Marktheidenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Marktheidenfeld
Marktheidenfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Marktheidenfeld hervorgehoben
49.8438888888899.6002777777778154Koordinaten: 49° 51′ N, 9° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 37,54 km²
Einwohner: 10.854 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97828
Vorwahlen: 0 93 91
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 157
Stadtgliederung: Kernstadt und 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Luitpoldstraße 17
97828 Marktheidenfeld
Webpräsenz: www.marktheidenfeld.de
Erste Bürgermeisterin: Helga Schmidt-Neder (Freie Wähler)
Lage der Stadt Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Blick auf Marktheidenfeld 1896
Blick auf Marktheidenfeld 2011
Pfarrkirche St. Laurentius

Marktheidenfeld ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Die Stadt ist Sitz, aber nicht Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Mainviereck, an der Ostseite des Spessarts, geologisch an der Nahtstelle des Spessart-Rotsandsteingebiets zum Muschelkalkgebiet der Fränkischen Platte, die zwischen dem Mainviereck und dem Maindreieck auch als Marktheidenfelder Platte bezeichnet wird.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Marktheidenfeld besteht aus der 8.790 Einwohner[2] zählenden Kernstadt (mit der Haunermühle) und den folgenden sechs[3] Stadtteilen:

Es gibt die Gemarkungen Altfeld, Glasofen, Marienbrunn, Marktheidenfeld, Michelrieth, Oberwittbach und Zimmern.

Gewässer[Bearbeiten]

In Marktheidenfeld mündet der Erlenbach in den Main.

Geschichte[Bearbeiten]

Heidenfeld dürfte während der fränkischen Landnahme in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts entstanden sein. Schon vor 855 gehörte der Ort dem Kloster Holzkirchen, das seit dieser Zeit zur Abtei Fulda gehörte. Die Grafen von Wertheim als Vögte des Klosters Holzkirchen erlangten Ende des 13. Jahrhunderts auch die Vogtei über Heidenfeld. 1397 wurde Marktheidenfeld erstmals als Stadt bezeichnet. Zwischen 1522 und 1530 wurde in der Grafschaft Wertheim und damit auch in Marktheidenfeld die Reformation eingeführt. 1612 wurde Heidenfeld nach der Würzburg-Wertheimer Fehde (1599 bis 1617) als würzburgisches Lehen eingezogen, es begann die Gegenreformation unter dem Pfarrer Johannes Molitor (1576–1639). 1632 bis 1634 war der Ort nach den Siegen der Schweden wieder kurz protestantisch, danach gehörte der Ort zum Hochstift Würzburg. 1649 ist erstmals die Bezeichnung Marktheidenfeld belegt, als Unterscheidung zum ebenfalls zum Hochstift Würzburg gehörigen Kloster Heidenfeld bei Schweinfurt. Das Amt des Hochstiftes Würzburg wurde 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, in einem Grenzbereinigungsvertrag 1807 dem Großherzogtum Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. 1814 wurde Marktheidenfeld Sitz des Landgerichts Homburg, Vorläufer des Bezirksamts Marktheidenfeld, das 1939 den Namen Landratsamt erhielt. Am 8. April 1948 wurde Marktheidenfeld, das nach dem Krieg durch den Zuzug von Heimatvertriebenen rasch wuchs, zur Stadt erhoben. Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Marktheidenfeld aufgelöst.

1975 wurde in Marktheidenfeld der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gegründet.[4]

Am 13. Oktober 1984 kam es in Marktheidenfeld zu einer Demonstration mit 700–1.000 Teilnehmern, die gegen die Traditionstreffen der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division in der Stadt protestierten. Ende der 1950er-Jahre hatte die Stadt aus Gründen der Fremdenverkehrsförderung zugesagt, dieses Treffen organisatorisch zu unterstützen. Kamen anfänglich noch etwa 150 Teilnehmer, so wuchs die Veranstaltung bald auf etwa 400 Teilnehmer. Auch die „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit“, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand und von diesem als rechtsextrem eingestuft wurde, nahm an den Treffen teil. Über 800 Menschen verlangten per Unterschrift ein Ende des offiziellen Status des Treffens, was jedoch von Stadtrat und Kreistag zunächst abgelehnt wurde. Im Zuge der zunehmenden Proteste, die unter anderem vom DGB, der SPD, den Grünen, der IG Metall, kirchlichen Jugend- und Studentengruppen und NS-Verfolgtenorganisationen organisiert wurden, wurde das Treffen eingestellt.[5]

