Kroatische Republik Herceg-Bosna

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Hrvatska Republika Herceg-Bosna
(vormals: Hrvatska zajednica Herceg-Bosna
bzw. Hrvatska zajednica Bosanska Posavina)
Kroatische Republik Herceg-Bosna
Flag of the Croatian Republic of Herzeg-Bosnia.svg
Coat of Arms of the Croatian Republic of Herzeg-Bosnia.svg
Amtssprache Kroatisch
Hauptstadt Mostar
Regierungssitz Grude
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Mate Boban (1991-1993)
Krešimir Zubak (1993-1994)
Währung de jure Bosnischer Dinar
de facto Kroatischer Dinar (später Kroatische Kuna), Deutsche Mark
Gründung 28. August 1993
Auflösung de jure 31. August 1996
de facto nach 2000
Zeitzone MEZ (UTC +1)
Telefonvorwahl +387
Europe location Croatian Republic of Herzeg-Bosnia.png
Für die Kroatische Republik Herceg-Bosna beanspruchtes Gebiet in Bosnien-Herzegowina (rot)
Für die Kroatische Republik Herceg-Bosna beanspruchtes Gebiet in Bosnien-Herzegowina (rot)

Die Kroatische Republik Herceg-Bosna (kroatisch Hrvatska Republika Herceg-Bosna, Abkürzung HR HB) war, während des Bosnienkrieges, der politisch-geographische Zusammenschluss der mehrheitlich von den Kroaten in Bosnien-Herzegowina besiedelten Gebiete zu einem De-facto-Regime.
Sie wurde am 28. August 1993 von ihrem Präsidenten Mate Boban als Republik mit 30 Bezirken proklamiert[1] und beanspruchte den Status eines autonomen Teilstaates innerhalb des Staates Bosnien und Herzegowina, mit der Absicht einer späteren Angliederung an die Republik Kroatien. Die Hauptstadt der HR HB war Mostar[2]; der Regierungssitz lag in Grude.

Das Gebiet war Schauplatz eines Krieges mit Massakern an der Zivilbevölkerung, „ethnischen Säuberungen“ und massiven Plünderungen.
Vom Internationalen Strafgerichtshof wurden Mitglieder des Militärs sowie der politischen Führung wegen Kriegsverbrechen angeklagt und verurteilt.

Etymologie[Bearbeiten]

Titel von Ferdo Šišićs Schrift (1908)

Der Begriff Herceg-Bosna hebt, im Gegensatz zu dem Begriff Bosna i Hercegovina, die Herzegowina, in der die Kroaten stärker vertreten sind, gegenüber Bosnien hervor. So steht der Begriff Herceg-Bosna vor allem für die kroatischen Gebiete Bosnien und Herzegowinas und lässt allein durch die Namensstellung die Herzegowina nicht mehr als untrennbares Anhängsel Bosniens erscheinen. Populär wird der Begriff durch Ferdo Šišić, den führenden kroatischen Historiker des 20. Jahrhunderts, der den Begriff in seiner Schrift von aus dem Jahr 1908 Herceg-Bosna prigodom aneksije : Geografsko-etnografsko-historička i državopravna razmatranja (Herceg-Bosna während der Annexion : Geografisch-ethnografisch-historische und staatsrechtliche Betrachtungen) verwendet. Šišić trat darin, nach der Annexion Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn, für eine Vereinigung aller kroatischen Länder innerhalb Österreichs-Ungarn ein, die kroatischen Gebiete Bosnien-Herzegowinas eingeschlossen (Trialismus). So zitierte er u.a. auch aus einer Broschüre des Autors Fabricius (Pseudonym) in deutscher Sprache:

Die glücklichste Lösung wäre die Angliederung an Kroatien, sowohl vom dynastischen Standpunkte, wie auch vom Standpunkte der Stellung Österreich-Ungarns als Großmacht! Sollte Bosnien in Kroatien einverleibt werden, so müsste unbedingt eine Neugruppierung der Staatskörper durchgeführt werden.[3]

Der Begriff wurde jedoch davor schon verwendet[4] und wird in der Folgezeit sowohl von gemäßigten kroatischen Politikern, als auch von radikalen, wie Mladen Lorković[5] (späterer Außenminister des „Unabhängigen Staates Kroatien“) verwendet.

