Partenstein

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Partenstein in Bayern. Für das gleichnamige historische Amt siehe Amt Partenstein, für das gleichnamige Kraftwerk in Österreich siehe Speicherkraftwerk Partenstein. Siehe auch Schloss Partenstein, Parthenstein und Bartenstein.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Partenstein
Partenstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Partenstein hervorgehoben
50.0383333333339.5233333333333194Koordinaten: 50° 2′ N, 9° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Partenstein
Höhe: 194 m ü. NHN
Fläche: 10,47 km²
Einwohner: 2865 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 274 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97846
Vorwahl: 09355
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 170
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Partenstein
Hauptstr. 24
97846 Partenstein
Webpräsenz: www.partenstein.de
Bürgermeister: Stephan Amend (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Partenstein im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Partenstein ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Partenstein. Durch den Ort führt die Bundesstraße 276.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Partenstein liegt in der Region Main Spessart mitten im Spessart am linken Ufer der Lohr, etwa sieben Kilometer nordwestlich der Stadt Lohr am Main.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Es gibt nur einen Ortsteil[2] auf der Gemarkung Partenstein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Markt
Frammersbach
Frammersbacher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Ruppertshüttener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Wiesthal
Nachbargemeinden
Partensteiner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Stadt
Lohr am Main

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Seinen Namen hat der Ort Partenstein von der Burg Bartenstein,[3] die sich heute als Ruine auf einem Felsen über dem Dorf befindet.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1233 Barthenstein
  • 1331 Bartinstein
  • 1333 Bartelsteyne
  • 1339 Barttenstein
  • 1342 Bartinstein
  • 1594 Parttenstein
  • 1675 Partenstein

Geschichte[Bearbeiten]

Partenstein (gesehen von Burgruine Bartenstein)

Das Dorf Partenstein entstand als Ortschaft am Fuße der um 1180 durch die Grafen von Rieneck erbauten Burg Bartenstein. Sie war Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes Partenstein. Dieses hatte wechselnde Herren: Zunächst die Grafen von Rieneck, seit ca. 1277 die Erzbischöfe von Mainz und die Herren und Grafen von Hanau gemeinsam, ab 1684 dann nur noch das Erzbistum. Bereits 1626 war die Burg im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde in den Wäldern um Partenstein Waldglas hergestellt. Ein weiterer wichtiger Erwerbszweig bis ins 19. Jahrhundert war Holzhandel und Holzverarbeitung.

Als Teil des Erzstifts Mainz fiel Partenstein im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem (nun ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) es 1814 zu Bayern kam.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Lohr am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Partenstein lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Partenstein war nun eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main (späteres Kfz-Kennzeichen LOH). Mit Auflösung des Landkreises Lohr kam Partenstein 1972 in den neu gebildeten Landkreis Main-Spessart (ab 1979 Kfz-Kennzeichen MSP).

Mit dem Bau der Ludwigs-West-Bahn, heute: Main-Spessart-Bahn, die 1854 im Spessart ihren Betrieb aufnahm, setzten Industrialisierung und Bergbau in größerem Umfang ein. Hierzu zählte die Gewinnung von Baryt (Schwerspat), der ab 1840 in schließlich 14 Gruben abgebaut wurde. 1948 wurde der Abbau eingestellt, nachdem das Maschinenhaus des letzten noch in Betrieb befindlichen Schachts (Marienschacht) durch einen Blitzschlag zerstört worden war. 1939 bis in die 1980er Jahre produzierte die Schuhfabrik Schantz an einem Standort in der Nähe des Bahnhofs; die Gebäude sind noch erhalten.

Siehe auch: Liste von Bergwerken im Spessart.

Die Geschichte des Ortes wird dargestellt in dem „Europäischen Kulturweg Partenstein“.

Religionen[Bearbeiten]

Aufgrund des Einflusses der zunächst lutherischen, ab 1597 reformierten Grafschaft Hanau-Münzenberg ist Partenstein bis heute eine der wenigen vorwiegend protestantischen Gemeinden im bayerischen Spessart.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 2.516 Einwohner
  • 1987: 2.683 Einwohner
  • 2000: 2.881 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 82,2 %
 %
40
30
20
10
0
36,1 %
35,8 %
28,1 %
  • 1. Bürgermeister: Stephan Amend, Freie Wähler
  • 2. Bürgermeister: Günter Amend, CSU
  • 3. Bürgermeister: Heiko Steigerwald, SPD
  • Weitere Mitglieder des Gemeinderats:
  • Arno Bernard, Dominik Brühl, Siegmar Eyrich, Annika Neuf, Konrad Schreier (Freie Wähler)
  • Klaus Breitenbach, Johann Seewald, Ute Schawerna-Pedrosa (CSU)
  • Berthold Gillner, Erich Imhof, Dirk Mehrlich, Heinz Mehrlich (SPD)

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 28. Januar 1969 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über goldenen Mauersteinen in vier Reihen zwei schräg gekreuzte silberne Hellebarden.“

Die Hellebarden, die früher Parten genannt wurden, und die Steine stehen redend für den Ortsnamen. Die Farben Rot und Gold sind dem Wappen der Grafen von Rieneck und der Grafen von Hanau entnommen, die für die Geschichte des Ortes von großer Bedeutung waren. Die Grafen von Rieneck sind seit 1233 in Partenstein bis zu ihrem Aussterben 1559 belegt, die Grafen von Hanau seit 1339. Die Farben Silber und Rot erinnern an die Landesherrschaft des Kurstaates Mainz.