Ev.-Luth. Kirche in Glasofen

Religionen[Bearbeiten]

römisch-katholisch: 5.559 = 48 % der Gesamtbevölkerung von 11.529
evangelisch: 2.761 = 24 %
sonstige und konfessionslose: 3.209 = 28 % (Stand: 31. Dezember 2013)

Die Pfarrei St. Josef[6] gehört zum Dekanat Lohr (Bistum Würzburg). Daneben gibt es noch die Friedenskirche der dem Dekanat Aschaffenburg angehörigen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Glasofen eingegliedert.[8] Zimmern kam am 1. Juli 1974 hinzu. Es folgten Marienbrunn am 1. Januar 1975 sowie Altfeld (mit den am 1. Juli 1972 eingegliederten Orten Michelrieth und Oberwittbach)[8] am 1. Januar 1976.[9]

Einwohner[Bearbeiten]

Etwa 530 Einwohner im Jahre 1542, etwa 730/800 gegen Ende des 16. Jahrhunderts, 630 im Jahre 1633 und bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 wohl etwa 500/550. 1673 wohnten wieder etwa 700, 1720 bereits rund 1.100 Einwohner in Marktheidenfeld.

1920 lebten in Marktheidenfeld 2.058 Einwohner (1925: 2030 Einwohner, 1933: 2.232 Einwohner). Die Bevölkerung wuchs auf 2.687 Personen im Jahr 1938, nach dem Zweiten Weltkrieg betrug sie im Jahr 1946 4.302 Personen. Auf dem Gebiet der Stadtgemeinde wurden 1970 8.364, 1987 dann 9.421 und im Jahr 2000 10.803 Einwohner gezählt.

Am 31. Dezember 2013 wohnten 8.790 Einwohner (76 %) in der Kernstadt, 2.739 Einwohner (24 %) in den sechs Stadtteilen. Die Gesamtzahl betrug 11.529 Einwohner.

Verteilung der Gesamteinwohner auf Kernstadt und Stadtteile[10] :

Stadtteil Einwohner
Marktheidenfeld (Kernstadt) 8.790
Altfeld 772
Glasofen 429
Marienbrunn 369
Michelrieth 544
Oberwittbach 139
Zimmern 486
(Stand: 31. Dezember 2013)

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[11]
Wahlbeteiligung: 57,87 %
 %
40
30
20
10
0
39,84 %
39,61 %
20,55 %

Seit dem 1. Mai 2008 ist Helga Schmidt-Neder (Freie Wähler) Erste Bürgermeisterin.

Im Jahr 2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 20.022.862 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen 10.030.661 €.

Stadtrat[Bearbeiten]

Historisches Rathaus

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 ergab für den aus 24 Sitzen bestehenden Stadtrat folgende Sitzverteilung:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weitere Partnerschaft[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Stadtverwaltung Marktheidenfeld
  • Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld
  • Außenstelle des Finanzamts Lohr a. Main
  • Außenstellen des Landratsamts Main-Spessart in Karlstadt
    (Kfz-Zulassungsstelle, Kreisjugendamt, Staatliches Gesundheitsamt, Kreisbauhof)
  • Außenstelle der Autobahndirektion Nordbayern (Straßenmeisterei in Altfeld)
  • Polizeiinspektion Marktheidenfeld
  • Freiwillige Feuerwehren Marktheidenfeld, Altfeld, Glasofen, Marienbrunn, Michelrieth, Oberwittbach, Zimmern

Infrastruktur, Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Wasserstraße: Der Main ist eine Bundeswasserstraße erster Ordnung, zuständig das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg.