Bei Zerfall Jugoslawiens zu Beginn der 1990er-Jahre wurde der Begriff von der Kroatischen Demokratischen Union in Bosnien und Herzegowina (HDZ BiH) wieder aufgenommen, um ihr damaliges politisches Ziel, die Vereinigung der kroatischen Gebiete Bosnien-Herzegowinas mit Kroatien, auszudrücken.

Zu diesem politischen Ziel fielen am 27. Dezember 1991, kurz nach Gründung der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna (Vorläuferin der HR HB), in einer Sitzung des kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman mit der Delegation der HDZ BiH (gleichzeitig 2. ordentliche Tagung des Präsidiums der HZHB) in Zagreb die folgenden Aussagen der führenden Politiker:

Franjo Tuđman: Mit der Perspektive der Souveränität von Bosnien und Herzegowina gibt es keinerlei Aussicht. Auch wenn sie erhalten werden könnte, meine Herren, Bosnien und Herzegowina im Speziellen, was würde das bedeuten? Die Errichtung von Grenzen ... wollen wir Grenzen errichten zwischen Kroatien und der Herzegowina, damit der Kroate aus der Herzegowina nicht mehr in sein Kroatien gehen kann oder dieser Kroate dorthin gehen kann? [...][6]

Mate Boban: Die Kroatische Gemeinschaft Herceg-Bosna und die Kroatische Gemeinschaft Posavina werden ein unabhängiges kroatisches Gebiet erklären und dem kroatischen Staat beitreten, aber zu der Zeit und in dem Moment, da die kroatische Führung entscheidet, dass dieser Moment und diese Zeit gekommen ist [...].[7]

Ignac Koštroman [Sekretär der HZHB]: Ergebnisse: [...] 2. Die Kroatische Gemeinschaft Herceg-Bosna bestätigt einmal mehr den Willen des gesamten kroatischen Volkes Herceg-Bosnas erklärt am 18. November 1991 in Grude, durch den historischen Beschluss über die Gründung der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna, welche die Rechtsgrundlage für den Eintritt dieses Gebiets in die Republik Kroatien darstellt. 3. Die Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna erteilt Herrn Dr. Franjo Tuđman, als Präsident der Republik Kroatien und Präsident der Kroatischen Demokratischen Union, die volle Legitimität um die Interessen der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna gegenüber internationalen Akteuren zu vertreten, wie bei den zwischenparteilichen und -staatlichen Verhandlungen über die Festlegung der endgültigen Grenzen der Republik Kroatien. Die Kroatische Gemeinschaft Herceg-Bosna gibt der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft Bosnische Posavina die Empfehlung, diese Entscheidung für ihre Gemeinschaft zu übernehmen [...][8]

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Vereinfachte Darstellung der ethnischen Verteilung in Bosnien-Herzegowina, 1991
  • 15. Oktober 1991: Bosnien und Herzegowina (Republika Bosna i Hercegovina) erklärt seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawien als eine unabhängige Republik (Internationale Anerkennung am 17. April 1992). Staatsoberhaupt ist Alija Izetbegović.
  • 12. November 1991: Mate Boban errichtet als Vertreter der Kroaten in Bosnien und unterstützt vom Präsidenten der Republik Kroatien Franjo Tuđman, in Nordbosnien die Kroatische Gemeinschaft Bosnische Posavina (Hrvatska zajednica Bosanska Posavina).
  • 18. November 1991: Bosnische Kroaten unter Führung von Mate Boban und Darijo Kordić erklärten die Kroatische Gemeinschaft Herceg-Bosna (Hrvatska zajednica Herceg-Bosna, HZHB) mit dem Hauptgebiet in der West-Herzegowina, zu einer eigenständigen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Einheit innerhalb von Bosnien und Herzegowina.[1]
  • 3. Juli 1992: Die Kroatische Gemeinschaft Herceg-Bosna erklärt „ihr“ Gebiet zum autonomen Territorium. Allerdings beeilen sich ihr Präsident Mate Boban und der kroatische Präsident Franjo Tuđman festzustellen, dass an der Souveränität eines unabhängigen Bosnien-Herzegowinas festgehalten werde und der HVO der Regierung in Sarajevo untergeordnet bleibe. Faktisch übte die HZHB ab Kriegsausbruch im April 1992 die Exekutive in den von ihr beanspruchten Territorien aus, soweit sie unter Kontrolle des HVO standen.[9]
  • 2. Oktober 1992: Auf Drängen der HDZ mit dem kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman an der Spitze erklärt der Vorsitzende der HDZ BIH, Stjepan Kljuić, seinen Rücktritt, da er sich nach Ansicht der HDZ zu stark für den Erhalt Bosnien und Herzegowinas einsetzte.[10][11]
  • 28. August 1993: Die Kroaten in Bosnien und Herzegowina rufen die eigenständige Kroatische Republik Herceg-Bosna (Hrvatska Republika Herceg-Bosna) unter Mate Boban als Präsidenten aus[1] und vereinigen darunter die Gebiete der Kroatischen Gemeinschaft Bosnische Posavina und der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna.

