Slowakischer Nationalaufstand

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Dieser Artikel behandelt den Slowakischen Nationalaufstand während des Zweiten Weltkriegs, für die bewaffneten Feldzüge slowakischer Freiwilligenverbände während der Ungarischen Revolution 1848/1849 siehe Slowakischer Aufstand.
Slowakischer Nationalaufstand
Denkmal des Nationalaufstands in Banská Bystrica
Denkmal des Nationalaufstands in Banská Bystrica
Datum 29. August bis 28. Oktober 1944
Ort Mittelslowakei
Ausgang Niederschlagung des Aufstandes,
Übergang der Aufständischen zum Partisanenkampf
Konfliktparteien
1. tschechoslowakische Armee Tschechoslowakei (1. Armee in der Slowakei) Flag of German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich

Flag of First Slovak Republic 1939-1945.svg Slowakischer Staat

Befehlshaber
1. tschechoslowakische Armee Ján Golian
1. tschechoslowakische Armee Rudolf Viest
Flag of German Reich (1935–1945).svg Gottlob Berger
Flag of German Reich (1935–1945).svg Hermann Höfle
Flag of First Slovak Republic 1939-1945.svg Ferdinand Čatloš
Flag of First Slovak Republic 1939-1945.svg Štefan Haššík
Flag of First Slovak Republic 1939-1945.svg Otomar Kubala
Truppenstärke
60.000 Soldaten,
12.000–18.000 Partisanen[1]
50.000 deutsche[2] und
6.900–8.600 slowakische Soldaten,[3]
5.000 Hlinka-Gardisten
[4]
Verluste
3.000–7.500 Gefallene,[5] 15.000 Gefangene,[6]
4.000–5.000 zivile Opfer[7]
4.200 Gefallene,
5.000 Verwundete,
300 Gefangene[8]

Slowakischer Nationalaufstand (slowakisch: Slovenské národné povstanie, kurz SNP) ist die Bezeichnung für eine von Teilen der slowakischen Armee getragene militärische Erhebung gegen die ab 29. August 1944 beginnende Okkupation der Slowakei durch die deutsche Wehrmacht sowie gegen das slowakische Kollaborationsregime der Ludaken unter Jozef Tiso. Das Hauptgebiet des Aufstands lag in der Mittelslowakei mit der Stadt Banská Bystrica als Zentrum. Der Slowakische Nationalaufstand war neben dem Warschauer Aufstand die größte Erhebung gegen das nationalsozialistische Herrschaftssystem und seine Verbündeten in Ostmitteleuropa.

Die Aufständischen, die sich zur „1. tschecho-slowakischen Armee in der Slowakei“ zusammenschlossen, standen unter dem Oberbefehl einer Militärzentrale des oppositionellen Slowakischen Nationalrats, welcher mit der tschechoslowakischen Exilregierung in London in Verbindung stand. Unterstützt wurde der Aufstand zusätzlich durch sowjetische und slowakische Partisaneneinheiten und Freiwillige aus 30 verschiedenen Nationen. Der Aufstand dauerte bis zum 28. Oktober 1944, als die militärische Führung der Aufständischen nach dem Fall von Banská Bystrica den offenen Kampf gegen die Wehrmacht aufgab und zum reinen Partisanenkampf überging, den sie bis zur Befreiung der Slowakei durch die Rote Armee im April 1945 fortsetzte.

Nach der Machtergreifung der Kommunisten in der Tschechoslowakei 1948 wurde der Slowakische Nationalaufstand von diesen stark ideologisiert und ihr Anteil am Aufstand von der offiziellen tschechoslowakischen Geschichtsschreibung überbewertet. Der bürgerliche Widerstand dagegen, deren Vertreter nach 1948 von der kommunistischen Führung verfolgt wurden, erfuhr eine Vernachlässigung. Mit der Wende 1989 setzte in der Slowakei ein Prozess der Neubewertung ein. Der 29. August ist in der heutigen Slowakei ein Staatsfeiertag.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Innen- und außenpolitische Lage[Bearbeiten]

Die Zerschlagung der Tschechoslowakei 1938–39
Der Slowakische Staat in Europa (1942)
Staatspräsident und Parteichef Tiso bei Hitler in Salzburg 1940

Am 14. März 1939 erklärte der slowakische Landtag unter starkem Druck des Dritten Reiches die Unabhängigkeit von der Tschecho-Slowakischen Republik und rief den unabhängigen Slowakischen Staat aus.[9] Die politische Entwicklung der Slowakei wurde in den folgenden sechs Jahren von ihrem Status als „Schutzstaat“ des Deutschen Reiches bestimmt.[10] Im zwischen dem Slowakischen Staat und dem Deutschen Reich am 23. März 1939 geschlossenen „Schutzvertrag“ verpflichtete sich die Slowakei, ihre Außenpolitik und den Aufbau ihrer Armee „im engen Einvernehmen“ mit dem Deutschen Reich zu betreiben und der Wehrmacht eine „Schutzzone“ im Westteil des Landes zur Errichtung militärischer Anlagen und Garnisonen zur Verfügung zu stellen. Im zusätzlich geschlossenen „Vertraulichen Protokoll über wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit“ sicherte sich Deutschland auch seine Interessen gegenüber der slowakischen Wirtschaft. Als Gegenleistung verpflichtete sich das Deutsche Reich zum „Schutz der politischen Unabhängigkeit des Slowakischen Staates und der Integrität seines Gebietes“.[11]

Dennoch galt die Unabhängigkeit der Slowakei zum Zeitpunkt der Staatsgründung noch längst nicht als gesichert. Wie flexibel das Deutsche Reich zu seinen Schutzverpflichtungen stand, zeigte sich bereits kurz nach der Unabhängigkeit, als die Slowakei von ungarischen Truppen überfallen wurde und anschließend ostslowakische Gebiete an Horthys Ungarn abtreten musste. Berlin gewährte der Slowakei in diesem Konflikt keinen Schutz, sondern übernahm lediglich die Rolle eines Vermittlers. Tatsächlich war sich die deutsche Führung noch einige Monate nach der Formierung des Slowakischen Staates über dessen Fortbestand im unklaren und betrachtete ihn als Tauschobjekt bei Verhandlungen mit Ungarn und Polen. Da nur die deutsche Regierung eine Bestandsgarantie für den unabhängigen Staat abgeben konnte, war unter slowakischen Politikern daher Wohlverhalten und Willfährigkeit angesagt, um den Schutz durch das Deutsche Reich nicht zu gefährden.[12]

Regiert wurde der Slowakische Staat von einem Einparteienregime der diktatorisch herrschenden Ludaken, welches von Historikern – mit Verweis auf die enge Verflechtung zwischen Regierung und katholischem Klerus – u. a. entweder als klerikal-autoritär[13] oder klerikal-faschistisch[A 1] eingestuft wird. Die slowakische Verfassung vom Juli 1939 orientierte sich eher an den Verfassungen von Salazars Portugal und Dollfuß' Österreich als an der Diktatur der Nationalsozialisten.[14] Die innenpolitische Situation der Slowakei war von 1939 bis 1942 von einem Machtkampf zwischen dem Staatspräsidenten und Parteichef Jozef Tiso auf der einen und dem Ministerpräsidenten und Außenminister Vojtech Tuka auf der anderen Seite bestimmt. Während Tuka sich aus seiner Begeisterung für den Nationalsozialismus in ein freiwilliges Weisungsverhältnis zum Dritten Reich begab, war es das Bestreben Tisos, die slowakische Gesellschaft von deutscher Einflussnahme abzuschirmen. Dafür war Tiso aber bereit im Bereich der Wirtschaft, der militärischen Beteiligung an den Kriegen gegen Polen und die Sowjetunion wie auch in der Deportation der slowakischen Juden zu kooperieren.[15] 1942 konnte Tiso durch die Einführung des Führerprinzips Tuka und dessen radikalen Parteiflügel entmachten und in weiterer Folge eine Präsidialdiktatur errichten.[16]

Auf der internationalen politischen Szene etablierte sich der Slowakische Staat trotz seiner eingeschränkten Souveränität zunächst relativ erfolgreich. Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlangte er die De-jure- bzw. De-facto-Anerkennung durch 18 Staaten,[17] darunter auch Großbritannien (de facto, 4. Mai 1939) und Frankreich (de facto, 14. Juli 1939).[18] Nach dem Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 folgte auch bald die De-facto- und die De-jure-Anerkennung durch die Sowjetunion.[19] Insgesamt wurde der Slowakische Staat im Laufe seiner Existenz von 27 Staaten anerkannt.[20]

In Folge des Salzburger Diktats von 1940 kam es zu einer noch engeren Bindung an das Deutsche Reich.[21] Im November 1940 trat die Slowakei den Achsenmächten bei, was im Juni 1941 zur slowakischen Kriegserklärung gegenüber der Sowjetunion und im Dezember 1941 gegenüber Großbritannien und den USA führte. Durch ihre Unterstützung des Dritten Reiches geriet die Slowakei in immer größere internationale Isolation und reduzierte ihre Chancen auf eine mögliche Nachkriegsexistenz, insbesondere als die Alliierten 1941 die Wiederherstellung der Tschechoslowakei als eines ihrer Kriegsziele annahmen.[22] Da die Alliierten nun keine unabhängige Slowakei nach dem Krieg anerkennen würden, stellte sich nicht mehr die Frage, ob die Slowakei wieder ein Teil der Tschechoslowakei würde, sondern nur unter welchen Bedingungen.[23]

Kollaborationsregime und Bevölkerung[Bearbeiten]

Flagge der Ludaken als slowakischer Staatspartei 1938–1945
Ministerpräsident und Außenminister Tuka bei Hitler 1941

Die Ludaken der regierenden Hlinka-Partei waren bereits seit 1925 die stärkste politische Kraft in der Slowakei, erhielten jedoch innerhalb der Tschechoslowakei nie mehr als ein Drittel der slowakischen Wählerstimmen.[A 2] Im Herbst 1938 übernahmen sie die autonome slowakische Landesregierung und setzten bis Dezember 1938 eine Einparteiendiktatur durch, in der nur die politischen Vertretungen der deutschen und ungarischen Minderheit bestehen blieben.[24] Die anderen bürgerlichen Parteien wurden zur Zwangsvereinigung mit der Hlinka-Partei gedrängt, linke und jüdische Parteien wurden verboten. Die Pressezensur wurde eingeführt und ein Konzentrationslager für tatsächliche oder vermeintliche Regimegegner in Ilava eingerichtet.[25] Die Entstehung des Slowakischen Staates betrachteten viele Ludaken – trotz dessen Mängel und staatsrechtlicher Einschränkungen – als Vollendung der slowakischen nationalemanzipatorischen Bestrebungen.[26]

Aber auch der überwiegende Teil der slowakischen Bevölkerung nahm zu seinem neuen Staat zumindest in den ersten Jahren seines Bestehens eine ausgesprochen positive Haltung ein. Im Gegensatz zum tschechischen Protektorat war der Slowakei eine deutsche Besetzung erspart geblieben, innen- und kulturpolitisch blieb sie weitgehend autonom. Die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten wurde als erträglich angesehen und die Wirtschaft profitierte vom Krieg in hohem Maße. Auch das Schulwesen, Wissenschaft und Kultur erlebten einen Aufschwung. Bis zum Spätsommer 1944 herrschten in der Slowakei bessere Verhältnisse als in den benachbarten Ländern Mitteleuropas, sodass sich die slowakische Regierung jahrelang auf eine breite Toleranz oder gar Zustimmung der Bevölkerung zu ihren Maßnahmen stützen konnte.[27] Unzufrieden mit der Regierung waren vor allem die Vertreter und Mitglieder der evangelischen Kirche. Sie machten etwa 17 % der slowakischen Bevölkerung aus, waren traditionell tschechoslowakisch orientiert und fühlten sich vom katholisch dominierten Ludakenregime als Bürger zweiter Klasse behandelt. Seit Dezember 1938 waren im slowakischen Landtag nur noch vier Lutheraner vertreten, in die Regierung und den weiteren Vorsitz der Hlinka-Partei schaffte es nur ein Evangelischer, Verteidigungsminister Ferdinand Čatloš.[28]

Zur Verstimmung der slowakischen Bevölkerung trugen die sehr unpopulären Kriege gegen die slawischen Staaten Polen und Sowjetunion bei, an denen sich die Slowakei mit eigenen Truppen beteiligte,[29] sowie die Einrichtung deutscher Berater-Positionen in den slowakischen Ministerien, die einseitige Orientierung an Hitlers Deutschland und der übertriebene Nationalismus.[30] Auf breite gesellschaftliche Abneigung stieß später die Judenpolitik des slowakischen Regimes.[31] Nach dem Salzburger Diktat 1940 setzte der erstarkte radikale Parteiflügel der Ludaken von Ministerpräsident Tuka eine rapide Radikalisierung der sogenannten „Lösung der Judenfrage“ durch. Der von der Regierung im September 1941 erlassene Judenkodex vollzog den Übergang von der bis dahin üblichen religiösen zur rassischen Beurteilung der Judenfrage und zählte zu den schärfsten antisemitischen Gesetzen Europas.[32] Auf die Initiative Tukas hin wurden dann von März bis Oktober 1942 zwei Drittel der slowakischen Juden (etwa 58.000) in deutsche Vernichtungslager deportiert; von ihnen überlebten nur wenige Hundert.[33]

Nach dem Umschlagen der Kriegslage im Winter 1942/43 nahm die Unruhe innerhalb der Slowakei zu.[34] Im Jahr 1943 erreichten die wichtigen Nachrichten von deutschen Niederlagen (Stalingrad, Kursk, Ausstieg Italiens aus dem Krieg) und der sich nähernden deutschen Gesamtniederlage das Land. Unter dem Eindruck der Siege der Roten Armee, aber auch der sich verbreitenden Nachrichten über nationalsozialistische Kriegsverbrechen in der Sowjetunion, wuchs eine Welle der Russophilie und Slawophilie in der slowakischen Gesellschaft.[35] So bot die Slowakei im Frühjahr 1944 nach außen hin das Bild einer „Oase des Friedens“, im Inneren hatten sich jedoch grundlegende Veränderungen und ein radikaler Stimmungsumschwung in allen Schichten der Bevölkerung vollzogen.[36] Nicht zuletzt der Wandel an der militärischen Front trug dazu bei, dass die anwachsende unruhige und unzufriedene Stimmung in der Slowakei ab Ende 1943 Schritt für Schritt in eine oppositionelle, Mitte des Jahres 1944 in eine revolutionäre Stimmung überging. Dies schuf die Voraussetzungen dafür, dass der politische Widerstand der antifaschistischen Opposition nach fünfjähriger Passivität zu aktiven Handlungen überzugehen vermochte.[37]

Widerstandsgruppen und Bildung des Slowakischen Nationalrates[Bearbeiten]

Edvard Beneš, 1940–45 Präsident der tschechoslowakischen Exilregierung in London
Gustáv Husák, führender Funktionär der slowakischen Kommunisten als späterer tschechoslowakischer Staatspräsident

Wie auch in mehreren anderen Ländern gab es in der Slowakei zwei verschiedene Hauptlinien des politischen Widerstandes – eine kommunistische und eine nichtkommunistische. Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ) wurde 1938 als überhaupt erste Partei verboten und somit in die Illegalität gedrängt. Nach der Entstehung des Slowakischen Staates kam es zu einer Verselbstständigung der slowakischen Kommunisten, wodurch die Kommunistische Partei der Slowakei (KSS) entstand. Die Führung der tschechoslowakischen Kommunisten setzte sich nach Moskau ab.[38]

Die slowakischen Kommunisten waren von Anfang an die wesentliche Widerstandskraft in der Slowakei und wurden als solche auch am heftigsten verfolgt.[39] Tätig wurden sie zunächst durch die Herausgabe von illegalen Schriften und die Koordination von Streiks.[40] Ihre Einstellung zur slowakischen Unabhängigkeit und der Tschechoslowakei durchlief mehrere Wandlungen und war abhängig von der offiziellen Politik Moskaus. Bis zur Anerkennung der Slowakei durch die Sowjetunion am 16. September 1939 befürwortete die Parteiführung die Wiederherstellung der Tschechoslowakei, danach akzeptierte sie die Idee einer eigenständigen Slowakei. Nach 1940 machten die slowakischen Kommunisten wiederum die Gründung einer „Slowakischen Sowjetrepublik“ zu ihrem Parteiprogramm. Erst als Stalin 1941 die tschechoslowakische Exilregierung Edvard Beneš' anerkannte, akzeptierte die KSS die Wiederherstellung der Tschechoslowakei, forderte aber deren Föderalisierung.[41]

