Denis Scheck
Denis Scheck (* 15. Dezember 1964 in Stuttgart) ist ein deutscher Literaturkritiker und Journalist in Hörfunk und Fernsehen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben
Weil Scheck als 13-Jähriger in dem 230-Seelen-Weiler Bretzenacker lebte und anderthalb Kilometer bis zur nächsten Bushaltestelle laufen musste, gründete er eine Literaturzeitschrift namens Newlands.[1]
[Bearbeiten] Ausbildung
Denis Scheck studierte Germanistik, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Tübingen und Düsseldorf und an der University of Texas in Dallas, und wurde vom dortigen Center for Translation Studies mit einer Arbeit über Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas und E. L. Doctorows Ragtime zum Master of Arts graduiert.
[Bearbeiten] Beruf
Denis Scheck ist als Literaturagent, Übersetzer US-amerikanischer und britischer Autoren, Herausgeber und freier Kritiker tätig. Seit 1997 ist er Literaturredakteur beim Deutschlandfunk, wo er regelmäßig die Sendung Büchermarkt moderiert und jeweils freitags die Bestsellerliste des Spiegel kommentiert. Den Fernsehzuschauern ist er vor allem als Moderator des Büchermagazins Druckfrisch bekannt, das seit dem 9. Februar 2003 monatlich im Ersten ausgestrahlt wird.[2]
Von 2000 bis 2002 gehörte Denis Scheck der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt an. 2004 übernahm er für zwei Semester eine Gastprofessur für Literaturkritik an der Universität Göttingen.[3] 2000 wurde Denis Scheck mit dem Kritikerpreis des Deutschen Anglistentages ausgezeichnet. 2007 erhielt er die Übersetzerbarke des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) „für sein anhaltendes, nicht nur von Sachkenntnis getragenes, sondern auch mit Witz und Charme vorgetragenes Engagement für die Belange der Literaturübersetzer, insbesondere in deren langjähriger Auseinandersetzung mit den Verlagen um eine angemessene Vergütung ihrer Arbeit.“[4]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 2000: Kritikerpreis des Deutschen Anglistentages
- 2007: Übersetzerbarke des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer
- 2011: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Besondere Leistung, gemeinsam mit Andreas Ammer
- 2012: Sonderpreis des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises für seine Sendung Druckfrisch in der ARD. Verleihung am 10. Oktober 2012 in Hamburg.[5]
[Bearbeiten] Kontroverse
Nach seinem Verriss des Romans Ein alter Traum von Liebe von Nuala O’Faolain, der wenige Tage zuvor von Elke Heidenreich hochgelobt worden war, bezeichnete Heidenreich Scheck in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2003 als „hysterisches Rolltreppendickerchen“ und „Tchibo-Literatur-Vertreter“. Heidenreich hatte Schecks abschließenden Kommentar, das Buch sei das Richtige für „eine alte Schachtel“, auf sich bezogen. Scheck bestritt, dass er Heidenreich gemeint habe, sagte aber auch: „Ich sehe sie […] nicht als Kollegin, weil sie eben keine Literaturkritikerin ist. Bei ihr ist Literatur ein Mittel gegen seelische Blessuren. Für mich ist Literatur nicht dazu da, um uns über unsere Seelenwehwehchen hinwegzutrösten.“[6]
[Bearbeiten] Werke
- King Kong, Spock & Drella, Straelen/Niederrhein 1993
- Hell's Kitchen, Augsburg 1994
- Sie & Er, London [u.a.] 2011 (zusammen mit Eva Gritzmann)
[Bearbeiten] Herausgeberschaft
