Crimmitschau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Crimmitschau
Crimmitschau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Crimmitschau hervorgehoben
50.81222222222212.386666666667238-360Koordinaten: 50° 49′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Crimmitschau-Dennheritz
Höhe: 238-360 m ü. NHN
Fläche: 61,04 km²
Einwohner: 19.396 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 318 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08451
Vorwahl: 03762
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 030
Stadtgliederung: Kernstadt; 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
08451 Crimmitschau
Webpräsenz: www.crimmitschau.de
Oberbürgermeister: Holm Günther (parteilos)
Lage der Stadt Crimmitschau im Landkreis Zwickau
Bernsdorf Callenberg Crimmitschau Crinitzberg Dennheritz Fraureuth Gersdorf Glauchau Hartenstein Hartmannsdorf Hirschfeld Hohenstein-Ernstthal Kirchberg Langenbernsdorf Langenweißbach Lichtenstein Lichtentanne Limbach-Oberfrohna Meerane Mülsen Neukirchen/Pleiße Niederfrohna Oberlungwitz Oberwiera Reinsdorf Remse Schönberg St. Egidien Waldenburg Werdau Wildenfels Wilkau-Haßlau Zwickau Sachsen Thüringen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Chemnitz Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Crimmitschaus Wahrzeichen, der Rote Turm am Taubenmarkt, Nachbau des ehemaligen Stadtmauerturmes

Crimmitschau ist mit ihren etwa 19.500 Einwohnern eine Große Kreisstadt im sächsischen Landkreis Zwickau an der Grenze zum Freistaat Thüringen. Die Stadt ist eine typische Industriestadt des 19. Jahrhunderts, in der vor allem Textilien hergestellt wurden. Crimmitschau hatte den Beinamen Stadt der 100 Schornsteine. Heute existiert noch eine Tuchfabrik. Crimmitschau ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Crimmitschau-Dennheritz.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Crimmitschau liegt im Talkessel der Pleiße und gleichzeitig im Vorerzgebirge auf einer Höhe von 240–361 m.ü. NN. Crimmitschau wird im Westen vom Westberg und im Osten vom Gablenzer Berg eingerahmt. Die Stadt liegt im Westen des Erzgebirgsbeckens. Am Nordrand der Kernstadt mündet von Osten her der Paradiesbach in die Pleiße. Die Umgegend wird zumeist landwirtschaftlich genutzt; lediglich im Westen des Stadtgebiets gibt es zwei größere Forstflächen. In und um Crimmitschau sind bereits starke mundartliche Färbungen der westerzgebirgischen Mundart zu hören. Vor allem von den älteren Bewohnern der Stadt wird die westerzgebirgische Mundart gesprochen. In dieser heißt die Stadt „Krimsche“.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Zwickau, Dennheritz, Neukirchen, Langenbernsdorf und Meerane im Landkreis Zwickau, Heyersdorf, Jonaswalde, Ponitz und Thonhausen im thüringischen Landkreis Altenburger Land sowie Braunichswalde, Rückersdorf und Seelingstädt im ebenfalls zu Thüringen gehörenden Landkreis Greiz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Name Einwohnerzahl Fläche
[2]
Höhe über NN
31.12.2006 31.12.2007 31.12.2008 31.12.2009 31.03.2011 29.02.2012
Crimmitschau (Hauptort) mit
Leitelshain und Wahlen
- Gablenz
- Rudelswalde
16.454

464
389
16.149

460
375
15.920

448
368
15.723

444
355
15.452

420
345
15.217

426
340
1.231 ha

457 ha
323 ha
240-306 m

250 m
318 m
Blankenhain (gesamt)
- Blankenhain mit Rußdorf
- Großpillingsdorf
1.036
-
-
1.023
865
158
1.020
865
155
1.003
843
160
1.000
844
156
969
816
153
1.143 ha
-
-
330-356 m
Frankenhausen (gesamt)
- Frankenhausen
- Gösau
- Gosel
1.256
-
-
-
1.228
1.033
138
57
1.209
1.013
140
56
1.198
1.004
139
55
1.171
983
135
53
1.164
977
135
52
851 ha
-
-
-
240 m
Langenreinsdorf 814 811 793 793 779 779 851 ha 280 m
Lauenhain mit
Gersdorf und Harthau
677 662 660 662 658 642 610 ha 275 m
Mannichswalde 673 666 662 655 646 638 655 ha 361 m
Crimmitschau (gesamt) 21.763 21.374 21.080 20.833 20.471 20.175 6.121 ha 240-361 m

Quelle: crimmitschau.de

Klima[Bearbeiten]

Der wenigste Niederschlag fällt im Februar mit 37,3 mm und der meiste im August mit 75,5 mm. Der Gesamtjahresniederschlag beträgt 631,6 mm.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Roland auf dem Rathaus (nicht als Symbol reichsländischer Freiheit, sondern als Fassadenschmuck 1892 errichtet, 1942 eingeschmolzen, 1994 neu aufgestellt)

Im Zuge der deutschen Ostexpansion wurden die Stadt und die gleichnamige Burg Crimmitschau (heute Schweinsburg in Neukirchen/Pleiße) im Zeitraum 1170 bis 1200 als planmäßige deutsche Ansiedlung durch mainfränkische, oberfränkische sowie thüringische Siedler gegründet.