Der bürgerliche und sozialdemokratische Widerstand stand mit der tschechoslowakischen Auslandsbewegung in Verbindung und baute Kontakte zum tschechischen Widerstand im Protektorat auf.[42] Seit der Entstehung der unabhängigen Slowakei im März 1939 bildeten Beamte und Politiker, die weiterhin loyal zur Tschechoslowakei und zu Beneš standen, Widerstandsgruppen. Sie sammelten Intellektuelle aus Militär und Politik und verhalfen tschechischen Flüchtlingen aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (meist Beamten und Widerstandskämpfern) zur Flucht über die Slowakei auf den Balkan und dann nach Westen. Alle diese Gruppen lehnten die Idee einer unabhängigen Slowakei ab und befürworteten die Wiederherstellung der Tschechoslowakei.[43]

Die bedeutendste unter den nichtkommunistischen Widerstandsgruppen waren die mehrheitlich evangelischen Agrarier.[44] Das Verhältnis zwischen den slowakischen Agrariern und Beneš war jedoch komplex, was daran lag, dass die Exilregierung an der Idee einer einheitlichen tschechoslowakischen Nation festhielt – eine Position, welche die Agrarier für inakzeptabel hielten.[45] Die slowakischen Agrarier gingen in ihren Vorstellungen über eine erneuerte Tschechoslowakei nicht mehr vom Prager Zentralismus und einer einheitlichen tschechoslowakischen Nation aus. Die Mehrheit von ihnen war für das Respektieren der slowakischen nationalen Eigenständigkeit, woraus sie auch angemessene Änderungen bei der staatsrechtlichen Stellung der Slowakei ableiteten.[46]

Vor 1943 kam es aufgrund von unterschiedlichen Zielsetzungen, mangelnder Koordination und einer fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung zu keiner planmäßigen Zusammenarbeit zwischen den Widerstandsgruppen. Erst aufgrund der Annäherung zwischen der tschechoslowakischen Exilregierung und der Sowjetunion sowie des Kriegsverlaufs, der den Einfluss der Sowjetunion in Ostmitteleuropa steigen ließ, setzte auch im slowakischen Widerstand ein Wandel ein. Im Jahr 1943 begannen die junge Generation der Kommunisten, geführt von Gustáv Husák, und die jungen Agrarier unter Ján Ursíny über ein gemeinsames Programm zu verhandeln. Im Dezember 1943 kam es zum „Weihnachtsabkommen“ zwischen dem „sozialistischen Block“ (Kommunisten und Sozialdemokraten) und dem „bürgerlichen Block“ (hauptsächlich Agrarier). Darin einigte man sich auf die Planung eines Aufstands und die Bildung eines „Slowakischen Nationalrats“ als oberstem Gremium des illegalen Widerstands, welcher aus drei Kommunisten (Gustáv Husák, Ladislav Novomeský, Karol Šmidke) und drei Nichtkommunisten (Ján Ursíny, Jozef Lettrich, Matej Josko) bestand. Vereinbart wurde die Bekämpfung des Tiso-Regimes und der deutschen Vorherrschaft sowie die Wiedererrichtung der Tschechoslowakei als eine demokratische Föderation von zwei Nationalstaaten, in der Tschechen und Slowaken als gleichwertige Partner leben sollten. Zudem wurde die politische Annäherung an die Sowjetunion angestrebt.[47]

Slowakische Armee und Golians Militärzentrale[Bearbeiten]

Slowakische Soldaten an der Ostfront 1942 bei ihrer Auszeichnung durch Verteidigungsminister Čatloš.
Kriegsadler der slowakischen Armee 1939–1945.

Die oppositionellen Repräsentanten waren sich darüber im Klaren, dass die Realisierung jedweden Umsturzes oder Aufstandes ohne die Armee undenkbar war. Von diesem Standpunkt aus war für den Erfolg der Aktion vor allem die Einbindung des Generals- und Offizierskorps entscheidend.[48] Die slowakische Armee war aus den Trümmern der alten tschechoslowakischen Armee entstanden, in der aufgrund der tschechischen Dominanz nur wenige Slowaken bis zum Offiziersrang aufgestiegen waren. Das slowakische Offizierskorps wurde – nachdem die Soldaten tschechischer, ungarischer oder karpato-ukrainischer Nationalität demobilisiert worden waren – in den Jahren 1939 bis 1942 aufgebaut. Die zentrale Rolle beim Aufbau der Armee spielte Ferdinand Čatloš, der nach der Gründung der selbstständigen Slowakei General, Verteidigungsminister und Oberbefehlshaber in einer Person wurde.[49]

Die slowakische Armee wurde jedoch keine zuverlässige Machtstütze des Ludakenregimes.[50] Im Allgemeinen war das slowakische Militär westlich orientiert, die ehemaligen tschechoslowakischen Offiziere waren im Geiste der demokratischen Traditionen der Masaryk-Tschechoslowakei erzogen worden. Den Kommunismus und auch eine Orientierung an der Sowjetunion lehnte man ab, die Kommunistische Partei hatte praktisch keinen Einfluss auf Armee, Polizei und Gendarmerie.[51] Die slowakische Armee war formell selbstständig, jedoch hatte das slowakische Regime vor allem mit dem Wehrwirtschaftsvertrag von 1939 und der Installierung der Deutschen Industriekommission 1943 wichtige Gestaltungsbereiche aufgeben müssen.[52] Dem deutschen Drängen nach einer Mitwirkung am Überfall auf Polen hatten slowakische Politiker nicht zuletzt in der Erwartung stattgegeben, dadurch weitere Gebietsabtretungen an Ungarn verhindern und zudem die infolge des Münchner Abkommens 1938 an Polen verlorengegangenen Gebiete zurückgewinnen zu können.[53] Da es aber Slowaken aller politischer Lager zuwider war, das nahverwandte polnische Volk gemeinsam mit den Deutschen anzugreifen, kam es in vielen slowakischen Städten zu Meutereien slowakischer Soldaten.[54]

Nach der Kriegserklärung gegenüber der Sowjetunion 1941 wurde eine Armee von 60.000 Mann an die Ostfront entsandt.[55] Bis zum Frühjahr 1943 war die Zuverlässigkeit der slowakischen Einheiten in deutschen Augen zufriedenstellend gewesen, während des gesamten Jahres 1942 waren nicht mehr als 210 slowakische Soldaten zur Sowjetarmee oder zu den Partisanen übergelaufen. Seit Anfang 1943 jedoch, nach der Katastrophe von Stalingrad, steigerte sich die Zahl der slowakischen Überläufer sprunghaft.[56] Nach zwei Massendesertionen slowakischer Truppen zu den Sowjets und ukrainischen Partisanen im Oktober 1943 erwiesen sich die slowakischen Verbände für weitere Kampfhandlungen an der deutschen Ostfront als unbrauchbar.[57]

Das Beispiel der slowakischen Soldaten an der Ostfront, vor allem aber die gesamte militärpolitische Situation und die Situation in der Slowakei führte zu einer tiefen Differenzierung unter den Kader-Offizieren der slowakischen Armee. Nach außen hin war die slowakische Armee noch immer der Regierung Tiso gegenüber loyal, sie war aber von unzufriedenen Offizieren und Soldaten durchsetzt. Die aktivste und einflussreichste Widerstandsgruppe innerhalb der Armee bildete eine Offiziersgruppe um vier Unteroffiziere, unter welchen sich auch Oberstleutnant Ján Golian befand.[58] Dieser wurde im Januar 1944 per Dienstversetzung zum Kommando des Feldheeres nach Banská Bystrica berufen, wo er die exponierte Funktion eines Stabschefs innehielt. Diese Position innerhalb der slowakischen Armee eröffnete Golian große Möglichkeiten für die Bildung eines konspirativen Netzes in den Garnisonen. Vor diesem Hintergrund wurde Golian im März 1944 von Exilpräsident Beneš mit der vorübergehenden Führung der militärischen Aktionen in der Slowakei betraut.[59]

Unmittelbar nach Golians Ernennung durch Beneš unternahm der illegale Slowakische Nationalrat Schritte, um ihn für die eigene Plattform zu gewinnen.[60] Durch die Kontaktaufnahme mit der Armee sowie die Unterordnung der pro-demokratischen Offiziersgruppe von Golian setzte sich der Slowakische Nationalrat endgültig gegenüber anderen oppositionellen politischen Gruppierungen durch.[61] Am 27. April 1944 wurden nach einer Besprechung in Bratislava zwei für den Aufstand zentrale Institutionen geschaffen: ein „Militärrat“ beim Slowakischen Nationalrat, dem Golian und ein weiterer slowakischer Offizier angehörten, und eine „Militärzentrale“ als oberstes Kommando-Organ einer illegalen Aufstandsarmee, deren Befehlshaber Oberstleutnant Golian wurde.[62]

Aufstandsplanungen und Diplomatie[Bearbeiten]

General Ferdinand Čatloš, slowakischer Verteidigungsminister 1939–1944.
Gebietsgewinne der Sowjets bis 19. August 1944.
Gedenkstatue von Karol Šmidke in Bratislava.

