Mittelsinn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mittelsinn
Mittelsinn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mittelsinn hervorgehoben
50.1944444444449.6169444444444208Koordinaten: 50° 12′ N, 9° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Burgsinn
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 14,28 km²
Einwohner: 834 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97785
Vorwahl: 09356
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 159
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Burgweg 1
97775 Burgsinn
Webpräsenz: www.vgem-burgsinn.de
Bürgermeister: Peter Paul (CSU/SPD/Unabhängige Bürger)
Lage der Gemeinde Mittelsinn im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Mittelsinn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Mittelsinn liegt in der Region Würzburg. Ein wichtiger Aspekt der Geografie Mittelsinns ist die Sinn, die sich durch den Ort zieht. Auf dem Wappen ist sie im unteren Bereich (grüner Hintergrund) zu erkennen. Mittelsinn liegt zwischen Obersinn und Burgsinn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Mittelsinn hat nur einen Ortsteil[2].

Es gibt die Gemarkung Mittelsinn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Markt
Obersinn
Forst Aura
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Forst Aura
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Aura im Sinngrund
Markt
Burgsinn

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Das Grundwort im Namen geht auf den den Ort durchfließenden Fluss Sinn zurück. Der Zusatz "Mittel" wurde verwendet, um Mittelsinn von den naheliegenden Dörfern Obersinn und Niedersinn (heute Burgsinn) zu unterscheiden und weist auf die Lage im Tal hin.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1295 Melesynnen
  • 1319 Metelnsinne
  • 1346 Miltelsynne
  • 1364 Metelsynne
  • 1369 Metelsinne
  • 1372 Metelnsinne
  • 1376 Mettelnsin
  • 1377 Mittelnsynne
  • 1542 Mittelsynn
  • 1600 Mittelsinn

Geschichte[Bearbeiten]

Der größte Teil des ehemaligen Amts Aura im Sinngrunde des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, war 1808 an das Fürstentum Aschaffenburg (1803 erst an Bayern, 1805 an das Großherzogtum Würzburg) gefallen, mit welchem es 1814 zu Bayern kam. Hiesige Rechte des Kurfürstentums Hessen-Kassel fielen erst 1860 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien ansässig, die eine jüdische Gemeinde bildeten und im Ort ihre Synagoge errichteten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gotteshaus zerstört, woran eine Gedenktafel an der gegenüber liegenden Sparkasse erinnert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 398.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 38.000 €.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2008 Peter Paul (CSU/SPD/Unabhängige Bürger). Sein Vorgänger war Karl Kratz (CSU/SPD).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Mittelsinn hat 9 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.

CSU-SPD-Unabhängige Bürger (CSU-SPD-UB) Freie Bürger Mittelsinn Zukunftsorientierte Liste Mittelsinn Gesamt
2008 4 4 1 9 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt und oben gespalten von Rot und Gold, vorne drei silberne Spitzen, hinten schräg gekreuzt zwei rote Amtsstäbe; unten in Grün ein goldenes Mühlrad, überdeckt von einem silbernen Wellenpfahl.

Die drei gesenkten silbernen Spitzen weisen auf die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg hin. Die gekreuzten Stäbe stellen die Funktion des Ortes als Sitz eines besonderen Zehntgerichts dar. Seit dem 15. Jahrhundert wurden die Herrschafts - und Gerichtsrechte von mehreren Herrschaftsinhabern gemeinschaftlich ausgeübt, es bestand eine so genannte Viererherrschaft. Bedeutende Herrschaftsinhaber waren die Herren von Thüngen und die Herren von Hutten. Daran erinnern die Farben Gold und Rot, die beide Adelswappen aufweisen. Die gekreuzten Stäbe im Gemeindewappen stellen zugleich den zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebildeten und bis 1866 bestehenden bayerisch-hessischen Kondominatsbezirk (Herrschaftsgebiet) dar, zu dem Mittelsinn gehörte. Der Wellenpfahl und das Mühlrad symbolisieren den Fluss Sinn mit seinen Mühlen. Die Farbe Grün steht für den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde sowie für die geografische Lage der Gemeinde zwischen Rhön und Spessart (siehe Geografie).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Mittelsinn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 5, im produzierenden Gewerbe 105 und im Bereich Handel und Verkehr 7 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 42 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 352. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 4 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 1 Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 419 ha, davon waren 87 ha Ackerfläche und 298 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg führt, unter anderem mit der Talbrücke Mittelsinn über das Gebiet der Gemeinde.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 23 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • August Hagen (1843-nach 1912), war Schulleiter und Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Horst Peisker (1939–2012), Autor
  • Oswald Rothaug (* 17. Mai 1897 in Mittelsinn; † 4. Dezember 1967 in Köln), Jurist in der NS-Zeit, ab 1943 Reichsanwalt am Volksgerichtshof
  • Werner Väth (* 9. September 1945 in Mittelsinn; † 19. November 2012 in Berlin), Politikwissenschaftler, Vizepräsident der Freien Universität Berlin

Siehe auch: Liste der Ehrenbürger von Mittelsinn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/212256&attr=OBJ&val=1734
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 149.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 165

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittelsinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien