgh Castle führt. An das Schloss schließt sich der Holyrood Park an.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1128 wurde an dieser Stelle die Holyrood Abbey (deutsch Heilig-Kreuz-Abtei) gebaut, als Chorherrenstift unter König David I. Das Parlament von Schottland versammelte sich zwischen 1256 und 1410 häufiger in der Abtei, die 1329 neben dem nahen Edinburgh Castle auch zeitweilig als königliche Nebenresidenz diente. Während des 15. Jahrhunderts wurde das Gästehaus der Abtei in eine königliche Residenz umgewandelt, und nach der Schottischen Reformation wurde diese schrittweise weiter ausgebaut, so entstand 1528 bis 1532 ein Wohnturm im Nordwesten der Anlage. Die Abteikirche wurde bis ins 17. Jahrhundert als Pfarrkirche genutzt und ist seit dem 18. Jahrhundert Ruine, ihre Mauern liegen direkt neben dem Palast. Diese Abtei war eine sogenannte Freistätte, sie und das zugehörige Jagdgebiet konnte Schuldnern als Schutzort dienen.

Der Palast in seiner heutigen Form wurde nach der Restaurierung der Monarchie im Jahre 1660 für König Karl II. durch den Architekten William Bruce zwischen 1671 und 1678 errichtet. Er gilt als das „schottische Versailles”. Die Königin residiert zu Beginn jedes Sommers für eine Woche im Palast, während sie im Spätsommer ihren schottischen Privatsitz Balmoral Castle für etwa zwölf Wochen bewohnt. In ihrer Abwesenheit ist der Palast zu besichtigen. In Nebengebäuden ist die Queen's Gallery mit Kunstwerken aus der Royal Collection untergebracht.

Schauplatz der Glaubensspaltung[Bearbeiten]

Schottlands Königin Maria Stuart heiratete hier am 29. Juli 1565 ihren Cousin Henry Stuart, Lord Darnley. Die Eheschließung war nicht unumstritten, nicht zuletzt weil der schottische Adel einen protestantischen Ehemann vorgezogen hätte. Eine politische Intrige, die die Eifersucht des jungen Ehemanns anstachelte, führte in Holyrood am 9. März 1566 zur Ermordung von Marias Privatsekretär David Rizzio, auch er war wegen seines katholischen Glaubens dem Misstrauen des Adels ausgesetzt.

Am 16. September 2010 empfing Königin Elisabeth II. in Holyrood Papst Benedikt XVI. Es war der erste Staatsbesuch eines Papstes in Großbritannien.[1] Diese Begegnung fand in Schottland statt, weil die Königin dort, anders als in England, nicht Oberhaupt der anglikanischen Landeskirche ist. Ihre Funktion als Oberhaupt der Church of England wird vom Heiligen Stuhl nicht anerkannt. Der noch heute geführte Titel der englischen Könige Defender of the Faith (lateinisch Fidei Defensor) geht nicht auf die päpstliche Verleihung von 1521 zurück, sondern auf eine Entscheidung des Parlaments von 1544. Der Titel bezieht sich also auf die Verteidigung der anglikanisch-katholischen Reform und besitzt einen anti-römischen Gehalt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holyrood Palace – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Papst trifft Queen Rheinischer Merkur, 16. September 2010, abgerufen am 11. Januar 2012

55.9525-3.1725Koordinaten: 55° 57′ 9″ N, 3° 10′ 21″ W