Nach der Gründung der illegalen Militärzentrale am 27. April 1944 ging die Initiative bei den Aufstandsvorbereitungen vollends vom Slowakischen Nationalrat auf die slowakische Armee über.[63] Da Golian seit Januar 1944 an Banská Bystrica gebunden war, trat in den darauffolgenden Aufstandsvorbereitungen das Kommando des Feldheeres in Banská Bystrica in den Vordergrund.[64] Die Militärzentrale ging nun in den Monaten Mai, Juni und Juli 1944 daran, alle notwendigen Vorbereitungen für einen bewaffneten Aufstand zu treffen. Es galt die führenden Kommandostellen und Stäbe mit zuverlässigen Offizieren zu besetzen und allgemeine Richtlinien für die Truppenteile im Falle eines Aufstands herauszugeben. Man ging daran, starke Truppeneinheiten im mittelslowakischen Dreieck Banská Bystrica-Brezno-Zvolen zu konzentrieren. Es war ein Gebiet, das man auf jeden Fall halten zu können glaubte, das aber auch hervorragend geeignet war, um einen unbemerkten Aufmarsch für militärische Aktionen zu vollziehen.[65]

Sowohl in der West- als auch in der Ostslowakei befanden sich die slowakischen Verbände unter deutscher Beobachtung. In Bratislava saß die deutsche Militärmission, unmittelbar nordwestlich davon erstreckte sich die sogenannte deutsche Schutzzone mit Hauptstützpunkt Malacky. Die Ostslowakei wiederum war seit August 1944 auf Wunsch des Oberkommandos der Wehrmacht zum Operationsgebiet erklärt worden, in dem die Deutschen freies Durchmarschrecht genossen. So ergab es sich von selbst, dass die gebirgige Mittelslowakei zum Glacis der militärischen Verschwörung wurde.[66]

Fast parallel mit, jedoch unabhängig von den Bemühungen der Militärzentrale, einen militärischen Aufstandsplan herauszuarbeiten, entwickelte auch der slowakische Verteidigungsminister Ferdinand Čatloš einen eigenen Umsturzplan. Aufgrund der veränderten Kriegslage hatte Čatloš bereits seit 1943 einen Frontwechsel erwogen, Staatschef Tiso band er in seine Pläne aber nicht mit ein.[67] Anfang 1944 schlug Čatloš die Bildung einer Ostslowakischen Armee[A 3] vor, die als eine der Säulen des zukünftigen Umsturzes fungieren sollte. Čatloš' Vorschlag wurde sowohl vom staatlichen Verteidigungsrat als auch von der deutschen Führung gebilligt. Mit der Absicherung der nordöstlichen slowakischen Grenze durch das heimische Heer wollte Čatloš einer Besetzung dieses Gebietes durch deutsche Einheiten zuvorkommen, auf welche er keinerlei Einfluss gehabt hätte und die den Durchgang der Roten Armee in den Karpaten blockiert hätten.[68]

Čatloš plante, im geeigneten Augenblick die Regierung Tiso zu stürzen, eine Militärdiktatur zu errichten und die Slowakei auf die sowjetische Seite zu führen. Zum Unterschied vom Slowakischen Nationalrat schlug er aber vor, über den künftigen Status der Slowakei erst nach dem Krieg zu entscheiden.[69] Sowohl der Aufstandsplan der Militärzentrale wie auch Čatloš' Umsturzplan rechneten grundsätzlich mit der Ausnutzung der Ostslowakischen Armee zur Öffnung der Grenzen in den Karpaten und der Durchlassung der Roten Armee auf slowakisches Gebiet.[70] Der Aufstandsplan der Militärzentrale war seit Juli 1944 Gegenstand fortdauernder Aufmerksamkeit und fachlicher Unterstützung des tschechoslowakischen Verteidigungsministeriums in London, Čatloš' Umsturzplan hingegen war politisch nicht an die Exilregierung gebunden (die von Čatloš nicht anerkannt wurde) und blieb bis Ende Juli 1944 nur einem engen Kreis von Eingeweihten bekannt.[71]

Abgesehen von den beiden sogenannten Frontverbänden (1. Infanteriedivision in Rumänien und Baubrigade in Italien) war die slowakische Armee im Aril 1944 faktisch dreigeteilt. In der Westslowakei, in Bratislava und weiterer Umgebung, befanden sich die Reste des Verteidigungsministeriums unter General Čatloš, die Garnison von Bratislava mit ca. 8.000 Soldaten sowie weitere Verbände mit Stärke von etwa 8.000 Mann, davon die Hälfte „Militärisches Arbeitskorps“. In der Mittelslowakei, in Banská Bystrica und Umgebung, konzentrierte sich rund um das Oberkommando der Landtruppen unter General Turanec Ersatz- und Ausbildungseinheiten von ca. 14.000 Mann, zuzüglich 4.000 Mann vom „Militärischen Arbeitskorps“. In der Ostslowakei schließlich bezog die Ostslowakische Armee Stellung, die die beiden aktiven Infanteriedivisionen Nr. 1 und Nr. 2 mit 24.000 Mann umfasste. Diese konnten – mit Waffen und Geräten aus neuester deutscher Produktion ausgerüstet – als die Elite der slowakischen Streitkräfte betrachtet werden.[72]

Besonders wichtig war es, den Zeitpunkt für den Ausbruch des Aufstandes festzulegen. Ende Juli 1944 war die sowjetische Armee in einem schmalen Keil bis zur Weichsel bei Warschau vorgedrungen und beschleunigte dadurch den Ausbruch des Warschauer Aufstands am 1. August. Die Sowjets drangen aber dann nicht weiter nach Polen vor und ermöglichten so den Deutschen, den Warschauer Aufstand niederzuschlagen. Der Slowakische Nationalrat wollte den Aufstand mit dem Vorstoß der Sowjets koordinieren und beschloß daher, eine Delegation in die Sowjetunion zu entsenden. Der Delegation, die aus Karol Šmidke und einem slowakischen Offizier bestand, gelang es am 4. August mit einem Flugzeug in der Ukraine zu landen. Bei sich trug sie sowohl den Aufstandsplan der Militärzentrale wie auch den Umsturzplan von General Čatloš („Čatloš-Memorandum“), der ihnen das Flugzeug zur Verfügung gestellt hatte und über die Delegation ebenfalls Kontakt mit den Sowjets aufnehmen wollte. Sie wurden zum Hauptquartier des Befehlshabers der 4. Ukrainischen Front, General Iwan Jefimowitsch Petrow, geleitet, wo sie zunächst verhört und danach zu weiteren Verhören nach Moskau entsandt wurden. Am 5. September gestattete man ihnen, in die Slowakei zurückzukehren, jedoch ohne Hinweise auf die sowjetischen Operationspläne oder eine Zusage, den Aufstand zu unterstützen, erhalten zu haben.[73]

Die Militärzentrale setzte ihre Vorbereitungen für den Aufstand fort, während sie gleichzeitig auf die Rückkehr der beiden Gesandten sowie die Ankunft der sowjetischen Armee wartete. Unter dem Vorwand „einer verstärkten Beteiligung der slowakischen Armee im Kampfe gegen die Sowjets“ konnte sie durchsetzen, dass die Regierung Tiso eine Verordnung erließ, die weitere Altersgruppen mobilisierte. Unter demselben Vorwand wurden stillschweigend einige Einheiten der Armee in das strategisch wichtige Dreieck des Aufstandes versetzt. Schließlich transportierte die Militärzentrale Kriegsvorräte, Lebensmittel und Medikamente in das zu verteidigende Dreieck unter dem Vorwand, diese aus den der Bombardierung durch die Alliierten ausgesetzten Gebieten (insbesondere Bratislava) zu entfernen.[74] Bis Juni 1944 verfügte die Mittelslowakei über Lebensmittelvorräte für volle drei Monate, 1,3 Millionen Liter Benzin in verschiedenen Lagerzentren und 3,54 Milliarden Slowakische Kronen in der Bank von Banská Bystrica.[75]

Störfaktor Partisanenbewegung und Zuspitzung der Lage[Bearbeiten]

Klement Gottwald, tschechoslowakischer KP-Chef und späterer Diktator der Tschechoslowakei.