Straße: Die Bundesautobahn 3 Nürnberg – Frankfurt verläuft in Ost-West-Richtung und schneidet die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Staatsstraßen 2299 und 2315 im Stadtteil Altfeld, wobei die durch das Stadtgebiet laufende Bundesstraße 8 als Autobahnzubringer fungiert.

ÖPNV: Ein dicht ausgebautes Busnetz des Verkehrsverbund Mainfranken verbindet Stadt und Umland. Innerörtlich verkehrt ein Stadtbus auf einer Nord- und einer Südlinie. Beide Linien haben den Start- und Zielpunkt ZOB. Im Jahr 2010 wurden über 30.000 Fahrgäste gezählt. Zu den Stadtbustarifen kann man auch mit dem überörtlichen Linienverkehr von der Kernstadt in die Ortsteile oder umgekehrt fahren.

Im Stadtteil Altfeld befindet sich ein Segelflugplatz.

Eisenbahn: Die Strecke Lohr am Main–Wertheim wurde am 1. Oktober 1881 durch die Bayerische Staatsbahn in Betrieb genommen und führte auf der anderen Mainseite dort an Marktheidenfeld vorbei, wo der Bahnhof war. Der Bahnhof in Marktheidenfeld war der Größte zwischen den Start- und Endbahnhöfen. Die Strecke selbst war eingleisig, der Bahnhof in Marktheidenfeld hatte jedoch einen großzügigen Güterbahnhof mit Verladerampen und war bis zu sieben Gleisen breit. Der Personenverkehr wurde zwischen Lohr Stadtbahnhof und Wertheim am 30. Mai 1976 eingestellt. Heute verläuft auf vielen Teilen der alten Bahnstrecke der Maintalradweg.

Geldinstitute[Bearbeiten]

  • Sparkasse Mainfranken Würzburg
  • Raiffeisenbank Main-Spessart eG
  • HypoVereinsbank UniCredit Bank AG

Unternehmen[Bearbeiten]

WAREMA Renkhoff SE[Bearbeiten]

Die Firma WAREMA Renkhoff SE, der führende Hersteller von Sonnenschutztechnik in Europa, hat seinen Hauptsitz mit all ihren Tochtergesellschaften in Marktheidenfeld und ist größter Arbeitgeber in der Stadt und im Umland.

Procter & Gamble[Bearbeiten]

Zudem hat der weltweit größte Konsumgüterhersteller Procter & Gamble ein Werk der Tochterfirma Gillette (Braun), in der elektrische Zahnbürsten hergestellt werden. Zusätzlich befindet sich im Ortsteil Altfeld sein Zentralauslieferungslager.

Sonstige Industrie[Bearbeiten]

Im Ortsteil Altfeld, nahe der Autobahn A3, befindet sich ein großes Industriegebiet, welches bei vielen international tätigen Firmen beliebt ist. Hier finden sich beispielsweise der Automobilzulieferer HILITE oder ein Werk des französischen Konzerns Schneider-Electric.

Firmen wie Warema, 1955 in Marktheidenfeld gegründet, Braun, seit 1961 ansässig, aber auch Schleunungdruck, 1949 gegründet, erweiterten mehrfach und schufen Arbeitsplätze in großer Zahl. Es folgten weitere Unternehmen, wie Elau (heute Teil von Schneider Electrics), Hilite, Okalux, Del Monte und Cummins. Dies brachte der Stadt nicht nur neue Einwohner, sondern auch einen kontinuierlichen Zuwachs an Gewerbesteuereinnahmen.

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg von 8.471 im Jahr 2006 auf 9.513 im Jahr 2012. Davon entfallen 4.339 auf Beschäftigte am Wohnort und 5.174 auf Pendler. Diese hohe Anzahl an täglichen Einpendlern zeigt, dass die Stadt Marktheidenfeld ein Arbeitsplatzschwerpunkt für die Umlandgemeinden und den Verflechtungsbereich aus der Region darstellt.