Den am 8. April 1992 durchgeführten Aufbau einer eigenen Armee (HVO), die eine Gesamtstärke von bis zu 50.000 Soldaten hatte, wurde mit der „Passivität“ der Bosniaken begründet, welche den Serben zu wenig Widerstand entgegensetzen würden. Historiker gehen jedoch davon aus das es als ein Element der „großkroatischen“ Politik des damaligen kroatischen Staatspräsidenten Franjo Tuđman und ein Instrument für den Anschluss der mehrheitlich von Kroaten besiedelten Gebiete an Kroatien war.[12][13][14][15]

Sie verübte Kriegsverbrechen und ethnische Säuberungen an der bosniakischen und serbischen Zivilbevölkerung.[16] Die HVO betrieb ebenfalls mehrere Internierungslager für Bosniaken, deren Insassen gefoltert und geschlagen wurden. Dabei wurden auch bosniakische Frauen misshandelt und vergewaltigt.[12]

Gegen Ende des Krieges wurde die militärische Allianz zwischen dem HVO und der von Bosniaken dominierten Armee von Bosnien-Herzegowina (Armija Republike Bosne i Hercegovine) erneuert und führte gemeinsam mit der Armee Kroatiens (Hrvatska vojska, HV) im Kampf gegen die Serben in der Republik Serbische Krajina während der Operation Oluja im Sommer 1995 zum militärischen Erfolg und zur Unterzeichnung des Dayton-Abkommens am 21. November 1995.

Auflösung und Integration[Bearbeiten]

Gemäß einer Vereinbarung zwischen Franjo Tuđman und Alija Izetbegović am 30. August 1996 unter Leitung des US-Sondergesandten John Kornblum sollten die HRHB und alle anderen Institutionen des bosnischen Staates, die nicht der neuen Verfassung entsprachen, am 31. August 1996 offiziell aufgelöst werden, aber auch nach Ende des Krieges und der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens 1995 blieben die Strukturen der HRHB noch mehrere Jahre erhalten. So wurden z.B. noch 1997 von den Polizeibehörden Personalausweise mit 10-jähriger Gültigkeit ausgestellt, welche neben Bosna i Hercegovina auch die Bezeichnung Hrvatska Republika Herceg-Bosna und einen Stempel mit dem Wappen derselben trugen. Erst der politische Wechsel in Kroatien im Jahr 2000 hin zu einer pro-bosnischen Regierung schwächte jene Kräfte, die noch immer für einen eigenen kroatischen Staat in Bosnien und Herzegowina, die sogenannte „dritte Entität“, eingetreten waren.