1212 tauchte ein Henricus de Crematzowe auf. Die Urkunde mit seinem Namen stellt die erste urkundliche Erwähnung Crimmitschaus dar. Dieser Heinrich von Crimmitschau war als bedeutender Reichsritter Landrichter des Pleißenlandes. 1222 wurde in einer Urkunde die Burg Crimmitschau als „vest huz Cremaschowe“ erwähnt.

Um 1300 ging die Stadt zunächst in den Besitz der Schönburger über.

Die Stadt war von einer Stadtmauer umgeben, die ebenso wie ihre drei Tore um 1350 errichtet wurde. Ebenfalls 1350 erbaut wurde der Rote Turm, der bis zu seinem Abbruch 1928 Wahrzeichen der Stadt war. Das Niedere oder Schmöllnsche Tor befand sich am heutigen Mannichswalder Platz, das Obere oder Zwick´sche Tor am heutigen Taubenmarkt, wo auch der Rote Turm steht und das Wassertor in der heutigen Badergasse, die Wassertorbrücke erinnert an das Tor.

Nach dem Übergang an das Haus Wettin bekam Crimmitschau am 4. Juni 1414 das Schmöllner Stadtrecht von Markgraf Wilhelm II. verliehen.

Um 1429 wurde die erste Tuchmacherordnung erwähnt und bereits 1430 brannte Crimmitschau samt Rathaus im Hussitenkrieg nieder. Sechs Jahre später, 1436, wurde eine Tuchmacherinnung gegründet.

Frühe Neuzeit und 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Crimmitschau um 1840

Crimmitschau war 1587–1600 von Hexenverfolgung betroffen. Eine Frau und ein Mann gerieten in Hexenprozesse.[4]

Bis zum Dreißigjährigen Krieg war das Bierbrauen weit verbreitet. Die älteste Brauordnung stammt von 1575. So gab es allein 1614 in Crimmitschau 33 Malz- und 18 Brauhäuser. Höhepunkt der Brauaktivitäten war der sogenannte Crimmitschauer Bürgerkrieg, bei dem es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Crimmitschauer Brauhäusern und der Blankenburger Rittergutsbrauerei kam. Es gab nie einen Sieger und mit dem Verfall der Stadt im Dreißigjährigen Krieg verfiel auch das Bierbrauen. So gab es 1682 nur noch zwei Brauhäuser.

In den Jahren 1634, 1635 und 1639 wurde die Stadt mehrfach, teils durch schwedische Truppen, geplündert und gebrandschatzt. 1634 zog der kaiserliche General Melchior von Hatzfeldt durch Crimmitschau und forderte seinen Tribut von der umliegenden Bevölkerung.

1748 gründete David Friedrich Oehler in der Stadt eine Tuchmanufaktur und -färberei. Unter seiner Leitung blühte Crimmitschau nach 1750 die Zeug- und Flanellproduktion auf. Gegen die Zünfte setzte Oehler seine Verlagsbeziehungen durch und schon 1777 wurden Crimmitschauer Halbtuche nach Südamerika gebracht.

Das gemeinsame Amt, Schloss (Schweinsburg) und Stadt, wurde getrennt. 1765 verkaufte Dorothee von Planitz gegen 9.000 Taler die Stadt und Gerichtsherrschaft Crimmitschau an Johann Christoph Seyffarth, die Stadt wurde mit allen Einwohnern Besitz einer reichen Patrizierfamilie, die zu dieser Zeit bereits Schiedel besitzt. In der Stadt wurden 1814 die Maschinenspinnerei eingeführt und 1824 die erste Dampfmaschine aufgestellt. Am 15. März 1844 wurde Crimmitschau an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn nach Leipzig, später bis Bayern verlängert).

Das ehemalige städtische Krankenhaus wurde bereits 1848 das erste Mal erwähnt. Kurz vor der Schließung 1999 hatte es noch 180 Betten.[5]

Um die Jahrhundertwende war Crimmitschau auf Grund der hohen Konzentration von Betrieben der Textilindustrie die sogenannte „Stadt der 100 Schornsteine“. So lebten am Ende des 19. Jahrhunderts prozentual an der Gesamtbevölkerung die meisten Millionäre im Deutschen Reich in Crimmitschau. Diese ließen sich am Westberg nieder und bauten repräsentative Villen, so dass sie durch den Westwind nicht durch den Rauch der Schornsteine beeinflusst werden. Heute besteht nur noch eine einzige Tuchfabrik, nämlich Spengler & Fürst, die 1837 als Buckskinfabrik gegründet wurde und zur 1. Weltausstellung mit einer Bronzemedaille aus königlichen Händen geehrt wurde.

Am 16. Juni 1870 erschien hier die erste Lokalzeitung der deutschen Sozialdemokratie, der Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund. Sie erschien noch bis 1879. Nach der Reichseinigung 1871 kam es in den Gründerjahren zu einer raschen Entwicklung. Um 1880 gab es in Crimmitschau 40 Volltuchfabriken, 16 Vigognespinnereien, 5 Färbereien und 2 Baumwollzwirnereien.

Textilarbeiterstreik bis Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Postkarte aus Crimmitschau, um 1900. Abgebildet ist die Stadt sowie das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und das Rathaus

Nach der Einführungs des Koalitionsrechts in Sachsen 1861 streikten die Textilarbeiterinnen Crimmitschaus in den Jahren 1882, 1884 und 1887 für höhere Löhne. Vom 22. August 1903 bis zum 18. Januar 1904 fand einer der längsten und größten Textilarbeiterstreiks im Kaiserreich statt, der landesweit für Aufruhr sorgte. Allein am besagten 22. August stellten 26 Spinnereien, 52 Webereien, vier Färbereien und zwei Hülsenfabriken mit insgesamt 7.827 Arbeitern und vor allem Arbeiterinnen ihre Arbeit ein. Weitere 1.500 Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter wurden in Mitleidenschaft gezogen. 21 Wochen lang kämpften die Arbeiterinnen und Arbeiter um den Zehnstundentag und fanden dabei internationale Beachtung, die sich in diversen Spenden an die Streikenden zeigte. Gegen den Einsatz von Streikbrechern, die Unternehmer nach Crimmitschau eingeladen hatten, wehrten sich die Streikenden mit Betriebsblockaden und Drohungen, was um den Jahreswechsel 1903/04 zur Verhängung des Belagerungszustands über Crimmitschau und zur Stationierung auswärtiger Gendarmerieeinheiten in der Stadt führte. Kurz darauf fand der Streik ein abruptes Ende, als die Gewerkschaftsführer und Streikleiter hinter dem Rücken aller Arbeiterinnen und Arbeiter eine Fortsetzung am 18. Januar 1904 für nutzlos erklärten. Trotz aller Bemühungen wurde erst 1908 vom Reichstag beschlossen, den Zehnstundentag einzuführen.

Im Ersten Weltkrieg fielen 1.042 Einwohner von Crimmitschau.

Im Jahr 1932 existierten in der Stadt mehr als 80 Firmen, die von der Textilindustrie lebten, davon 32 Spinnereien und Zwirnereien, 28 Tuchfabriken, 8 Reißereien, 7 Textilmaschinenbaubetriebe, 2 Hülsenfabriken, 2 Trikotagenfabriken, eine Möbelstoffweberei sowie mehrere Färbereien und Bleichereien.

Während des Zweiten Weltkriegs trafen am 7. Juli 1944 Bomben mehrere Crimmitschauer Häuser an der Leitelshainer/Freund- und Hohlstraße. Es handelte sich allerdings nicht um einen systematischen Luftangriff der Alliierten. Am 13. und 14. April 1945 stießen US-amerikanische Panzer auf der Autobahn aus Richtung Meerane vor und hatten die Stadt am 15. April eingenommen. Aufgrund der Erklärungen von Jalta und Teheran verließen die US-Truppen Westsachsen und am 1. Juli 1945 zog die Rote Armee in Crimmitschau ein.

Seit dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 22. Oktober 1945 wurden die Crimmitschauer Schulen wieder geöffnet und bereits im September 1949 wurde das erste Geschäft der staatlichen HO eröffnet. Am 11. April 1946 erfolgte in Crimmitschau der Zusammenschluss der lokalen Organisationen von KPD und SPD zur SED.

Die Stadt beherbergt ein eigenes Theater, das 1947 mit Schillers Kabale und Liebe in der ehemaligen Turnhalle eröffnet und drei Jahre später an seinen heutigen Standort am Theaterplatz umzog.

Mit der Verwaltungsreform 1952 schied Crimmitschau aus dem Landkreis Zwickau aus und wurde am 1. September 1952 dem Kreis Werdau zugeordnet.

Ende der 1980er Jahre errichtete Plattenbauten am innerstädtischen Mannichswalder Platz

Im Jahr 1962 kam es zur Gründung des VEB Volltuchwerke Crimmitschau aus mehreren Textilbetrieben, dem 1971 weitere Werke in Werdau, Burg, Neustadt/Orla und Harha angeschlossen wurden. Der gesamte Betrieb beschäftigte 1980 rund 4900 Menschen, davon über 2000 in Crimmitschau.

In der DDR wurden viele Bauprojekte verwirklicht: 1953 begann man mit dem Bau von 188 Wohnungen in der Wilhelm-Liebknecht-Straße, im Jahr darauf wurde die Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft Crimmitschau gegründet und 1956 konnten 45 Wohnungen an der Ecke Donath-/Hohlstraße bezogen werden. Zwischen 1963 und 1969 entstand das Plattenbaugebiet in der heutigen Helmut-Bräutigam-Straße mit 344 Wohnungen. Im selben Jahr wurden zwei Wohnblocks mit 32 Wohnungen in der Lindenstraße übergeben. Im Oktober 1964 erfolgte die Einweihung des Kunsteisstadions im Sahnpark. Die Errichtung des Wildgeheges wurde 1966 begonnen und Die Spinnerin, das Wahrzeichen der Stadt auf dem Brunnen des Marktplatzes, wurde 1967 von dem Bildhauer Hans Eickworth enthüllt. Das größte Plattenbaugebiet der Stadt an der Westbergstraße wurde 1978 mit 680 Wohnungen an die Bürger übergeben, es folgten 1979 zwei Wohnblöcke mit 110 altersgerechten und teilweise behinderten- und rollstuhlgerechten Wohnungen sowie eine Kaufhalle, eine Kinderkombination und eine Schule. Im März 1985 wurde nach intensiver Vorbereitung mit den Erschließungsarbeiten im innerstädtischen Wohnungsbaustandort Parkgasse/Buttenplatz begonnen. Am 11. Dezember 1987 erfolgte die Grundsteinlegung. Es wurden hier 1.150 fernbeheizte Wohnungen, eine Kinderkrippe, ein Fitnessstudio und ein Geschäft eingerichtet.

In den Jahren zwischen 1962 und 1978 vollzog sich der Prozess der Zusammenlegung aller im Ort befindlichen Tuchhersteller zu einem Großbetrieb, dem VEB Volltuchwerke.

Vom 9. bis 17. Juni 1989 wurde das 575-jährige Jubiläum der Stadtrechtsverleihung feierlich begangen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung brach in Crimmitschau die Textilindustrie fast vollständig zusammen. An diesen herben Einschnitt wird sogar im Bonner Haus der Geschichte mit einer kleinen Schautafel erinnert – stellvertretend für die Entwicklung in vielen anderen ostdeutschen Städten. Der notwendige Strukturwandel hält noch immer an.

Auch politisch und gesellschaftlich kam es zu einem Wandel. Bei der ersten freien Kommunalwahl am 6. Mai 1990 errang die CDU einen deutlichen Wahlsieg. Ab 1. August 1994 gehörte die Stadt nicht mehr zum Kreis Werdau, sondern wurde in den wiedergegründeten Landkreis Zwickauer Land eingegliedert. Crimmitschau wurde am 1. Oktober 1994 zur Großen Kreisstadt ernannt. Zudem wurde weiterhin an der Sanierung der historischen Innenstadt gearbeitet.

1999 schloss das Crimmitschauer Kreiskrankenhaus zugunsten der neuen Pleißentalklinik in Werdau. Am 25. März 1999 trafen Crimmitschau und Dennheritz eine Verwaltungsvereinbarung, die am 1. Mai 1999 in Kraft trat.

Religionen[Bearbeiten]

Die St. Johanniskirche in der Südstadt

Knapp 20 % der Einwohner Crimmitschaus gehören der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens an. Neben den drei Kirchgemeinden im engeren Stadtgebiet gibt es sieben evangelisch-lutherische Gemeinden in den eingemeindeten Dörfern Blankenhain, Frankenhausen, Gablenz, Langenreinsdorf, Lauenhain, Mannichswalde und Rudelswalde. Die landeskirchliche Gemeinschaft ist in Crimmitschau ebenfalls mit einem eigenen Haus vertreten.

Die zum Bistum Dresden-Meißen gehörende römisch-katholische St. Franziskus-Gemeinde umfasst knapp 7 % der Einwohner Crimmitschaus.

Daneben gibt es weitere christliche Gemeinschaften und Freikirchen.

Die älteste Kirche der Stadt ist die seit der Reformation evangelische St. Laurentius-Kirche in der Innenstadt. Die Zeit der Entstehung der ersten Kapelle am Standort der heutigen Kirche ist weitgehend unbekannt. Wahrscheinlich reicht sie zurück bis ins 10. Jahrhundert (so bezeugt vom Chronist Johannes Trommer). Erstmals wurde die ecclesia S. Laurentii in civitate Crimaschowe im Jahre 1222 urkundlich erwähnt. Es ist als sicher anzunehmen, dass die romanische Kapelle an dem Ort des späteren Chorraumes der St. Laurentius-Kirche stand. Die ursprünglich romanische Anlage der Kirche wich im 14. Jahrhundert einem Neubau, den der damals verantwortliche Bischof von Naumburg im Jahre 1353 verfügte. Aus dieser Zeit stammen die Mauern und das Gewölbe der jetzigen Winterkirche (ehemaliger Chorraum, seit etwa 1976 vom Kirchenschiff abgetrennt) und die äußere Gestalt des Turmes. 1462 ist der Bau der ersten Orgel bezeugt.

Aufgrund des Wachstums der Gemeinde wurde das Gebäude 1513 nach Westen hin im spätgotischen Stil erweitert. Der Baumeister Aßmann Pfeffer schuf unter Mitwirkung von Konrad Krebs (erkennbar an den Steinmetzzeichen) damit eine dreischiffige Hallenkirche mit acht freistehenden Pfeilern, die eine Höhe von zwölf Metern haben. Bemerkenswert und von der Ursache her umstritten ist, dass das Schiff sich versetzt an den Chorraum anschließt.
Die Finanzierung des Kirchenbaus erfolgte über Kollekten und Spenden, die auf dem traditionellen Laurentius-Jahrmarkt und am Fest der Himmelfahrt Marias gesammelt wurden.

Ab dem Jahr 1529 ist Crimmitschau durch die Reformation Luthers evangelisch geworden. Heute ist die St. Laurentius-Kirchgemeinde stark von der umfangreichen kirchenmusikalischen Arbeit geprägt. Besonders durch die Konzertreihe „Crimmitschauer Kirchenmusiken“ wirkt sie so über die Stadtgrenzen hinaus. Die Kantorei kann auf eine über 350-jährige ununterbrochene Tradition zurückschauen.

Aufgrund des wirtschaftlichen Aufstiegs der Stadt und der damit verbundenen Bevölkerungszunahme wurde vor der Jahrhundertwende (19. zum 20. Jahrhundert) der Bau einer Kirche in der Südvorstadt beschlossen. 1912 wurde die St. Johanniskirche geweiht.

1937 dann wurde in dem eingemeindeten Dorf Leitelshain die Luther-Kirche errichtet. In den Zeiten des Nationalsozialismus wurde sie von den sogenannten Deutschen Christen okkupiert.

Die Römisch-katholische Kirche besaß seit 1927 eine Kapelle in einer 1904 erbauten Villa in Crimmitschau. Es kam zur Errichtung einer Pfarrstelle durch den Bischof. Besonders durch den Zuzug von Heimatvertriebenen wuchs die Pfarrgemeinde St. Franziskus nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Größere Gottesdienste und Messen wurden in der evangelischen St. Johanniskirche gefeiert. 2012/13 wurde die heutige St.-Franziskus-Kirche erbaut.[6]

Bis 1939 existierte in Crimmitschau auch noch eine jüdische Bevölkerung. Nachfolgend die Größe der jüdischen Gemeinde Crimmitschaus über die Jahre:

Jahr 1890 1905 1925 1933 1939
Einwohner 27 etwa 10 8[7] 9 1

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Luftbild von Mannichswalde
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Blankenhain[8] 1. Januar 1994
Frankenhausen[9][10] 1. Juli 1950
Gablenz[9][10] 1. Juli 1950
Gersdorf[11] vor 1875 Eingemeindung nach Lauenhain
Gosel[11][12] vor 1875
1. April 1928
Eingemeindung des sächsischen Anteils von Gosel nach Frankenhausen,
infolge Gebietsaustausches mit Thüringen gelangt ein weiterer Teil des Ortes Gosel von der Gemeinde Ponitz an Frankenhausen
Gösau[9] 1. Februar 1973
Großpillingsdorf[9] 1. April 1974 Eingemeindung nach Blankenhain
Harthau[12] 1. April 1935 Eingemeindung nach Lauenhain
Kleinpillingsdorf[12] vor 1880 Eingemeindung nach Großpillingsdorf
Langenreinsdorf[8] 1. Januar 1994
Lauenhain[8] 1. Januar 1999
Leitelshain[12] 1. Juli 1906
Mannichswalde[8] 1. Januar 1994
Mark Sahnau[11] vor 1875 Eingemeindung nach Rudelswalde
Rudelswalde[9][10] 1. Juli 1950
Rußdorf[9][10] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Blankenhain
Tempelfrankenhausen[11] 1. Januar 1877 Eingemeindung nach Frankenhausen
Ungewiß[11] vor 1875 Eingemeindung nach Gablenz
Wahlen[11][12] 1. Januar 1891

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1551 wurden 155 besessene(r) Mann, 9 unbesessene(r) Mann und 168 Inwohner gezählt, 1748 waren es 292 besessene(r) Mann und 27 Hufen.[7] Lebten 1834 nur 3767 Einwohner in Crimmitschau, so stieg die Zahl bis 1871 bereits auf 15.280 Einwohner an. Die maximale Einwohnerzahl wurde in der frühen Nachkriegszeit erreicht, seitdem sinkt die Bevölkerungszahl – unterbrochen durch die Eingemeindungen der 1990er Jahre – stetig.

Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1875:

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1875 17.649
1880 18.925
1890 19.300
1910 28.818
1933 27.938
1939 27.247
1946 30.504
1950 34.541
1960 31.279
Jahr Einwohner
1981 26.229
1984 25.086
1995 23.888
1997 23.420
1998 23.854
1999 23.570
2000 23.305
2001 23.104
2002 22.874
Jahr Einwohner
2003 22.660
2004 22.528
2005 22.306
2006 21.953
2007 21.680
2008 21.080
2009 20.833
2010 20.901
2011 20.535

