Široki Brijeg
| Široki Brijeg Широки Бријег |
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| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Staat: | Bosnien und Herzegowina | |
| Entität: | Föderation | |
| Kanton: | West-Herzegowina | |
| Koordinaten: | 43° 23′ N, 17° 36′ O43.38159722222217.593230555556Koordinaten: 43° 22′ 54″ N, 17° 35′ 36″ O | |
| Fläche: | 388 km² | |
| Einwohner: | 26.198 (2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 68 Einwohner je km² | |
| Telefonvorwahl: | +387 (0) 39 | |
| Postleitzahl: | 88220 | |
| Struktur und Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Miro Kraljević (HDZ BiH) | |
| Postanschrift: | Fra Didaka Buntića 11 88220 Široki Brijeg |
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| Webpräsenz: | ||
| Sonstiges | ||
| Stadtfest: | 15. August (Maria Himmelfahrt) | |
Široki Brijeg
anhören?/i ist die Hauptgemeinde des Kantons West-Herzegowina im Südwesten von Bosnien-Herzegowina und wird nahezu ausschließlich von Kroaten bewohnt. Die Stadt selbst zählt etwa 7.000 Einwohner, während die Gemeinde insgesamt etwa 26.000 Einwohner hat.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ortsname
Der Name der Stadt bedeutet wörtlich übersetzt: „Breiter Hügel“. Neben der meistens verwendeten ijekavischen Schreibung findet sich auch die ikavische Form Široki Brig. In älteren Karten vor 1941 ist Široki Brijeg auch unter dem Namen des heutigen Stadtteils Lise verzeichnet. So verwendeten deutsche Truppen noch im Zweiten Weltkrieg Karten auf denen der Ort so bezeichnet wurde. Die vorhandenen Militärkarten basierten auf einem kartografischen Werk Österreich-Ungarns, der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Altertum und Antike
Eine große Fülle an Funden aus illyrischer Zeit belegt, dass das Gebiet um Široki Brijeg bereits in prähistorischer Zeit sehr dicht besiedelt gewesen sein muss. Auch in der Antike, als das Gebiet zum Römischen Reich gehörte, kann man von einer Siedlungskontinuität ausgehen. Aus spätantiker Zeit konnten im Dorf Biograci die Reste eines Refugiums und im Dorf Duboko Mokro die Reste einer Basilika freigelegt werden. Die Basilika in Duboko Mokro wurde wohl mehrmals zerstört und wiedererrichtet, wobei sie vermutlich bis ins Mittelalter hinein als Gebetshaus gedient hat.
[Bearbeiten] Mittelalter und Neuzeit
Über das Mittelalter im Gebiet von Široki Brijeg ist relativ wenig bekannt. Allerdings kann von einer Besiedlung durch die im 7. Jahrhundert eingewanderten slawischen Völker ausgehen, da man kyrillische Inschriften in einigen Dörfern gefunden hat. Außerdem haben sich in der Nähe der Quelle des Flusses Lištica die Überbleibsel einer kleineren mittelalterlichen Stadt oder Festung erhalten. Mit dem Einfall der Osmanen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lösten sich die meisten mittelalterlichen Siedlungen wieder auf. Aus osmanischen Aufzeichnungen weiß man, dass sich die einheimische Bevölkerung größtenteils in die Gebirgsdörfer zurückgezogen hat. Man kann davon ausgehen, dass die Eroberer vor allem im ersten Jahrhundert ihrer Herrschaft der einheimischen christlichen Bevölkerung gegenüber vor allem Härte gezeigt haben. Bis 1563 wurden sämtliche Kirchen westlich des Flusses Neretva niedergerissen und die Mehrheit der christlichen Geistlichen vertrieben. Lediglich die Franziskanermönche haben sich dauerhaft halten können und im Verlauf der folgenden Jahrhunderte zur katholischen Prägung der Region entscheidend beigetragen.