Politik[Bearbeiten]

Symbole[Bearbeiten]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Kroatischen Republik Herceg-Bosna bestand aus drei gleich breiten waagerechten Streifen, in den kroatischen Farben rot-weiß-blau. Im Zentrum des mittleren weißen Streifens befand sich das Wappen der Kroatischen Republik Herceg-Bosna. Die Höhe der Flagge stand zur Breite im Verhältnis 1:2.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Kroatischen Republik Herceg-Bosna war eine Abwandlung des historischen kroatischen Wappens, der Šahovnica (wörtlich: Schachbrett), und bestand aus 25 rot-silbern geschachten Feldern, beginnend mit einem roten Feld. Das Wappenschild hat die Form eines deutschen Renaissance-Rundschilds und ist in Gold ausgeführt. Im oberen Feld des Wappenschilds ist das Kroatische Flechtwerk abgebildet. Das Wappen der HRHB findet sich erstmals bei den ersten Polizeieinheiten der Republik Kroatien (Prvi hrvatski redarstvenik), die in Kroatien und den kroatischen Gebieten Bosnien-Herzegowinas gebildet wurden und dieses von Herbst 1990 bis Anfang 1991 (noch von einem Strahlenkranz umgeben) als Mützenabzeichen trugen.[17]

Die Flagge und das Wappen der Kroatischen Republik Herceg-Bosna werden noch heute von den Kroaten in Bosnien-Herzegowina sowie offiziell in den mehrheitlich von Kroaten bewohnten Kantonen West-Herzegowina und Herceg-Bosna (Kanton 10) verwendet.

Territorium[Bearbeiten]

Die Verlauf des Bosnienkriegs vom HVO kontrollierte Gebiete (rot), unterlagen kriegsbedingt ständigen Veränderungen.

Die HR HB beanspruchte als Territorium im Wesentlichen die, gemäß der letzten Volkszählung im Jahr 1991, mehrheitlich von Kroaten bewohnten Gebiete der Herzegowina, Zentralbosniens und der nordbosnischen Posavina. Danach sollte die HR HB die folgenden 30 Gemeindebezirke umfassen: Jajce, Kreševo, Busovača, Vitez, Novi Travnik, Travnik, Kiseljak, Fojnica, Skender Vakuf-Dobretići, Kakanj, Vareš, Kotor Varoš, Tomislavgrad, Livno, Kupres, Bugojno, Gornji Vakuf, Prozor, Konjic, Jablanica, Posušje, Mostar, Široki Brijeg, Grude, Ljubuški, Čitluk, Čapljina, Neum, Stolac und Trebinje-Ravno.[18] Der Beschluss über die Errichtung der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna vom 18. November 1991 wurde von den Vertretern dieser Gemeindebezirke, mit Ausnahme von Skender Vakuf-Dobretići, Kakanj, Vareš, Kotor Varoš, Prozor und Trebinje-Ravno, unterschrieben.[19]

Kriegsbedingt unterlag das Territorium der HR HB jedoch Veränderungen und umfasste tatsächlich immer nur die Gebiete Bosnien-Herzegowinas, die jeweils unter der militärischen Kontrolle des Kroatischen Verteidigungsrates (HVO), der Armee der Kroaten in Bosnien-Herzegowina, standen.

Heute ist der Großteil des Territoriums der HR HB ein Teil der Föderation Bosnien und Herzegowina (Federacija Bosna i Hercegovina), die neben der Republika Srpska eine der beiden Entitäten Bosnien und Herzegowinas bildet.

Politische Führung[Bearbeiten]

Die politische Führung der Republik Herceg-Bosna begründete die Proklamation der Republik Herceg-Bosna als eine durch den Krieg notwendig gewordene Selbstorganisation der kroatischen Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina.

Die Entscheidungsträger der Republik Herceg-Bosna akzeptierten als einzige übergeordnete politische Instanz die kroatische Regierung in Zagreb unter dem damaligen kroatischen Staatspräsidenten Franjo Tuđman, während sie die bosnische Regierung als eine von Bosniaken dominierte Institution ablehnten.

Militär[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hrvatsko vijeće obrane
Kfz-Kennzeichen der Kroatischen Republik Herceg-Bosna (Mostar)

Der am 8. April 1992 gegründete Kroatische Verteidigungsrat (Hrvatsko vijeće obrane/HVO) war von 1992 bis 1995 die Armee der Kroaten in Bosnien-Herzegowina.

Nach Kriegsende wurden die HVO und die ABiH auf Druck der Vereinigten Staaten im Januar 1997 zu einer gemeinsamen Armee der Föderation Bosnien und Herzegowina (Vojska Federacije Bosne i Hercegovine, VFBiH) vereinigt, aber erst die neue sozialdemokratische Regierung Kroatiens unter Ministerpräsident Ivica Račan stellte die finanzielle Unterstützung für den HVO im September 2000 ein.

Kriegsverbrechertribunal[Bearbeiten]

Mehrere Verantwortliche der Republik Herceg-Bosna wurden vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien angeklagt.

Zlatko Aleksovski, der ab 1993 die Position des Kommandanten des Gefängnisses bei Kaonik innehatte, wurde am 7. Mai 1999 wegen Kriegsverbrechen zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Die Berufungskammer erhöhte die Haftdauer am 22. September 2000 auf 7 Jahre.[20]

Dario Kordić, von 1991 bis 1995 Vorsitzender der HDZ-BiH und späterer Vizepräsident der Kroatische Republik Herceg-Bosna, wurde am 26. Februar 2001 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Haft verurteilt. Im gleichen Verfahren wurde der ehemalige HVO-Kommandant der Vitez Brigade Mario Čerkez wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 15 Jahren verurteilt. Am 17. Dezember 2004 setzte die Berufungskammer seine Haftstrafe auf 6 Jahre herunter.[21]

Miroslav Bralo Mitglied der „Joker“, dem Anti-Terror-Zug des 4. Militärpolizei-Bataillon des Kroatischen Verteidigungsrates (HVO), wurde am 7. Dezember 2005 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am 2. April 2007 bestätigte die Berufungskammer das Urteil der ersten Instanz.[22]