Tourismus[Bearbeiten]

Besonders in den Sommermonaten ist die Altstadt ein beliebtes Ziel von Radtouristen, die sowohl über den Maintal-Radweg als auch über das Hafenlohrtal nach Marktheidenfeld gelangen. Zudem halten regelmäßig Flusskreuzfahrtschiffe am Mainufer, wodurch viele Touristen die Stadt am Main kennenlernen. Übernachtungsmöglichkeiten bieten zahlreiche Hotels und Pensionen sowie Campingplätze.

Im Jahr 2012 wurde das Erlebnisbad Wonnemar eröffnet. Das Sport- und Familienbad bietet ein Kinder-, ein Familien- und ein Sportbecken. Es gibt auch eine Röhrenrutsche mit 80 Metern Länge. Im Thermenbereich gibt es Solebecken (innen und außen), Erlebnisduschen, ein Kneipp-Becken, ein Whirlpool, ein Wasserfallturm, eine Grotte und eine Ruhegalerie. Auf der nächsten Etage befindet sich die Sauna- und Wellness-Landschaft. Während des Sommers steht den Besuchern außerdem das aufwendig sanierte Freibad zur Verfügung.

Weinbau[Bearbeiten]

Nur noch geringe wirtschaftliche, aber hohe kulturelle Bedeutung hat der Weinbau. Auch wenn in Marktheidenfeld nur noch sehr wenig Menschen vom Weinbau leben, ist er für die Selbstwahrnehmung und die lokale Lebensart weiterhin wichtig. Marktheidenfelder Lagen sind der Kreuzberg und der Rebschnittgarten. In den umliegenden Gemeinden Triefenstein/Homburg a. Main und Erlenbach ist der Weinbau noch von großer Bedeutung.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Stadtbücherei Marktheidenfeld
  • Friedrich-Fleischmann-Grundschule, Marktheidenfeld
  • Grund- und Hauptschule des Schulverbands Oberndorf, Bischbrunn
  • Mittelschule (Hauptschule) am Maradies (mit P,- R-, S- und M-Zweig)
  • Staatliche Realschule, Marktheidenfeld
  • Balthasar-Neumann-Gymnasium, Marktheidenfeld
  • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule, Marktheidenfeld
  • Altenpflege- und Krankenpflegeschule des Landkreises Main-Spessart, Marktheidenfeld
  • Förderschulen: St. Kilian und St. Nikolaus, Marktheidenfeld
  • Zwei private Musikschulen und das städtische Musikinstitut, Marktheidenfeld
  • Volkshochschule Marktheidenfeld

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Franck-Haus[Bearbeiten]

Franck-Haus – Außenansicht

Das Franck-Haus ist ein 1745 errichtetes, reich verziertes Bürgerhaus der Barockzeit und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Bauherr war der Weinhändler und Kaufmann Franz Valentin Franck (1702–1777). Dazu hat er zwei schon vorhandene Fachwerkhäuser verbreitert und mit der Überbauung eines rundbogigen Tors, das in einen Innenhof führt, zu einem Gebäude vereint. Im Sockelgeschoss der um den Innenhof gruppierten Gebäude waren die Weinkontorräume, darüber Wohnungen; später wurde dort ein Festsaal eingerichtet. Daneben gibt es den "roten Salon" mit Stukkaturen. 1767 veräußerte Franck das Gebäude, nach verschiedenen Eigentümerwechseln ist es seit 1987 im Besitz der Stadt. Es wurde von 1994 bis 1998 saniert.

An der Schaufassade steht unter einem von Engeln getragenen Stuck-Baldachin eine Maria Immaculata aus Sandstein. Sie hält ein vergoldetes Lilienzepter in der Rechten und zertritt die Schlange (Symbol der Erbsünde). Die Keilsteine der Fenster im Sockelgeschoss tragen links vom Portal die vier Erdteile und rechts vom Portal die vier Jahreszeiten. Auf den Kapitellen am Torbogen stehen zwei Löwen mit Schilden, die das Errichtungsjahr 1745 und die Initialen des Bauherrn – FVF – dokumentieren.