Jeweils zum 31. Dezember, 1946: 29. Oktober, 1950: 31. August. Quelle (ab 1. Januar 1999): Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Rathaus
Stadtrat nach Wahlperiode (in den 1990er Jahren als Stadtverordnetenversammlung)
Wahlperiode Wahlbeteiligung WV a CDU Linke FDP SPD DSU Kirchen GRÜNE DFD Unabh. REP Gesamt
1990–1994[13] 15 3 5 2 4 2 1 1 6 39
1994–1999[14] 66,9 % 2 9 3 5 5 1 1 26
1999–2004[14] 49,0 % 1 12 5 3 5 26
2004–2009[15] 41,34 % 9 8 4 3 2 26
2009–2014 40,83 % 10 6 5 3 2 26
a 1994: FWV C e.V.; seit 2004: FCr (Für Crimmitschau)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Oberbürgermeister nach Wahlperiode
Amtszeit Wahlbeteiligung Stimmen für den OB Oberbürgermeister Bemerkungen
1990 Karl-Heinz Sonntag (CDU) Bürgermeister, Rücktritt aus persönlichen Gründen
1990–1991 Peter Deisenhofer (CDU) wegen Unregelmäßigkeiten in der Amtsführung abgewählt
1991–1992 Dr. Martin Seidel (FDP) als amtierender Bürgermeister
1992–2003 Peter Zippel (CDU) keine Neukandidatur wegen Korruptionsbeschuldigungen
2003–2010[16] 40,91 % 58,14 % Holm Günther (parteilos)
seit 2010[17] 42,55 % 85,15 % Holm Günther (parteilos)
Ortschaftsvorstehender nach Wahlperiode
Wahlperiode Blankenhain Frankenhausen Langenreinsdorf Lauenhain Mannichswalde
2009–2014[15] Wolfram Koch (CDU) Stefan Rudert (SHF1) Lutz Baumgärtel (FDP) Christian Jacob (CDU) Wolfgang Langwald (CDU)

1 SHF: Sächsischer Heimatschutz Frankenhausen e. V.

Wappen[Bearbeiten]

Seit dem Erhalt des Stadtrechts 1414 führt Crimmitschau ein Wappen. Das noch heute gültige Wappen wurde 1896 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und noch im selben Jahr vom sächsischen Innenministerium bestätigt.

Es zeigt auf rotem Grund die silberne Zinnenmauer, gekrönt von zwei silbernen Türmen, die nunmehr in Seitenansicht zu sehen sind. Zwischen den Türmen befindet sich der Schild der Schönburger, die 1878 alle Territorialrechte endgültig dem Königreich Sachsen verkauft hatten.[18]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1971 pflegt Crimmitschau eine Städtepartnerschaft mit der tschechischen Stadt Bystřice nad Pernštejnem, seit März 1990 eine weitere mit der Stadt Wiehl in Nordrhein-Westfalen. Die Pflege von städtepartnerschaftlichen Beziehungen erfolgt über den Förderverein Städtepartnerschaften Crimmitschau e. V.[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Blankenhain
Laurentiuskirche
Die Sparkasse in einem Gebäude der 1920er-Jahre

Theater[Bearbeiten]

Von 1947 bis 1950 spielte das Crimmitschauer Theaterensemble im heutigen Haus des Sports, welches seit einigen Jahren „Haus der Vereine“ genannt wird. Das städtische Theater im ehemaligen Vereinshaus der Fabrikanten wurde am 11. April 1950 eröffnet.[20] Seit 1957 besitzt Crimmitschau kein eigenes Ensemble mehr. 1963 wurde das Gebäude rekonstruiert und anlässlich der ersten Weberfestspiele als Kulturzentrum wiedereröffnet. Im Jahr 2006 besuchten rund 35.000 Menschen das Gebäude.[21]

Museen[Bearbeiten]

Das Westsächsische Textilmuseum befindet sich in der ehemaligen Tuchfabrik Gebrüder Pfau KG, der größten, mit vollständiger Ausstattung erhaltenen Volltuchfabrik Mitteleuropas. Das Museum gehört heute zu der Museenvereinigung Sächsisches Industriemuseum.

Das seit Oktober 2006 als Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain bezeichnete Freilichtmuseum im gleichnamigen Ortsteil Blankenhain beherbergt etwa 100 thematische Ausstellungen.[22]

Musik[Bearbeiten]

Der 1942 gefallene Komponist Helmut Bräutigam stammte aus Crimmitschau. Die Konzertreihe Crimmitschauer Kirchenmusiken ist seit 1996 existent[23] und zählte 2007 etwa 5.800 Besucher bei 24 Konzerten.[23]

Die aus Crimmitschau stammende Band Dialog machte in den 1980er Jahren besonders mit dem Pop-Rock-Titel 963, der auf die damalige Postleitzahl der Stadt anspielte, die Stadt auch überregional bekannt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Bauliche Sehenswürdigkeiten sind die spätgotische Pfarrkirche St. Laurentius (1513) mit Stern- und Kreuzrippengewölben, das Zisterzienserinnen-Nonnenkloster (gegründet um 1290) und die ursprünglich romanische Dorfkirche im Ortsteil Frankenhausen sowie das Schloss Blankenhain mit dem Landwirtschaftsmuseum. Das Rathaus von 1772 mit seinem 35 Meter hohen Turm ist neben dem Theater der sehenswerteste Profanbau im Zentrum. Eine Umgestaltung des Gebäudes erfolgte 1891/92 durch den Leipziger Architekten Arwed Roßbach im Stil des Neobarock. In der Herrengasse, die südlich vom Marktplatz wegführt, befindet sich ein nachgebautes Renaissanceportal von 1586. Viele repräsentative Fabrikanten-Villen im Westen der Stadt erinnern an den ehemaligen Reichtum der Stadt. Einige wurden in den letzten Jahren als Privathäuser restauriert. Öffentlich zugänglich ist nur die als Hotel genutzte Villa Vier Jahreszeiten am Bismarckhain. Auf dem Friedhof gibt es ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus.

Parks[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Erholungsstätten in Crimmitschau: Einerseits den in der Vorkriegszeit gegründeten Zöffelpark, der nach Emil Oskar Zöffel, einem wichtigen Textilfabrikant in der Crimmitschauer Geschichte, benannt worden ist. Andererseits den Bismarckhain, der auch unter Friedenspark (so wurde er in der DDR genannt) bekannt ist. Dieser Park liegt direkt an der Zeitzer Straße, der Ausfallstraße Richtung Sahnpark, Eisstadion und Autobahn-Anschlussstelle Schmölln. Im Park befindet sich der Wettinbrunnen, der anlässlich der Stadtrechtsfeier 1914 eingeweiht wurde, und die wiederhergestellte Bismarck-Grotte

Das größte Erholungsgebiet der Stadt ist der 40 ha große Sahnpark nördlich des Stadtzentrums. Das Waldgebiet durchziehen 6,5 km angelegte Wanderwege. Hier befinden sich das altehrwürdige Freibad, ein Tiergehege, ein Kinderspielplatz und die Spielstätte des ETC Crimmitschau: das bis zu 6722 Zuschauer fassende Kunsteisstadion, welches Mitte der neunziger Jahre überdacht wurde.

Sport[Bearbeiten]

Crimmitschau hat einen bekannten Eishockeyverein, den ETC Crimmitschau, der 2006 wieder in die 2. Bundesliga aufstieg. Fußballerisch vertritt der FC Crimmitschau die Stadt – die Herren vom „FCC“ spielen derzeit in der Kreisliga. Außerdem besteht seit dem 10. Juni 2005 eine American-Football-Mannschaft, die Crimmitschau Tornados. In Crimmitschau gibt es das Waldbad Sahnbad, das nach dem umliegenden Waldstück, der Mark Sahnau, benannt wurde. Es besitzt zwei sehr große Becken (100 × 50 m und 50 × 25 m). Das größere der beiden Becken hat die größte Wasserfläche im Direktionsbezirk Chemnitz. Im Vital Center an der Zeitzer Straße befindet sich eine kleine Schwimmhalle und im FKK-Bereich ein weiteres sichtgeschütztes Freibecken.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zu regelmäßigen Veranstaltungen gehören beispielsweise das Crimmitschauer Marktfest, der deutschlandweit bekannte Töpfermarkt im Ortsteil Gablenz, die Crimmitschauer Autoschau, der Zunft- und Handelsmarkt und der Weihnachtsmarkt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Jahr Arbeitslosenquote[24] Schuldenstand in Mio. €[14] Schuldenstand pro Einwohner in €[14]
1998 20,556 856
1999 19,644 828
2000 19,705 837
2001 17,977 776
2002 16,568 722
2003 15,208 667
2004 20,2 % 14,376 635
2005 17,0 % 13,417 601
2006 16,0 % 12,591 568
2007 13,0 % 11,765 538
2008 11,0 % 11,765 538
2009 10,940 508

Verkehr[Bearbeiten]

Autobahn-A4-Brücke über die Pleiße in Frankenhausen

Zwischen Crimmitschau und dem Stadtteil Frankenhausen überspannt die Bundesautobahn 4 das Tal der Pleiße. Anschlussstellen gibt es auf thüringischem Gebiet südlich von Schmölln mit Verbindung über die Staatsstraße S 61 zum Stadtzentrum und auf sächsischem Gebiet südlich von Meerane über die vierspurig ausgebaute Bundesstraße 93, von der die S 289 über das Stadtzentrum nach Werdau führt. Für 2012 war eine eigene Anschlussstelle Crimmitschau an der A 4 geplant.[25] Weitere Staatsstraßen, die Crimmitschau mit dem Umland verbinden, sind die S 54 über Frankenhausen nach Gößnitz, die S 288 nach Meerane, die S 290 nach Zwickau und die S 294 über Mannichswalde nach Seelingstädt.

Die Deutsche Bahn AG bietet durch den Bahnhof Crimmitschau vielfältige Regional-Express-Verbindungen nach Zwickau, Leipzig, Göttingen, Bad Brambach und Hof (Saale). Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof und wurde 1844 eröffnet, das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1873. Neben diversen Regionalbuslinien betreiben die Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) auch eine Stadtbuslinie.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Industrie- und Gewerbegebiet Glauchauer Landstraße Crimmitschau, auch Gewerbegebiet Crimmitschau Ost, wurde mit den dazugehörigen Straßen Glauchauer Landstraße, Gewerbering, Breitscheidstraße und Waldsachsener Weg 1991 im Osten der Stadt angelegt. 2002 wurde eine Erweiterung um 12 ha beschlossen. Zurzeit sind 55 Unternehmen auf dem dortigen Areal mit einer Gesamtfläche von 73 ha angesiedelt. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 350 (1994) auf knapp 1800 (2006), die Auslastung beträgt 89 %. Zu den angesiedelten Unternehmen gehören unter anderem:

  • B.i.V. Bau- und Industriegeräte Vertriebs GmbH
  • GTC Gastrotechnik Crimmitschau Herstellungs- und Vertriebs GmbH
  • H&T ProduktionsTechnologie GmbH
  • Linamar Antriebstechnik GmbH und Linamar Powertrain GmbH, Teile des kanadischen Linamar-Konzerns
  • LTC Lufttechnik Crimmitschau
  • ttb GmbH & Co. KG Crimmitschau
  • Westfalia Presstechnik GmbH&Co.KG
  • Reiner Lasertech
  • Enderlein Crimmitschau GmbH & Atelier Enderlein in Sachsen GmbH

Im Gewerbegebiet existiert auch ein Einkaufszentrum (Crimmitschau Center, als Sondergebietsfläche Handel ausgewiesen) mit etwa 25 Dienstleistungs- und Handelsgeschäften. Ein weiteres ansässiges Unternehmen ist Spengler & Fürst in der Carl-Spengler-Straße, ein traditionelles Crimmitschauer Unternehmen der Textilbranche.

Medien[Bearbeiten]

In Crimmitschau erscheint als Amts- und Heimatblatt der Blickpunkt Crimmitschau, der auch an die Haushalte in Dennheritz verteilt wird. Die als Lokalteil der Freien Presse herausgegebene Werdauer Zeitung hat in Crimmitschau eine Geschäftsstelle.[26]

Bildung[Bearbeiten]

Julius-Motteler-Gymnasium, Schulteil Westberg

In der Stadt Crimmitschau gibt es mit der Käthe-Kollwitz-Grundschule, der Grundschule Frankenhausen und der Grundschule „Christian-Friedrich-Schach“ Blankenhain drei Grundschulen, mit der Käthe-Kollwitz-Oberschule und der Oberschule Sahnschule zwei Oberschulen, das Julius-Motteler-Gymnasium und die Förderschule Lindenschule. Darüber hinaus gibt es speziell für die astronomische Bildung die Schul- und Volkssternwarte „Johannes Kepler“. Die Grundschule Lindenschule als vierte Grundschule wurde geschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Julius Motteler (1838–1907), Reichstagsabgeordneter, Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
  • Mourad Kusserow (* 1939), Journalist, langjähriger Redakteur für die Deutsche Welle in Köln
  • Eishockey-Cracks der DDR-Startjahre: unter anderen Siegfried Speck †, Alfred Unterdörfel, Hans-Joachim Rudert †, Ernst Mälzer, Dieter Kratzsch (alle * in Frankenhausen)

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Friedrich Kästner: Chronik der Stadt Crimmitschau. Crimmitschau 1853 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Crimmitschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Crimmitschau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Stadt Crimmitschau – Auf einen Blick, 25. März 2008
  3. Deutscher Wetterdienst: Mittelwerte Niederschlag 1961–1990. Abgerufen am 20. September 2012 (XLS; ZIP; 349 kB).
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 655.
  5. Pleißental-Klinik GmbH – Krankenhaus in Werdau, 13. September 2007
  6. http://www.hl-geist-werdau-crimmitschau.de/gemeinde-st-franziskus-crimmitschau/st-franziskus-kirche.html
  7. a b Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen – Crimmitschau. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., abgerufen am 15. Oktober 2012.
  8. a b c d Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  9. a b c d e f Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. a b c d Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  11. a b c d e f Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  12. a b c d e Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  13. Crimmitschau-Broschüre 1992, Seite 25
  14. a b c d Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen. Abgerufen am 20. September 2012.
  15. a b Stadt Crimmitschau – Politische Strukturen der Großen Kreisstadt, 26. Juni 2007
  16. Stadt Crimmitschau – Ergebnisse der Kommunalwahlen in Crimmitschau, 28. Juni 2007
  17. Stadt Crimmitschau – Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Crimmitschau, 9. Mai 2010
  18. Crimmitschau-Broschüre 2005/2006, Seite 26
  19. Städtepartnerschaften u. -freundschaften. Stadt Crimmitschau, abgerufen am 18. August 2012.
  20. Stadt Crimmitschau – Theater Crimmitschau (Version vom 30. Oktober 2010 im Internet Archive)
  21. Stadt Crimmitschau – Theater Crimmitschau informiert (Version vom 12. Juli 2007 im Internet Archive)
  22.  Nicole Eichmann: Viel Tierisches zum Auftakt. Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain startet in neue Saison. In: WochenSpiegel Werdau/Crimmitschau. Nr. 6, 6. Februar 2008, S. 1.
  23. a b Kirchenmusiken erfreuten sich 2007 neuen Besucherrekords. Stadt Crimmitschau, 8. Januar 2008, abgerufen am 24. Februar 2008.
  24. Regionalmarketing Städteregion Zwickau, 5. Juli 2009
  25. Holger Frenzel: Künftig schneller zur Autobahn. Freie Presse, 3. Oktober 2008, abgerufen am 18. August 2012.
  26. Werdauer Zeitung. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  27. Stadt Crimmitschau – Ehrendes Gedenken für Prof. Dr. Gerhard Rudolf Meyer, 16. Juni 2008