Der Regierungschef der ehemaligen Republik Herceg-Bosna, Jadranko Prlić, dessen Verteidigungsminister Bruno Stojić, die beiden Ex-Generäle Slobodan Praljak und Milivoj Petković sowie der frühere Kommandeur der bosnisch-kroatischen Militärpolizei, Valentin Ćorić und Ex-Offizier Berislav Pušić mussten sich vor dem Kriegsverbrechertribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des bosnisch-kroatischen Konflikts 1993/94 verantworten. Die Anklageschrift warf ihnen insbesondere „gemeinsames kriminelles Vorgehen“ zur Vertreibung von Bosniaken vor. Im Mai 2013 verurteilte das Tribunal in erster Instanz Prlić zu 25, Stojić, Praljak und Petković zu je 20, Ćorić zu 16 und Pušić zu 10 Jahren Haft.[23]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kristóf Gosztonyi: Non-existent states with strange institutions. In: Jan Koehler, Christoph Zürcher (Hrsg.): Potentials of Disorder : Explaining Conflict and Stability in the Caucasus and in the Former Yugoslavia (= New approaches to conflict analysis). Manchester University Press, Manchester 2003, ISBN 9780719062414, S. 46 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Republik Herceg-Bosna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c http://www.worldstatesmen.org/Bosnia.html
  2. Die Ethnisierung der politischen Institutionen im Bürgerkrieg (1992-1995), Digitale Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
  3. Ferdo Šišić: Herceg-Bosna prigodom aneksije : Geografsko-etnografsko-historička i državopravna razmatranja. S. 41 f.
  4. Ivan Zovko: Hrvatstvo u narodnoj predaji i običajima po Herceg-Bosni (Das Kroatische in der völkischen Tradition und den Sitten von Herceg-Bosna). Hrvatske Dioničke Tiskare, Mostar 1899.
  5. Mladen Lorković: Narod i zemlja Hrvata (Volk und Land der Kroaten). Matica hrvatska, Zagreb 1939.
  6. Im Original: Franjo Tuđman: Sa perspektivom suverenosti Bosne i Hercegovine nema nekakvih izgleda. Čak kada bi se mogla održati, gospodo, Bosna i hercegovina kao posebna, što to znači? Uspostava granice… hoćemo li uspostaviti granice između Hrvatske i Hercegovine da Hrvat iz Hercegovine ne može ići u svoju Hrvatsku ili ovaj Hrvat tamo? […]. In: Predrag Lucić (Hrsg.): Stenogrami o podjeli Bosne (Stenogramme über die Teilung Bosniens). Kultura & Rasvjeta/Civitas, Split/Sarajevo 2005, S. 85.
  7. Mate Boban in einer nichtöffentlichen Sitzung am 27. Dezember 1991. Im Original: Hrvatska zajednica Herceg Bosna i Hrvatska zajednica Posavina bi se proglasile nezavisnim hrvatskim prostorom i priključile državi Hrvatskoj, ali u onom vremenu i u onom trenutku kada hrvatsko vrhovništvo odluči da je taj trenutak i to vrijeme nastupilo […]. In: Predrag Lucić (Hrsg.): Stenogrami o podjeli Bosne (Stenogramme über die Teilung Bosniens). Kultura & Rasvjeta/Civitas, Split/Sarajevo 2005, S. 80.
  8. Im Original: Ignac Koštroman: zaključci: […] 2. Hrvatska zajednica Herceg-Bosna još jednom potvrđuje volju cjelokupnog hrvatskog naroda Herceg-Bosne izražene 18. studenog 1991. godine u Grudama, donoseći povijesnu odluku o uspostavi Hrvatske zajednice Herceg-Bosna, koja predstavlja pravnu podlogu za ulazak ovih teritorija u Republiku Hrvatsku. 3. Hrvatska zajednica Herceg-Bosna daje puni legitimitet gospodinu dr. Franji Tuđmanu, kao predsjedniku Republike Hrvatske i predsjedniku Hrvatske demokratske zajednice da zastupa interese Hrvatske zajednice Herceg-Bosna kod međunarodnih čimbenika, kao i kod međustranačkih i međurepubličkih dogovaranja o utvrđivanju konačnih granica Republike Hrvatske. Hrvatska zajednica Herceg-Bosna daje preporuku Hrvatskoj demokratskoj zajednici Bosanska Posavina da donese ovakvu istu odluku za svoju zajednicu […]. In: Predrag Lucić (Hrsg.): Stenogrami o podjeli Bosne (Stenogramme über die Teilung Bosniens). Kultura & Rasvjeta/Civitas, Split/Sarajevo 2005, S. 81 f.
  9. Friedrich Jäger: Das Internationale Tribunal über Kriegsverbrechen im Ehemaligen Jugoslawien. LIT Verlag, Münster 2005, S. 84 f. (Online in der Google-Buchsuche)
  10. Gesellschaft für bedrohte Völker
  11. Tjednik vom 16. Mai 1997
  12. a b  Norman M. Naimark: Flammender Hass: ethnische Säuberung im 20. Jahrhundert. C.H.Beck, München 2004.,S.214 ff.
  13.  Peter Imbusch, Peter Imbusch,Ralf Zoll (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung: Eine Einführung. 5 Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010., S.237
  14.  Marie-Janine Calic: Krieg und Frieden in Bosnien-Hercegovina. Suhrkamp, 1995. Seite 65
  15.  Sabrina P. Ramet: Central and Southeast European Politics Since 1989. Cambridge University Press, 2010. Seite 263 f.
  16.  Paul Mojzes: Balkan Genocides: Holocaust and Ethnic Cleansing in the Twentieth Century. Rowman & Littlefield Publishers, Plymouth 2011.,S.168
  17. Mario Jareb: Hrvatski simboli (Kroatische Symbole). ALFA d.d. Hrvatski institut za povijest, Zagreb 2010, ISBN 978-953297230-6, S. 371 (kroatisch).
  18. § 2 des Beschlusses über die Errichtung der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna vom 18. November 1991
  19. Anlage des Beschlusses über die Errichtung der Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna vom 18. November 1991 mit den Unterschriften der jeweiligen Gemeindevertreter.
  20. Case information sheet: Zlatko Aleksovski. Abgerufen am 23. November 2012 (PDF; 213 kB).
  21. Case information sheet: Kordić & Čerkez. Abgerufen am 23. November 2012 (PDF; 249 kB).
  22. Case information sheet: Miroslav Bralo. Abgerufen am 23. November 2012 (PDF; 239 kB).
  23. 25 Jahre Haft für Prlic wegen Kriegsverbrechen, Schweizer Radio und Fernsehen, 29. Mai 2013