Nach dem Fiasko bei der versuchten Koordinierung des Aufstandsplans mit Moskau komplizierte sich die Lage auch in der Slowakei selbst. Diese Tatsache hing ebenfalls mit den Sowjets bzw. den von ihnen entsandten Partisanen zusammen. Die Partisanenbewegung in der Slowakei äußerte sich in zwei Formen – einer heimischen und einer importierten, wobei letztere eindeutig bedeutender war.[76] Die ersten heimischen Versuche zur Bildung bewaffneter Gruppen in den Wäldern gab es bereits 1942, wozu vor allem die slowakischen Kommunisten aufriefen. Die im Bergland der mittleren und nördlichen Slowakei gebildeten Partisanenverbände setzten sich aus Deserteuren der slowakischen Armee, entflohenen Kriegsgefangenen, verfolgten Juden sowie slowakischen und auch karpatendeutschen Regierungsgegnern zusammen. Das Partisanentum nahm jedoch in der ersten, für Deutschland und das slowakische Regime „siegreichen“ Periode, keine Massenform an und die bewaffneten Gruppen waren von er Bevölkerung isoliert. Eine echte Partisanenbewegung entwickelte sich in der Slowakei erst ab August 1944.[77]

Im Mai 1944 schloss Klement Gottwald, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei in Moskau, mit Nikita Chruschtschow, dem damaligen Generalsekretär der ukrainischen Kommunisten, ein Übereinkommen, wonach die Partisanenbewegung der Tschechoslowakei der ukrainischen Partisanenbewegung, die von Kiew aus geleitet wurde, unterstellt wurde. Von den Sowjets trainierte Gruppen wurden als Fallschirmspringer über der Slowakei abgesetzt und einige Partisanen gelangten auch über Ostpolen ins Land. Den ersten sowjetischen Fallschirmverband sandte das Ukrainische Partisanenkommando in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 1944 unter Leutnant Piotr A. Welitschko in die Slowakei, um die Führung über die slowakische Partisanenbewegung zu übernehmen und ihren Kadern mit erfahrenen sowjetischen Partisanenkämpfern Verstärkung zu bringen.[78] Mit zunehmender Aktivität, vor allem Sabotageakte und Überfälle auf Polizeistationen, fanden die Partisanen immer mehr Zulauf und sollen zeitweise bis zu 18.000 Mann gezählt haben.[79]

Das Verhältnis zwischen den Partisanen und dem Slowakischen Nationalrat war alles andere als ideal. Ungeachtet wiederholter Warnungen des Slowakischen Nationalrats und der Militärzentrale, dass die slowakische Armee sich für einen großen Aufstand vorbereite und dafür alle funktionierenden Kommunikationsrouten benötigt, zerstörten die Partisanen weiterhin Straßen, Eisenbahnen und Brücken. Sie attackierten auch in der Slowakei lebende Deutsche, sowie Personen, die aktiv im Partei- und Staatsapparat der Ludaken waren.[80] Die zunehmenden Partisanenaktionen störten die Putschvorbereitungen und lenkten die Aufmerksamkeit der slowakischen und deutschen Dienststellen auf das Zentrum der Verschwörung in der Mittelslowakei.[81] Warnungen seitens des Slowakischen Nationalrats, dass solche Aktionen zu einer deutschen Besetzung der Slowakei und damit zu einem verfrühten Ausbruch des Aufstands führen könnten, wurde von den Partisanen keine Beachtung geschenkt.[82]

Neben dem Partisanenproblem zeichnete sich ab Mitte August auch die Tendenz ab, dass immer größere Teile der slowakischen Armee nicht nur mit der Befreiungsorganisation sympathisierten, sondern auch zu dieser überliefen. Obwohl der neue Oberbefehlshaber des Heeres, General Turanec, am 26. August mit repressiven Maßnahmen die Autorität der Regierung wiederherzustellen versuchte, erfolgte der Schritt zu spät, da die politische Führung in Bratislava längst die Loyalität der Armee verloren hatte.[83] Die Aktivitäten der häufig von der Sowjetunion unterstützten Partisanen und die immer mehr als unzuverlässig eingeschätzte slowakische Armee machten die Slowakei zu einem Unsicherheitsfaktor innerhalb des deutschen Hegemonialbereichs.[84]

Da die von der slowakischen Regierung getroffenen Vorkehrungen gegen die Partisanen nicht nur wirkungslos blieben, sondern die Widerstandsgruppen vielmehr ihre Aktionen gegen die deutsche Minderheit und die bewaffneten Kräfte des Deutschen Reiches steigerten, sah sich der deutsche Gesandte in Bratislava, Hanns Ludin, gezwungen um die Entsendung von Wehrmachtseinheiten zur Bekämpfung der Partisanen nachzusuchen.[85] Die militärische Lage an allen Kriegsschauplätzen ließ jedoch vorerst kein Eingreifen der Wehrmacht zu und nach einer vorübergehenden Beruhigung der Lage nahm Ludin auch am 27. August sein Gesuch um die Entsendung deutscher Truppen zurück, da die politische Situation eine solche Maßnahme nicht mehr zu rechtfertigen schien. Daraufhin ereignete sich in der Nacht vom 27. auf den 28. August in der mittelslowakischen Stadt Martin ein Vorfall, der zur Eskalation der angespannten Lage führte und die deutsche Intervention auslöste.[86]

Der Aufstand[Bearbeiten]

Auslösung[Bearbeiten]

Der Abfall Rumäniens – es war am 23. August 1944 den Alliierten beigetreten – und der Sturz der Regierung in Bukarest (am 9. September 1944) war beispielhaft für die sich aus einem Regierungswechsel ergebenden militärischen Möglichkeiten, die aber nicht mit den Überlegungen des Slowakischen Nationalrats übereinstimmten. Die aus Rumänien ausgewiesene deutsche Militärmission wurde auf der Bahnfahrt nach Deutschland am 27. August 1944 aufgehalten und am Morgen des 28. in Svätý Martin unter ungeklärt gebliebenen Umständen auf einem Kasernenhof erschossen. Der Vorgang wurde rasch bekannt und verlangte nach sofortigem Handeln auf deutscher Seite, die von Norden Einheiten der deutschen Wehrmacht, von Nordwesten her SS-Einheiten einrücken ließ.

Dem konnte seitens des Nationalrates nun nur noch mit vorzeitiger, sich über bestehende Planungen hinwegsetzender Ausrufung des Nationalaufstands begegnet werden. Man hoffte, in jedem Falle die Ost- und Mittelslowakei zu halten, bis die von den Kommunisten stets betriebene sowjetische Unterstützung des doch ursprünglich rein national gedachten Aufstandes unverzichtbar wurde. Deutscherseits war dem drohenden Verlust in der Mittel- und Ostslowakei gelegener Gebiete, wie Spiš/der Zips mit starkem deutschen Bevölkerungsanteil, vorzubeugen, da diese als Rückhalt für die zu verteidigenden Karpatenpässe dienten.

Militäraktionen[Bearbeiten]

Karte der Geschehnisse während der ersten zwei Tage des Aufstandes:
organge: Größte Ausdehnung des von den Aufständischen kontrollierten Gebietes.
grau: Deutsche „Schutzzone“ in der Slowakei.
grün: Seit 1938/39 von Ungarn annektierte slowakische Gebiete.

Obwohl die deutsche 1. Panzerarmee in schwere Abwehrkämpfe im Raum Tarnów-Dębica verwickelt war, löste sie ihre einzige Armeereserve, ein starkes Regiment, aus der Front und brachte es südlich von Nový Sonč/Neu-Sandez mit Lastkraftwagen über die slowakische Grenze bis Kežmarok/Käsmark, das die Aufständischen gerade einzunehmen im Begriff waren.

In leichten bis mittelschweren Gefechten wurden die aufständischen Truppenteile in wenigen Tagen aus Spiš/der Zips und bis ins Hron/Gran-Tal verdrängt. Erst im Vorfeld von Brezno/Bries gelang ihnen der Aufbau einer Widerstandslinie. Bei Telgárt kam es sogar zu vorübergehend erfolgreichen Gegenangriffen. Man versuchte damit möglichst nahe dem Duklapass zu bleiben, der nach dem ursprünglichen Konzept des Nationalrates ja durch das 1. Slowakische Armeekorps vor dem Eintreffen deutscher Truppen besetzt und für den Durchmarsch der Roten Armee freigehalten werden sollte.

Das Misslingen dieses Planes war darauf zurückzuführen, dass seitens der deutschen Wehrmacht in kürzester Zeit die Reserve der 1. Panzerarmee sowie fünf rasch zusammengestellte Kampfgruppen mit starken Anteilen gut ausgerüsteter SS-Verbände zur Niederwerfung des Aufstandes eingesetzt werden konnten. Mitte September waren alle wichtigen Orte rund um das Aufstandszentrum in Banská Bystrica „befreit“ – so die offizielle Lesart, Das 1. Slowakische Korps erlitt schwere Niederlagen, die Karpatenpässe wurden schon in ihrem Vorfeld von der deutschen 1. Panzerarmee gesichert. Das OKW hatte die dort zur Verteidigung eingesetzten Verbände sogar auf fünf Divisionen und zwei Kampfgruppen verstärkt, um einen sowjetischen Durchbruch zum Aufstandsgebiet zu verhindern. Bis Ende Oktober 1944 gelang es der Roten Armee trotz Übermacht nur, die deutsche Verteidigung vom Vorfeld bis zu den Passhöhen zurückzudrängen. Zudem folgten keineswegs alle eingeplanten slowakischen Verbände den Befehlen aus Banská Bystrica. Viele ergaben sich und legten die Waffen nieder. Auch an anderen Abschnitten lösten sich slowakische Verbände auf, viele Soldaten gingen in Gefangenschaft, andere schlossen sich den Partisanen an. Die Westslowakei wurde auf diese Weise in kurzer Zeit besetzt, die starken Garnisonen Bratislava und Nitra ergaben sich kampflos.

Zentrum des Aufstandes war bis zum Tag seiner Einnahme im Zuge einer von Ungarn ausgegangenen deutschen Offensive Banská Bystrica, doch wurde das unter seinem Einfluss stehende Gebiet zunehmend eingeengt. Sowjetische Flugzeuge brachten zwar allnächtlich Waffen, Munition und Medikamente, aber die Mengen blieben unzulänglich. Die den Aufstand beendende Offensive begann am 17. Oktober. Am 27. Oktober 1944 ergab sich Banská Bystrica. Die dort bis zuletzt kämpfenden Aufständischen wurden gefangen genommen, viele desertierten in letzter Minute oder liefen zu Partisanengruppen über, die den Widerstand bis zum Eintreffen sowjetischer Verbände fortführten.

In den von Partisanen und Aufständischen befreiten Gebieten herrschte lokal und gelegentlich auch regional starker repressiver Druck. Bei der Verfolgung des unterlegenen Gegners kamen nicht so sehr Wehrmachtseinheiten, deren Anteil an der Niederwerfung des Aufstandes zahlenmäßig eher gering war, als die der Waffen-SS mit ihrer Hilfstruppe Heimatschutz, die aus rekrutierten Volksdeutschen bestand, und die Bereitschaftseinheiten der Hlinka-Garde unter Führung von Otomar Kubala zum Einsatz. Einige Dörfer wie Nemecká, Kalište und Telgárt wurden wegen Beteiligung und Unterstützung des Aufstandes niedergebrannt, die Männer in Konzentrationslager gebracht oder an Ort und Stelle erschossen.

Von Beginn des Aufstandes an bis zur vollständigen Besetzung der Slowakei durch die Rote Armee wurden nachträglich mehr als 5000 zivile Opfer genannt.[87] Die Gesamtzahl der im Zuge des Aufstandes gefallenen oder auf andere Weise getöteten slowakischen Soldaten und Zivilisten wurde sogar auf 20.000 geschätzt.

Im Verlauf des Aufstandes kam es in karpatendeutschen Ortschaften zu äußerst gewaltsamen Übergriffen durch Partisanen, unter anderem in Glaserhau im Hauerland (Massaker von Glaserhau).

Vorfälle dieser Art waren Auftakt zur Flucht Vorausschauender und schließlich zur Aussiedelung der Deutschen sowie großer Teile der ungarischen Bevölkerung. Die mehrheitlich von Ungarn bewohnten Gebiete der Slowakei wurden bis zum Ende des Ersten WeltkriegsOberungarn“ genannt, dann durch Friedensvertrag in die neu entstandene Tschechoslowakei integriert und fielen nach begrenzter Selbstständigkeit von 1939 bis 1945 wieder für nochmals 50 Jahre an diese zurück.

Rezeption[Bearbeiten]

Bedeutung[Bearbeiten]

Aus militärischer Sicht war der Slowakische Nationalaufstand vor allem deshalb bedeutsam, weil er kurzfristig die Homogenität der deutschen Front zerstörte und damit verhinderte, dass die deutsche Armee die Infrastruktur und die wirtschaftlichen Ressourcen der Slowakei für ihre Zwecke benutzen konnte.[88]

Sehr wichtig war auch die politische und moralische Dimension des Aufstandes, in dem sich die Bürger eines kleinen Landes entschieden, sich gegen die nazistische Militärmaschinerie zu stellen. Im Falle der Slowakei war dieses Verhalten insofern besonders bemerkenswert, als es in einem Land ohne militärische Tradition zu militärischem Widerstand gegen die Okkupation kam. Der Slowakische Nationalaufstand war schließlich auch deshalb bedeutsam, weil sich die Slowaken mit ihm zu den Kriegszielen der antifaschistischen Koalition bekannten. [89]

Filme[Bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Filmen über den Slowakischer Nationalaufstand gehören folgende Filmen: Vlčie diery (= Die Wolfsschanzen) (1948), Bílá tma (= Die weiße Dunkelheit) (1948), V hodine dvanástej (= Punkt Zwölfuhren) (1958), Kapitán Dabač (= Kapitän Dabac)(1959), Prerušená pieseň (= Das unterbrochene Lied) (1960), Pieseň o sivom holubovi (= Das Lied über die silberne Taube) (1961), Zbabělec (= Der Feigling) (1961), Polnočná omša (= Die Mittelnachtmesse) (1962), Bílá oblaka (= Die weißen Wolken) (1962), Organ (= Das Orgel) (1964), Námestie svätej Alžbety (= Der Platz der heiligen Elisabeth) (1965), Zvony pre bosých (= Die Glocken für die Barfüßigen) (1965), Keby som mal pušku (= Wenn ich ein Gewähr hätte) (1971), Horká zima (= Der strengen Winter) (1973), Trofej neznámeho strelca (= Die Trophäe vom unbekannten Schütze) (1974), Jeden stříborný (= Ein Silberner) (1976), Súkromná vojna (= Der private Krieg) (1978), Zlaté časy (= Die goldenen Zeiten) (1978), Povstalecká história (= Die aufständische Historie) (1984), Rozhovor s nepriateľom (= Das Gespräch mit dem Feind) (2006).

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Jörg K. Hoensch (Einleitung und Hrsg.): Dokumente zur Autonomiepolitik der Slowakischen Volkspartei Hlinkas. Oldenbourg Verlag, München/Wien 1984, ISBN 3-486-51071-1.
  • Dokumenten-Beigabe in Wolfgang Venohr: Aufstand der Slowaken. Der Freiheitskampf von 1944. Ullstein Verlag, Frankfurt/Berlin 1992, ISBN 978-3-548-33156-0, S. 351–418.

