Frammersbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Frammersbach
Frammersbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Frammersbach hervorgehoben
50.0666666666679.4666666666667246Koordinaten: 50° 4′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Höhe: 246 m ü. NHN
Fläche: 19,2 km²
Einwohner: 4510 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97833
Vorwahlen: 09355 bzw.
06020 (OT Habichsthal)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 129
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Frammersbach
Marktplatz 3
97833 Frammersbach
Webpräsenz: www.frammersbach.de
Bürgermeister: Peter Franz (Freie Wähler)
Lage des Marktes Frammersbach im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Glockenturm der Pfarrkirche St. Bartholomäus

Frammersbach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt zwischen Würzburg und Aschaffenburg, mitten im Naturpark Spessart. Der Hauptort liegt an der Lohr; Habichsthal am Aubach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Frammersbach hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2] mit eigenen Gemarkungen:

Die früheren Orte Herbertshain, Hofreith und Schwartel sind heute mit Frammersbach baulich verwachsen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Wiesen
und
Frammersbacher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Flörsbachtal
Haurain
(Gemeindefreies Gebiet)
Heinrichsthaler Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Frammersbacher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Wiesthal
Partensteiner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Partenstein

Berge[Bearbeiten]

Naheliegend sind mit jeweils um die 500 Meter der Wellersberg, der Eichenberg, die Hermannskoppe und der dazwischenliegende Lohrberg.

Unmittelbar nordwestlich des Ortes liegt der weitgehend unbewaldete Heuberg (365 m) mit dem Flugplatz.

Ortsplanung[Bearbeiten]

Im Rahmen des Bund-Länder-Förderungsprogramm III - Stadtumbau West wird von 2007 bis voraussichtlich 2015 auf der Grundlage einer Bürgerbeteiligung das Ortszentrum neu gestaltet. 2003 begann die Erstellung eines im 1. Quartal 2011 verabschiedeten Gemeindeleitbilds.

Der Markt Frammersbach ist ein gewachsener Handelsplatz und hat überörtliche Versorgungsfunktionen für die südlich gelegene Gemeinde Partenstein und die nördlich, bereits in Hessen liegenden Gemeinden Flörsbachtal und Jossgrund. Der Einzugsbereich des Unterzentrums Markt Frammersbach erstreckt sich auf rund 18.500 Einwohner. Der Markt Frammersbach liegt an der regionalen Entwicklungsachse Partenstein-Frammersbach-Wiesen-Aschaffenburg.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Frammersbach hat seinen Namen vom gleichnamigen Bach (heute Laubersbach),[3] der durch den Ort fließt und in die Lohr mündet.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1250 Vremerbach
  • 1293 Vroymersbach
  • 1339 Fromersbach
  • 1356 Frammerspach
  • 1656 Frammersbach

Geschichte[Bearbeiten]

Aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit existieren Einzelfunde. Systematisch wurde der Ort während der fränkischen Landnahme besiedelt und 1314[4] urkundlich erwähnt. Die alte Cent Frammersbach gehörte zur katholischen Pfarrei Lohrhaupten, war allerdings von 1553 bis 1605 evangelisch.[5] Das im Gemeindearchiv erhaltene Sechserbuch[6] beinhaltet die Beschlüsse des Dorfgerichts von 1572 bis 1764 an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Johann Philipp von Schönborn erhob Frammersbach 1665 zur Marktgemeinde.

Wirtschaftshistorische Bedeutung erlangte Frammersbach als Fuhrmannsdorf. 1430 wurden die ersten Frammersbacher Fuhrleute in Antwerpener Dokumenten erwähnt. Insbesondere im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatten Frammersbacher Fuhrleute das Monopol auf den Hauptstrecken AntwerpenLeipzig und FrankfurtNürnberg, befuhren aber auch weiterreichende Strecken. Vor dem 30-jährigen Krieg, unter dem er sehr litt, hatte der Ort bereits 1400 Einwohner. Gehandelt wurden hauptsächlich Gewürze, Edelmetalle, Stoffe und Glas. Mit Aufkommen der Mainschifffahrt und der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts war die Ära der Frammersbacher Fuhrmannszunft beendet.