- Zwischenfall in Luna City, Stuttgart 1983 (herausgegeben zusammen mit Uwe Luserke)
- Vom schwierigen Vergnügen der Poesie, Straelen 1997 (herausgegeben zusammen mit Sabine Küchler)
- Mutmaßungen über die Poesie, Frankfurt am Main 1999 (herausgegeben zusammen mit Hubert Winkels)
- David Foster Wallace: Kleines Mädchen mit komischen Haaren, Köln 2001
- Robert Gernhardt: Meer von Robert Gernhardt, Frankfurt, M. 2007
- Oscar Wilde: Oscar Wilde für Boshafte, Frankfurt, M. [u.a.] 2007 (herausgegeben zusammen mit Christina Schenk)
[Bearbeiten] Übersetzungen
- Steven Bauer: Satyrtag, Frankfurt am Main 1987
- Alison Bechdel: Fun home, Köln 2008 (übersetzt zusammen mit Sabine Küchler)
- Marion Zimmer Bradley: Phantastische Wirklichkeiten, Waiblingen 1992
- Simon Brett: Liebende leben gefährlich, Frankfurt am Main 1991
- Michael Chabon: Die Geheimnisse von Pittsburgh, Köln 1988
- Michael Chabon: Ocean Avenue, Köln 1992
- Arthur Bertram Chandler: Abenteuer Randwelt, München
- 1. Grimes reist in die Unendlichkeit, 1983
- 2. Grimes auf El Dorado, 1983
- 3. Grimes macht Karriere, 1983
- 4. Grimes im Paradies des Todes, 1983
- 5. Grimes bei den Rebellen von Sparta, 1984
- 6. Grimes und die vergessene Kolonie, 1984
- 8. Grimes und die Liebesdroge, 1984
- 9. Grimes gegen die Piratenkönigin, 1984
- 10. Grimes in gefährlicher Mission, 1984
- 12. Grimes, Freibeuter des Weltraums, 1985
- 14. Grimes und die letzte Amazone, 1985
- Arthur Bertram Chandler: Die australische Revolution, München 1986
- Alex W. Du Prel: Blaue Träume, Adliswil 1992
- Raymond Z. Gallun: Bruder-Welten, Rastatt 1985
- Brad Gooch: Mailand - Manhattan, Frankfurt am Main 1992
- Jay Gummerman: Moontown-Stories, Köln 1991
- Lesley Hazleton: Dein Recht, dich schlecht zu fühlen, Hamburg 1987
- Mary McGarry Morris: Spurlos verschwunden, Hamburg 1989
- Ruth Rendell: Das geheime Haus des Todes, Reinbek bei Hamburg 1988
- Ruth Rendell: Der Liebe böser Engel, Reinbek bei Hamburg 1988
- Ruth Rendell: Mord ist ein schweres Erbe, Reinbek bei Hamburg 1987
- Robert Stone: Das zweite Logbuch, Reinbek bei Hamburg 1995 (übersetzt zusammen mit Joachim Körber)
- Daniel Sugerman: Wonderland Avenue, Augsburg 1991
- Patricia C. Wrede: Schattenzauber, Frankfurt 1986
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Denis Scheck im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Denis Scheck in der Internet Movie Database (englisch)
- Büchermarkt-Sendung des Deutschlandfunks
- ARD-Büchermagazin Druckfrisch (auch im Druckfrisch YouTube-Kanal der ARD
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Der Müllwerker. Porträt über Denis Scheck von Kerstin Decker im Tagesspiegel vom 18. März 2012
- ↑ „So etwas wie die Stiftung Warentest“ – der Literaturkritiker Denis Scheck – Porträt auf der Website des Goethe-Instituts, abgerufen am 1. November 2010
- ↑ Denis Scheck übernimmt Gastprofessur für Literaturkritik in Göttingen Presseinformation vom 23. Januar 2004
- ↑ Verleihung der Übersetzerbarke 2007 mit Laudatio
- ↑ Literaturkritiker Denis Scheck erhält Sonderpreis für Druckfrisch, abgerufen am 25. Februar 2013
- ↑ Lesen und lesen lassen, taz vom 2. April 2004
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scheck, Denis |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Literaturkritiker, Übersetzer sowie Hörfunk- und Fernsehmoderator |
| GEBURTSDATUM | 15. Dezember 1964 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |