Larry Hagman

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Larry Hagman (2010)
Larry Hagman im Studio bei Markus Lanz

Larry Martin Hagman (* 21. September 1931 in Fort Worth, Texas; † 23. November 2012 in Dallas, Texas) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Weltberühmt wurde er durch die Rolle des Major Nelson in der Fernsehserie Bezaubernde Jeannie, zur TV-Legende machte ihn darüber hinaus die Rolle des John Ross “J.R.” Ewing in der Fernsehsaga Dallas.

Leben[Bearbeiten]

International bekannt wurde Larry Hagman, Sohn der bekannten Broadway-Schauspielerin Mary Martin, vor allem durch seine Rollen in den Fernsehserien Bezaubernde Jeannie (als Astronaut Tony Nelson) sowie zwischen 1978 und 1991 in der Familiensaga Dallas. In dieser spielte er den rücksichtslosen texanischen Ölbaron J.R. Ewing, der Intrigen gegen seinen Bruder schmiedete und seine Frau betrog. Es wurde die Rolle seines Lebens und war nach eigener Aussage das Beste, was er je im Leben gemacht hat. Dallas war bis heute die erfolgreichste Fernsehserie und Hagman der Zuschauermagnet. 300 Millionen Menschen sollen dabei zugesehen haben, wie Hagman in einem Cliffhanger als J.R. im Fernsehen niedergeschossen wurde. Diese Rolle ließ ihn allerdings nie mehr los, in der Öffentlichkeit wurde er fast ausschließlich mit J.R. Ewing identifiziert.

Er spielte unter anderem 1965 in dem Film Erster Sieg mit John Wayne und Kirk Douglas in den Hauptrollen, 1966 in Die Clique mit Candice Bergen und Hal Holbrook und 1976 in Der Adler ist gelandet mit Donald Sutherland und Michael Caine. In dem Film O’Malley, bitte melden von 1978 spielte er den an Leukämie erkrankten Polizisten O’Malley. Als Hotelgast trat er 1991 in der Erfolgsserie Ein Schloß am Wörthersee auf. Des Weiteren spielte er 1997 im Fernsehfilm Der dritte Zwilling mit Kelly McGillis und Kenneth Welsh mit. 1995 hatte er eine Nebenrolle als Ölmulti in Oliver Stones Spielfilm Nixon. 2006 war Larry Hagman der Überraschungsstar in einer Folge der Lindenstraße, in der er in einem Reisebüro einen Flug nach Dallas buchte. Außerdem hatte er eine Rolle in der Erfolgsserie Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis und 2011 einen Gastauftritt in Desperate Housewives als neuer Stiefvater von „Lynette Scavo“ (Felicity Huffman). Seit Dallas wurde Hagman überwiegend von Wolfgang Pampel synchronisiert.

Als Folge seiner langjährigen Alkoholabhängigkeit bekam er 1995 eine Leber transplantiert, die Ende 2003, Medienberichten zufolge, teilweise wieder entfernt werden musste. Hagman und seine Frau Maj engagierten sich politisch und sozial, so beispielsweise für Organspenden sowie seit dem Stromausfall am 14. August 2003, der die gesamte Ostküste der USA und Teile Kanadas lahmlegte, für eine Energiewende - Hagman als „Frontmann der amerikanischen Solarszene“.[1] Er galt als Kritiker des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Seit den 1960er Jahren war er Mitglied der links-alternativen Peace and Freedom Party.[2]

1987 brachte Hagman das Video Stop Smoking for Life heraus, das bei der Nikotinentwöhnung helfen soll. Sämtliche Profite wurden der American Cancer Society gespendet.[3] 2010 drehte er unter Regisseur Sönke Wortmann mehrere Werbespots für das deutsche Solarunternehmen SolarWorld, die zunächst in den Vereinigten Staaten gesendet wurden.[4]

Am 1. Oktober 2010 war Hagman als Überraschungsgast beim Start der offiziellen Flutung des Phoenix-Sees in Dortmund. 2011 war er neben Karima el-Mahroug und Zachi Noy einer von Richard Lugners Gästen beim Wiener Opernball. Bei der Abschlussveranstaltung der SPD vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2011 war er als Unterstützer von Klaus Wowereit auf der Bühne am Potsdamer Platz anwesend.[5]