1803 kam das Fuhrmannsdorf durch den Reichsdeputationshauptschluss vom Erzstift Mainz an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg von Carl Theodor von Dalberg, mit welchem es 1814 als Departement des Großherzogtums Frankfurt durch die Verträge von Paris bayerisch wurde. Im 20. Jahrhundert war die Heimschneiderei und nach dem Zweiten Weltkrieg die Kleiderfabrik von Alfons Müller-Wipperfürth von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung für Frammersbach.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 erfolgte die Eingemeindung von Habichsthal.[7]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt einen Fuhrmann, das Mainzer Rad und die Rienecker Balken, die auf das Wappen der Grafen von Loon zurückgehen.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Frammersbach unterhält Partnerschaften mit dem französischen Orbec (seit 1988) sowie mit dem ungarischen Mecseknádasd (Nadasch) (seit 11. Oktober 2003). In Mecseknádasd leben Nachkommen ausgewanderter Frammersbacher, die noch einen Dialekt sprechen, der dem Frammersbacher ähnelt.[8] Außerdem besteht eine Patenschaft mit Jáchymov in Tschechien. Sie wurde am 14. Mai 1977 initiiert durch ehemalige Bürger aus St. Joachimsthal/Dürnberg, die nach der Vertreibung in Frammersbach ansässig wurden. Beide Regionen waren Bannwälder, es durfte nur am Rande gesiedelt werden. In beiden Gebieten gab bzw. gibt es einen Eselsweg und jeweils ein Dorf mit überdurchschnittlich vielen Fuhrleuten, Frammersbach im Spessart und Reischdorf im Erzgebirge.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch Frammersbach verläuft in Nord-/Süd-Richtung die Bundesstraße 276 und in West-/Ost-Richtung die Staatsstraße 2305. Die günstigsten Anbindungen an die Bundesautobahnen sind

  • an die BAB 3 Richtung Frankfurt die Anschlussstelle Hösbach (32 km) und in Richtung Nürnberg die Anschlussstelle Rottendorf (64 km);
  • an die BAB 7 Richtung Kassel die Anschlussstelle Hammelburg (48 km) und in Richtung Ulm die Anschlussstelle Biebelried (68 km);
  • an die BAB 66 Richtung Frankfurt die Anschlussstelle Gelnhausen (30 km) und Richtung Fulda die Anschlussstelle Bad Orb (28 km).

Bus und Bahn[Bearbeiten]

Im Rahmen des öffentlichen Nahverkehrs ist der Markt Frammersbach werktags im Linienverkehr über folgende Linien erschlossen:

  • Lohr-Partenstein-Frammersbach (Linie 8045)
  • Frammersbach-Habichsthal-Wiesthal
  • Frammersbach-Flörsbachtal-Jossgrund-Bad Orb

Frammersbach ist über den Bahnhof Partenstein (5 km) an die Main-Spessart-Bahn angeschlossen.

Der Güterverkehr über die Schiene erfolgt über den Bahnhof Lohr am Main (13 km).

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der nächstliegende internationale Flughafen bei Frankfurt am Main ist in ca. 80 km über die BAB 3 bzw. die BAB 66 zu erreichen. Der Flughafen Nürnberg ist ca. 160 km entfernt.

Der von Alfons Müller-Wipperfürth angelegte Sportflugplatz auf dem Heuberg wird [9] nur mehr für Modellflugzeuge genutzt.

In unmittelbarer Nähe liegt der Startplatz für Paraglider.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Kindergärten[Bearbeiten]

  • Kindergarten St. Josef
  • Kindergarten St. Elisabeth

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Gemeinde-Bücherei
  • Fuhrmanns- und Schneidermuseum
  • Mälzereimuseum
  • Walderlebnispfad und drei Kulturwanderwege
  • Waldlehrpfad
  • Kunst im Wald (zwischen Parkplatz Rinderbach und bayrischer Schanz)
  • Jugendzentrum Magic Box unter sozialpädagogischer Leitung

Kirchen und bedeutende Bildstöcke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Bartholomäus,
  • Pfarrkirche St. Thekla (OT Habichsthal),
  • Evangelische Friedenskirche,
  • Kreuzkapelle aus dem 15. Jahrhundert [10]
  • Gläsernes Heiliges

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Sportstätten und Freizeitanlagen[Bearbeiten]

