Steinfeld (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinfeld
Steinfeld (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinfeld hervorgehoben
49.959.6666666666667277Koordinaten: 49° 57′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Lohr am Main
Höhe: 277 m ü. NHN
Fläche: 33,69 km²
Einwohner: 2195 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97854
Vorwahl: 09359
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 186
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 16
97854 Steinfeld
Webpräsenz: www.steinfeld-msp.de
Bürgermeister: Günter Koser
Lage der Gemeinde Steinfeld im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Steinfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lohr am Main. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Hausen und Waldzell. Gesprochen wird ein mainfränkischer Dialekt (laut Sprachatlas der Bayerischen Landesbibliothek: Unterostfränkisch). Die Einheimischen werden in der Umgebung oft mit dem Ortsnecknamen Steefld’r Russe bezeichnet.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Steinfeld liegt zwischen Lohr am Main und Karlstadt auf der Fränkischen Platte (Marktheidenfelder Platte) an den Quellen des Buchenbachs. Hier verläuft ein Übergang zwischen rotem Buntsandstein und fränkischem Muschelkalk. Der größere Teil des Gemeindegebietes wird bis heute landwirtschaftlich genutzt; außerdem bewirtschaftet die Gemeinde nennenswerte Waldbestände im sogenannten Würzburger Spessart (äußerste östliche Ausläufer des Mittelgebirges). Die Mehrzahl der Arbeitnehmer pendelt in die umliegenden Städte Lohr und Karlstadt sowie nach Würzburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Steinfeld gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen: Hausen, Steinfeld und Waldzell.

Geschichte[Bearbeiten]

Ensemble um Kirche. Alter Gasthof, alte Schule, Gelände der Zehntscheune.

Steinfeld wurde urkundlich erstmals 812 erwähnt; in Urkunden aus der damaligen Zeit wird es als 'Steinvelt im Waldsassengove' (d. h. Waldsassengau) bezeichnet. Um 1200 war Steinfeld bereits eine eigenständige Pfarrei; das Kloster Neustadt am Main erhob Ansprüche auf den Zehnten. Um 1336 wurde die Pfarrkirche in das Kloster Nuwenstat (Neustadt) integriert.[3] 1614 wurde der Neubau der Pfarrkirche 'Mariä Himmelfahrt' durch Fürstbischof Julius Echter vollendet. Deutliche Hinweise darauf sind u.a. die Bautafel an der Südseite des Längsschiffs und der Turm im typischen 'Echterstil'. 1842 erfolgte eine Erweiterung des Längsschiffs.[4] Als Teil des Hochstiftes Würzburg (Amt Rothenfels) kam Steinfeld im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an die Grafen Löwenstein-Wertheim. Beide gehörten ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. 1806 wurde es ein badisches Mediatamt, das 1819 an Österreich abgetreten wurde, welches es Bayern überließ.

Zur Gemeinde gehören heute die beiden Ortsteile Hausen (seit 1972) und Waldzell (seit 1978). Aus dem Ortsteil Hausen, erstmals urkundlich erwähnt um 800, stammt der Bauernführer Kaspar Leyser. Er wurde im Juni 1525 zusammen mit zwei weiteren aufständischen Bauern in Karlstadt enthauptet. Der Ortsteil Waldzell (früher: Cella / Zell) entstand vermutlich ebenfalls im 9. Jahrhundert als Außenstelle des Klosters Neustadt. Es gibt geschichtliche Bezüge zur Hl. Gertraud. Die dortige Gertraudenkapelle wurde über einer ebenso benannten Quelle errichtet[5] (1616 durch Julius Echter, Erweiterung um 1849). Der Bau der heutigen Kirche St. Vitus erfolgte 1612 auf Anordnung von Julius Echter.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hausen eingegliedert.[7] Am 1. Mai 1978 kam Waldzell hinzu.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1855 Einwohner[8]
  • 1970: 1991 Einwohner[8]
  • 1987: 2060 Einwohner
  • 2000: 2277 Einwohner
  • 2011: 2233 Einwohner
  • 2012: 2195 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Steinfeld Panorama
Ortskern Steinfeld mit Kirche
Schule und Sportanlagen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Günter Koser (unterstützt von CSU/Bürgerblock sowie von der Wählergemeinschaft Hausen und der Freien Wählergruppe Waldzell).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008
CSU/Bürgerblock 4 3
Freie Wähler Dorfgemeinschaft 4 5
Wählergemeinschaft Hausen 3 4
Freie Wählergruppe Waldzell 2 2
SPD 1 n.a.

Gemeindesteuern[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.347.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 476.000 €.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Chauvigné (Bretagne), die durch Besuche (alle 2 Jahre) gepflegt wird und durch welche auch schon enge deutsch-französische Freundschaften entstanden sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Gemeinschaftlicher Waschkeller von 1889 unter dem Kirchenplateau (von der Straße einsehbar)

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Buchental westlich von Steinfeld, mit Gemeindewald

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 192 und im Bereich Handel und Verkehr 52 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 879. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 3 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 77 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1887 ha, davon waren 1666 ha Ackerfläche und 206 ha Dauergrünfläche. Die Gemeinde besitzt 1230 Hektar Gemeindewald, welcher durch einen eigenen Forstbetrieb bewirtschaftet wird.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 93 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 7 Lehrern und 124 Schülern

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Josef Barthels: Steinfeld bei Lohr am Main: Beiträge zu einer Chronik - C. Keller, Lohr am Main, 1956–1959 - Hefte 1–3
  • Karl Josef Barthels: Kleine Chronik von Mariabuchen - C. Keller, Lohr am Main, 1954 (u.a. umfangreiche Quellenangaben zur Steinfelder Pfarreigeschichte)
  • Josef Schott: Der Landkreis Lohr und seine Gemeinden - C. Keller, Lohr am Main, 1964 (Seite 111–119, Ortsteile einzeln behandelt, enthält gute Quellenverweise)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/224332&attr=OBJ&val=1746
  3. Karl Barthels, Band I. Seite 18f., zur Incorporation nach Neustadt
  4. Karl Barthels, Band I. Seite 73, zum Neubau der Pfarrkirche Steinfeld
  5. Jubiläums-Gertraudenfest in Waldzell auf mainpost.de
  6. Karl Barthels, Heft 1, S.73 und S.76, zu Kirchenbauten in Waldzell
  7.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 491.
  8. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.