Hagman war auch als Regisseur aktiv. 1967 gab er sein Regiedebüt und inszenierte drei Folgen der Serie Bezaubernde Jeannie. In den Jahren 1971/1972 folgten zwei Folgen der Serie Ein herrliches Leben. 1972 drehte er mit Beware! The Blob seinen einzigen Spielfilm. Es handelt sich um eine Fortsetzung zu Blob – Schrecken ohne Namen von 1958. Auch bei Dallas trat Hagman als Regisseur in Erscheinung und inszenierte von 1979 bis 1991 mehr als 30 Folgen. Seine letzten Regiearbeiten stammen aus dem Zeitraum 1992 bis 1994. Er beteiligte sich in dieser Zeit an der Serie In der Hitze der Nacht.

2011 erkrankte Hagman an Kehlkopfkrebs, laut Pressemitteilung in einer „sehr verbreitete[n] und gut behandelbare[n] Form“.[6] Am 23. November 2012 erlag er im Medical City Dallas Hospital seinem Krebsleiden. Kurz zuvor hatte er in der Neuauflage von Dallas noch einmal als J.R. Ewing mitgewirkt.[7] Für die Öffentlichkeit kam sein Tod trotz der Krebserkrankung vor allem wegen seiner anhaltenden öffentlichen Präsenz überraschend.

Hagman hatte zwei Kinder. Mit seiner zuletzt an Alzheimer erkrankten Frau Maj war er von 1954 bis zu seinem Tod 58 Jahre lang verheiratet. Er lebte auf einer Farm in Ojai im Ventura County nordwestlich von Los Angeles.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Film

  • 1964: Angriffsziel Moskau (Fail-Safe)
  • 1965: Erster Sieg (In Harm’s Way)
  • 1966: Die Clique (The Group)
  • 1970: Der Nacktstar (Up in the Cellar)
  • 1971: Der weite Ritt (The Hired Hand)
  • 1972: Beware! The Blob – auch Regie
  • 1973: Im letzten Moment (The Alpha Caper)
  • 1974: Harry und Tonto (Harry and Tonto)
  • 1974: Sie können’s nicht lassen (Sidekicks)
  • 1975: Sarah T., eine jugendliche Alkoholikerin (Sarah T. – Portrait of a Teenage Alcoholic)
  • 1976: Der Adler ist gelandet (The Eagle Has Landed)
  • 1976: C.R.A.S.H.
  • 1976: Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus (The Big Bus)
  • 1977: Das Urteil des Richters (Cry for Justice)
  • 1978: Superman
  • 1978: Die Geliebte des Präsidenten (The President’s Mistress)
  • 1978: O’Malley, bitte melden (Last of the Good Guys)
  • 1981: S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler (S.O.B.)
  • 1982: Treibjagd in den Wolken (Deadly Encounter)
  • 1986: Dallas: Wie alles begann (Dallas: The Early Years)
  • 1993: Alex III – Der Schnüffler mit der goldenen Nase (Staying Afloat)
  • 1995: Nixon
  • 1996: Dallas – J.R. kehrt zurück (Dallas: J.R. Returns)
  • 1997: Der dritte Zwilling (The Third Twin)
  • 1998: Dallas – Kampf bis aufs Messer (Dallas: War of the Ewings)
  • 1998: Mit aller Macht (Primary Colors)
  • 2010: Das Traumschiff – Indian Summer

Serie

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • mit Todd Gold: Hello Darlin’: Tall (and Absolutely True) Tales About My Life. Simon & Schuster, 2001, ISBN 0-7432-2181-8
  • Larry Hagman. Bezaubernder Bösewicht. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2003, ISBN 3-404-61530-1

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Larry Hagman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Christoph Neidlein: „In Deutschland seid Ihr so weit vorne“. In: Der Tagesspiegel. 27. April 2008
  2. Frank Siering: Paraderolle Fiesling: Larry Hagman feiert 80. Geburtstag. In: stern.de. 21. September 2011
  3. Hagmans Lebenslauf in der Internet Movie Database (englisch)
  4. Melanie Ahlemeier: Solarworld und Larry Hagman – Bösewicht macht auf Sonnenkönig. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Juli 2010
  5. Party war gestern. In: Berliner Zeitung, 20. September 2011
  6. Larry Hagman Is Battling Cancer. people.com, 14. Oktober 2011
  7. Actor Larry Hagman, notorious as ‘Dallas’ villain J.R. Ewing, dies. abgerufen am 24. November 2012