  • Beheiztes Terrassenfreibad, auf einem drei Hektar großen Gelände bestehen vier Schwimmbecken in vier Ebenen mit ca. 2.000 m² Wasserfläche
  • Sportgebiet „Orber Straße“
    • 4 Bundeskegelbahnen, auf denen der KSC (Kegel Sport Club) Frammersbach mit je einer Damen- (2. Bundesliga West Damen) und Herren- (2. Bundesliga West) Mannschaft sowie zwei weiteren Herren, der zweiten Damenmannschaft, einer gemischten und einer Jugendmannschaft kegelt
    • Skateanlage mit Quarter-Pipe
    • Fußballplätze, auf denen die Mannschaften des TUS Frammersbach spielen, die 1. Mannschaft in der Landesliga
    • Tennisplätze
  • Sportgebiet am Sauerberg
    • 'Wintersportgebiet am Sauerberg' mit Skihang/Ski-Lift, Skating-/Klassikloipen, Rodelbahn und auch im Sommer bewirtschafteter Skihütte
    • 3 Faustballplätze an der Skihütte
    • Waldsportplatz mit bewirtschafteter Fußballerhütte
  • Dreifach-Sporthalle unterhalb des Heubergs mit Außensportanlagen (Fuß-/Basketballplatz)
  • Ehemaliger Flugplatz auf dem Heuberg
  • Schützenhaus mit Luftgewehrschießstand
  • Mehrere „Mountainbike-Strecken“, Frammersbach ist Austragungsort für den „Internationalen Spessart-Bike-Marathon“ und war im Jahr 2005 Austragungsort der Europameisterschaft im Mountainbike-Marathon sowie Etappenort der CRAFT Bike Trans Germany seit der Auflage in 2006
  • Wassertretanlagen im Lohrtal und Laubersbachtal
  • Aubachseen in Habichsthal

Vereine[Bearbeiten]

In Frammersbach sind derzeit 45 Ortsvereine aktiv.

Brauchtum und Feste[Bearbeiten]

  • Hähnewettkrähen am 1. Mai im Wellerstal
  • Vatertagsfest (Christi Himmelfahrt) des Angelsportverein im Wellerstal
  • Köhlerfest zu Pfingsten
  • Bike-Marathon Ende Juni
  • Hoffest der Musikkapelle nach Sommerbeginn
  • Frammersbacher Festtage vulgo „Großes Fest“ Anfang Juli
  • Feuerwehrfest an der Kreuzkapelle Ende Juli
  • „Kirb“ (Kirchweih) am letzten Augustwochenende, bei der bis 2010 die 17- bis 18-jährigen Jugendlichen aus dem Ort mit reichlichem Alkoholkonsum in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen wurden. 2011 wurde die Tradition von älteren Gemeindebürgern unter stärkerer Berücksichtigung der Ursprünge weitergeführt. Die Zeremonie erfolgt nach festgelegten Ritualen (Kirbbaumaufstellung; Taufe und Beerdigung des 'Kirbmoo's) und ist verbunden. Vermutlich feierten früher die Burschen aus dem Dorf das Ende der Lehrzeit mit diesem Fest, bevor durch die Verlängerung der Schulpflicht sich das Ende der Ausbildungszeit verschob.

Söhne und Töchter Frammersbachs[Bearbeiten]

  • Gerd Amrhein (* 1964), Triathlet, Mitglied der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft von 1986 bis 1993, Deutscher Duathlonmeister 1991
  • Burkhard Büdel (* 1953), Flechtenforscher, Professor an der Universität Kaiserslautern
  • Eduard Friedel (1871–1949), Ministerialbeamter im bayerischen Eisenbahnwesen
  • Johann Bartholomäus Gossmann (* 1811), Philologe, Sagensammler und Dichter
  • Jakob Franz Steigerwald (* 1822), Philosoph und Religionsprofessor am Königlichen-Theologischen Knabenseminar Aschaffenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frammersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/191831&attr=OBJ&val=1720
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 72.
  4. http://www.main-netz.de/nachrichten/region/lohr/lohr/art3993,3027298
  5. Geschichte auf der Gemeindehomepage
  6. Sechserbuch
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 762.
  8. Nähere Informationen Städtepartnerschaft Nadasch
  9. Flugplatz Frammersbach
  10. http://www.frammersbach.de/sites/gensite.asp?SID=cms210720091516012819940&Art=0356