Literatur[Bearbeiten]

Monographien

  • Jozef Jablonický: Z ilegality do povstania. Kapitoly z občianskeho odboja [= Aus der Ilegalität in den Aufstand. Kapitel aus dem bürgerlichen Widerstand]. 2. Auflage, DALI-BB / Múzeum SNP, 2009, ISBN 978-80-89090-60-0. [slowakisch]
  • Martin Lacko: Slovenské národné povstanie 1944 [= Der Slowakische Nationalaufstand 1944]. Slovart Verlag, Bratislava 2008, ISBN 978-80-8085-575-8 (Rezension auf Deutsch). [slowakisch]
  • Stanislav Mičev und Autorenkollektiv: Slovenské národné povstanie 1944 [= Der Slowakische Nationalaufstand 1944]. Múzeum SNP, Bratislava 2009, ISBN 978-80-970238-3-6. [slowakisch]
  • Lenka Šindelářová: Finale der Vernichtung: Die Einsatzgruppe H in der Slowakei 1944/45. (= Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart; Bd. 22), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-25973-1 (Rezension).
  • Wolfgang Venohr: Aufstand der Slowaken. Der Freiheitskampf von 1944. Aktualisierte Neuausgabe, Ullstein Verlag, Frankfurt/Berlin 1992, ISBN 978-3-548-33156-0 (Rezension zur vorherigen Ausgabe).

Aufsätze aus Sammelbänden

  • Jim Downs: Allied Aid to the Uprising. In: Miroslav Pekník (Hrsg): Slovenské národné povstanie 1944. Súčast európskej antifašistickej rezistencie v rokoch druhej svetovej vojny. [= Der Slowakische Nationalaufstand 1944. Bestandteil der europäischen antifaschistischen Resistenz in den Jahren des Zweiten Weltkrieges]. Ústav politických vied SAV VEDA / Múzeum SNP, Bratislava 2009, ISBN 978-80-224-1090-8, S. 282–285.
  • Anna Josko: Die Slowakische Widerstandsbewegung. In: Victor S. Mamatey, Radomír Luža (Hrsg.): Geschichte der Tschechoslowakischen Republik 1918–1948. (= Forschungen zur Geschichte des Donauraumes; Bd. 3) Böhlau Verlag, Wien/Köln/Graz 1980, ISBN 3-205-07114-X, S. 385–408.
  • Elena Mannová: Jubiläumskampagnen und Uminterpretationen des Slowakischen Nationalaufstands von 1944. In: Rudolf Jaworski, Jan Kusber (Hrsg.): Erinnern mit Hindernissen. Osteuropäische Gedenktage und Jubiläen im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts. (= Mainzer Beiträge zur Geschichte Osteuropas 4), LIT Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-643-10816-6, S. 201–240.
  • Vilém Prečan: The Slovak National Uprising: the most dramatic moment in the nation's history. In: Mikuláš Teich, Dušan Kováč, Martin D. Brown (Hrsg.): Slovakia in History. Cambridge University Press 2011, ISBN 978-0-521-80253-6, S. 206–228.
  • John L. Ryder: Civil war in Slovakia? Outlining a theoretical approach to the Slovak national uprising. In: Marek Syrný und Autorenkollektiv: Slovenské národné povstanie. Slovensko a Európa v roku 1944 [= Der Slowakische Nationalaufstand. Die Slowakei und Europa im Jahre 1944]. Múzeum SNP, Banská Bystrica 2014, ISBN 978-80-89514-30-4, S. 423–428.
  • Jan Rychlík: The Slovak question and the resistance movement during the Second World War. In: Mikuláš Teich, Dušan Kováč, Martin D. Brown (Hrsg.): Slovakia in History. Cambridge University Press 2011, ISBN 978-0-521-80253-6, S. 193–205.
  • Klaus Schönherr: Die Niederschlagung des Slowakischen Aufstandes im Kontext der Deutschen Militärischen Operationen, Herbst 1944. In: Bohemia 42 (2001), S. 39–61.
  • Klaus Schönherr: Die Auswirkungen des slowakischen Nationalaufstandes auf die südliche Ostfront. In: Miroslav Pekník (Hrsg): Slovenské národné povstanie 1944. Súčast európskej antifašistickej rezistencie v rokoch druhej svetovej vojny. [= Der Slowakische Nationalaufstand 1944. Bestandteil der europäischen antifaschistischen Resistenz in den Jahren des Zweiten Weltkrieges]. Ústav politických vied SAV VEDA / Múzeum SNP, Bratislava 2009, ISBN 978-80-224-1090-8, S. 194–202.
  • Martin Zückert: Slowakei: Widerstand gegen das Tiso-Regime und nationalsozialistische Vorherrschaft. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Handbuch zum Widerstand gegen Nationalsozialismus und Faschismus in Europa 1933/39 bis 1945. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2011, ISBN 978-3-598-11767-1, S. 243–254.
  • Martin Zückert: Partisanenbewegungen in Europa – grundsätzliche Überlegungen zum slowakischen Fall. In: Marek Syrný und Autorenkollektiv: Slovenské národné povstanie. Slovensko a Európa v roku 1944 [= Der Slowakische Nationalaufstand. Die Slowakei und Europa im Jahre 1944]. Múzeum SNP, Banská Bystrica 2014, ISBN 978-80-89514-30-4, S. 410–416.

Überblicksdarstellungen und weiterführende Literatur

  • Jörg K. Hoensch: Die Entwicklung der Slowakei im 19. und 20. Jahrhundert und ihre Beziehungen zu den böhmischen Ländern bis zur Auflösung des gemeinsamen Staates. In: Hans Lemberg, et al (Hrsg.): Studia Slovaca. Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Band 93), Oldenbourg Verlag, München 2000, ISBN 3-486-56521-4, S. 1–26.
  • Jörg K. Hoensch: Die Slowakische Republik 1939–1945. In: Hans Lemberg, et al (Hrsg.): Studia Slovaca. Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Band 93), Oldenbourg Verlag, München 2000, ISBN 3-486-56521-4, S. 221–248.
  • Jörg K. Hoensch: Grundzüge und Phasen der deutschen Slowakei-Politik im Zweiten Weltkrieg. In: Hans Lemberg, et al (Hrsg.): Studia Slovaca. Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Band 93), Oldenbourg Verlag, München 2000, ISBN 3-486-56521-4, S. 249–280.
  • Jörg K. Hoensch: Die Slowakei im Jahr 1945. In: Hans Lemberg, et al (Hrsg.): Studia Slovaca. Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Band 93), Oldenbourg Verlag, München 2000, ISBN 3-486-56521-4, S. 299–350.
  • Ivan Kamenec: The Slovak state, 1939–1945. In: Mikuláš Teich, Dušan Kováč, Martin D. Brown (Hrsg.): Slovakia in History. Cambridge University Press 2011, ISBN 978-0-521-80253-6, S. 175–192.
  • Ivan Kamenec: Slovenský štát v obrazoch [= Der Slowakische Staat in Bildern]. Ottovo nakladatelství, Prag 2008, ISBN 978-80-7360-700-5. [slowakisch]
  • Charles K. Kliment, Břetislav Nakládal: Germany's First Ally: Armed Forces of the Slovak State 1939–1945. Schiffer Publishing, Atglen 1997, ISBN 0-7643-0589-1.
  • Martin Lacko: Slovenská republika 1939–1945 [= Die Slowakische Republik 1939–1945]. Perfekt/Ústav pamäti národa, Bratislava 2008, ISBN 978-80-8046-408-0. [slowakisch]
  • Stanley Payne: Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung. Tosa Verlag, Wien 2006, ISBN 978-3-85003-037-3.
  • Jan Rychlík: Česi a Slováci ve 20. století: spolupráce a konflikty 1914–1992 [= Tschechen und Slowaken im 20. Jahrhundert: Zusammenarbeit und Konflikte 1914–1992]. Vyšehrad, Prag 2012, ISBN 978-80-7429-133-3. [tschechisch]
  • Roland Schönfeld: Slowakei. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1723-5.
  • Tatjana Tönsmeyer: Das Dritte Reich und die Slowakei. Politischer Alltag zwischen Kooperation und Eigensinn. Ferdinand Schönigh Verlag, Paderborn 2003, ISBN 3-506-77532-4.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

Anmerkungen

  1. Venohr bezeichnet die Slowakei als einen „Modelfall des sogenannten Klerikalfaschismus“; Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 28–29. Der Begriff an sich und die Frage, ob das Regime des Slowakischen Staates überhaupt als „faschistisch“ oder „klerikalfaschistisch“ einzustufen ist, sind jedoch unter Historikern umstritten, vgl. Tönsmeyer: Das Dritte Reich und die Slowakei, S. 95–96.
  2. Vgl. Schönfeld: Slowakei. S. 86; Tönsmeyer: Das Dritte Reich und Slowakei 1939–1945. S. 35–36.
    Diese Wählerunterstützung bezieht sich auf die Gesamtbevölkerung der Slowakei. Bei den Wählern slowakischer Volkszugehörigkeit lag der Wähleranteil der Ludaken hingegen bei fast 50%, vgl. Lacko: Slovenská republika 1939–1945. S. 11.
  3. Venohr bezeichnet in seiner Monographie die Ostslowakische Armee als „I. slowakisches Armeekorps“.