[Bearbeiten] 19. und 20. Jahrhundert
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Die Geschichte des modernen Široki Brijeg ist eng verknüpft mit der Gründung des katholischen Klosters im Jahre 1846; es war die erste Klostergründung in der Herzegowina unter osmanischer Herrschaft. Die heutige Stadt entwickelte sich um die Jahrhundertwende entlang des Bachs Ćemer, nach dem die Siedlung zunächst auch benannt wurde. Nach der Schaffung einer Straßenverbindung nach Mostar um 1900 begann der junge Ort auch wirtschaftlich zu gedeihen; es wurden erste Läden und Gasthäuser eröffnet. Mit der Entstehung einer administrativen Verwaltung bekam die Gemeinde ihren heutigen Namen Široki Brijeg (deutsch: Breiter Hügel) verliehen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hin entwickelten sich sowohl Kloster als auch Stadt kontinuierlich weiter. Am 7. Februar 1945 marschierten die Tito-Partisanen in Široki Brijeg ein. Etwa 30 Franziskanermönche und ein bis zwei Dutzend Zivilisten wurden in den ersten Tagen nach der Einnahme hingerichtet. In den folgenden Wochen und Monaten fielen weitere 700 Menschen den Verbrechen zum Opfer. Schulen und Kloster wurden schwer verwüstet und das Inventar geraubt oder öffentlich verbrannt. Die Gemeinde wurde 1953 in Lištica umbenannt, damit der Name Široki Brijeg nicht mehr an die zeitweise Niederlage und die hohen Verluste der Partisanen in den Kämpfen um die Stadt und Region am Ende des Zweiten Weltkriegs, erinnern konnte.[1] Das Kloster behielt den alten Namen bei. Erst in den 1970er Jahren konnte das Kloster seinen aktiven Betrieb wieder aufnehmen. Am 25. Juli 1990 wurde eine Franziskanergalerie eröffnet, die heute über 1.500 Gemälde und Skulpturen vorzuweisen hat, darunter auch Werke, die noch aus dem 17. Jahrhundert stammen. Während des Bosnienkrieges war Široki Brijeg mehreren Bomben- und Raketenangriffen seitens serbischer Truppen ausgesetzt. Die Stadt selbst hatte einige Schäden davongetragen, während das Franziskanerkloster diesen Krieg schadlos überstanden hat.
[Bearbeiten] Bevölkerung
Bei der Volkszählung 1991 ergab sich für die Verbandsgemeinde folgende Bevölkerungszusammensetzung:
- Gesamt: 27.160 Einwohner
- Kroaten: 26.864 (98,91 %)
- Andere: 296 (1,09 %)
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Neben dem Hauptort Široki Brijeg gehören zur Gemeinde noch folgende Ortschaften:
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Kultur
Eine Sehenswürdigkeit ist die Tafel von Kočerin (Kočerinska ploča), ein Grabstein aus dem Jahre 1404. Der Grabstein ist heute in die Wand des Gemeindehauses von Kočerin eingemauert. Auf ihm steht in der Bosančica-Schrift, dass „[...] hier Viganj Milošević ruht, der seinen Herrn Herzog Stjepan, König Tvrtko, [...] ergeben gedient hat. [...] Ich bin so gewesen, wie ihr jetzt seid, und ihr werdet so sein, wie ich jetzt bin.“
[Bearbeiten] Sport
- Fußballverein NK Široki Brijeg
- Basketballverein HKK Široki Brijeg
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Bariša Čolak (* 1956), Justizminister von Bosnien und Herzegowina (HDZ BiH)
- Ivan Mikulić (* 1968), Sänger, lebt in Široki Brijeg
- Mladen Naletilić (* 1946), Kommandant des Sträflingsbataillons und verurteilter Kriegsverbrecher
- Gojko Šušak (1945–1998), kroatischer Verteidigungsminister (1992 - 1998)
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Ivan Dugandžić: O nastanku grada Širokoga Brijega. In: Sto godina nove crkve na Širokom Brijegu. Građevinski fakultet Sveučilišta, Mostar 2006, S. 201. -ISBN 9958-9170-4-1.
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