Bei der Restaurierung wurde die smalte-blaue Farbe der Fassade, die zur Erbauungszeit teuerste Farbe, wiederhergestellt. Heute wird das Haus für Ausstellungen genutzt.[12] Im Festsaal finden regelmäßig Trauungen statt.

Vom Hof aus ist der alte Weinkeller (datiert 1620) mit großen Weinfässern zugänglich, der somit mehr als ein Jahrhundert älter ist als das Franck-Haus.

Dauerausstellungen sind die „kleinste Bibliothek der Welt“, eine Sammlung von Kleinschreibkunstwerken aus Valentin Kaufmanns Nachlass, die Schauschmiede, eine im Hof eingerichtete alte Schmiedewerkstatt, und ein Informationsraum zu Leben und Werk des Malers und Kunsthandwerkers Hermann Gradl.

St. Laurentius-Kirche[Bearbeiten]

An der St. Laurentius-Kirche ist seit über 700 Jahren immer wieder gebaut worden. Insgesamt lassen sich vier Bauabschnitte im romanischen, gotischen, barocken und neubarocken Stil unterscheiden. Die Stile der jeweiligen Zeit wurden dabei immer in das alte Bauwerk harmonisch eingebracht. Mit vielen kunsthistorischen Funden, darunter mittelalterliche Fresken im Chorraum und zwei Grabplatten aus dem 16. Jahrhundert, ist die Kirche wie ein Geschichtsbuch der Stadt.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alte Mainbrücke

Die Alte Mainbrücke aus roten Sandsteinquadern wurde Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Herrschaft König Ludwig I. von Bayern erbaut und 1845 eröffnet. Am westlichen Brückenkopf wurde zu Ehren König Ludwig I. eine Büste aufgestellt, welche während des Zweiten Weltkrieg für die Waffenindustrie eingeschmolzen wurde. Nach dem Krieg wurde eine neu Büste errichtet. Über 150 Jahre später folgte der alten Bogenbrücke die Nordbrücke, eine Stabbogenbrücke mit der seltenen Anordnung von sich kreuzenden Hängern.

Sehenswert sind außerdem die Altstadt mit historischen Fachwerkhäusern, die Mainpromenade, der Marktplatz mit dem Fischerbrunnen und die Kreuzbergkapelle, eingeweiht 1890, die auf dem Kreuzberg liegend, über einen Kreuzweg erreicht werden kann.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Juni und Juli finden mehrere Veranstaltungen statt, darunter das Altstadtfest, die Karibische Nacht und das traditionelle Waldfest des Kleinkaliber-Schützenvereins, welches inzwischen das älteste Vereinsfest der Stadt ist.

Am ersten Augustwochenende veranstaltet der Köhlerverein sein traditionelles Köhlerfest im Stadtteil Glasofen.

Im August findet das zehn Tage dauernde Marktheidenfelder Volksfest, die Laurenzi-Messe, statt. Kern der Veranstaltung ist der Laurenzimarkt. Er befindet sich seit 2007 auf dem Festplatz in der Georg-Mayr-Straße am Mainufer. Des Weiteren gibt es noch einen Rummelplatz, das traditionelle Bierzelt und vier verbundene Zelte für die Gewerbeschau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marktheidenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Stadt Marktheidenfeld: Zahlen, Daten, Wissenswertes. 2014 (online, abgerufen am 23. April 2014).
  3. bayerische-landesbibliothek-online.de
  4. bund.net: Geschichte
  5. Martin Harth: Groß-Demo sollte SS-Spuk beenden. In: Wertheimer Zeitung, 13. Oktober 2009.
  6.  Marktheidenfeld – St. Josef, Bräutigam der Muttergottes: Pfarrgemeinde Marktheidenfeld. 2014 (online, abgerufen am 4. Mai 2014).
  7.  Evang.-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld: Homepage. 2014 (online, abgerufen am 4. Mai 2014).
  8. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 518.
  9.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 762.
  10. Einwohnerzahlen der Stadtteile
  11. wahlen.bayern.de
  12. Franck-Haus auf der Website der Stadt Marktheidenfeld