Einzelnachweise

  1. Kliment: Germany's First Ally. S. 105; Prečan: The Slovak National Uprising, S. 206; Šindelářová: Finale der Vernichtung. S. 60.
  2. Šindelářová: Finale der Vernichtung. S. 64.
  3. Hoensch: Die Slowakei im Jahr 1945. S. 301; Kliment: Germany's First Ally. S. 25.
  4. Kliment: Germany's First Ally, S. 24.
  5. Lacko: Slovenské národné povstanie, S. 200–201; Zückert: Slowakei: Widerstand gegen das Tiso-Regime und nationalsozialistische Vorherrschaft. S. 249.
  6. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 299.
  7. Kamenec: Slovenský štát v obrazoch. S. 224; Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 201.
  8. Viliam Plevza und Kollektiv: Dejiny Slovenského národného povstania 1944, Zväzok V [= Geschichte des Slowakischen Nationalaufstandes 1944, Band V]. Pravda Verlag, Bratislava 1985, S. 428–431.
  9. Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 18.
  10. Hoensch: Die Entwicklung der Slowakei im 19. und 20. Jahrhundert, S. 16.
  11. Hoensch: Die Slowakische Republik 1939–1945. S. 226.
    Zum wörtlichen Textlaut der beiden Verträge siehe Jörg K. Hoensch: Dokumente zur Autonomiepolitik der Slowakischen Volkspartei Hlinkas. Dokument 59, S. 259–261.
  12. Kamenec: The Slovak state, 1939–1945. S. 180; Schönfeld: Slowakei, S. 102 u. 105; Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 23; Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 11.
  13. vgl. bspw. Hoensch: Die Slowakei im Jahr 1945. S. 299 und Schönherr: Die Niederschlagung des Slowakischen Nationalaufstands, S. 44 u. 60.
  14. Stanley: Geschichte des Faschismus. S. 494; Hoensch: Die Slowakische Republik 1939–1945. S. 228–229; Tisos Weg vom Separatismus zur Kollaboration. (Der Standard am 15. Dezember 2001).
  15. Tönsmeyer: Das Dritte Reich und die Slowakei, S. 112.
  16. Tönsmeyer: Das Dritte Reich und die Slowakei, S. 103; Hoensch: Dokumente zur Autonomiepolitik der Slowakischen Volkspartei Hlinkas. S. 69.
  17. Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 12.
  18. Lacko: Slovenská republika 1939–1945. S. 87.
  19. Lacko: Slovenská republika 1939–1945. S. 91.
  20. Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 20–21.
  21. Lacko: Slovenská republika 1939–1945. S. 93–95.
  22. Kamenec: The Slovak State, 1939–1945. S. 181f.
  23. Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 203.
  24. Tönsmeyer: Das Dritte Reich und Slowakei 1939–1945. S. 94.
  25. Kamenec: Slovenský štát v obrazoch. S. 22–23.
  26. Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 11; Rychlík: The Slovak question and the resistance movement, S. 200.
  27. Schönfeld: Slowakei. S. 143–144; Šindelářová: Finale der Vernichtung. S. 38–39; Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 21–23, 26 u. 56.
  28. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 22–23.
  29. Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 39 u 41–42.
  30. Schönfeld: Slowakei. S. 108; Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 32; Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 21.
  31. Venohr: Aufstand der Slowaken, S. 33–34; Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 21.
  32. Hoensch: Gründzüge und Phasen der deutschen Slowakei-Politik, S. 272–273; Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 12–13. Kamenec: Slovenský štát v obrazoch. S. 143.
  33. Hoensch: Grundzüge der deutschen Slowakei-Politik, S. 273; Kamenec: Slovenský štát v obrazoch. S. 146.
  34. Hoensch: Gründzüge der deutschen Slowakei-Politik, S. 276.
  35. Lacko: Slovenská republika 1939–1945. S. 170.
  36. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 51.
  37. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 50.
  38. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 24 u. 27; Schönfeld: Slowakei. S. 142.
  39. Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 202; Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 65.
  40. Zückert: Slowakei, S. 246.
  41. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 58; Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 202
  42. Zückert: Slowakei: Widerstand gegen das Tiso-Regime und nationalsozialistische Vorherrschaft. S. 245.
  43. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 43; Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 201
  44. Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 202.
  45. Rychlík: The Slovak question and resistence movement, S. 202.
  46. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 25.
  47. Josko: Die Slowakische Widerstandsbewegung. S. 396; Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 203f; Zückert: Slowakei, S. 246f.
  48. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 40.
  49. Kliment, Nakládal: Germany's First Ally. S. 14; Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 37.
  50. Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 66.
  51. Kliment, Nakládal: Germany's First Ally. S. 14; Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 25.
  52. Tönsmeyer: Das Dritte Reich und die Slowakei 1939–1945. S. 306; Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 39.
  53. Hoensch: Die Grundzüge und Phasen der deutschen Slowakei-Politik, S. 252; Kliment, Nakládal: Germany's First Ally. S. 61.
  54. Josko: Die Slowakische Widerstandsbewegung. S. 391.
  55. Kamenec: The Slovak state, 1939–1945. S. 181.
  56. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 46.
  57. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 47ff.
  58. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 178; Josko: Die Slowakische Widerstandsbewegung. S. 397.
  59. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 185f.
  60. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 186.
  61. Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 204.
  62. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 86.
  63. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 89f.
  64. Jablonický: Z ilegality do povstania. S. 185f.
  65. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 90.
  66. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 81.
  67. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 129; Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 46.
  68. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 44f.
  69. Josko: Die Slowakische Widerstandsbewegung. S. 399, Fußnote 27.
  70. Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 79ff.
  71. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 44; Mičev und Autorenkollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 81.
  72. Venohr: Aufstand der Slowaken. S. 80f.
  73. Josko: Die slowakische Widerstandsbewegung. S. 398; Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 53.
  74. Josko: Die slowakische Widerstandsbewegung. S. 398.
  75. Kliment, Nákladal: Germany's First Ally. S. 90.
  76. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 59.
  77. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 60ff; Schönfeld: Slowakei. S. 145.
  78. Josko: Die Slowakische Widerstandsbewegung. S. 400.
  79. Kliment, Nakládal: Germany's First Ally. S. 92; Schönfeld: Slowakei. S. 145f.
  80. Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 205.
  81. Schönfeld: Slowakei. S. 146f.
  82. Rychlík: The Slovak question and resistance movement, S. 205.
  83. Schönherr: Die Niederschlagung des slowakischen Nationalaufstands im Kontext der deutschen militärischen Operationen. S. 45.
  84. Zückert: Slowakei. S. 248.
  85. Schönherr: Die Niederschlagung des slowakischen Nationalaufstands im Kontext der deutschen militärischen Operationen. S. 45.
  86. Schönherr: Die Niederschlagung des slowakischen Nationalaufstands im Kontext der deutschen militärischen Operationen. S. 46.
  87. Alexander von Plato, Almut Leh, Christoph Thonfeld (Hrsg.): Hitlers Sklaven. Lebensgeschichtliche Analysen zur Zwangsarbeit im internationalen Vergleich. Böhlau, Wien u. a. 2008, ISBN 978-3-205-77753-3, S. 58.
  88. Lacko: Slovenské národné povstanie 1944. S. 197.
  89. Mičev und Kollektiv: Slovenské národné povstanie 1944. S. 120.