Positano

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Positano
Wappen
Positano (Italien)
Positano
Staat: Italien
Region: Kampanien
Provinz: Salerno (SA)
Koordinaten: 40° 38′ N, 14° 29′ O40.63333333333314.4833333333330Koordinaten: 40° 38′ 0″ N, 14° 29′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 8 km²
Einwohner: 3.904 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 488 Einw./km²
Postleitzahl: 84017
Vorwahl: 089
ISTAT-Nummer: 065100
Volksbezeichnung: Positanesi
Schutzpatron: San Vito
Website: www.positano.campania.it

Positano ist ein Ort an der Amalfiküste in der Provinz Salerno in Kampanien, Italien, mit 3904 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Er gehörte zur Bergkommune Comunità Montana Penisola Amalfitana. Der Ort ist vom Fremdenverkehr geprägt.

Geographie[Bearbeiten]

Positano

Positanos Nachbargemeinden sind Agerola, Pimonte, Praiano und Vico Equense. Positano liegt inmitten einer Bucht zwischen der Punta Germano und dem Capo Sottile.

Zum Gebiet der Gemeinde gehören auch die kleine Inselgruppe Li Galli sowie die beiden Bergdörfer Montepertuso und Nocelle.

Positano wird von steilen Gassen und vielen Treppen durchzogen. Der Schriftsteller John Steinbeck bezeichnete Positano als „den einzigen senkrechten Ort der Welt“.

Die Stadt ist Mitglied der Cittaslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten durch Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung der heimischen Erzeugnisse, Gastfreundschaft, Bewusstsein und landschaftliche Qualität.

Der Ort ist aus einem früheren kleinen Fischerdorf entstanden, dessen historischer Ortskern oberhalb der Schnellstraße SS163 liegt.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Positano mit der Kirche St. Maria Assunta
  • Kirchen Santa Maria Assunta, Madonna del Carmine und Madonna delle Grazie
  • Felsblock Montagna Forata, ein mit vielen Löchern entstandener Monolith[2]
  • Marina Grande
  • Grotta dell'Incanto

Wirtschaftsunternehmen im Ort[Bearbeiten]

Positano Moda

In Positano werden Textilien unter dem Namen Positano Moda hergestellt. Der rustikale Modestil zeichnet sich durch intensive Farben, Einfallsreichtum und den reichhaltigen Einsatz von Spitze aus. Es werden hauptsächlich natürliche Materialien wie Leinen und Baumwolle verwendet.

Tourismus

Das zum Badeort avancierte Positano bietet eine große Zahl an Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Gaststätten. Im Sommer verzehnfacht sich dadurch etwa die Bevölkerung.

Personen, die mit Positano verbunden sind[Bearbeiten]

  • Der Schweizer Gilbert Clavel, der am frühen Futurismus mitwirkte, baute 1919–1927 einen verfallenen Wachturm des 16. Jahrhunderts zu einem Gesamtkunstwerk aus, das Siegfried Kracauer in seinem Text Felsenwahn in Positano beschrieb.
  • Der deutsche Dichter, Erzähler und Pazifist Armin T. Wegner verbrachte dort ab 1936 einige Jahre seines Exils.
  • Auch der deutsche Schriftsteller Stefan Andres lebte von 1937 bis 1948 in Positano. Eines seiner Bücher trägt den Ortsnamen als Titel (Positano. Geschichten aus einer Stadt am Meer, München 1957). Auch Romane aus seiner Feder haben Positano (literarische Chiffre Città morta) zum Schauplatz. Die Stadt nannte die Straße, in der das Wohnhaus von Andres stand, zu seinen Ehren via Stefan Andres.
  • Zu den Emigranten, die während der Zeit des Nationalsozialismus für kürzere oder längere Zeit in Positano Zuflucht fanden, gehören unter anderem die Maler Kurt Craemer, Bruno Marquart und Martin Wolff sowie die Schriftsteller Walter Meckauer, Joe Lederer, Elisabeth Castonier und die Familie des Journalisten Wolfgang Weber.
  • Der deutsche Pianist Wilhelm Kempff lebte von 1968 bis zu seinem Tod 1991 in Positano. Bereits 1957 hatte er hier die Beethoven-Interpretationskurse gegründet, die unter seiner Leitung bis 1982 in seiner Casa Orfeo stattfanden.
  • Dem Tänzer Rudolf Nurejew gehörten die drei Inseln Li Galli.[2]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adolf von Hatzfeld: Positano. Pontos-Verlag, Freiburg/B. 1925.
  • Kurt Craemer (Autor), Rudolf Hagelstange (Hrsg.): : Mein Panoptikum. Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 1965.
  • Giuseppe Vespoli: Storia di Positano. TDA, Salerno 1976.
  • Carlo Knight: La torre di Clavel. Un romanzo. La Conchiglia, Neapel 1999 (Atyidae; 17).
  • Klaus Voigt: Zuflucht auf Widerruf. Exil in Italien 1933-1945. Stuttgart 1989 (2 Bde.).
  • Dieter Richter, Matilde Romito: Stefan Andres und Positano. Ein Schriftsteller und Künstler „am Rande der Welt“. Salerno 2000.
  • Dieter Richter, Matilde Romito, Michail Talalay: In fuga dalla storia. Esuli dai totalitarismi del Novecento sulla Costa d´Amalfi. Cenro di Cultura, Salerno 2005, ISBN 88-88283-34-X.
  • Stefan Andres (Autor), Dieter Richter (Hrsg.): Terrassen im Licht. Italienische Erzählungen (Werke in Einzelbänden). Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0427-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Positano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. a b c Neapel. Amalfiküste. Cilento. Dumont-Reisetaschenbuch, ISBN 978-3-7701-7241-2; Seite 208ff