Positano

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Positano
Wappen
Positano (Italien)
Positano
Staat: Italien
Region: Kampanien
Provinz: Salerno (SA)
Koordinaten: 40° 38′ N, 14° 29′ O40.63333333333314.4833333333330Koordinaten: 40° 38′ 0″ N, 14° 29′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 8 km²
Einwohner: 3.950 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 494 Einw./km²
Postleitzahl: 84017
Vorwahl: 089
ISTAT-Nummer: 065100
Volksbezeichnung: Positanesi
Schutzpatron: San Vito
Website: www.positano.campania.it

Positano ist ein Ort an der Amalfiküste in der Provinz Salerno in Kampanien, Italien, mit 3950 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Er gehörte zur Bergkommune Comunità Montana Penisola Amalfitana. Der Ort ist vom Fremdenverkehr geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Positano war im Mittelalter ein Hafen der amalfitanischen Republik. Er wuchs während des 16. und 17. Jahrhunderts deutlich. Mitte des 19. Jahrhunderts emigrierte mehr als die Hälfte der Bevölkerung – die meisten nach Amerika. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Positano immer noch ein armes Fischerdorf. In den 1950er Jahren jedoch begann Positano Touristen anzuziehen. Einer der Auslöser des Booms war sicherlich ein Essay von John Steinbeck in der amerikanischen Zeitschrift Harper's Bazaar im Mai 1953 . Er schrieb: „Positano bites deep. It is a dream place that isn’t quite real when you are there and becomes beckoningly real after you have gone.“ („Positano geht unter die Haut. Es wirkt nicht real, wenn du dort bist und es wird verlockend real, wenn du gegangen bist.“)

Geographie[Bearbeiten]

Positano – vom Strand aus gesehen
Positano

Positanos Nachbargemeinden sind Agerola, Pimonte, Praiano und Vico Equense. Positano liegt inmitten einer Bucht zwischen der Punta Germano und dem Capo Sottile.

Zum Gebiet der Gemeinde gehören auch die kleine Inselgruppe Li Galli sowie die beiden Bergdörfer Montepertuso und Nocelle.

Positano wird von steilen Gassen und vielen Treppen durchzogen. Der Schriftsteller John Steinbeck bezeichnete Positano als „den einzigen senkrechten Ort der Welt“.

Die Stadt ist Mitglied der Cittaslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten durch Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung der heimischen Erzeugnisse, Gastfreundschaft, Bewusstsein und landschaftliche Qualität.

Der Ort ist aus einem früheren kleinen Fischerdorf entstanden, dessen historischer Ortskern oberhalb der Schnellstraße SS163 liegt.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Positano mit der Kirche St. Maria Assunta
  • Kirchen Santa Maria Assunta, Chiesa Nuova, Santa Caterina, Madonna del Carmine und Madonna delle Grazie
  • Felsblock Montagna Forata, ein mit vielen Löchern entstandener Monolith[2]
  • Marina Grande
  • Grotta dell'Incanto

Wirtschaftsunternehmen im Ort[Bearbeiten]

Positano Moda

In Positano werden Textilien unter dem Namen Positano Moda hergestellt. Der rustikale Modestil zeichnet sich durch intensive Farben, Einfallsreichtum und den reichhaltigen Einsatz von Spitze aus. Es werden hauptsächlich natürliche Materialien wie Leinen und Baumwolle verwendet.

Tourismus

Das zum Badeort avancierte Positano bietet eine große Zahl an Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Gaststätten. Im Sommer verzehnfacht sich dadurch etwa die Bevölkerung.

Verkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr

Die Staatsstraße SS 163 Amalfitana durchzieht Positano und verbindet die Stadt Meta mit Vietri sul Mare. Die Provinzstraße SP 425 führt von Positano zu den Bergdörfern Montepertuso und Nocelle.

Buslinien

Die Busgesellschaft SITA bietet Busverbindungen von Positano nach Meta und Sorrent sowie nach Amalfi und Salerno. Die Buslinie Interno verkehrt ständig im Kreisverkehr, um die unteren (Piazza dei Mulini) mit der oberen Stadtteilen (Chiesa Nuova) zu verbinden. Einige der Busse fahren auch nach Montepertuso und Nocelle.

Fähren

Fähren verkehren regelmäßig zur Insel Capri, nach Sorrent, nach Amalfi und nach Salerno.

Personen, die mit Positano verbunden sind[Bearbeiten]

  • Der Schweizer Gilbert Clavel, der am frühen Futurismus mitwirkte, baute 1919–1927 einen verfallenen Wachturm des 16. Jahrhunderts zu einem Gesamtkunstwerk aus, das Siegfried Kracauer in seinem Text Felsenwahn in Positano beschrieb.
  • Der deutsche Dichter, Erzähler und Pazifist Armin T. Wegner verbrachte dort ab 1936 einige Jahre seines Exils.
  • Auch der deutsche Schriftsteller Stefan Andres lebte von 1937 bis 1948 in Positano. Eines seiner Bücher trägt den Ortsnamen als Titel (Positano. Geschichten aus einer Stadt am Meer, München 1957). Auch Romane aus seiner Feder haben Positano (literarische Chiffre Città morta) zum Schauplatz. Die Stadt nannte die Straße, in der das Wohnhaus von Andres stand, zu seinen Ehren via Stefan Andres.
  • Zu den Emigranten, die während der Zeit des Nationalsozialismus für kürzere oder längere Zeit in Positano Zuflucht fanden, gehören unter anderem die Maler Kurt Craemer, Bruno Marquart und Martin Wolff sowie die Schriftsteller Walter Meckauer, Joe Lederer, Elisabeth Castonier und die Familie des Journalisten Wolfgang Weber.
  • Der deutsche Pianist Wilhelm Kempff lebte von 1968 bis zu seinem Tod 1991 in Positano. Bereits 1957 hatte er hier die Beethoven-Interpretationskurse gegründet, die unter seiner Leitung bis 1982 in seiner Casa Orfeo stattfanden.
  • Dem Tänzer Rudolf Nurejew gehörten die drei Inseln Li Galli.[2]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adolf von Hatzfeld: Positano. Pontos-Verlag, Freiburg/B. 1925.
  • Kurt Craemer (Autor), Rudolf Hagelstange (Hrsg.): : Mein Panoptikum. Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 1965.
  • Giuseppe Vespoli: Storia di Positano. TDA, Salerno 1976.
  • Carlo Knight: La torre di Clavel. Un romanzo. La Conchiglia, Neapel 1999 (Atyidae; 17).
  • Klaus Voigt: Zuflucht auf Widerruf. Exil in Italien 1933-1945. Klett-Cotta, Stuttgart Band 1: 1989, ISBN 3-608-91487-0; Band 2: 1993, ISBN 3-608-91160-X.
  • Dieter Richter, Matilde Romito: Stefan Andres und Positano. Ein Schriftsteller und Künstler „am Rande der Welt“. Amalfi, Positano 2000.
  • Dieter Richter, Matilde Romito, Michail Talalay: In fuga dalla storia. Esuli dai totalitarismi del Novecento sulla Costa d´Amalfi. Cenro di Cultura, Salerno 2005, ISBN 88-88283-34-X.
  • Stefan Andres, Dieter Richter (Hrsg.): Terrassen im Licht. Italienische Erzählungen (Werke in Einzelbänden). Wallstein, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0427-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Positano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. a b c Neapel. Amalfiküste. Cilento. Dumont-Reisetaschenbuch, ISBN 978-3-7701-7241-2; Seite 208ff