Das Wappen wurde durch den Heraldiker Karl Haas aus Kronach gestaltet.

Die Flagge der Gemeinde ist Weiß - Rot - Gelb gestreift.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnergemeinde ist Thise in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 167 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 90 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1090. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 12 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 12 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 81 ha, davon waren 3 ha Ackerfläche und 79 ha Dauergrünfläche.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 90 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 8 Lehrern und 153 Schülern

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Erichstollen mit Mundloch, Lorengleis und Unterstand
  • evangelische Pfarrkirche, erbaut 1830/31, nach Plänen von Johann Philipp Mattlener, einem Schüler von Friedrich Weinbrenner.[5]
  • katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, erbaut 1836 in Anlehnung an die evangelische Kirche, vermutlich ebenfalls nach Entwurf Philipp Mattleners.
  • Ruine der Burg der Grafen von Rieneck, nach der Zerstörung 1633 war Ende des 20. Jahrhunderts nur noch ein ca. 20 m hoher Mauerrest vorhanden, bis noch laufende Ausgrabungen und Mauersanierungen begannen.
  • Das neu gestaltete Kriegerdenkmal sowie der ebenfalls neu gestaltete Brunnengarten
  • Heimatkundliches Museum „Ahler Kråm“
  • Rundwanderweg zu den Einrichtungen des ehemaligen Schwerspatabbaus im Schnepfental: Ein Sandsteinplattenweg, auf dem die Radspuren der Schwerspat-Transportfuhrwerke noch deutlich zu erkennen sind, führt zum so genannten „Bunker“ (Verladeplatz, in Betrieb 1946–1948); hier enden die Gleise, auf denen das Material vom oberhalb gelegenen Erichstollen per Loren herbeigefahren wurde. Mundloch, Lorengleis und Unterstand (Infotafeln; Anlage 1992 restauriert) sind die erhaltenen Relikte dieses Transportstollens, der 1922 vom oberhalb liegenden Marienschacht (vormals Erichschacht, angelegt 1904) vorgetrieben wurde. Von diesem Marienschacht, der einen Förderturm, Maschinenhaus und Werkstatt hatte, sind nur noch wenige Fundamente zu erkennen. Der Dokumentationsweg führt über die Hirtleswiese, wo der Schwerspat vor 1922 gewaschen wurde (weite Aussicht über Ort und Burg) zum Ausgangspunkt.
  • Von einst drei Mühlen am Lohrbach sind zwei Gebäude erhalten. An die Untere Mühle erinnert nur noch eine Gedenktafel mit einem Hinweis auf die Besitzer von 1825. Die Mittlere Mühle – ein Fachwerkbau an der Brücke unterhalb der Burg – ist in Privatbesitz; hier ist ebenfalls eine Gedenktafel aus Sandstein angebracht mit einem Hinweis auf einen Müller Johannes von 1824. Die Obere Mühle – ebenfalls ein restauriertes Fachwerkhaus in Privatbesitz – lässt sich bis ins 16. Jahrhundert datieren. Sie war ursprünglich Getreidemühle, wurde dann aber in eine Schwerspatmühle umgewandelt. Hier wurde der Schwerspat nach 1922 gewaschen, als es den Erichstollen und den somit verkürzten Verbindungsweg ins Tal gab. Nach 1948 wurde die Mühle insoweit funktionslos. Das Mühlrad wurde Ende der 50er Jahre entfernt, 2011 als innovatives Kleinkraftwerk wiedererrichtet.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Partenstein

Vereine[Bearbeiten]

Zurzeit gibt es 50 Vereine in Partenstein. In der Landesliga Nord spielt z. B. der TSV Partenstein (Handball).

Literatur[Bearbeiten]

  • Dommerich: Urkundliche Geschichte der allmählichen Vergrößerung der Grafschaft Hanau von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Aussterben des Hauses 1736. In: Mitt. d. Hanauer BezV. 1/2 (1860), S. 114f, 128, 195.
  • Engelhard, Regenerus: Erdbeschreibung der Hessischen Lande Casselischen Antheiles mit Anmerkungen aus der Geschichte und aus Urkunden erläutert. Teil 2. Cassel 1778, ND 2004, S. 791
  • Haase, Franziska: Ulrich I., Herr von Hanau 1281–1306. masch. Diss. Münster 1924, S. 11, 19.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Partenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/220648&attr=OBJ&val=1739
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 175.
  4. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=677&suchbegriff=6
  5. Zeitungsartikel der Main-Post Würzburg, zu den Kirchen in Partenstein, mit Erwähnung Mattleners als Architekt (23. Mai 2011)
  6. http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/Wasserkraft-Obere-Muehle-als-Pionierprojekt;art774,6201183